Mein Herz schlägt links
Mein Herz schlägt links
Mein Herz schlägt links
Mein Herz schlägt links

                                           

 

 

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock   

Liebe  Gäste unserer RotFuchs – Bildungsveranstaltungen,

wir möchten uns für eure zahlreiche Teilnahme ann  unseren Bildungsveranstaltungen im Jahr 2017 und die konstruktiven Diskussionsbeiträge  herzlichst bedanken. Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr gemeinsam an diesen Erfolg anknüpfen können.

 

 

 

Frohe Weihnachten und ein glückliches,    Freude bringendes neues Jahr

Vorstand

Regionalgruppe Rostock

Mein Arbeitsplatz,

mit Blick auf die DDR-Fahne und dem Bildnis von Karl Marx sowie mit meinen "junge Welt" T-shirt  mit der Friedenstaube und einem Bier von der Rostocker Privatbrauerrei "Trotzenburg" mit Namen ROTFUCHSBIER.

Das hat folgenden tiefgründigen Hintergrund:

1. Ich bin in der DDR geboren und bin diesem ersten sozialistischen Staat auf deutschem Boden sehr dankbar, dass ich in Frieden aufwachsen durfte, eine kostenlose Bildung inkl. Studium erleben durfte, soziale Gerechtigkeit täglich praktizierte wurde-ohne Ausbeutung.

2. Mit dem Bildnis von Karl Marx verbindet mich  die wissenschaftliche Weltanschauung des Marxismus

3. Mein Tshirt mit der Friedenstaube, widerspiegelt meine Einstellung und Kampf für den Frieden, einer Welt ohne Waffen uvm.

4. Das ROTFUCHS-Bier, trägt den Namen unseres Förderverein e.V., was ich hin und wieder mal trinke.

Mein

schlägt links

Liebe Besucher meiner Homepage,

 

ich begrüße Sie alle herzlichst, auf der Seite des RotFuchs Förderverein e.V.  Auf dieser Seite werden Sie vorrangig verschiedende Informationen über unseren parteiunabhängigen Bildungsverein bekommen. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die RotFuchsveranstaltungen der Regionalgruppe Rostock des RotFuchs-Förderverein e.V. liegen, dessen Vorsitzender ich seit Deuember 2011 bin. Neben den Veranstaltungsankündigungen werden Sie auch einen kurzen inhaltlichen Abriss von der Veranstaltungsung im Nachgang zeitnah lesen können, die in der Regel mit ein paar Bilder dokumentiert werden. Des Weiteren, werden Sie den einen oder anderen Artikel aus unserem monatlich erscheinenden RotFuchsheft hier lesen können. Es besteht zudem auch die Möglichkeit auf der Vereinshomepage rotfuchs.net

sich alle weiteren Informationen und Aktivitäten unseres Fördervereins zu erkundigen. Gerne können Sie diese Homepage des RotFuchs Förderverein e.V. auch weiterempfehlen bzw. Leser des RotFuchsheftes werden und / oder auch Mitglied unseres Vereins.

Um Leser des RotFuchsheftes zu werden, müssen Sie nicht zwangsläufig Vereinsmitglied werden.

 

Hinweise, Kritiken und Anregungen bitte ich unter den Kontaktmöglichkeit unter Kontakt/Impressum an mich zu senden.

Carsten Hanke

                                           

 

 

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock  

                                                                                                             Rostock, den 01.11.2017

 Lieber ……..,

 

die Wahlperiode 2016/2017 neigt sich dem Ende und lt. unserem Statut gilt es einen neuen Vorstand der Regionalgruppe Rostock des  RotFuchs Förderverein e.V. zu wählen.

Wir laden Dich hiermit herzlichst zu unserer traditionellen Mitgliederversammlung ein und würden uns sehr freuen, Dich persönlich begrüßen zu können.

Unserer Einladung liegt der Vorschlag unserer Tagesordnung mit Zeitplan bei, ebenso die Kandidatenliste für den neuen zu wählenden Vorstand und Vorsitzenden.

Wenn Du selber bzw. weitere personelle Vorschläge für den neuen Vorstand bzw. Vorsitzenden unterbreiten möchtest, dann kannst Du uns gerne, kurzfristig darüber informieren.

Falls es Dir aus persönlichen Gründen nicht möglich sein sollte, an unserer Mitgliedversammlung teilzunehmen, bitten wir um eine Rückmeldung. Bei einer möglichen Nichtteilnahme an unserer Mitgliederversammlung, würden wir es sehr begrüßen, wenn Du uns mitteilen könntest, ob Du die Vorschläge zur Besetzung des neuen Vorstandes und Vorsitzenden befürworten oder ablehnen würdest.  Mit Bernd Naumann stellt sich ein neuer Kandidat zur Wahl, ansonsten kandidieren alle aktuelle Vorstandsmitglieder erneut.

Rückmeldungen bitte nur schriftlich an:

Carsten Hanke

..........................

.....................

Mit solidarischen Grüßen

 

i.A. der Vorstand         

                                           

 

 

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock             

                                     Zeitplan

für unsere Mitgliederversammlung der Regionalgruppe Rostock des RotFuchs Förderverein e.V.

                                                   am

Donnerstag, dem 7.Dezember 2017

Ort: Mehrgenerationenhaus Evershagen, Maxim-Gorki-Str.52

18106 Rostock

Beginn : 15.00 Uhr                 Ende ca:      18.00 Uhr

Tagesordnung:

  1. Begrüßung der Mitglieder und Gäste ( 15.00 Uhr Vorsitzender, inkl. Schweigeminute für die in der Wahlperiode verstorbenen Mitglieder
  2. Wahl des Tagespräsidums (15.05 Uhr vom Vorsitzenden, Vorschlag für Jürgen Kloß auch gleichzeitig Protokollführer)
  3. Abstimmung über die Tagesordnung (15.10 Uhr Jürgen Kloß)
  4. Wahl der Revisionsverantwortlichen( 15.15 Uhr Renate Greupner)
  5. Wahl der Wahlkommission(15.20 Uhr Cathi Winkelmann, Peter Möller)
  6. Bericht des Vorstandes über die Wahlperiode 2016-2017             (15.25Uhr-16.00 Uhr durch den Vorsitzenden)
  7. Diskussion  zum Bericht des Vorstandes (16.00 Uhr-17.00 Uhr)
  8. Bericht der Revisionskommission (17.00 Uhr-17.10 Uhr)
  9. Beschlussfassung zum Bericht des Vorstandes und Entlastung des Vorstandes(17.10 Uhr – 17.15 Uhr)

 

  1. Vorschläge und Aufstellung der Kandidaten für den neuen               

           Vorstandes (Peter Möller 17.15 Uhr -17.30 Uhr)

           Vorschlagsliste:

           Renate Greupner, Catharina Winkelmann, Peter  Rüter-

           busch, Uwe Kramp, Jürgen Kloß, Bernd Naumann,

           Peter Möller ( Mitglieder für den  neuen Vorstand,

          Carsten Hanke (Kandidat für den Vor- 

          standsvorsitzenden)  

Beschluss über die Schließung der Kandidatenlisten (17.30 Uhr)

  1. Wahlgang  (Peter Möller, offene und geheime Abstimmung ist

            möglich. Direktwahl des Vorsitzenden, Vorstandsmitglieder  

            im Block gewählt (17.30 Uhr – 17.45 Uhr).

  1. Bekanntgabe des Wahlergebnisses(Peter Möller 17.45 Uhr)
  2. Abschluss, Rede des neugewählten Vorsitzenden mit Ausblick      

  auf die Aktivitäten der Regionalgruppe für 2018( bis 18.00 Uhr)

  1. Ende 18.00 Uhr

 

Am 7.Dezember 2017 fand die traditionelle Mitgliederversammlung des RotFuchs Förderverein e.V. Regionalgruppe Rostock statt. Neben den Bericht des Vorstandes, welcher nach konstruktiver Diskussion einstimmig beschlossen wurde, folgte die Wahl des neues Vorstandes sowie des Vorsitzenden.

Alle Vorstandsmitglieder der abgelaufenen Wahlperiode wurden einstimmig widergewählt und mit Bernd Naumann wurde der Vorstand zusätzlich erweitert.. Der Vorsitzende Carsten Hanke wurde erneut in direkter Abstimmung ebenfalls einstimmig widergewählt. Die Wahl selbst fand in offener Form statt und hätte lt. Statuten auf Antrag eines Mitgliedes in geheimer Wahl stattfinden können.

In weihnachtlicher Atmosphähre waren zahlreiche Mitglieder und Gäste der Einladung zur Mitgliederversammlung gefolgt.

 In zahlreichen Diskussionsbeiträgen, die sowohl von den Mitgliedern als auch von unseren Gästen genutzt wurden, gab es sehr konstruktive Anregungen für die künftige Gestaltung der Bildungsarbeit und der Zusammenarbeit untereinander.

 Einige Teilnehmer der Mitgliederversammlung nutzten die Gelegenheit und erwarben das Buch  "40 aus 800" ( z.B..als Weihnachtsgeschenk) über 40.Jahre Entwicklung der Hansestadt Rostock im Jahr ihres 800.Jahrestages von Dr.Henning Schleiff Oberbürgermeister a.D.

Dieses Buch wird auch noch künftig bei den nächsten RotFuchsveranstaltungen zu Erwerb ausliegen.

 

 

 

Friedenstaube

Am 18. November 2017 fand in Berlin die 9. Mitgliederversammlung des RotFuchs Förderverein e.V. statt.

9. Mitgliederversammlung

Das Referat, gehalten auf der 9. Mitgliederversammlung am 18. November 2017, kann hier nachgelesen werden.

Der Vorsitzende des RotFuchs Förderverein e.V. Arnold Schölzel verlas den Bericht des Vorstandes, welcher einstimmig beschlossen wurde.

Im voll besetzten "Münzenbergsaal" des ND-Gebäudes, verfolgten die Mitglieder und Gäste des RotFuchs aufmerksam den Ausführungen der verschiedenen Rednern.

 

In der Diskussion sprach auch Vereinsmitglied Rolf Bertold, Botschafter der DDR a.D. in der VR China

Zum Abschluss einer sehr erfolgreichen Mitgliederversammlung wurde traditionell die Internationale von allen Anwesenden gesungen.

Der aktuelle Leitartikel in der monatlich erscheinende  RotFuchs-Zeitung

Revolution hat Zukunft! 1917-2017 - 100 Jahre Roter Oktober

Der berühmte Panzerkreuzer "Aurora", der das Signal zur Oktoberrevolution mit seinen Schüssen auf das Winterpalais gab.

Bereits einige Stunden vor Beginn der Veranstaltung, traffen die ersten Gäste vor dem Kino "Babylon" in Berlin zur Konferenz aus Anlass des 100. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution 1917 in Russland ein.

Auch im Vorraum des Kinosaals war viel los, es wurde eng.

25. Oktober 2017

Oktober-Ausgabe von AufDraht

Die Oktober-Ausgabe von AufDraht:

AufDraht

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25. Oktober 2017

Revolution mit Zukunft

Eine Konferenz in Berlin zu 100 Jahren Roter Oktober

Geleitet vom Anspruch, Wissen über Geschichte als Instrument zur Gestaltung der Gegenwart zu gebrauchen, veranstalteten die DKP, der Rotfuchs Förderverein und die SDAJ am 21.10. im Kino Babylon in Berlin eine Konferenz zum Thema „100 Jahre Oktoberrevolution“ unter dem Motto: „Revolution hat Zukunft“.
Und darin waren sich alle einig: Die Große Sozialistische Oktoberrevolution ist nicht nur ein Ereignis der Geschichte, sondern ein historischer Schritt in die Zukunft – vergleichbar mit der Eröffnungsszene eines Schauspiels, in dem die Masse der Ausgebeuteten die Bühne als herrschende Klasse betritt, um alle ökonomischen, sozialen und politischen Verhältnisse umzugestalten, und dessen letzter Akt noch nicht vorüber ist. „In diesem Sinne“, bewahrheitet sich das Urteil Rosa Luxemburgs, „gehört die Zukunft überall dem Bolschewismus.“
Welche tragische Rolle darin das Scheitern der deutschen Revolution spielte, hob der Historiker des Rotfuchs Fördervereins, Götz Dieckmann, hervor. Der mutige Aufbruch des russischen Proletariats gründete sich auf der Hoffnung, dass die Arbeiter Deutschlands ihm zu Hilfe kommen würden. Dass das nicht geschah, beeinflusste nicht nur die Revolution, sondern die Geschichte Europas, und Clara Zetkin bezeichnete den Faschismus später als eine Strafe für das Ausbleiben der Revolution in Deutschland. Beifall erntete Götz Dieckman für die Feststellung, dass deutsche Kommunisten dem Urteil der Geschichte nicht ehrlos ausgesetzt sind, wovon die Januarkämpfe 1919 oder der Hamburger Aufstand zeugen.
Das Mitglied des Ältestenrates der Partei „Die Linke“, Bruno Mahlow, verteidigte die Bedeutung der Oktoberrevolution vor den Angriffen des Antikommunismus. Ihre Leistungen müssen Linke würdigen und ihren Verlauf nach ihren Herausforderungen und Bedingungen beurteilen. Den Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion solle man verstehen als „Aufbruch in gesellschaftliches Neuland“, für den keine Konzepte bereit standen. Tragischer als Stalin sei der Zerfall des Sozialismus. Auf ähnliche Weise stellte der Autor Dietmar Dath die Machtfrage als Kern des Urteils über die Oktoberrevolution heraus. Denn „Sozialismus ohne Macht macht nichts“. Seine Geschichte habe bewiesen, dass sich die Herrschaft des Kapitalismus und seine Nachschubwege nicht zerbrechen lassen ohne politische Gewalt. Nicht nur als Ergebnis des Ersten Weltkrieges führe die Oktoberrevolution zu dem Grundsatz: Der Kampf für den Frieden muss in den Kampf für den Sozialismus münden. Sonst bricht der Kampf für den Frieden ab.

Patrik Köbele, der Vorsitzende der DKP, stellte die Rolle der Kommunistischen Partei für den Kampf um den Sozialismus heraus. Sie sei Trägerin einer Weltanschauung, aus der sich eine politische Strategie und Taktik ableitet, ohne die kein Bruch mit dem Kapitalismus möglich ist. Ohne es auszusprechen, machte er Bezüge zu aktuellen Debatten deutlich und legte wesentliche Gedanken der antimonopolistischen Strategie der DKP in der Gegenwart dar.
Eine Grußbotschaft sendete der Internationale Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas, Carolus Wimmer, und ging darin auf die Situation in seiner Heimat ein. Denn die Probleme der Strategie und Taktik, die 1917 auftauchten, stehen dort auf der Tagesordnung, und ihre Fragen nach Macht und Revolution sind noch nicht gelöst. Über den Verlauf der 19. Weltfestspiele der Jugend in Sotschi berichteten Genossen der SDAJ mit einer Bildpräsentation und sparten darin nicht an deutlichen Worten, um die widersprüchliche Rolle des russischen Staates als Veranstalter kritisch zu benennen.
Kulturell begleitet wurde die Konferenz von Ellen Schernikau mit einer Lesung aus dem Werk ihres Sohnes Ronald M. Schernikau, der Rotfuchs-Singegruppe sowie Achim Bigus und Erich Schaffner, die mit einem gemeinsamen Auftritt für eine Premiere sorgten. Nicht nur die ehemaligen Mitglieder des Berliner Ensembles „Nikolai Bersarin“ wurden im Publikum beim Singen beobachtet und sorgten für eine frohe Stimmung im Saal.
Auf einer Podiumsdiskussion debattierten Ellen Brombacher von der Kommunistischen Plattform der Partei Die Linke, Wolfgang Dockhorn vom Rotfuchs Förderverein, Florian Hainrich, Bundesgeschäftsführung der SDAJ, Torsten Schöwitz, der Vorsitzende der KPD, Patrik Köbele und Bruno Mahlow unter der Moderation von Stefan Huth, Chefredakteur der „jungen Welt“, Fragen der aktuellen Politik und Bündnisarbeit. Der Wunsch nach gemeinsamem politischen Handeln kam darin genauso zum Ausdruck wie Unterschiede in der Sicht aufeinander und der Wahrnehmung der politischen Rollen verschiedener Akteure.
Bedenkt man die schweren Bedingungen und geringen Kräfte, unter denen der Oktoberrevolution an ihrem 100. Jahrestag gedacht wurde, ist die Konferenz, der ungefähr 500 Gäste beiwohnten, als großer Erfolg zu sehen, der nur möglich war durch die aufopferungsvolle Arbeit vieler Genossen. Auch wenn sich kritisch bemerken lässt, dass noch viele Widersprüche und Probleme, die mit der Geschichte der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution verbunden sind, nicht angesprochen worden sind – in ihrer historischen Bedeutung, in der optimistischen Stimmung aller Beteiligten an der Konferenz und ihrem solidarischen Handeln bei der Bewältigung praktischer Probleme liegt das Unterpfand für die Zuversicht: „Wir sind das Bauvolk der kommenden Welt. Wir sind der Sämann, die Saat und das Feld. Wir sind die Schnitter der kommenden Mahd. Wir sind die Zukunft und wir sind die Tat.“

Vorabdruck aus der UZ vom 27.10.2017

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25. Oktober 2017

Der Rote Oktober und deutsche Arbeiterklasse

Aus der Rede von Götz Dieckmann auf der Konferenz „Revolution hat Zukunft“ von DKP, SDAJ und Rotfuchs am 21. Oktober in Berlin

(…) Lenin betonte 1915 – im Lichte seiner Erkenntnisse über die sprunghaftungleichmäßige Entwicklung des Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium – der Sieg des Sozialismus in wenigen kapitalistischen Ländern „oder sogar in einem einzeln genommenen Land (sei) möglich“. (LW, Bd. 21, S. 345) (…)
Bedeutet das nun, Lenin habe bereits damals gewusst, Sowjetrussland werde sich jahrzehntelang in totaler kapitalistischer Umkreisung behaupten müssen? So verhielt es sich keineswegs!
In seinem „Abschiedsbrief an die Schweizer Arbeiter“ hat er nach dem Ausbruch der russischen Februarrevolution geschrieben: „Dem russischen Proletariat ist die große Ehre zuteil geworden, die Reihe von Revolutionen, die der imperialistische Krieg mit objektiver Unvermeidlichkeit erzeugt, zu beginnen. Vollkommen fern liegt uns aber der Gedanke, das russische Proletariat für das auserwählte Proletariat unter den Arbeitern der anderen Länder zu halten. Wir wissen sehr gut, dass das Proletariat Russlands weniger organisiert, geschult und klassenbewusst ist als die Arbeiter anderer Länder. … In Deutschland brodelt es schon in der proletarischen Masse. … Die Zukunft gehört jener Richtung, die einen Karl Liebknecht hervorgebracht hat, die ‚Spartakusgruppe‘ schuf und die ihre Ansichten in der Bremer ‚Arbeiterpolitik‘ propagiert …Die objektiven Bedingungen des imperialistischen Krieges bieten die Gewähr dafür, dass sich die Revolution nicht auf die erste Etappe der russischen Revolution, dass sie sich nicht auf Russland beschränken wird.
Das deutsche Proletariat ist der treueste, zuverlässigste Verbündete der russischen und der internationalen proletarischen Revolution.“ (Bd. 23, S. 384 und 386)
Die Petrograder Stadtkonferenz der SDAPR(B) vom April 1917 stellte fest: Wenn „in beiden Ländern, in Deutschland wie in Russland, die gesamte Staatsgewalt vollständig und ausschließlich in die Hände der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten übergeht, so wird die ganze Menschheit sofort erleichtert aufatmen, denn dann wird tatsächlich das rascheste Ende des Krieges, der dauerhafteste, wahrhaft demokratische Frieden zwischen allen Völkern und damit auch der Übergang aller Länder zum Sozialismus gesichert sein.“ (Bd. 24, S. 153) Im Mai wandte sich Lenin folgerichtig „gegen Verhandlungen mit den Kapitalisten, wir sind für Verhandlungen und für die Verbrüderung mit den revolutionären Arbeitern und Soldaten aller Länder, wir sind überzeugt, dass … die Arbeiterrevolution in Deutschland beginnt, und diese Revolution wird ein Schlag gegen die Kapitalisten aller Länder sein.“ (Ebenda, S. 190) Das russische Volk habe jetzt die Wahl zwischen der Offensive, also der Verlängerung des imperialistischen Kriegsgemetzels einerseits, oder andererseits dem Programm der revolutionären Arbeiter der ganzen Welt, das in Russland von der bolschewistischen Partei vertreten werde. … Es gehe darum, den faktischen Waffenstillstand auf alle Fronten auszudehnen und „so das Heranreifen der Arbeiterrevolution in allen Ländern zu beschleunigen“. (S. 372–373)
Und dann kam der Rote Oktober. Diese zehn Tage, die die Welt erschütterten, waren eine der unblutigsten Revolutionen. Vor allem zwei Proklamationen der jungen Sowjetmacht trugen dazu bei: Das waren die Dekrete über den Frieden und über Grund und Boden. Hier ist anzumerken, dass der Text des Letzteren nicht von den Bolschewiki stammte, sondern wortwörtlich von den Sozialrevolutionären übernommen wurde, die noch im August 1917 mehrheitlich in den Sowjets die Bauern vertraten. (Vgl: Die ersten Dekrete der Sowjetmacht. Berlin 1987, S. 48–52; S. 54–57) Am 7. November bekräftigte Lenin: „Wir glauben an die Revolution im Westen. Wir wissen, dass sie unvermeidlich ist, aber auf Bestellung lässt sie sich natürlich nicht machen.“ (LW, Bd. 24, S. 286)
In den folgenden Monaten geriet die Sowjetmacht dann jedoch in eine extrem schwierige Lage. Lenin musste angesichts der Unvermeidbarkeit des „Brester Friedens“ mit dem kaiserlichen Deutschland entschieden radikale Stimmungen in den eigenen Reihen bekämpfen, die ihn sogar für einige Zeit im Zentralkomitee in die Minderheit brachten. Denn Ultralinke forderten, sofort einen revolutionären Krieg gegen Deutschland zu führen. Deshalb schrieb er im Januar 1918: „Sollte die deutsche Revolution in den nächsten drei, vier Monaten ausbrechen und siegen, dann würde vielleicht die Taktik des sofortigen revolutionären Krieges unsere Revolution nicht zugrunde richten. … Wenn aber die deutsche Revolution in den nächsten Monaten nicht ausbricht, so werden die Ereignisse bei einer Fortsetzung des Krieges unvermeidlich so verlaufen, dass schwerste Niederlagen Russland zwingen werden, einen noch ungünstigeren Separatfrieden zu schließen, wobei dieser Frieden nicht von einer sozialistischen Regierung geschlossen würde, sondern von irgendeiner anderen …Denn die bäuerliche Armee, durch den Krieg aufs äußerste erschöpft, würde bereits nach den ersten Niederlagen, wahrscheinlich nicht in einigen Monaten, sondern schon in einigen Wochen, die sozialistische Arbeiterregierung stürzen. … Bei einer solchen Lage der Dinge wäre es eine absolut unzulässige Taktik, das Schicksal der in Russland bereits begonnenen sozialistischen Revolution aufs Spiel zu setzen nur wegen der Hoffnung auf den Ausbruch der deutschen Revolution in der nächsten Zeit, innerhalb einer sehr kurzen, nach Wochen zählenden Frist. Eine solche Taktik wäre Abenteurerpolitik. Wir haben kein Recht, ein solches Wagnis einzugehen. … Und die deutsche Revolution wird, was ihre objektiven Grundlagen betrifft, keineswegs erschwert werden, wenn wir einen Separatfrieden schließen. Wahrscheinlich wird der Taumel des Chauvinismus sie für eine Zeitlang schwächen, aber die Lage Deutschlands bleibt außerordentlich schwer, der Krieg gegen England und Amerika wird sich in die Länge ziehen, der aggressive Imperialismus auf beiden Seiten voll und ganz entlarvt werden. Das Beispiel der sozialistischen Sowjetrepublik in Russland wird als lebendiges Vorbild vor den Völkern aller Länder stehen. Hier – die bürgerliche Ordnung und der völlig als Eroberungskrieg entlarvte Krieg zweier Gruppen von Räubern. Dort – der Frieden und die sozialistische Republik der Sowjets.“ (Ebenda, S. 448–449)
Auch jetzt veränderte das keineswegs Lenins Prognose. Er betonte: „Uns, den russischen Werktätigen und ausgebeuteten Klassen, ist die ehrenvolle Rolle des Vortrupps der internationalen sozialistischen Revolution zugefallen, und wir sehen jetzt klar, wie die Entwicklung der Revolution weit voranschreiten wird. Der Russe hat begonnen, der Deutsche, der Franzose, der Engländer werden vollenden, und der Sozialismus wird siegen.“ (S. 471) Im Februar lesen wir dann: „… ein Sieg Liebknechts, der möglich und unausbleiblich ist, sobald die deutsche Revolution heranreift und Gestalt annimmt, wird uns von allen internationalen Schwierigkeiten erlösen, er wird uns auch eines revolutionären Krieges entheben. (…) (Bd. 27, S. 6–7) Es galt, eine harte, aber notwendige Lehre zu beherzigen: „Man darf die große Losung ‚Wir setzen auf den Sieg des Sozialismus in Europa’ nicht zu einer Phrase machen. Das ist eine Wahrheit, wenn man den langen und schwierigen Weg bis zum vollständigen Sieg des Sozialismus im Auge hat … Aber jede abstrakte Wahrheit wird zur Phrase, wenn man sie auf jede beliebige Situation anwendet.“ (Ebenda, S. 49) …
Als die Sowjetrepublik schließlich den Separatfrieden mit Deutschland zu bedeutend härteren Bedingungen unterzeichnen musste, folgerte Lenin: „Eine Periode schwerster Niederlagen hat begonnen, der bis an die Zähne bewaffnete Imperialismus hat sie einem Lande beigebracht, das seine Armee demobilisierte, demobilisieren musste.
Was ich vorausgesagt habe, ist in vollem Umfang eingetroffen. An Stelle des Brester Friedens haben wir einen viel demütigenderen Frieden bekommen, durch Verschulden derjenigen, die den Brester Frieden nicht angenommen haben.“ (S. 89)
An der Schwelle des von den Weißgardisten entfesselten Bürgerkriegs und der militärischen Interventionen von schließlich 14 kapitalistischen Staaten musste er klarstellen: „Man begreift auch, dass wir die sozialistische Revolution im Westen, die sich infolge einer Reihe von Ursachen verspätet, eine ernste Unterstützung nur in dem Maße erweisen werden, in dem wir es verstehen, die uns gestellte organisatorische Aufgabe zu lösen.“ (S. 230) Aber auch jetzt ließ er keinen Zweifel aufkommen: „Die siegreiche proletarische Revolution in Deutschland würde mit einem Male, mit größter Leichtigkeit, jede Schale des Imperialismus zerbrechen (…), den Sieg des Weltsozialismus ohne Schwierigkeiten oder mit geringfügigen Schwierigkeiten bestimmt verwirklichen – freilich, wenn man den weltgeschichtlichen Maßstab der ‚Schwierigkeit‘ nimmt und nicht den engen Spießermaßstab.“ (S. 232–233)
Wie schwer die Bürde war, wurde deutlich, als Lenin in der zweiten Junihälfte 1918 schrieb: „Man weiß nicht, wie sich die revolutionäre Bewegung in Deutschland jetzt entwickeln wird. Unzweifelhaft ist nur, dass dort eine ungeheure revolutionäre Kraft vorhanden ist, die mit eiserner Notwendigkeit in Erscheinung treten muss“ (S. 549)
Doch dann endlich, am 23. August: „Wir haben viele Opfer gebracht. Der Brester Frieden ist eine einzige schwere Wunde; wir haben auf die Revolution in Deutschland gewartet, aber damals war sie noch nicht herangereift. Das geschieht jetzt.“ (Bd. 28, S. 71)
Und schließlich die erlösende Botschaft – das Telegramm vom 10. November 1918 an alle Deputiertensowjets mit der Überschrift in großen Lettern: „AN ALLE, AN ALLE
Heute Nacht traf aus Deutschland die Nachricht vom Siege der Revolution in Deutschland ein. Zuerst sandte Kiel einen Funkspruch, dass die Macht sich dort in den Händen des Arbeiter- und Matrosenrats befindet. Dann brachte Berlin folgende Meldung:
‚Freiheits- und Friedensgruß an alle. Berlin und Umgegend in den Händen des Arbeiter- und Soldatenrates.’“ (Ebenda, S. 174)
Lenin, sichtlich erleichtert: „ es ist so gekommen, wie wir es gesagt haben. Der deutsche Imperialismus, von dem manche glaubten, es sei der einzige Feind, ist zusammengebrochen. Die deutsche Revolution, die manchem (um einen bekannten Ausdruck Plechanows zu gebrauchen) ein ‚Mittelding zwischen Traum und Komödie’ zu sein schien, ist Tatsache geworden.“ (S. 182–183)
(…) Die Bolschewiki haben sich erst Anfang der zwanziger Jahre, als die revolutionäre Nachkriegskrise ihren Höhepunkt überschritt, im Zuge der Ausarbeitung der Neuen Ökonomischen Politik, darauf eingestellt, – sich einstellen müssen –, dass Sowjetrussland nunmehr über längere Zeit allein einen außerordentlich schweren und dornenvollen Weg in Richtung Sozialismus zu bewältigen hat. (…)

Vorabdruck aus der UZ vom 27.10.2017

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24. Oktober 2017

Revolution hat Zukunft – Rede von Patrik Köbele

Kein Ereignis der Geschichte hat die Gegenwart so sehr beeinflusst wie die Große Sozialistische Oktoberrevolution, keines zeichnete klarer die Konturen einer Zukunft der ganzen Menschheit. 100 Jahre sind seitdem vergangen und bieten Anlass für Bilanzen und Schlussfolgerungen.
In Berlin trafen sich am vergangenen Wochenende ca. 500 Gäste zu einer Konferenz der DKP, des Rotfuchs Fördervereins und der SDAJ im Kino Babylon, um über das Erbe und die Bedeutung der Oktoberrevolution zu diskutieren. Referenten und Gäste wie Götz Diekmann, Bruno Mahlow, Dietmar Dath, Patrik Köbele, Ellen Schernikau, Carolus Wimmer, Ellen Brombacher, Wolfgang Dockhorn oder Achim Bigus und Erich Schaffner boten ein vielseitiges und reichhaltiges Programm an theoretischen Beiträgen und kultureller Unterhaltung.
Solidarische Atmosphäre und Optimismus schenkten Zuversicht, das Erbe der Oktoberrevolution fortzusetzen – auch in Zukunft.

Revolution und Parteifrage

Rede von Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, auf der Konferenz „Revolution hat Zukunft“ von DKP, SDAJ und Rotfuchs am 21. Oktober in Berlin

Genossinnen und Genossen,

es gibt Hoffnung. Ein Erlebnis in der Altstadt von Porto – wunderschöne Stadt, geprägt von Historie, geprägt vom Widerspruch zwischen Arm und Reich, Touristenmagnet – dort ein Antiquariat. Im Schaufenster zwei Büsten, eine von Ronaldo, dem Fußballhelden Portugals, eine von Lenin. Ronaldo für 5 Euro, Lenin für 10.

Wer aber ist die Partei?
Sitzt sie in einem Haus mit Telefonen?
Sind ihre Gedanken geheim, ihre Entschlüsse unbekannt?
Wer ist sie?

Wir sind sie. (…)
Zeige uns den Weg, den wir gehen sollen, und wir
Werden ihn gehen wie du, aber
Gehe nicht ohne uns den richtigen Weg
Ohne uns ist er
Der falscheste.

Die kommunistische Partei ist also Träger einer Weltanschauung, die in der Lage ist, die Welt zu erkennen, und sie muss das sein wollen.

Sie kann dabei irren, weil „das Wahre ist das Ganze“ und die Erfassung der Wahrheit ist immer nur ein Teil des Ganzen. Analyse der Welt, Entwicklung von Strategie und Taktik hin zum revolutionären Bruch, Überlegungen zum Aufbau der neuen Gesellschaft in einer feindlichen Welt, Überlegungen zum Sozialismus, zum Ergreifen der Macht und zum Umgang mit der Macht sind immer zwingend Abstraktion und damit zwingend „nur“ Annäherung an die Wahrheit.

„Gehe nicht ohne uns den richtigen Weg – ohne uns ist er der falscheste.“

Aber die Partei wird nicht zur kommunistischen Partei, weil sie sich so nennt. Oder: Nicht überall, wo kommunistisch oder marxistisch-leninistisch draufsteht, ist kommunistische Partei drin. Es gibt als Beispiel eine, die sich so nennend die Konterrevolution in der DDR und der Sowjetunion begrüßt hat und sie heute in Kuba begrüßen würde.

Die Anforderungen an die Partei hat prägnant Alvaro Cunhal, formuliert:
Die kommunistische Partei muss eine von den Interessen, der Ideologie, von Druck und Drohungen der Kapitalkräfte völlig unabhängige Partei zu sein.
Die kommunistische Partei muss eine Partei der Arbeiterklasse, der Werktätigen im Allgemeinen, der Ausgebeuteten und Unterdrückten zu sein.
Die kommunistische Partei muss eine Partei mit einem demokratischen Innenleben und einer einheitlichen zentralen Leitung zu sein.
Die kommunistische Partei muss eine Partei sein, die zugleich internationalistisch ist und die Interessen ihres Landes verteidigt.
Die kommunistische Partei muss eine Partei sein, die als ihr Ziel den Aufbau einer Gesellschaft definiert, die weder Ausgebeutete noch Ausbeuter kennt, einer sozialistischen Gesellschaft.
Die kommunistische Partei muss Trägerin einer revolutionären Theorie sein: des Marxismus-Leninismus, der nicht nur die Erklärung der Welt möglich macht, sondern auch den Weg zu ihrer Veränderung aufzeigt.

Genosse Cunhal, hat diese sechs Anforderungen näher ausgeführt. Er hat zum Beispiel mit dem Patriotismus, von dem er spricht, nicht die Unterordnung unter die imperialen Interessen des Monopolkapitals gemeint. Er unterschied sehr klug zwischen der Situation unterdrückender Imperialismen und von kapitalistischen, imperialistischen Ländern, die einerseits von führenden Imperialismen ausgebeutet werden und andererseits schwächere Ökonomien und die eigene Arbeiterklasse unterdrücken.

Und auch in einer weiteren Gretchenfrage war Cunhal klar. Der Sozialismus in Europa war Sozialismus bis zur Konterrevolution 89/90. Das ist wichtig. Natürlich brauchen wir dem Imperialismus nicht vorzuwerfen, dass er ihn beseitigen wollte und das auch geschafft hat – das ist sein Job. Natürlich bedeutet dieses Urteil der Geschichte auch, dass der Sozialismus am Ende zu schwach war. Trotzdem, nach der Morgenröte der Commune war er der Vormittag, der Beginn der Epoche, in der wir leben, der Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus im Weltmaßstab.

Natürlich war das, was mit der Oktoberrevolution begann nicht widerspruchsfrei. Wer sich in der Hoffnung auf die sozialistische Revolution Widerspruchsfreiheit wünscht, ist entweder ein Buchstabengelehrter oder ein Sektierer. Mein Freund Hans Heinz Holz formulierte einen dieser Widersprüche treffend, wenn er sagte: „Die kommunistische Weltbewegung musste in dieser welthistorischen Situation zu einem Moment und in gewissen Sinn auch zu einem Anhängsel der Überlebensstrategie des ersten sozialistischen Staates werden. Man kann sagen, das habe Deformationen in die Weltbewegung hineingetragen; man kann sagen, damit seien nationale Interessen im Klassenkampf zurückgestellt worden zugunsten der Außenpolitik und inneren Stabilität der Sowjetunion; man kann die Widersprüche aufzeigen, die sich aus dieser Lage ergeben haben. Aber man darf nicht sagen, diese Orientierung der Weltbewegung sei dem Diktat irgendeines sowjetischen Machthabers, ob Stalin oder wer auch immer, geschuldet, der sowjetische Interessen vor die Interessen der Weltbewegung gestellt habe. Es war im Augenblick der Oktoberrevolution und der Gründung des ersten sozialistischen Staates eine logische Notwendigkeit, dass die Überlebensbedingungen dieses Staates die zentrale Frage der kommunistischen Weltbewegung sein mussten.“

Wenn ich heute von der Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus im Weltmaßstab spreche, habe ich weder getrunken noch andere Drogen genommen. Die Alternative ist Barbarei. Barbarei hat Namen: Krieg, Hochrüstung, NATO-Truppen an der russischen Grenze, Massenflucht, Ausbluten der Kommunen und der Peripherie der EU, Sterben der Armen bei Naturkatastrophen, Ersaufen im Mittelmeer, Hartz IV, Altersarmut, Kindersterblichkeit, Kinderarmut, Arbeitslosigkeit, Leiharbeit, Wohnungsnot. Barbarei hat Profiteure: Monopolkapital, militärisch-industrieller Komplex, Spekulanten. Barbarei hat Opfer: Die Arbeiterklasse, die Arbeiter, Angestellte, Arbeitslose, Ausgegrenzte, deren Nachkommen, das Gros der Rentner umfasst, aber auch große Teile der Zwischenschichten, des Kleinbürgertums, der Intelligenz und der werktätigen Bauern.

Das alles ist schrecklich, verbrecherisch, mörderisch – es beantwortet aber noch nicht die Frage, ob denn eine kommunistische Partei notwendig ist, um dies zu verändern. Aber es gibt einen Hinweis auf die Richtung der Beantwortung. Zur Beantwortung ist eine weitere Frage zu stellen: Lassen sich diese Erscheinungen abstellen, indem Regierende zur Einsicht kommen, indem Reformen durchgesetzt, Gesetze verbessert, die UNO gestärkt wird?

Ich bin sehr dafür Verbesserungen, bessere Gesetze, Reformen zu erkämpfen. Ich bin aber auch überzeugt, dass den Kämpfenden zu vermitteln ist, dass Erfolge immer wieder bedroht sind, dass die genannten Verbrechen ihre Ursachen nicht zuvorderst in der moralischen Verkommenheit von Regierenden haben. Denn es steckt System dahinter. Ein System, das auf der Aneignung des Mehrwerts durch die Besitzer der Produktionsmittel einerseits und auf dem Zwang derer beruht, die keine Produktionsmittel besitzen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Dieses System heißt Kapitalismus, in seinem monopolistischen Stadium Imperialismus. Es führt zu diesen Verbrechen, zu Kriegen, Flucht und Armut. Es kann nicht anders.

Jetzt bemerke ich das erste Gähnen im Publikum – gedacht und gewispert wird möglicherweise: „Parteilehrjahr“, „Staatsbürgerkunde“ – die, die so denken, haben Recht. Das Problem ist, dass das Parteilehrjahr, die Staatsbürgerkunde im Wesen eben Recht hatte.

Wie anders ist es zu erklären, dass die erfolgreiche Konterrevolution im europäischen Sozialismus, eben nicht, wie manche Illusion – der Gegner ist ja weg – hoffte, zu mehr Frieden führte. Nein, seitdem ist der Imperialismus nicht mehr gezwungen, Friedensfähigkeit zu mimen und auch der Druck, sich nicht untereinander zu bekriegen, ist weg. Nur die andere Seite, die Ausgebeuteten, die lassen sich immer noch viel zu oft vormachen, dass Kriege der Freiheit wegen geführt werden – es gibt nur wenige Freiheiten, die die herrschende Klasse interessieren, das ist die Freiheit der Ausbeutung, sie nennen es die Freiheit des Verkehrs von Waren, Dienstleistungen, Arbeitskräften und des Kapitals.

Ronald M. Schernikau formulierte treffend angesichts des damaligen SPD-SED-Papiers: „wer die friedensfähigkeit des westens beweisen will, der drückt schon mal das ein oder andere auge zu. peinlich wird’s, wenn plötzlich beide zu sind und wir blind durch die gegen tapern.“ und „es ist alles eine frage der kultur geworden. keine seite darf der anderen die existenzberechtigung absprechen! absurd. ich soll diesem scheißhaufen da drüben nicht mehr die existenzberechtigung absprechen dürfen? ich spreche aber ab! ich spreche sogar außerordentlich ab!“

Es stimmt doch auch heute. Sehen wir uns die Lage im Gesundheitswesen an: Die Pflegekräfte gehen auf dem Zahnfleisch, die Kassenkrankenhäuser verkommen, Luxusabteilungen für Reiche sprießen aus dem Boden – Gesundheit ist Ware. Es geht nicht um Gesundheit, es geht um Profit.

Kriege, Umweltzerstörung, die Zerstörung sozialer Perspektiven schlagen Menschen in die Flucht, daran wird verdient. Menschen fliehen deswegen zu uns. Sie werden instrumentalisiert um die Konkurrenz auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt zu verschärfen, daran wird verdient. Die Klasse, die daran verdient, trichtert der Klasse, an der sie verdient Rassismus ein, um zu spalten.

Oder nehmen wir den Betrug mit der Software bei Dieselautos. Ungewöhnlich? Hat nicht Marx in seiner Fußnote im Kapital bereits davon gesprochen, das Kapital kühn wird, bei entsprechenden Profitraten.

Ja, es ist Klassenkampf und die herrschende Klasse weiß das und beherzigt das. Warren Buffet, Kapitalist und Millionär: Es ist Klassenkampf und meine Klasse gewinnt. Floh de Cologne formulierte in den 70er Jahren zu Recht: Was die herrschende Klasse zum Vorbild macht, ist ihr Klassenbewusstsein.

Und die Ausgebeuteten, die Arbeiterklasse? Ist sie dumm, doof, dass sie das nicht sieht? Quatsch. Ein ganzer Apparat existiert dafür, für alle ist etwas dabei um die Erkenntnis zu verschleiern: RTL 2 produziert den Hass des Teils der Klasse, der Arbeit hat, auf die Ausgegrenzten, Der „Spiegel“ vermittelt intellektuell das angebliche Wir im Klassenstaat. Das Bildungswesen vermittelt, dass die Welt nicht erkennbar ist und die DDR ein Unrechtsstaat war. Der Parlamentarismus vermittelt, dass es in diesem Land gar keine herrschende Klasse gibt, denn wir alle wählen ja alle paar Jahre die Herrschaft. Man kann sogar vom Gewerkschaftssekretär zum Ministerpräsidenten werden – wenn man anerkennt, dass die DDR ein Unrechtsstaat war.

Diesem Durcheinander, das sich im Bewusstsein der Ausgebeuteten, der Arbeiterklasse, wiederfindet, kann nur die materialistische Weltanschauung entgegengesetzt werden. Dieser Weltanschauung liegt zugrunde,
„dass die Menschen, im Unterschied zu den Tieren, ihre Lebensbedürfnisse durch Produktion befriedigen;
dass in der Produktion oder als Folge ihrer gesellschaftlichen Organisation neue Bedürfnisse geschaffen werden, die neue Produktion erfordern, was eine fortschreitende Entwicklung der Produktivkräfte bewirkt;
dass diese sich ausbreitende und differenzierende Produktion gesellschaftlich und zunehmend arbeitsteilig erfolgt;
dass die Menschen daher in der Produktion immer komplizierter werdende Produktionsverhältnisse eingehen;
dass die Produktionsverhältnisse sich den Veränderungen im Entwicklungsstand der Produktivkräfte anpassen müssen;
dass die arbeitsteilige Produktion zur Herausbildung von Privateigentum an den Produktionsmitteln führt und damit die Gesellschaft in Klassen gespalten wird, die in ungleichem Maße am Gesellschaftsprodukt, am gesellschaftlichen Reichtum teilhaben;
dass aus Klasseninteressen sich Gegensätze ergeben, die sich zu Klassenkämpfen zuspitzen;
dass die durch die jeweils bestehenden Produktionsverhältnisse begünstigten Klassen sich der Veränderung der Produktionsverhältnisse widersetzen und die Anpassung der Produktionsverhältnisse an den Stand der Produktivkraftentwicklung im politischen Kampf durch Ablösung von Herrschaftsstrukturen erzwungen werden muss.“
Diese prägnante und kurze Definition der Weltanschauung, die einzig in der Lage ist die Arbeiterklasse, die Ausgebeuteten aus dieser Verwirrung zu führen, diese kurze Definition des historischen Materialismus kann ich leider nicht für mich reklamieren. Sie ist aus dem Buch „Kommunisten heute“ meines Freundes und Genossen Hans Heinz Holz. Immerhin bleibt sie damit in der Familie.

Aus dieser Weltanschauung ergeben sich Folgen:
Wer die Gesellschaft nicht als eine Gesellschaft erkennt, die auf der Herrschaft einer Klasse über andere beruht, wird nicht in der Lage sein sie grundsätzlich zu verändern.
Wer nicht bereit ist, die Machtfrage zu stellen, das heißt die Macht der Besitzer der Produktionsmittel durch die Macht der Produzenten zu ersetzen, der hat keinen Weg der grundsätzlichen Veränderung.
Wer an sich nicht den Anspruch stellt, die Arbeiterklasse von einer Klasse an sich zu einer Klasse für sich zu formieren, der hat letztlich keinen Weg zur grundsätzlichen Veränderung der bestehenden Klassenherrschaft.

Anders herum sind das die Anforderungen, die eine kommunistische Partei an sich stellen muss.

Das reicht aber nicht, speziell reicht es nicht im imperialistischen, im monopolkapitalistischen Stadium des Imperialismus. Seine Herausbildung differenziert die Kapitalistenklasse. Die Widersprüche zwischen dem Monopolkapital und anderen Teilen der Kapitalistenklasse nehmen zu oder andersherum: Natürlich leidet der kleine Krauter, der durchaus die Arbeitskraft von Arbeitern ausbeutet, unter den Diktaten des Monopolkapitals. Erkennen will er das aber nicht, er müsste ja sonst die Gesetze seiner Klassenlage in Frage stellen.

Die Herausbildung des Imperialismus differenziert aber auch die Arbeiterklasse. Imperialistische Zusatzprofite, heute zum Beispiel aus der Ausblutung Griechenlands, Afrikas oder der Beteiligung an Kriegen in aller Welt, ermöglichen es führenden Imperialismen, wie dem deutschen, Teile seiner Arbeiterklasse, bei uns wohl vor allem die unbefristeten Vollzeitbeschäftigten der Großbetriebe, an sich zu binden. Sozialpartnerschaft und Standortlogik spalten die Klasse, ermöglichen aber auch Teilen der Klasse eine vermeintlich sichere Perspektive.

Und es bilden sich Zwischenschichten, die Intelligenz, die Bauern, übergreifend Kleinbürgertum. Eine Frage, die schon Lenin beschäftigte, er schrieb als Kritik an den Sozialrevolutionären: „Sie haben Angst, die Wahrheit anzuerkennen, dass jedes kapitalistische Land, Rußland einbegriffen, drei grundlegende, drei Hauptkräfte aufweist: Bourgeoisie, Kleinbürgertum und Proletariat. Von der ersten und der dritten sprechen alle, alle erkennen sie an. Die zweite (…) will man weder vom ökonomischen noch vom politischen noch vom militärischen Standpunkt aus nüchtern einschätzen.“ „Damit die Mehrheit des Volkes die wirkliche Mehrheit bei der Lenkung des Staates werden, wirklich die Interessen der Mehrheit wahrnehmen, ihre Rechte wirklich schützen kann usw., dazu ist eine bestimmte klassenmäßige Voraussetzung erforderlich. Diese Voraussetzung ist: Anschluss der Mehrheit des Kleinbürgertums, wenigstens im entscheidenden Augenblick und an der entscheidenden Stelle, an das revolutionäre Proletariat. Andernfalls ist die Mehrheit eine Fiktion, die sich eine gewisse Zeit lang halten, glänzen, funkeln, lärmen und Lorbeeren ernten kann, die aber dennoch mit absoluter Unvermeidlichkeit zum Bankrott verurteilt ist.“

Für heute: Wer es unterlässt, alle zu sammeln, die gegen die faktische Verdoppelung des Kriegshaushalts des deutschen Imperialismus im Zuge des NATO-Beschlusses, 2 Prozent des Bruttoinlandprodukts für Rüstung aufzuwenden, der agiert nicht im Sinne Leninscher Bündnispolitik. Natürlich erfordert das gleichzeitig eine derartige Offensive in den Gewerkschaften.

Wer es unterlässt zur Unterstützung der Kämpfe der Belegschaften in Krankenhäusern um die Personalbemessung Bündnisse mit den betroffenen Patienten und ihren Familien zu knüpfen, der ist ebenfalls kein Leninist.

Und drittens, wer in solchen Kämpfen nicht versucht deutlich zu machen, dass Gesundheit zur Ware wird, weil der Kapitalismus alles zur Ware macht, wer aufhört deutlich zu machen, dass der Imperialismus zwingend zu Hochrüstung und Krieg führt, der vernebelt und hilft gewollt oder ungewollt bei der Stabilisierung dieses verbrecherischen Systems.

Nun habe ich wohlfeil gesprochen. Aber: Guck dir doch mal deinen eigenen Laden an. 11 713 Stimmen bei den Bundestagswahlen, zwischen zwei- und dreitausend Mitglieder, Streit, „ich weiß gar nicht, wo im Umkreis von 50 Kilometern eine DKP-Gruppe ist“, „Ich kenn‘ eine DKP-Gruppe, aber die tut fast nichts“, „Ich kenn‘ eine DKP-Gruppe, die tut was, aber meistens falsch“, „Ihr seid zu klein, um die gesamte Realität der Klasse in diesem Land zu erfassen.“ Dem will ich gar nicht widersprechen, aber es ist Erscheinung, nicht Wesen.

Wenn ich mit dem Gesagten verdeutlichen konnte, dass eine kommunistische Partei dringend nötig ist. Wenn ich mit dem Gesagten verdeutlichen konnte, dass das erst recht im Jahr 100 der Oktoberrevolution gilt, dann kann ich zumindest behaupten, dass die DKP sich diesem Anspruch stellt. Wir sehen große Chancen in der Zusammenarbeit mit der SDAJ und dem Rotfuchs. In dieser Zusammenarbeit haben wir Jugend, haben wir die Erfahrung des Aufbaus des Sozialismus in der DDR, haben wir die Erfahrung des Kampfes in der BRD. Hier bringen wir das ein, wofür die DKP steht. Bei uns sind Genossinnen und Genossen aus dem antifaschistischen Widerstand, aus dem Aufbau von BRD und DDR, aus dem illegalen Kampf der KPD, aus der Wiedererringung der Legalität, aus 40 Jahren Aufbau der DDR, aus Jahrzehnten des Kampfes gegen den BRD-Imperialismus. Wir bringen die DKP ein als Teil der kommunistischen Weltbewegung und als Teil der heutigen Kämpfe in unserem Land. Wir bringen die DKP ein als kommunistische Partei und wissen gleichzeitig, dass wir bei der Herausbildung an einem Punkt des Wiederaufbaus stehen.

Der 100. Jahrestag der Oktoberrevolution ist weit mehr als eine Jubiläum – er ist Verpflichtung und Gewissheit – die proletarische Revolution wird siegen.

 

Gewissheit – die proletarische Revolution wird siegen.

Posted 23. Oktober 2017

Grußwort der PCV

Die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) übersendete der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) eine Grußbotschaft zu der zentralen 100-Jahre-Roter-Oktober-Veranstaltung, die die DKP mit der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) und dem RotFuchs in Berlin ausrichtete.

 

https://youtu.be/f9kFExwbVbc

Jede Ecke, auf den beiden Etages des Voraumes im Kino wurde genutzt zur Präsentation der verschiedenen unterstützenden Vereine, Parteien und Organisationen.

Aus: Ausgabe vom 23.10.2017, Seite 11 / Feuilleton

Wenn die Hunde bellen, Sancho

Revolution hat Zukunft! Eine Konferenz von DKP, SDAJ und RotFuchs in Berlin

Von Peter Merg

Welthistorisch lächerliche 100 Jahre nach der Oktoberrevolution haben Faschisten wieder Auftrieb. Das in seiner soundsovielten Schwundstufe befindliche liberale Bürgertum will hilflos diskutieren, und die einzige deutsche Partei, die den Anspruch erheben kann, eine kommunistische zu sein, erhält bundesweit keine 12.000 Stimmen. Angesichts dessen klingt die Behauptung »Revolution hat Zukunft!« wie ein fiebriger Wunschtraum.

Dennoch versammelten sich am Samstag unter diesem Motto mehrere hundert Menschen im Kino »Babylon« am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Eingeladen hatten besagte DKP, deren Jugendorganisation SDAJ und der RotFuchs-Förderverein. »Keine Gedenkveranstaltung« sollte es sein, betonte eingangs der Parteivorsitzende Patrick Köbele. Und trotz allem kämpferischen Pathos, das die von Erich Schaffner, Achim Bigus und anderen so gänsehautsicher vorgetragenen Partisanen- und Arbeiterlieder verbreiteten, machte sich hier niemand Illusionen über den Anbruch einer neuen Morgenröte. Es ging darum, die Reihen derer zu schließen, die noch immer »dem Scheißhaufen Kapitalismus die Existenzberechtigung absprechen« (Schernikau) und darauf einzuschwören, dass Niederlage und Schwäche nicht bedeuten, Unrecht zu haben.

Beilage Wein, 25.10

»Ich biete keine neue Perspektive, die bolschewistische gilt ja noch«, erklärte Dietmar Dath zu Beginn seines Beitrages und fasste damit trocken-treffend die Botschaft aller Redner zusammen, bevor er Konterrevolutionäre wie Peter Sloterdijk und Herfried Münkler, einem neuen »Philosophenschiff« gleich, in einen Flixbus in die Schweiz wünschte. Götz Dieckmann (Rotfuchs) hatte da bereits die objektive geopolitische Verantwortung der deutschen Arbeiterklasse betont, Bruno Mahlow (Die Linke) die ewige sozialdemokratische Kompromissbereitschaft gegenüber dem Kapital angeprangert und Carolus Wimmer (KP Venezuela) per Videobotschaft die Schwierigkeiten herausgestellt, die richtige revolutionäre Praxis zu entfalten. Köbele blieb es vorbehalten, nachgerade existentialistisch zu formulieren: »Wer nicht die Herrschaft der Produzenten will, der will keine wirkliche Veränderung.« Die gegenwärtige Schwäche sei »Erscheinung, nicht Wesen«. Es war das große kommunistische »Trotz alledem«, wie es gegenüber des Kinos »Babylon« in großen Lettern höhnisch von der Volksbühne Chris Dercons prangt.

Die Konferenz endete mit einem Konzert von Esther Bejarano und der Microphone Mafia. »Wenn die Hunde bellen, Sancho, bedeutet das, wir reiten«, hatte Dieckmann den Don Quijote von Cervantes zitiert und dafür den Beifall sowohl alter Recken als auch derjenigen aus der Generation Twitter erhalten. Sie zusammengebracht zu haben, das gehört zu den kleinen Siegen, die den Mut stärken, wie es im Lied heißt. Zählt doch zu den Lehren des »Roten Oktober« auch, dass bisweilen wenige genügen, solange sie wissen: »Wenn die Revolution keine Zukunft hat, hat nichts eine Zukunft« (Dath).

20. Jahrgang, Nr. 238 November 2017

RotFuchs 20. Jahrgang, Nr. 238 November 2017

 Der „Rechtsruck“ und die Konterrevolution von 1989/90

 

 

 Bei Bundestagswahlen gibt es 299 Wahlkreise, in denen Abgeordnete direkt gewählt werden. Am 24. September 2017 gewannen CDU und CSU die Mandate in 231 von den 299. Das läßt sich als stabile Situation für die wichtigste Partei des deutschen Großkapitals deuten. Falsche Wahrnehmung? Fest steht jedenfalls: Weder innerhalb von CDU/CSU noch außerhalb gab es eine ernsthafte Konkurrenz zu Angela Merkel. Sie verkörpert einen „moderaten“ Typus von Herrschaftsausübung des deutschen Imperialismus. Wer nach ihr kommt, welche Form der Macht die Herrschenden anstreben, ist offen. Mit der AfD hat sich das Großkapital allerdings bereits eine Reserve mit einer beachtlichen Massenbasis für Krisenzeiten geschaffen. Vorbereitungen darauf sind im Sicherheitsapparat seit langem im Gang, die Bürgerkriegsübung beim G20-Gipfel in Hamburg war in dieser Hinsicht fast wichtiger als der Wahltag. Die Bundestagswahl fand in einer Situation statt, in der Washington offen mit dem Weltkrieg spielt. Vermutlich hat das die Wahlentscheidung zugunsten der „verläß- lichen“ Merkel mit beeinflußt. Dabei steht fest: Militärisch ordnet sich Berlin zwar weiterhin Washington unter, verstärkt aber zusammen mit Frankreich zielstrebig die eigenen militärischen Fähigkeiten und die der EU. Ergänzt wird das durch die genau dosierte, aber anhaltende Diskussion über mögliche deutsche Atomwaffen. Kein Imperialismus ohne aggressive Außenpolitik und ohne Militarismus. Dennoch gelang es, die Frage von Krieg und Frieden aus dem Wahlkampf weitgehend herauszuhalten. Staats- und Konzernmedien befaßten sich prinzipiell nicht damit, sondern boten vor allem der AfD und „Merkel muß weg!“-Rufern eine Plattform. Auch das dürfte zur Wiederwahl Merkels beigetragen haben. Zugleich wurde die Af D hoffähig. Das war nicht schwer. Sie ist von ihrem Ursprung her eine Partei von CDU-Funktionären, ihr Personal stammt zu beträchtlichen Teilen aus dem Machtapparat: Verwaltung, Justiz, Polizei und Bundeswehr. Das Verfahren, der AfD etwa im Fernsehen eine Präsenz einzuräumen, die der PDS von 1990 bis zur Gründung der Linkspartei 2007 niemals zugebilligt wurde, und gleichzeitig dafür zu sorgen, daß sich deren Vertreter als benachteiligte Opfer von Medien und „Altparteien“ darstellen konnten, trug alle Züge einer geheimdienstlichen Operation. In der Endphase der DDR war ähnliches beim Auf kommen diverser Oppositionsgruppen zu beobachten. Die Konzentration auch der Medien auf die Flüchtlingsfrage hatte groteske Züge. Dort, wo die wenigsten Migranten leben, erreichte die Af D im Osten ihre höchsten Ergebnisse. Im Westen war es umgekehrt: So kam sie z. B. in Wahlbezirken Duisburgs, in denen der Zuwandereranteil seit Jahren sehr hoch ist, auf mehr als 30 Prozent der Stimmen. D ie i n O s t deut sc h l a nd her r sc hende systemkritische Stimmung nach 27 Jahren Anschlußverbrechen und erzwungener Auswanderung von etwa vier Millionen DDR-Bürgern konnte sich die AfD zunutze machen. Die Linkspartei begünstigte durch das teilweise Übernehmen der konterrevolutionären Losung von der DDR als „Unrechtsstaat“ sogar die AfD. Der Absurdität ihrer Wahlstrategie fügte sie nach dem 24. September eine weitere hinzu, als eine Debatte darüber lanciert wurde, Die Linke habe die „Flüchtlingsfrage“ bzw. die Sorgen der Menschen vernachlässigt. Dazu läßt sich sagen: Wer die Anschlußpolitik mit ihren katastrophalen Folgen mißachtet oder als „Fortschritt“ demagogisch feiert, muß sich nicht wundern, wenn die AfD das spielend übertrifft. Angesichts der Konstellation im Bundestag – die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles als Oppositionsführerin, Die Linke als kleinste Gruppierung im Nicht-Regierungslager – stellt sich wie nach dem Wahldesaster von 2002 die Existenzfrage für die Partei. Solange sie mehrheitlich als Regierungspartei im Wartestand auftritt, wird sie entsprechend wahrgenommen werden. Die in ihr verbliebenen Sozialisten und Kommunisten werden darum kämpfen, daß Krieg und Frieden, Niedriglöhne und Armut sowie die Weltmachtbestrebungen des deutschen Imperialismus wieder in den Mittelpunkt rücken. Die Sozialisten und Kommunisten außerhalb der Partei haben das bereits während des Wahlkampfs getan. Das muß nicht nur angesichts von Weltk r ieg sgef a hr, K r ise u nd wachsender Aggressivität deutlich verstärkt werden. Der „Rechtsruck“ hat nicht am 24. September 2017 stattgefunden, sondern mit der Konterrevolution von 1989/90, mit der Kriegspolitik, verschärfte Ausbeutung und ein dritter Anlauf zum „Platz an der Sonne“ möglich wurden. Die AfD ist das vorläufig letzte Resultat dieses Prozesses, den die damaligen Bundestagsparteien 1990 geschlossen einschlugen und seither praktizierten: Sie ergänzt ihn mit nationalistischen und rechtsextremen Parolen, macht ihn insofern kenntlich. Für Friedensbewegung und Linke gilt es, allen Befürwortern eines Kurses, der erneut in den Untergang führen kann, das Handwerk zu legen. Arnold Schölzel

                                           

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock

                        Einladung

 zu unserer Bildungsveranstaltung brgrüßen wir

     Dr.Henning Schleiff

(ehemaliger Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock und Buchautor)     

                           zum Thema:

40 aus 800 Rostock in der DDR“

Vorstellung und Diskussion des gleichnamigen Buches zur Geschichte der Hansestadt Rostock in 40 Jahren DDR im Rahmen der 800 Jahrfeier der Stadt Rostock

          Sonnabend, den 11. November 2017  

                    Beginn: 10.00 Uhr            

            - Mehrgenerationenhaus -  Evershagen (MGH) –

                   Maxim-Gorki-Str. 52, 18106 Rostock

 

-Wir bitten zur Absicherung der Veranstaltung um eine Spende-

 

Regionalgruppe Rostock des „RotFuchs“-Fördervereins e. V. 

                   

  • Der Vorstand -

Dr. Henning Schleiff (Oberbürgermeister a.D. Rostock) gerade beim lesen einer Textstelle aus seinem Buch und Carsten Hanke(Vorsitzender RotFuchs Rostock( vl. nach rechts)

Bericht zur Rotfuchs-Veranstaltung am 11.November  2017

von Carsten Hanke

 

 

Die für das Jahr 2017 letzte Bildungsveranstaltung fand nochmals im voll besetzten Saal des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Rostock-Evershagen statt.

Sicherlich kann man mit „Fug und Recht“ behaupten, dass mit dem Referenten Dr. Henning Schleiff, Oberbürgermeister der Stadt Rostok a. D., ein weiterer Höhenpunkt der diesjährigen Veranstaltungsreihe den Gästen präsentiert werden konnte. Mit dem gleichnamigen Buchtitel „40 aus 800. Rostock in der DDR“ wurde nicht nur auf Grund der bevorstehenden 800- Jahrfeier Rostocks ein aktuelles Thema behandelt, es widerspiegelt zugleich 40 Jahre Entwicklung der Hansestadt Rostock in der DDR. Somit wurden auf gewisse Weise auch die Biographien vieler Besucher unserer Veranstaltung hier reflektiert.

Obwohl es im Vorfeld unserer Veranstaltung bereits eine Reihe, auch vom Verlag aus, organisierte Veranstaltungen in Rostock gab, die alle sehr gut besucht waren, gab es auch Befürchtungen, dass der Bedarf an einer weiteren Veranstaltung, wie der beim RotFuchs erschöpft sein mag. Das Gegenteil trat ein, der Saal war bis zum letzten Platz belegt und Dank der Organisatoren, die zusätzlich noch Sitzplätze organisierten, wurde es zudem auch eine gemütliche Veranstaltung unter Gleichgesinnten.

So konnte der Vorsitzende der Regionalgruppe bei seiner Begrüßung auf seine einleitenden Worte zur Biographie des Referenten in gewohnter Weise verzichten, da der „Rostocker Jung“, wie man an der Küste in vertrauter Runde zu seinen Freunden sagt, allen bestens bekannt war.

Als dann unser liebevoll genannter Henning dann gleich zum Beginn seiner Ausführungen anmerkte, dass er das Buch für Euch mit den über 30 weiteren Autoren geschrieben hat, war auch der letzte Bann, bei den sonst so oft als „kühle Norddeutsche“ bezeichneten Anwesenden endgültig gebrochen.

Man kann zu Recht sagen, dass dieses Buch ein Buch ist, welches ohne große Polemik geschrieben wurde, da die genannten Fakten alleine schon für sich sprechen. Das diese Fakten mit zurückhaltender Art durch den Autor selbst einer Wertung unterzogen worden sind, macht das Buch nicht nur verständlicher, es rundet zugleich auf sehr symathische Art und Weise jegliche Aussagen ab. Genau das unterscheidet dieses Buch mit seiner erfrischenden Art von vielen anderen Büchern. Untermauert wurden diese genannten Fakten in der besonderen Art der Lesung und Diskussion. So las der Autor jeweils einige verschiedene Passagen aus dem Buch vor und es entwickelte sich eine sehr lebhafte Diskussion. In dieser Diskussion wurde sehr schnell deutlich, dass, wie der Autor einleitend bereits feststellte, dieses Buch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann. Diese Tatsache empfand aber keiner der anwesenden Gäste als Manko, im Gegenteil, es war die nordeutsche Ehrlichkeit, die sich authentisch widerspiegelte. Vielleicht ist die in etwas flabsiger Art vom Regionalvorsitzenden Carsten Hanke gemachte Anmerkung, dass dieses Buch auf Grund der vielen neuen Erkenntnisse aus der Diskussion eine Fortsetzung erfährt, auch der vielfache Wunsch der anwesenden Gäste.

Ohne jetzt auf die Details des Buches näher eingehen zu wollen, denn es soll ja gelesen werden, war es nach Aussage des Autors mitunter sehr schwierig, die Staatspolitik der DDR aus der Entwicklung Rostocks in 40 Jahren nicht zu berücksichtigen. Somit erklären sich auch die vielfachen Meinungen von Bürgern der Hansestadt Rostock ebenso, wie jene Meinung von Entscheidungsträgern in den 40 Jahren Rostock, dass es trotz mancher Schwierigkeiten jederzeit keine Stagnation der Entwicklung gab.

So wurde auch übereinstimmend das Resümee aus der RotFuchsveranstaltung gezogen, dass dieses Buch über 40 Jahre Entwicklung der Hansestadt Rostock in der DDR ein sehr informatives Fachbuch ist, in dem sich viele Einwohner der Stadt mit ihren Biographien wiederfinden werden. Es wird eine herrliche wärmende Erinnerung dargestellt, aber auch gleichzeitig wird für die jüngere Generation jenes ungeschminkte Fachwissen präsentiert, dass sie auch stolz machen wird auf die Leistungen ihrer Eltern und Großeltern, und es wird gleichzeitig auch ein Stück DDR-Geschichte präsentiert. Es ist ein Buch, welches durch seine faktenreichen, jederzeit durch zahlreiche Quellen belegbaren Aussagen den verleumderischen Angriffen bestimmter bürgerlicher Medien und Politiker standhält. Es bleibt zu wünschen, dass dieses Buch die Schulen der Hansestadt Rostock erobert und mitunter Ausgangspunkt von weiteren schulischen Projekten sein wird. Mit Sicherheit sind nicht nur die über 30 Mitautoren sondern auch weitere Zeitzeugen gerne bereit dazu. Es wäre eine sinnvolle wie notwendige Initiative, um der Geschichtsklittung entgegenzuwirken und gleichzeitig die Verbundenheit der jüngeren Generation mit ihrer Heimatstadt zu entwickeln.

Bis an die Podiumstische reichend mussten die Stuhlreihen wegen des enormen Andrangs gestellt werden, so groß war wieder das Interesse an der RotFuchsveranstaltung.

So kennen und lieben ihn noch viele Rostocker, ihren "Rostocker Jung" den Oberbürgermeister Dr. Henning Schleiff, der immer sehr selbstkritisch für die Bürger seiner Stadt eingesetzt hat und mit diesem Buch vielen Rostockern aus dem Herzen gesprochen hat. Ehrlich-aufrichtig-hilfsbeeit= typisch Norddeutsch- !!!

                                           

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock

                        Einladung

 zu unserer Bildungsveranstaltung brgrüßen wir

     Reinhard Lauterbach

(Historiker und Osteuropakorrespodent, Buchautor)     

                           zum Thema:

„Rechts der Oder, wie entwickelt sich eigentlich unser Nachbarland?"                                        

          Donnerstag, den  26.Oktober 2017  

                    Beginn: 17.00 Uhr           

            - Stadtteilbegegnungszentrum Toitenwinkel (SBZ) –

                  Olof-Palme-Straße 26,18147 Rostock

 

-Wir bitten zur Absicherung der Veranstaltung um eine Spende-

 

Regionalgruppe Rostock des „RotFuchs“-Fördervereins e. V. 

                  

  • Der Vorstand -

                                           

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock

                      Einladung

 zu unserer Bildungsveranstaltung des RotFuchs Förderverein e.V. begrüßen wir         

   Ellen Brombacher

  (Sprecherinnen des Bundessprecherrates des parteiinternen Zusammenschlusses Kommunistische Plattform KPF)                       

                           zum Thema:

 "Die Linke. nach den Bundestagswahlen“   

                             am

          Freitag, den  29.September 2017  

                    Beginn: 16.00 Uhr           

              - Mehrgeneraionenhaus Evershagen-  

    Maxim-Gorki-Str.52, 18106 Rostock-Evershagen

-Wir bitten zur Absicherung der Veranstaltung um eine Spende-

Regionalgruppe Rostock des „RotFuchs“-Fördervereins e. V.                     

                                 -  Der Vorstand –

Im voll besetzten Veranstaltungssaal des Mehrgenerationenhauses in Evershagen Rostock lauschten die anwesenden Gäste, aufmerksam den Aussagen der Referentin Ellen Brombacher von der kommunistischen Plattform (einer Gliederung in der Partei Die Linke.)

 Die Referentin Ellen Brombacher fand mit ihren klaren Positionen große Anerkennung bei den anwesenden TeilnehmerInnen.

Bericht zur Rotfuchs Veranstaltung am 29. September  2017

von Carsten Hanke

 

 

Gerade einmal 5 Tage nach der Bundestagswahl hatte der RotFuchsvorstand Rostock mit seiner Bildungsveranstaltung im Monat September mit der Thematik „ Die Linke. nach den Bundestagswahlen“ , eine brandaktuelle Problematik vorausschauend in sein Programm aufgenommen. Mit der Referentin Ellen Brombacher, einer Vertreterin des Bundessprecherrates der kommunistischen Plattform (KpF), einer Gliederung in der Partei Die Linke. konnte dazu eine anerkannte Politikerin aus der Partei Die Linke gewonnen werden. Dieses wurde auch beim herzlichen Empfang durch die zahlreich erschienenen Gäste deutlich, als traditionell der Vorsitzende der Regionalgruppe Rostock den Gast vorstellte.

 

Nachdem Ellen Brombacher noch einige ergänzende Fakten zu ihrer Biographie beisteuerte, wurden sehr faktenreich die einzelnen Ergebnisse der Parteien zur Bundestagswahl dargelegt und ganz speziell die Ergebnisse der Linkspartei analysiert.

Ganz aktuell wurde auf Grund der besonderen Situation nach den Bundestagswahlen, der Abwahl der großen Koalition von CDU und SPD (GroKo), das Ergebnis einer Umfrage zur Jamaika-Koalition (CDU/CSU+Die Grünen+FDP) oder GroKo als künftige Regierungskonstellation besprochen, die vom Frühstücksfernsehen präsentiert wurde, wo 30 % der Befragten es als egal bewerteten, da sich ohnehin nichts ändern würde.

In der weiteren detaillierten Bewertung des Wahlergebnisses der Linkspartei wurde zuerst in der Gesamteinschätzung hervorgehoben, dass der Wähler Die Linke. als system-etablierte Partei wahrgenommen hat und dass gerade in den neuen Bundesländern (mit Ausnahme auch in einigen westdeutschen Landstrichen z.B.Bremen) die Existenzängste besonders stark ausgeprägt sind. Leider sind viele enttäuschte Wähler der rechten Demagogie verfallen, die der AfD als der einzigen nichtregierenden Partei die Opposition zutrauen, um die Interessen der Wähler vertreten zu können.

Aus dieser Tatsache heraus muss Die Linke für sich eindeutig klären, wie die künftige Oppositionsarbeit sich gestalten soll.

Zum Abschneiden der AfD wurde auch der krasse Unterschied zwischen Ost und West hervorgehoben. Obwohl auch hier zu differenzieren ist, da gerade in Bayern, wo die sehr weit konservativ ausgerichtete CSU extrem hohe Stimmverluste hinnehmen musste und die AfD dort sehr hohe Gewinne einfuhr.

In der Bewertung des Wahlergebnisses insgesamt wurde auch die Rolle der Medien im Vorwahlkampf bis einschließlich zum aktuellen Zeitpunkt bewertet. Dabei stellt sich heraus, dass die Medien eine große Rolle beim Erstarken der AfD spielten, aber auch bei der sehr einseitigen Berichterstattung ohnehin. So wurde z.B. im Vorwahlkampf, schon seit Entstehung der „Pegida-Bewegung“ im Jahr 2014, diesen Kräften medial enorme Aufmerksamkeit geschenkt, was sich in der täglichen Berichterstattung in den Zeitungen, Nachrichten und der Präsenz in Talkrunden im Fernsehen wiederspiegelte. Das setzte sich zur Parteigründung der AfD fort, sowie bei der Berichterstattung über deren erste Spaltung von Herrn Lucke. Selbst im sogenannten „Kanzlerduell“ wurde zu ca. 80 % nur über jene Themen gesprochen, die jene AfD bei der Flüchtlingspolitik und daraus resultierend auch der inneren Sicherheit behandelt. Alle anderen wichtigen Themen, wie Ursachenbenennung der Flüchtlingsproblematik oder die soziale Schieflage der Gesellschaft schlechthin, wurden nicht thematisiert oder nur oberflächlich am Rande mal erwähnt.

Somit leisteten die Medien bewusst Wahlkampfhilfe für die AfD, denn diese Medien haben es ja täglich in der Hand, was und wie sie in welchem Umfang ihre Sendungen ausgestalten werden. Das diese Medienkritik auch am Wahlabend in der sogenannten „Elefantenrunde“ (wo führende Vertreter der in den Bundestag gewählten Parteien diskutierten) gerade von der CSU stark thematisiert worden ist, war eine klare Offenbarung über das Agieren dieser Medien.

Die Referentin Ellen Brombacher legte aber besonderes Augenmerk darauf, dass nicht nur die verfehlte Medienarbeit Schuld am Abschneiden der AfD hat, sondern, man muss viele kleinere und größere Fakten mit berücksichtigen. Sie zählt u.a. auch dazu, dass durch die verfehlte Politik der GroKo, z.B. bei den Beschlüssen im Bundestag zu den Asylgesetzen I und II große Fehler gemacht wurden.

Dieser eingetretene Rechtsruck nach den Wahlen ist kein Betriebsunfall und ist somit auch nicht als vorrübergehende negative Erscheinung zu bewerten. Auf Grund der extrem starken Plakatierung der AfD und der gewaltigen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel, ist es offensichtlich, dass hier das bürgerliche Kapital dahintersteckt, das mittlerweile zum Teil offen deklariert, dass die bürgerliche demokratische Parlamentsform nicht die beste Art der Regierungsform ist. Mit historischem Blick lässt das schlimmste Optionen wach werden.

Leider spricht diese Problematik keiner an, auch die Linkspartei nicht. Das ist das traurige Fazit der Referentin, die mit dieser Feststellung auch die Zustimmung der anwesenden Gäste erfuhr. Gemeinsam wurde auch in der anschließenden Diskussion übereinstimmend herausgearbeitet, wenn man eindeutig gegen diesen rechten Entwicklungstrend, der in ganz Europa aber auch weltweit besteht, richtig reagieren will, kann man dieses nur mit einer klaren antikapitalistischen Argumentation machen und deutlich machen, dass in diesem Zusammenhang die AfD eine pro-kapitalistische Partei ist und mit völkisch-rassistischen Aussagen das einfache Volk mit zahlreichen Versprechungen einfängt. Bei der Zusammensetzung der führenden AfD -Politiker wird deutlich, dass diese aus der Finanzbranche (Banken usw.), Bundeswehr (hohe Offiziere), Rechtsanwälte und erfahrene Politiker (meist aus CSU/CDU) stammen und so das parlamentarische Spiel beherrschen.

 

Die große und schwierige Frage auch in der Diskussion war, was muss und kann Die Linke tun, um diesem Trend entgegenzuwirken!

 

Dabei muss man beachten, dass man einen gewissen Teil der AfD-Wähler wegen ihrer stark eingeprägten rechtsextremen Einstellung, argumentativ nicht mehr erreichen wird. Ein Großteil der AfD-Wähler hat diese Partei (ca.60%) aus Protest gewählt. Diesen Wählern darf man nicht nach dem Mund reden, sondern muss ihnen mit entlarvenden Fakten des völkisch-rassistischen Ansinnens der AfD gegenüber treten und des Weiteren mit klaren antikapitalistischen Argumenten die Ursachen der gesellschaftlichen Krise begründen und entsprechende Lösungswege aufzeigen.

 

Es wird auch künftig vom Verhalten der Linkspartei zur SPD in der Opposition abhängen, inwieweit man an Glaubwürdigkeit gewinnt. Die Linke muss die SPD immer dann öffentlich stellen, wenn diese zu gesellschaftlichen Problemen schweigt. Eine weitere Anbiederung an die SPD durch die Linkspartei würde die AfD auch stärken, da der Wähler keine gesellschaftliche Alternative mehr erkennen würde.

Übereinstimmung wurde auch am Ende der Diskussionsrunde darin erzielt, dass eine linke Partei stets die Meinung der Bevölkerung kennen muss und in ihrer künftigen Arbeit berücksichtigen sollte. Dabei hat die soziale Schieflage nichts mit den Flüchtlingen zu tun, sie wurde dadurch nur vertieft. Die Linke muss gerade die internationale Solidarität hier praktizieren und es darf nicht zugelassen werden, dass es ein gegeneinander Ausspielen der sozial schwächsten Teile der Bevölkerung und den Flüchtlingen gibt. Ebenso verhält es sich mit dem nationalen gegen das internationale Proletariat.

 

Auch wenn aus Zeitgründen nicht alle Probleme tiefgreifend zu Ende diskutiert werden konnten, so war es den Reaktionen der Gäste zu entnehmen, dass auch diese Bildungsveranstaltung ihnen in der Bewertung der politischen Ereignisse mehr Klarheit gebracht hat.

Nach dem sehr informativen Vortrag von Ellen Brombacher folgte eine  sehr konstruktive Diskussion.

 

 

 

Wahlkampf , Basisarbeit und Kirmes

 

Eine Nachbetrachtung zum Friedensfest in Graal-Müritz

 

Am 29. August fand das inzwischen traditionelle Friedensfest an der Seebrücke in Graal-Müritz statt. Wie seit Jahren gut organisiert von den Linken der Basisorganisation Graal-Müritz. Im Wesentlichen wurde es eine Wahlkampfveranstaltung der Partei Die Linke, ausgerichtet auf die bevorstehende Bundestagswahl. Viel Prominenz stellte sich deshalb ein, angeführt vom Spitzenkandidaten Dietmar Bartsch. Nun ist bei solchen Auftritten nicht mit  spektakulären Neuigkeiten zu rechnen. Es blieb also bei der Vorstellung und Erläuterung von Teilen des Wahlprogramms. Routiniert und teilweise überzeugend sprach der Spitzenkandidat. Eine „Kleinigkeit“ fiel mir auf; er sagte mehrfach, dass es keine Zustimmung der Linken im Bundestag zu Kampfeinsätzen der Bundeswehr im Ausland geben werde. Auch auf direkte persönliche Nachfrage blieb er bei diesem Begriff. Hier ist er,  der Wandel   bei den Linken hin zur Kompatibilität mit dem politischen Establishment. Aufmerksamkeit  ist angesagter denn je.

Unsere Regionalgruppe war wie immer in den vergangenen Jahren mit unserem Infostand vertreten. Das Interesse war „normal“, da wir uns ja immerhin auf „linkem Territorium „  bewegten. Wir konnten einiges an Infomaterial unter die Leute bringen und ein paar Spenden einsammeln. Wichtiger war nach meiner Auffassung, dass wir mit Besuchern das Gespräch führen konnten, die noch keine Informationen zum Thema Rotfuchs hatten. Das war neben dem lauten Wahlkampf unser Teil Basisarbeit. Zum letzten Teil (Kirmes) nur eine Bemerkung : es waren künstlerisch wertvolle Darbietungen darunter. Andere verdienen Bewunderung für ihren Mut zur Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit.

Fazit: eine gelungene Veranstaltung, deren Fortbestand leider nicht gesichert ist, weil die Organisation die Kraft der wenigen Aktiven eigentlich überfordert.

 

Peter Möller

Mitglied des Vorstandes der Regionalgruppe Rostock des RotFuchs Förderverein e.V.

Unterstützt mit einer Bilddokumentation, konnten die Gäste, die genannten Fakten auch visuell verfolgen, was sehr anschaulich war.

Trotz Urlaubszeit kamen ca. 60 Gästezu dieser sehr informativen Veranstaltung und beteiligten sich sehr intensiv an der Diskussion, im Anschluss an das Referat

Auch eine Reihe von Jugendlichen lauschten interessiert den Ausführungen von Carolus Wimmer.

                                           

 

 

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppen  Rostock, Schwerin, Güstrow, Teterow,  

                         Neubrandenburg, Nordvorpommern, Nordwestmecklenburg,Uecker-Randow

 

                      Einladung

 zu unserer Bildungsveranstaltung des RotFuchs Förderverein e.V. begrüßen wir

       Dr. Carolus Wimmer

    (Venezulanischer Abgeordneter des Lateinamerikanischen Parlaments „Parlatino“)                 

                       zum Thema:

 „Lateinamerika jetzt – angesichts der aktuellen Entwicklung in Kuba und Venezuela “                                                  

        Mittwoch, den 23.August 2017  

                    Beginn: 17.00 Uhr   

              -  Stadtteilbegegnungszentrum Toitenwinkel (SBZ) –

                  Olof-Palme-Straße 26,18147 Rostock                                                                

       -Wir bitten zur Absicherung der Veranstaltung um eine Spende-

      Regionalgruppe Rostock des „RotFuchs“-Fördervereins e. V.                     

                                 -  Der Vorstand –

Die Veranstaltung wird unterstützt: DKP, SDAJ, kommunistische Plattform Die Linke MV, Verein zur Pflege der Tradition der NVA und der Grenztruppen der DDR, Rostocker Friedensbündnis, Initiativgemeinschaft zum Schutz der sozialen Rechte ehemaliger Angehöriger bewaffneter organe und der Zollverwaltung der DDR e.V.(ISOR), Rostocker Friedensbündnis

Bericht zur Rotfuchs Veranstaltung am 23. August  2017

von Carsten Hanke

 

 

Die Regionalgruppe Rostock hat sehr kurzfristig eine zweite monatliche Bildungsveranstaltung aus aktuellem Anlass, betr. der angespannten Situation in Venezuela und Lateinamerika insgesamt, organisiert. Dank der sehr guten Zusammenarbeit mit der Freundschaftsgesellschaft BRD – Kuba, deren Zentrale in Frankfurt a. Main sitzt, konnte der Parlamentarier vom venezeolanischen Parlament, Dr. Carolus Wimmer, im Rahmen einer Vortragsreise durch die BRD auch nach Rostock eingeladen werden.

 

Mit dem auf spanisch eingespielten Lied Venceremos vom chilenischen Sänger Victor Jara wurde auf diese RotFuchs-Bildungsveranstaltung kulturell eingestimmt.

Der Referent Dr. Carlos Wimmer wurde durch den Regionalvorsitzenden mit einem kurzen biographischen Ablauf vorgestellt. Danach begann Carolus sofort mit seinen inhaltlichen Darlegungen, die Dank seiner vorgelegten Bilddateien auch visuell neben seinen erklärenden Worten großen Eindruck hinterließen.

Um überhaupt ein Verständnis für die Mentalität der gesamten lateinamerikanischen Bevölkerung zu bekommen, erklärte Carolus den historischen Entwicklungsweg Lateinamerikas. Hier wurde sehr deutlich, dass die USA, nicht nur die indigenen Ureinwohner immer mehr zurückdrängte, sondern ständig über Jahrhunderte hinweg ihr eigenes Territorium durch Eroberung erweiterte. Dass ein Großteil der heutigen USA einmal zu Mexiko gehörte, war an Hand des beigefügten Kartenmaterials deutlich zu erkennen.

Mit weiteren geschichtlichen Abrissen wurde immer wieder faktenreich belegt, dass die USA entweder ganz offen und direkt gegen die um Freiheit und nationale Selbstbestimmung kämpfenden Länder Krieg führte (z.B. Kuba - Invasion in der Schweinebucht) oder durch ihre CIA in den verschiedenen Ländern militärische Putsche unterstützten (Argentinien, Chile 1973 usw.) mit den Ziel, ihren Einfluss nicht nur geopolitisch dort zu sichern, sondern sich die dortigen Bodenschätze günstig anzueignen.

Auf Grund dieser langen Unterdrückung der lateinamerikanischen Bevölkerung in diesen Ländern ist der große Wunsch auf Freiheit besonders fest in der Mentalität der dortigen Bewohner verwurzelt.

 

Ein weiterer wichtiger Teil seiner Ausführungen war sein Bericht zur Lage in Venezuela. Auch hier verwies Dr. Carolus Wimmer zuerst auf den historischen Werdegang und die neue Situation mit der Persönlichkeit von Hugo Chavez.

Nach heutigen Erkenntnissen liegt sehr stark die Vermutung nahe, dass Hugo Chavez ermordet worden sei und man genau untersucht, wie und welche Umstände zu seinem Tod führten.

 

Unter der rethorisch brillianten Führung von Hugo Chavez wurden eine Reihe von Verbesserungen für die ärmsten Schichten der Bevölkerung erzielt. So gibt es subventionierte Medikamente, das Analphabetentum wurde erfolgreich bekämpft, es wird sehr viel für den sozialen Wohnungsbau getan, um nur einige Fakten zu nennen.

Gleichzeitig fügte Carolus aber immer wieder selbstkritisch ein, dass in dieser im Aufbau befindlichen sozialistischen Gesellschaft durch die Regierung zahlreiche Fehler gemacht worden sind und dass die kommunistische Partei Venezuelas diese Fehlentwicklungen auch klar kritisch benennt. Auf der anderen Seite unterstützt die KP Venezuelas aber auch ganz klar viele Entscheidungen der Regierung. Ganz klar kommt in seinen Ausführungen zum Tragen, dass es künftig notwendig ist, dass die Produktionsmittel unter gesellschaftliche Kontrolle gestellt werden müssen und der Kampf gegen die Korruption, was ein gesamtes lateinamerikanisches Problem generell ist, verstärkt werden muss.

Welche Entwicklung Venezuela künftig nimmt, konnte Carolus nicht abschließend genau beantworten. Er sieht derzeit 3 Möglichkeiten:

  1. Es besteht die Gefahr einer offenen Invasion durch die USA
  2. Auch die Gefahr eines faschistischen Putsches besteht.
  3. Ebenso besteht die Möglichkeit einer Fortführung der begonnenen Revolution.

Zu allen drei genannten Punkten folgten sehr anschaulich dargelegte Fakten.

Natürlich wäre dem Referenten die Umsetzung einer weiterführenden Revolution die sympathistischste Variante, was auch bei den anwesenden Gästen aufgrund ihrer Reaktionen zu entnehmen war. Begründet wurde u.a. diese Möglichkeit auch mit der Tatsache, dass insbesondere die ärmsten Schichten täglich mitbekommen, was die Ursache dieser Krise ist und dass die Kapitalisten z.B. bei der Lebensmittelindustrie enteignet werden müssen, um die Zurückhaltung der Waren bzw. durch Absprachen künstlich geschaffene Wucherpreise zu verhindern.

 

In diesem Zusammenhang kam auch die Einberufung zur Verfassungs-gebenden Versammlung ins Gespräch. Bei der Berichterstattung dazu wurde im Vorfeld auch durch die hiesige bürgerliche Presse viel Unwahres berichtet. Das Referendum hat natürlich eine große Bedeutung insgesamt, ob sich aber dadurch die Situation jetzt grundlegend entspannt, kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur hoffen, aber nicht mit Bestimmtheit sagen. Das hängt von vielen weiteren Entscheidungen der Regierung ab, aber auch, inwieweit der von der CIA unterstützte offene Terror weitergeführt wird.

 

 

Diese inhaltlich sehr starke Veranstaltung, deren sämtliche genannten Fakten einer wahrheitsgemäßen Quellenprüfung jederzeit Stand halten, hat einen bleibenden Eindruck bei den anwesenden Gästen hinterlassen. Durch seine offen Art, keiner Frage ausweichend, hat Dr. Carolus Wimmer nicht nur große Sympathiewerte bei den Anwesenden erzielt, er hat vor allem durch sein Insider-Wissen die Hintergründe der Ursachen für die angespannte Situation deutlich gemacht und somit auch gleichzeitig die Verursacher dieser Konfrontation benannt.

 

Dass in der sehr regen, jederzeit aufgeschlossenen Diskussion nicht alle Fragen beantwortet werden konnten, war einzig und alleine der zur Verfügung stehenden knappen Zeit geschuldet.

 

Mit dem Abspielen der Internationale wurde ein beeindruckendes Ende der Veranstaltung eingeläutet, welches auch nochmals deutlich das solidarische Verhalten der anwesenden Gäste deutlich machte.

Der Vorstand der Regionalgruppe Rostock hatte zuvor einstimmig beschlossen, dass die Spenden, die für die Absicherung der Veranstaltung sonst genutzt werden, alle auf das Solidaritätskonto Venezuela überwiesen werden. Insgesamt wurde ein Betrag von:   280,00 € überwiesen.

 

Der Vorsitzende der Regionalgruppe Rostock bedankte sich bei allen Spendern herzlichst für ihr solidarisches Verhalten und verwies darauf, dass von allen RotFuchs-Regionalgruppen nur Mecklenburg-Vorpommern, diese Veranstaltung unterstützend organisiert wurde. Besonderen Dank wurde auch den zahlreichenden Helfern aus der DKP, SDAJ, Kommunistischen Plattform DIE LINKE MV, dem Verein zur Pflege der Tradition der NVA und der Grenztruppen der DDR, dem Rostocker Friedensbündnis, der Initiativgemeinschaft zum Schutz der sozialen Rechte ehemaliger Angehöriger bewaffneter Organe und der Zollverwaltung der DDR (ISOR)                             gezollt, die mit finanziellen Mitteln bzw. mobilisierend für diese Veranstaltung eine große Hilfe waren. Ebenso herzlich gedankt wurde den MitarbeiterInnen des SBZ Toitenwinkel, die durch ihre tatkräftige Unterstützung den Veranstaltungsraum so prima eingerichtet hatten und die Technik bereitstellten. Auch den zahlreichen MitstreiterInnen, die sich spontan unterstützend einbrachten, wurde herzlichst gedankt.

Mit einer sehr emotionalen Danksagung für sein Kommen und seinen Vortrag wurde unser Freund und Kampfgefährte, Dr. Carolus Wimmer, herzlichst verabschiedet. Dass dabei viele der Gäste bei diesen Szenen ähnlich wie der Vorsitzende des RotFuchs Rostock eine Menge Wasser in den Augen hatten , war offensichtlich zu sehen, wofür sich aber keiner zu schämen brauchte. Das ist gelebte Solidarität.

                                           

 

 

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock

                                                                  und

                                                                                         

Verband zur Pflege der Tradition der NVA und der Grenztruppen der DDR e.V.

                      Einladung

 zu unserer Bildungsveranstaltung des RotFuchs Förderverein e.V. begrüßen wir

             Sebald Daum

                      (Generalmajor a.D.)                 

                       zum Thema:

 „Die Sicherheitsinteressen und die Militärdoktrin der Russischen Föderation in der heutigen Zeit“                                                  

           Donnerstag, den 10.August 2017  

                    Beginn: 17.00 Uhr   

              - Mehrgeneraionenhaus Evershagen-  

    Maxim-Gorki-Str.52, 18106 Rostock-Evershagen

       -Wir bitten zur Absicherung der Veranstaltung um eine Spende-

      Regionalgruppe Rostock des „RotFuchs“-Fördervereins e. V.                     

                                 -  Der Vorstand –

Bericht zur Rotfuchs Veranstaltung am 10.August  2017

von Carsten Hanke

 

 

 

Die Bildungsveranstaltung für den Monat August 2017 war eine gemeinsame Veranstaltung des Vereins zur Pflege der Tradition der NVA und der Grenztruppen der DDR, Ortsgruppe Rostock, und der Regionalgruppe des RotFuchs Rostock. Möglich ist diese gemeinsame Veranstaltung auch nur geworden, weil seit vielen Jahren nicht nur bundesweit sondern auch vor Ort, eine enge und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen besteht.

 

Schon sehr langfristig wurde in gegenseitiger Abstimmung der beiden Vorsitzenden der Vereine in Rostock, mit dem Referenten Herrn Sebald Daum (Generalmajor a.D.) die Thematik abgestimmt, weil u.a. auch die Russlandphobie in der tägliche Presse an Schärfe zugenommen hat und vielfach mit großer Sorge in der Bevölkerung und mittlerweile auch in der Wirtschaft diskutiert wird.

 

Deshalb ist der RotFuchs Förderverein auch stets bemüht, neben historischen Ereignissen, auch aktuelle Themen in seinen Bildungs-veranstaltungen zu behandeln. Mit der für August zu behandelnden Thematik: „Die Sicherheitsinteressen und die Militärdoktrin der Russischen Förderation in der heutigen Zeit“, wurde genau dieser selbstgestellte Anspruch an Aktualität erneut erreicht.

 

Gleich zu Beginn seiner Ausführungen wurde durch den Referenten Sebald Daum deutlich gemacht, dass Russland kein sozialistischen Land mehr ist, sondern ein kapitalistisches, welches die russische Oligarchie bedient. Allerdings muss konstatiert werden, dass aus Zeiten der Sowjetunion der Charakter der friedlichen Aussenpolitik Russlands aktuelle Staatsdoktrin geblieben ist. Auch wenn Russland, geopolitisch betrachtet, vielfache Interessen hat und diese mit seinen Bündnispartnern, wie z.B. den Brics-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) auf gleichberechtigter Art und Weise praktiziert, ist Russlands Militärstrategie auf Verteidigung seines Territoriums, also passiv, ausgelegt.

 

Mit einem historischen Rückblick auf die Zeit seit der Niederlage des europäischen Sozialismus von  1990, stellte der Referent fest, dass sich Russland unter der Führung von Präsident Jelzin, mit seinen amerikanischen Beratern, der Politik der USA fast völlig unterordnete. Spätestens seit dieser Zeit hattte das Argument der militärischen und wirtschaftlichen Gefahr, die von Seiten Russlands ausgehen soll, keinerlei Berechtigung mehr. Jelzin`s 10-jährige Amtszeit brachte dem russischem Volk, wirtschaftlichen und militärischen wie sozialen Abstieg.

Viele wirtschaftlich hoch sensible Betriebe wurden an ausländische Unternehmen verkauft oder unter russischen Oligarchen aufgeteilt. Auch wurde die Hälfte der Armee der Krim, also der Ukraine, übergeben. Das hatte u.a. zur Folge, dass ca. 2/3 der Angehörigen der Armee auf der Krim die nun unter ukrainischer Befehlsgewalt stehende Armee verließen und in die russische Armee überwechselten. Die Lage war unter Jelzin so prekär, dass es nicht selten vorkam, dass die Soldaten oft über 6 Monate keine Bezahlung erhielten. Es fand in dieser Zeit keinerlei Erneuerung der militärischen Ausrüstung statt. Wirtschaftlich und militärisch hatte Russland seinen Status als Weltmacht eingebüßt.

 

Spätestens jetzt hätte die Nato aufgelöst werden müssen, weil die USA und mit ihr die weiteren Nato-Staaten keinerlei „Bedrohung“ mehr ausgesetzt waren. Den USA und mit ihr den Nato-Staaten ging es aber stets darum, ihre Weltmachtstellung auszubauen, um so auch auf lange Sicht, sich die Bodenschätze weltweit zu sichern und durch die dann folgende Ost-Erweiterung der Nato, den wirtschaftlich, politischen und gesamt geopolitischen Einfluss in Richtung Russland und China zu sichern.

 

Mit seinem, von Jelzin selbst vorgeschlagenen, Nachfolger Putin, hatte der Westen geglaubt, auch weiterhin ein leichtes Spiel mit Russland zu haben. Das war auch ein Grund mit, warum den Reden von Putin im deutschen Bundestag und auf anderen Konferenzen weltweit wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden ist. Putin hatte stets beteuert, dass es mit ihm einen erneuten 22. Juni 1941 (Überfall auf die UdSSR durch Nazideutschland) nie wieder geben wird.

Obwohl Jelzin seinem Nachfolger Putin ein wirtschaftliches Chaos und eine am Boden liegende Armee hinterließ, gelang es Putin mit einschneidenden Umstruktuierungen in der Wirtschaft und beim Militär, verhältnismäßig schnell erste Erfolge zu erlangen. Bezeichnend für diesen Wandel waren u.a. zwei aufeinanderfolgende militärische Doktrin, die seine Armee von ehemals 3,2 Millionen Soldaten auf nun 1,2 Millionen Soldaten reduzierte, was ein Beleg mehr für die passive Ausrichtung - auf Verteidigung des Landes - deutlich machte.

 

Mit sehr vielen Fakten belegte der Referent seine Aussagen, die mit entsprechendem Bildmaterial, visuell den Gästen der RotFuchs-Bildungsveranstaltung, die Aussagen noch nachvollziehbarer gestalteten.

Neben dem wirtschaftlichen Aufschwung Russlands folgte ebenso auch die militärische Erneuerung der Armee. Hier hatte der ehemailige Generalmajor Daum jede Waffengattung sehr akribisch untersucht und dabei mit sehr viel Bildmaterial den aktuellen Entwicklungsstand der russischen Armee aufgezeigt.

 

Nicht nur diese wirtschaftlichen und militärischen Errungenschaften brachte Putin wieder zurück, als eine der Weltmächte schlechthin, er gabe seinem Volk auch jenes Selbstvertrauen zurück, welches damals beim Sieg über den Hitlerfaschismus 1945 errungen wurde. Putin setzte dabei vor allem auf die Pflege der ruhmreichen Tradition des russischen Volkes, indem er u.a. die Nationalhymne, die Orden und auch die Verleihung von Namen für die Truppeneinheiten wieder einführte, die unter Jelzin verboten waren.

 

In der anschließenden sehr ausführlichen Diskussion wurden viele Themenbereiche angesprochen, so u.a. wie schwer die verhängten Sanktionen gegen Russland das Land treffen. Es wurde festgestellt, dass diese Sanktionen aber auch dazu geführt haben, dass z.B. Russland seine Landwirtschaft dadurch umstellen musste und jetzt in der Lage ist, sich selbst zu versorgen. In diesem Zusammenhang wurden auch aktuelle Meldungen zitiert, die belegen, dass die deutsche Wirtschaft unter diesen Sanktionen selber zunehmend leidet, weil neben den zu zahlenden Vertragsstrafen im Millionen-EURO-Bereich (z. B. bei Siemens usw.) auch viele Absatzmärkte verloren gehen. An diesen Beispielen wurde auch die Politik der USA deutlich, die jene guten Beziehungen von Europa zu Russland stets verhindern wollen, da so amerikanische Waren in Europa weniger abgesetzt werden.

 

Abschließend wurde nochmals deutlich gemacht, dass Russland mit 64 Mrd. Dollar Militärausgaben gegenüber 640 Mrd. Dollar Militärausgaben der USA,

wesentlich weniger für Rüstungsgüter ausgibt und das auch ein weiterer Beleg dafür ist, wie passiv die russische Militärdoktrin ist.

Diese unvollstellbaren hohen Summen, die alleine diese beiden Staaten (USA und Russland) jährlich für militärische Mittel ausgeben, veranlassten den RotFuchs Vorsitzenden aus Rostock zu der Anmerkung, dass man mit diesem Geld das weltweite Hungern beseitigen könnte und jedem Menschen die Möglichkeit geben würde, sich entsprechend bilden zu können.

 

 

Im vollbesetzten Saal  ging eine sehr erfolgreiche Veranstaltung zu Ende

 

                                           

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock

                      Einladung

 zu unserer Bildungsveranstaltung des RotFuchs Förderverein e.V. begrüßen wir                  

 

Prof.Dr. Ekkehard Lieberam

  (Staats-und Verfassungsrechtler, Publizist und Autor)                       

                           zum Thema:

 "Integrationsfalle Mitregieren - Historische Erfahrungen“   

                             am

          Donnerstag, den  13. Juli 2017  

                    Beginn: 17.00 Uhr           

              - Mehrgeneraionenhaus Evershagen-  

    Maxim-Gorki-Str.52, 18106 Rostock-Evershagen

-Wir bitten zur Absicherung der Veranstaltung um eine Spende-

Regionalgruppe Rostock des „RotFuchs“-Fördervereins e. V.                     

                                 -  Der Vorstand –

Stets finden herzliche Begegnungen beim RotFuchs statt.

 

Es ist immer wieder ein Erlebnis unseren Egon Krenz, einen aufrichtigen unbeugsamen Linken begrüßen zu dürfen.

Immer Bürgernah ist unser Egon Krenz.

Intensiver Gedankenaustausch vor und nach der RotFuchsveranstaltung zwischen Egon Krenz und unserem Referenten Prof.Dr. Ekkehard Lieberam.

Bericht zur Rotfuchs Veranstaltung am 13. Juli  2017

von Carsten Hanke

 

 

 

Kurz vor Beginn der Sommerferien in Mecklenburg Vorpommern hatte die Rostocker Regionalgruppe(RG) des RotFuchs (RF) Förderverein e.V. Rostock, für ihre Juli-Bildungsveranstaltung erneut einen sehr bedeutenden und nicht nur im deutschsprachigen Raum anerkannten Staats-und Verfassungsrechtler zu Gast, der zudem auch durch seine klare marxistische Weltanschauung große Wertschätzung genießt.

So stellte zumindest der Regionalvorsitzende des RF Rostock den Referenten Prof. Dr. Ekkehard Lieberam vor. In der kurzweiligen biografischen Einleitung wurde aus der sehr interessanten und bewegenden Biografie die Tätigkeit des Referenten an der Akkademie der Wissenschaften der DDR und am Institut für internationale Studien der Karl Marx Uni Leipzig ebenso hervorgehoben, wie seine 8 jährige Arbeit im Bundestag.

 

Zuvor konnte der Vorsitzende Carsten Hanke, ein Neumitglied des RotFuchs Fördervereins herzlichst begrüßen.

Besonders herzlich wurden auch Egon Krenz und Ulli Peck begrüßt, sowie der Regionalvorsitzende der RotFüchse aus Schwerin, Peter Dornbuch.

 

Nach diesen Formalitäten wurden mit großer Spannung und Erwartung die Ausführungen des Referenten Prof. Dr. Ekkehard Lieberam verfolgt, der sich zur Thematik „Integrationsfalle Mitregieren - Historische Erfahrungen“, sehr gut vorbereitet hatte. Das ist eine Thematik, die nicht nur innerhalb der Partei Die Linke, sondern in der gesamten linken Bewegung, aber auch unter bürgerlichen Parteien wie SPD und Bündnis 90/Die Grünen, immer wieder stark und kontrovers diskutiert wird.

 

Zunächst bezog sich der Referent auf historische Fakten von 1899 mit der Beteiligung an einer bürgerlichen Regierung, eines Sozialisten in der französische Regierung, die seinerzeit in der sozialistische Internationale heftigst diskutiert wurden. Daran fortführend mit den praktischen Erfahrungen bei der Novemberrevolution 1918/19 mit dem Regieren, was sich in seinen weiteren Ausführungen als eine „ganz komplizierte Kiste“ herausstellte.

 

Im Folgenden stellte er den Bezug zur Partei Die Linken her und ging dabei auf den letzten Bundesparteitag in Hannover im Juni 2017 ein. Zusammenfassend stellte er fest, dass auf diesem Parteitag insgesamt für die Linken in dieser Linkspartei und auch ausserhalb, eine vernünftige zufriedensstellende Politik mit entsprechende Positionen gefunden wurde, was sich u.a. in einer eigenständigen linken Wahhlkampfführung darstellt und dabei sich als Antiprivatisierungspartei, Antikriegspartei, als eine Partei, die die Systemsfrage stellt.

Nicht zu übersehen waren aber auch die Diskrepanzen zur Thematik Regierungsbeteiligung in der Führungsebene der Partei, die Sahra Wagenknecht in ihrer sehr guten Rede deutlich machte. Sahra sagte: „..wir wollen keine Bundesregierung, die sich rot-rot grün nennt und im Prinzip das gleiche macht wie alle andere zuvor auch schon, dann ist dem lieber eine gute Opposition vorziehzuziehen.“

Insgesamt stellte der Referent fest, dass es sehr erschreckend in der Linkspartei ist, wie qualitativ flach über die Thematik „Mitregieren“ diskutiert wird und belegte dieses mit zahlreichen Zitaten wie z. B. von Gregor Gysi, Bodo Ramelow, dem erst Entwurf zur Wahlstrategie von Mathias Höhn uvm. Immer wieder verwies der Referent auf die zahlreichen Aussagen von Rosa Luxemburg zum Thema Mitregieren. Dabei zeichnet Rosa Luxemburg eine sehr kritische Haltung dazu auf und verwies dahinehend nur auf eine einzige Ausnahme zum Mitregieren, nämlich dann, wenn die Gefahr besteht, dass demokratische Rechte durch eine faschistische Machtübernahme in Gefahr sind.

 

In seinem letzten Gliederungspunkt behandelte der Referent die Erfahrungen aus dem Mitregieren in bürgerlichen Regierungen. Dabei wurde der internationale Bereich ebenso behandelt, wie auf nationaler Ebene. Sehr interessant für die anwesenden Gäste waren seine tiegreifenden Darlegungen über die Auswirkungen vom Mitregieren. So belegte er an vielen Fakten, dass sich durch die finanziellen Zuwendungen eines Politikers in den Regierungen und der damit verbunde Anteil von weiteren gut bezahlten Mitarbeitern, sich eine neue soziale Schicht herausbildet, die auch im Laufe der Zeit immer nach weiteren Begehrlichkeiten strebt. Somit wurde deutlich und nachweisbar zugleich, dass hier eine schleichende Einbindung in die Staatsräson erfolgt.

 

In seinen gesamten Ausführungen wurde deutlich, dass die „Integrationsfalle Mitregieren“ leider bei der heutigen Führung in der Linkspartei verfängt, auch wenn ein gewisser marxistischer Teil dieser Partei dagegen aufbegehrt. Übereinstimmung herrschte zwischen dem Referenten und den anwesenden Gästen darin, dass diese marxistischen Kräfte in der Linkspartei  Unterstützung benötigen. Das wurde in den zahlreichen, sehr interessant geführten Diskussion deutlich. Mit einer sehr eindrucksvollen Danksagung wurde diese Bildungsveranstaltung beendet.

Hochinteressant und lehrreich zugleich verfolgten die anwesenden Gäste die Ausführungen des Referenten Prof.Dr.Ekkehard Lieberam

RotFuchs-Veranstaltungen im Monat Juni 2017  
 
Regionalgruppe Magdeburg Am 1. Juni um 14 Uhr spricht Prof. Dr. Ekkehard Lieberam zum Thema: Integrationsfalle   Mitregieren – Historische Erfahrungen  Ort: Kühleweinstraße (Kulturraum am Ende der Sackgasse), 39106Magdeburg,
 
Regionalgruppe Saale-Orla Am 2. Juni um 17 Uhr spricht der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Klaus Blessing zu seinem Buch:  „95 Thesen gegen die herrschende Ordnung“.  Ort: Gaststätte „Bayrische Bierstuben“, Schloßstraße 12, 07318 Saalfeld  
 
Regionalgruppe Berlin-Lichtenberg Am 7. Juni um 14 Uhr sprechen Dr. Martina Bunge (DIE LINKE) und der Staatsrechtler Prof. Dr. Horst Bischoff zum Thema: Mit der Rente in die Altersarmut – Zur Rentenpolitik der Bundesregierung. Ort: KULTschule, Sewanstraße 43, 10319 Berlin
 
Regionalgruppe Berlin-Treptow-Köpenick Am 8. Juni um 16 Uhr spricht die Ökonomin und Politikerin Prof. Dr. Christa Luft zum Thema: Ziele und machtpolitische Hintergründe des geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP). Ort: Volkssolidarität, Bezirksgeschäftsstelle Treptow-Köpenick, Baumschulenstraße 31, 12437 Berlin
 
Regionalgruppe Suhl Am 08. Juni um 17 Uhr spricht der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Klaus Blessing zu seinem Buch: „95 Thesen gegen die herrschende Ordnung“.  Ort: Gaststätte „Suhler Weiberwirtschaft“, Bahnhofstraße 1, 98527 Suhl
 
Regionalgruppe Rostock Am 9. Juni um 16 Uhr spricht der Publizist Dr. Gerd Wiegel zum Thema: Veränderungen und Kontinuitäten der extremen Rechten in Deutschland.  Ort: Mehrgenerationenhaus Evershagen, Maxim-Gorki-Straße 52,  18106 Rostock
 
Regionalgruppe Dresden  Am 10. Juni um 10 Uhr spricht Oberst a. D. Bernd Biedermann zum Thema: Die Neuausrichtung der Bundeswehr zu globalen Militäreinsätzen („Weißbuch der Bundeswehr“ 2016). Ort: Dresdner Straße 26, „Drogenmühle“, 01809 Heidenau
 
Regionalgruppe Mecklenburg Vorpommern – Nord/West  Am 14. Juni um 15 Uhr spricht Bruno Mahlow, Mitglied des Ältestenrates der PDL, zum Thema: Rußland heute - 100. Jahrestag der Oktoberrevolution. Ort: Stadtkantine, Großschmiedestraße 41-43, 23966 Wismar
 
Regionalgruppe Erfurt-Weimar Am 15. Juni um 14 Uhr Podiumsgespräch mit Kandidaten zur Bundestagswahl.   Ort: Gaststätte „Dahlie“, Roßlauer Straße 1, 99086 Erfurt
 
 
Regionalgruppe Uecker-Randow Am 15. Juni um 18.30 Uhr spricht der Vorsitzende des „RotFuchs“-Fördervereins Dr. Arnold Schölzel zu aktuell-politischen Fragen. Ort: Volkssolidarität Pasewalk, Am Markt 8, 17309 Pasewalk  
 

 
 
Regionalgruppe Berlin-Zentrum  Am 16. Juni um 16.30 Uhr spricht Friedensaktivist Reiner Braun zum Thema: Der deutsche Ruf nach Atomwaffen und die Friedensbewegung heute. Ort: Bürogebäude (ND), Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
 
Regionalgruppe Frankfurt/Oder Am 16. Juni um 15 Uhr spricht der US-amerikanische Publizist Victor Grossman zum Thema: Die USA nach den Präsidentschaftswahlen 2016.  Ort: Klub der Volkssolidarität, Logenstraße 1, 15230 Frankfurt/Oder  
 
Regionalgruppe Strausberg  Am 17. Juni um 9.30 Uhr spricht Oberst a. D. Gerhard Giese zum Thema: Der provokatorische USLuftschlag auf die syrische Airbase Schairat – Folgen und Wirkungen.   Ort: Familienzentrum, Mühlenweg 6, 15344 Strausberg
 
Regionalgruppe Chemnitz - Zwickau Am 17. Juni um 10 Uhr spricht Prof. Dr. Anton Latzo zum Thema: Osteuropa in den Fängen der Politik der EU.   Ort: „Rothaus“, Lohstraße 2, 09111 Chemnitz
 
Regionalgruppe Neubrandenburg Am 17. Juni um  10 Uhr findet eine Mitgliederversammlung der Regionalgruppe statt. Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen. Ort:  Seniorenbüro, Poststraße 4, 17033 Neubrandenburg
 
Regionalgruppe Schwerin Am 17. Juni um 10 Uhr spricht Oberst a. D. Bernd Biedermann zum Thema: Wie gefährlich ist die NATO?. Ort: Bertha-Klingberg-Haus, Max-Planck-Straße 9 A,  19063 Schwerin
 
Regionalgruppe Bernau  Am 20. Juni um 18 Uhr spricht Ellen Brombacher, Sprecherin der  Kommunistischen Plattform der Partei DIE LINKE, zum Thema: Der Preis für Rot-Rot-Grün!? Ort: Treff 23, Breitscheidstraße 43 A, 16231 Bernau   
 
        
Regionalgruppe Berlin Marzahn-Hellersdorf Am 20. Juni um 18 Uhr spricht Prof. Dr. Ekkehard Lieberam zum Thema: Bundestagswahl 2017 – DIE LINKE und das Regieren. Ort: Stadtteilzentrum Marzahn-Mitte, Marzahner Promenade 38, 12679 Berlin
 
Regionalgruppe Güstrow Am 21. Juni um 15 Uhr spricht Hans Modrow, Vorsitzender des Ältestenrates der Partei DIE LINKE, zum Thema: Linke Politik in Vorbereitung der Bundestagswahl. Ort: Gaststätte „Kaminfeuer“, Bistede 1, 18273 Güstrow
 
Regionalgruppe Harz Am 23. Juni um 15 Uhr spricht Oberst a. D. Bernd Biedermann zum „Weißbuch der Bundeswehr 2016“.  Ort: Gaststätte „Lindenhof“, Spiegelsbergenweg 16, 38820 Halberstadt

 Regionalgruppe Potsdam Am 27. Juni um 18 Uhr spricht der US-amerikanische Publizist Victor Grossman zum Thema: "Die aktuelle Situation in den USA". Ort: Lothar-Bisky-Haus, Alleestraße 3, 14469 Potsdam
 
Regionalgruppe Leipzig         Am 28. Juni um 18 Uhr spricht Karl-Helmut Lechner Pfarrer i. R. zum Thema: Kirchenrepublik Deutschland im Lutherjahr.   Ort: Villa Davigon, Friedrich-Ebert-Straße 77, 04105 Leipzig
 
 

                                           

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock

                      Einladung

 zu unserer Bildungsveranstaltung des RotFuchs Förderverein e.V. begrüßen wir                  

       Dr. Gerd Wiegel

                   (Politologe, Publizist und Autor)                       

                           zum Thema:

 "Veränderungen und Kontinuitäten der extremen Rechten in Deutschland“   

                             am

          Freitag, den  09. Juni 2017  

                    Beginn: 16.00 Uhr           

              - Mehrgeneraionenhaus Evershagen-  

    Maxim-Gorki-Str.52, 18106 Rostock-Evershagen

 

-Wir bitten zur Absicherung der Veranstaltung um eine Spende-

 

Regionalgruppe Rostock des „RotFuchs“-Fördervereins e. V.                     

                                 -  Der Vorstand –

Unser Referent Dr. Gerd Wiegel konnte mit zahlreichen Fakten einen sehr guten Überblick über die Strukturen von rechtsextremen Organisationen/Parteien und deren inhaltlichen Ausrichtung vermitteln.

Unter den anwesenden Gästen, wurde dieses Thema mit großem Interesse diskutiert.

Bericht zur Rotfuchs Veranstaltung am 09. Juni  2017

von Carsten Hanke

 

 

 

 

 

 

Bei sommerlichen Temperaturen konnte der Vorsitzende der Regionalgruppe des RotFuchs Förderverein e.V. Rostock, die zahlreichen Gäste zu der monatlich stattfindenden Bildungsveranstaltung herzlichst begrüßen.

 

Als Referent konnte zum ersten Mal bei den RotFüchsen in Rostock Dr. Gerd Wiegel zum Thema „Veränderungen und Kontinuitäten der extremen Rechten in Deutschland“ begrüßt werden.

 

Gleich zum Beginn seiner Ausführungen wurde deutlich, wie umfassend und kompliziert diese Thematik ist. Zugleich bestätigte sich auch, wie aktuell dieses gesamtgesellschaftliche Problem sich darstellt, was ja ein Kriterium mit war, diese Thematik zu behandeln.

Der Referent gliederte seinen Vortrag in 3 Schwerpunkte:

  1. Parteien der traditionellen Rechten
  2. Kameradschaften, subkulturelle Szene, Gewalttaten, Rechtsterrorismus, NSU
  3. Moderne Rechte

 

Zur besseren Verständlichkeit hatte der Referent seinen Vortrag mit entsprechenden Folien, Diagrammen und Statistiken, welche über den Beamer an die Leinwand projiziert wurden, sehr anschaulich dargestellt.

 

Zum 1. Schwerpunkt wurde neben einem historischen Rückblick über die Entstehung, den gesellschaftlichen Umgang und auch über die derzeitige Mitgliederstärke von Rechten Parteien gesprochen. So hat lt.Quellen des Verfassungsschutzes die NPD ca. 5.000 Mitglieder, Die Rechte 650 und der III. Weg 300 Mitglieder bundesweit. Es muss dazu erwähnt werden, dass die beiden anderen Parteien, außer der NPD, noch nicht lange existieren und letztendlich wegen des Verbotsverfahrens gegen die NPD als mögliches Auffangbecken dienen sollten.

Anders als bei der Mitgliedschaft, die verhältnismäßig unbedeutend erscheint, sind die Wahlergebnisse zu bewerten. So hatte die NPD 24.322 Stimmen = 3 % Stimmenanteil bei den letzten Landtagswahlen in MV im Jahr 2016 erzielt. Die Rechte hatte mit 3.589 Stimmen = 0% in NRW 2017 bekommen und der III.Weg 1.944 Stimmen = 0,095% bei den Wahlen in RP 2016.

Diese doch starken Wählerverluste sind zum Teil mit dem laufenden Verbotsverfahren der NPD bis Januar 2017 zu erklären, aber auch mit der Entstehung der Pegida-Bewegung und der Gründung der rechten Partei der AfD.

Unabhängig davon muss man aber feststellen, dass die NPD in allen Landesverbänden existiert und finanzielle Mittel hat, um verschiedene rechtsextreme Strukturen zu unterstützen.

Die Gründung einer Partei mit rechtsextremer Ausrichtung hat auch den Hintergrund, dass eine Partei nach dem Parteiengesetz und dem Grundgesetz nicht so schnell verboten werden kann, wie andere rechtsextreme Strukturen, wie Kameradschaften u.ä. Hier ist die erneute Niederlage des Verbotsverfahrens gegenüber dem Verfassungsgericht ein erneuter Beleg (Januar 2017).

In den weiteren Ausführungen ging der Referent noch auf die beiden anderen rechten Parteien näher ein, bevor er dann zum 2. Gliederungspunkt überleitete.

 

Bei der näheren Betrachtung der kameradschaftlichen Szene konnte an Hand der vorgelegten Statistik ein massiver Anstieg an Gewaltvergehen seit 2014 nachgewiesen werden. So sind über 300.000 organisierte Angriffe aus dieser Szene lt. Verfassungsschutzbericht zu verzeichnen gewesen. Diese und anderen Statistiken sind im Prinzip nur so thematisiert worden, weil DIE LINKE im Bundestag die einzige vertretene Partei ist, die durch regelmäßige Anfrage an die Bundesregierung, diese Regierung regelrecht dazu zwingt, diese gesamtgesellschaftliche Problem nicht aus dem Verantwortungsbereich zu verlieren.

So konnte auf Grund dieser Nachfragen bewiesen werden, dass die politisch motivierte Kriminalität (PMK) seit dem IV. Quartal 2014 bis IV. Quartal 2015 explosionsartig angestiegen ist, was so viel bedeutet, dass pro Tag 3 Angriffe auf ein Flüchtlingsheim stattgefunden haben. Die Angriffe selbst haben an Brutalität extrem zugenommen. So wurden diese Angriffe mit Waffen durchgeführt, es kam verstärkt zur Körperverletzungen bis hin zum Totschlag.

Erschreckend ist auch zu verzeichnen, dass pro Quartal 2015 über 100.000 Leute die Naziaufmärsche besuchten, davor waren es max. 20.000 Bürger.

 

Eindeutig wurde auch herausgearbeitet, dass der sogenannte „Erstkontakt“ zur Naziszene über die Musikszene erfolgt. Deshalb organisiert mitunter sehr spontan die rechte Szene zunehmend entsprechend ausgerichtete „Rock-Konzerte“. An diesen Konzerten haben 2015 ca. 16.000 Bürger teilgenommen und 2016 sogar 17.000. Die Jahre zuvor waren es bedeutend weniger Teilnehmer. Über die Musikszene werden sehr geschickt Emotionen bei den Teilnehmern geweckt, die letztendlich nachweislich oftmals in nachfolgenden Gewalttaten geendet haben.

 

Nicht unerwähnt blieben auch in seinem Referat die übers Internet existierenden rechtsextremen oder ihnen charakterlich ebenso zuzuordnenden Plattformen. Ein Medium, welches zunehmend genutzt wird, um gewisse Ideologien zu verbreiten. So gibt es z.B. die patriotische Plattform, das Institut für Staatspolitik (IFS), Compact mit Jürgen Elsässer, Einprozent.de usw. Ebenso verstärkt in Erscheinung sind die sogenannten „Reichsbürger“ getreten, die den jetzigen Staat BRD nicht anerkennen und zur extremen Rechten Szene zu zählen sind.

Ursächlich für diese gesamte Problematik ist der historische Hintergrund bei der Entstehung der BRD selbst und der nicht konsequente Bruch mit den faschistischen Traditionen generell. So wird in den Amtsstube der bundesweiten Verwaltung vielfach diese Ideologie gepflegt. Letzter aktueller Beweis sind die Vorkommnisse in der Bundeswehr selbst.

 

Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass dieser 45 Minuten dauernde Vortrag von Dr. Gerd Wiegel nicht alle Themen der rechtsextremen Szene tiefgründig behandeln konnte. So wurde u.a. die ganze Problematik mit der AfD nur angerissen, zumal gerade auch auf das gerade zum Erwerb erschiene Buch zur AfD von Dr. Gerd Wiegel heraus kam und man hier die entsprechenden Details sehr konkret nachlesen kann. Die Diskussion verdeutlichte aber auch, dass jeder in der Pflicht steht, entsprechend seiner Möglichkeiten aufklärend über die rechtsextreme Szene zu wirken und bis zur aktiven Teilnahme gegen rechtsextreme Aufmärsche aktiv zu werden.

Es ist das Verdienst der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, dass dieses gesamtgesellschaftliche Problem des Rechtsextremismus überhaupt thematisiert wird.

Durch die vielen und regelmäßigen Anfragen der Fraktion ist z.B.auch der Beweis erbracht worden, dass man als Opposition im Bundestag einiges erreichen kann.

Am Tag der Befreiung vom Faschismus, ehrten die RotFüchse aus Rostock den gefallenen sowjetischen Soldaten am Ehrenfriedhof Puschkinplatz in Rostock

                                           

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock

                      Einladung

 zu unserer Bildungsveranstaltung des RotFuchs Förderverein e.V. begrüßen wir                  

       Volker Hermsdorf

 ( Journalist der jungen Welt und Buchautor der Ersten deutssprachigen Biographie vom Präsidenten Kuba`s           Raul Castro)                       

                           zum Thema:

 "Kuba und die aktuelle Entwicklung in                Lateinamerika"   

                             am

          Freitag, den  05. Mai 2017  

                    Beginn: 16.00 Uhr           

            - Stadtteilbegegnungszentrum der Volkssolidarität-  

    Kurt-Schumacher Ring 160, in 18146 Rostock - Dierkow

 

-Wir bitten zur Absicherung der Veranstaltung um eine Spende-

 

Regionalgruppe Rostock des „RotFuchs“-Fördervereins e. V.                     

                                 -  Der Vorstand –

Leider hat hier die Presse eine falsche Ortsangabe geschrieben. Es müsste heißen, Stadtteilbegegnungszentrum(SBZ) Dierkow, Kurt-Schumacher Ring 160

 

Renate Greupner, eine stets zuverlässige und einsatzbereite RotFüchsin

Unser Referent Volker Hermsdorf, während seines Vortrages

Bis auf den letzten Platz belegt, waren alle Stühle.

Bericht zur RotFuchsveranstaltung am 05. Mai  2017

von Carsten Hanke

 

 

 

 

 

Dank der guten Vorbereitung von Vorstandsmitglied Catharina Winkelmann, konnte die Regionalgruppe Rostock des RotFuchs Förderverein e.V. zum ersten Mal im Stadtteilbegegnungszentrum (SBZ) Dierkow in Rostock den Gastreferenten Volker Hermsdorf aus Hamburg herzlichst begrüßen.

 

Obwohl versehentlich die örtliche Presse (Warnow Kurier) unsere Veranstaltung im Mehrgenerationenhaus Evershagen angekündigt hatte, haben sich die interessierten Gäste nicht beirren lassen und sind den aktuellen Informationen im RotFuchsheft, Homepage, Aushänge usw. gefolgt.

 

Der Vorsitzende der Regionalgruppe (RG) Rostock (HRO) des RotFuchs Förderverein e.V. begrüßte herzlichst die anwesenden Gäste und Referenten und bat zugleich um die Einlegung einer Gedenkminute für den tags zuvor verstorbenen ehemaligen DDR-Verteidigungsminister Heinz Kessler.

 

Nachdem eine kurze biographischen Vorstellung des Gastreferenten durch den Vorsitzenden erfolgt war, übernahm der freie Journalist Volker Hermsdorf das Zepter zu seinem Vortrag über Lateinamerika und Kuba.

 

Der Referent begann als Einstieg in die Thematik mit einem Gesamtüberblick über die derzeitige politische Lage in Lateinamerika und verband dieses sehr anschaulich unter Hinzuziehung zahlreicher Fakten mit Blick auf die historische Entwicklung auf diesem Kontinent. So wurde u.a. nochmals daraufhin gewiesen, dass besonders nach dem II. Weltkrieg viele ehemalige faschistische Kräfte aus Europa dort ihre neue Heimat fanden und unbehelligt lebten und dabei im Hintergrund entsprechende faschistische Strukturen aufbauten. Diese Strukturen wurden stets mit genutzt, um mit der Unterstützung durch den Geheimdienst CIA der USA u.a. paramilitärischen Organisationen, faschistische Militärputsche zu organisieren, wie in Uruguay, Argentinien, Chile, Haiti usw.

Erst mit der Revolution in Kuba 1959 beginnend und dann Ende der 1980iger Jahre mit Chavez in Venezuela, Ortega in Nicaragua entstanden progressive Gegenbewegungen, die wie in Kuba mit dem Aufbau des Sozialismus begannen.

Zur aktuellen Lage selbst ist zusammenfassend festgestellt worden, dass in Lateinamerika die neoliberalen-reaktionärsten Kräfte seit Jahren eine starke Gegenoffensive gestartet haben, um die fortschrittlichen Regierungen zu stürzen. So ist in Chile nach dem Putsch von 1973 seit wenigen Jahren zwar eine gemäßigte liberale Regierung an der Macht, deren Existenz nach den Wahlen Ende 2017 aber eher ungewiss ist.

 

In Honduras ist durch den Putsch eine rechte Regierung an der Macht. In Argentinien wurde mit Unterstützung durch die CIA u.a. subversiver Kräfte aus dem Ausland, die im Land nicht gänzlich beseitigten reaktionärsten Kräfte von letzten Militärputsch unterstützt und haben die demokratisch legitime Regierung enthoben. Die Folge ist, dass derzeit in Argentinien eine Inflationsrate bis 500 % existiert.

 

In Kolumbien ist, Dank kubanischer Vermittlung, der Guerillakrieg vorerst beendet worden und die Befreiungsarmee hat die Zusage, sich als politische Kraft im Land zu betätigen. Hier sind 2018 Parlamentswahlen, welche mit großer Spannung erwartet werden.

Auch in Mexico sind 2018 Wahlen, die von großer Bedeutung sind, da mit der neuen USA-Regierung die Spannungen zwischen beiden Ländern zugenommen haben, weil Trump eine Mauer zwischen den USA und Mexico bauen will. Am Beispiel Mexico wurde sehr anschaulich deutlich, dass solche parteinahen Stiftungen, wie z.B. von der CDU die Konrad-Adenauer-Stiftung, das Goethe-Institut oder auch die Friedrich-Naumann-Stiftung der FDP regelrechte Planspiele erarbeiten, falls es in diesen Ländern für sie zu einem „Supergau“ kommt und dort progressive Regierungen entstehen. Das geht soweit, dass die in diesen Ländern vor Ort aktiven Stiftungen die reaktionären Kräfte regelrecht ausbilden.

 

Eine sehr angespannte Situation besteht derzeit auch in Brasilien, wo vor wenigen Wochen der erste landesweite Generalstreik mit einer Beteiligung on über 40 Millionen Bürgern stattfand, der sich gegen diese reaktionäre Regierung richtete. Dieses Ereignis wurde in den Medien regelrecht „tot geschwiegen“. Im Vergleich dazu gab die ARD einer Demonstration gegen Putin mit ein paar Hundert Bürgern in Moskau den Vorrang in den Nachrichten.

Derzeit ist in vielen Länder zu beobachten, dass die Linken Kräfte noch sehr gespalten sind.

In Ecuador ist nach den letzten Wahlen mit Lenin ein progressiver Politiker an der Macht, der den linken Kurs seines Vorgängers fortsetzen will. Allerdings gilt es auch zu beachten, dass dort immer noch Oligarchen-Strukturen bestehen, die empfänglich für reaktionäre Kräfte sind.

In Nicaragua ist seit Jahren unter Führung von Ortega ein Antiimperalist an der Macht, der trotz vielfacher Probleme, einige bedeutende Erfolge vorweisen kann. Dieses Land wird in Zukunft durch den Bau des Kanals geostrategisch und wirtschaftlich noch an großer Bedeutung gewinnen, denn der Kanal zwischen den beiden Weltmeeren wird nicht nur tiefer und breiter ausgebaut sein als der Panama-Kanal, er wird mit dem einzigen Tiefseehafen auf Kuba in der ganzen Region die günstigste Alternative darstellen. So könnten die riesigen Schiffe in Kuba ihre Waren auf die kleineren Schiffe umladen und somit auch die ganze amerikanische Ostküste beliefern, wo es derzeit keinen vergleichbaren Hafen gibt. Dieser Kanal wird in Nicaragua mit chinesischer Hilfe gebaut und mit russischem Militär beschützt.

 

In Bolivien besteht derzeit eine linke Regierung, die endgültig die Eigentumsfrage im Interesse ihres Volks klären will. Ihr Präsident Evo Morales kann lt. derzeitiger Verfassung nicht noch einmal regieren, es sei denn, die Verfassung wird bis zu den Parlamentswahlen 2019 geändert. Er ist der erste und bisher einzige Präsident indianischer Herkunft in Lateinamerika. Dieses scheinbar unbedeutende Land hat weltweit die größten Lithiumvorkommen, die für die Computer- also IT-Branche von größter Bedeutung sind. Auch aus diesem Grund muss sich das Land gegen die reaktionärsten Angriffe schützen.

 

Mit der extrem angespannten Lage in Venezuela hat der Referent ein Thema angesprochen, welches derzeit die Berichterstattung mit dominiert. Hier konnte Volker Hermsdorf sehr anschaulich das immer wieder praktizierte „Strickmuster“ der reaktionärsten Kräfte mit vielen Fakten belegen. Eine Ähnlichkeit zum Maidan in Kiew wurde hier sichtbar. So hat u.a. die rechte Opposition bei allen Wahlen bisher verloren und schürt durch illegale Machenschaften nun Engpässe bei der Bereitstellung von Medikamenten und lebenswichtigen Bedarfsgütern, indem diese Waren gehortet werden oder ins Nachbarland über die "Grüne Grenze“ ins Ausland verschoben werden. Dass Venezuela weltweit die größten Öl- und Gasvorkommen der Welt hat, weckt wie stets die Begehrlichkeiten der USA und der anderen kapitalistischen Staaten.

 

Alleine dieser interessante Querschnitt in der Berichterstattung über Lateinamerika durch Volker Hermsdorf, hätte zur Recht als eine erfolgreiche Veranstaltung bewertet werden können, aber es folgte in sehr detaillierter Form, der Überblick zu Kuba, nach dem Tod von Fidel Castro.

 

Da Volker Hermsdorf erst im Monat Februar 2017 auf Cuba weilte, waren seine geschilderten Eindrücke nicht nur sehr aktuell sondern auch authentisch dargelegt worden.

 

Gleich zum Einstieg über die Thematikgab er zu bedenken, dass historisch gesehen Kuba seit der Entdeckung 1492 durch Kolumbus bis zur Revolution 1959 immer unter irgend einer Fremdherrschaft litt. Zuerst die Spanier und später die USA. Obwohl keiner der derzeitigen Generation davon unmittelbar betroffen ist, so ist die Tatsache, dass Kuba einstmals der größte Umschlagsplatz des Sklavenhandels von Afrikanern war, allen Kubanern sehr bewusst. Das sollte man wissen, denn darin liegt auch ein Grund mit, warum die Kubaner stets den großen Wunsch nach Unabhängigkeit, Souveränität und Würde verspürten. Zum ersten Mal konnten die Kubaner nach der erfolgreichen Revolution über sich selbst bestimmen.

 

Obwohl die westlichen Medien und Regierungen seit über 60 Jahren predigen, dass Kuba am Ende ist, existiert Kuba immer noch. Hans Modrow, letzter DDR-Ministerpräsident, sagte einmal: „…dass die Kubaner eine andere Mentalität haben als wir, denn sie haben ihre Revolution selber gemacht und sich befreit. Wir wurden 1945 mit Hilfe der Alliierten und hauptsächlich durch die Sowjetunion befreit, das ist trotz einer gegen den Faschismus existierenden Widerstandstandsbewegung ein Unterschied.“

In den weiteren Ausführungen wurde deutlich, dass es Kuba trotz Wirtschaftsembargo immer wieder geschafft hat, eigene Engpässe zu überwinden und einen bescheidenen Wohlstand zu schaffen. Dass in diesen schwierigen Entwicklungsetappen Kuba aber stets große internationale Solidarität geübt hat, ist weltweit auf große Anerkennung gestoßen. So hat Kuba nicht nur stets Lehrer, Wissenschaftler und Ärzte ausgebildet, sondern diese auch in Krisengebiete entsandt, z. B. als in Afrika die Ebola-Epidemie ausgebrochen war oder andere Naturkatastrophen u.ä. weltweit ausbrachen, war Kuba immer mit humanitärer Hilfe vor Ort.

 

Besondere Beachtung setzte der Referent auf die Entwicklung der letzten
3 Jahre. Dort hat Kuba es durch sehr geschickte diplomatische Aktivitäten geschafft, dass es in den USA von der sogenannten Liste der „Schurkenstaaten“ genommen wurde und dass in einer zeitgleichen Erklärung des USA-Präsidenten Barack Obama und Kubas Präsidenten Raul Castro am 17.12. 2014 festgeschrieben wurde, ihre Beziehungen zu verbessern. Bereits im Juli 2015 wurde in beiden Staaten jeweils die Botschaften eröffnet und im Juli 2016 besuchte erstmals seit der Revolution ein USA-Präsident Kuba.

 

Nicht unerwähnt blieben auch grundsätzliche Probleme in Kuba, die teilweise auch in der Mentalität begründet liegen. So ist die geringe Arbeitsproduktivität und Disziplin eine großes Manko. Dort, wo gewisse Produktionszweige unter militärischer Verantwortung liegen, klappt es sehr gut, aber ansonsten gibt es diesbezüglich große Probleme. Das ist der Regierung sehr bewusst und diese Kritiken sind auch Bestandteil in vielen Reden und Beschlüssen der Partei. Ein weiteres Problem ist die Landwirtschaft. Es wird vielfach irrtümlich angenommen, dass auf Kuba überall fruchtbarer Boden existiert, das ist nicht der Fall. So muss Weizen z.B. aus den USA eingeführt werden. Die Landwirtschaft braucht einen Investitutionsschub.

 

 

In der anschließenden Diskussion konnten aus Zeitgründen leider nicht alle Fragen beantwortet werden, weil zu jeder gestellten Frage der Referent einen extra Vortrag hätte machen können. Trotzdem konnte u.a. geklärt werden, wie die Position der EU zu Kuba sich geändert hat. Ebenso das erfolgreiche Wirken Kubas bei der Gründung der Alba (Wirtschaftsverbund aller Lateinamerikanischer Staaten ohne USA und Kanada).

 

Es wurde aber auch in der Diskussion deutlich, dass die Ausrichtung der USA sich dahingehend geändert hat, dass man aktuell dazu übergegangen ist, „regierungsunfähige Länder zu schaffen, solange die Ressourcen für die USA abgesichert sind.“ Als Beispiele wurden, Syrien, Libanon, usw. genannt.

 

Eine sehr erfolgreiche Veranstaltung wurde mit aufrichtigem Beifall für den Referenten Volker Hermsdorf beendet.

Am 1. Mai 2017 den Kampftag der Internationalen Arbeiterklasse, war der RotFuchs Förderverein e.V. Regionalgruppe rostock, wie jedes Jahr wieder mit einem Infostand vertreten.

                                           

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock

                      Einladung

 zu unserer Bildungsveranstaltung des RotFuchs Förderverein e.V. begrüßen wir                  

         Prof.Dr. Anton Latzo

           (Politikwissenschaftler)                       

                           zum Thema:

 "100.Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution - überaus Wesentliches  aus der unausweichlichen Zukunft!"

                             am

          Donnerstag, den  20. April 2017  

                    Beginn: 15.00 Uhr           

                         - Mehrgenerationenhaus- Evershagen-  

                  Maxim Gorki Str.52, in 18106 Rostock

 

-Wir bitten zur Absicherung der Veranstaltung um eine Spende-

 

Regionalgruppe Rostock des „RotFuchs“-Fördervereins e. V.                     

                                 -  Der Vorstand –

Unser Referent Prof. Dr. Anton Latzo, der nicht nur einen sehr inhaltsreichen Vortrag hielt, sondern wie hier, auch stets ein aufmerksamer Zuhörer ist.

Traditionell, eröfnete der Regionalvorsitzende die Bildungsveranstaltung und stimmte mit einer Kurzbiographie über den Referenten die anwesenden Gäste, auf die Thematik ein.

Bericht zur RotFuchsveranstaltung am 20. April  2017

von Carsten Hanke

 

 

 

 

 

Der Vorsitzende der Regionalgruppe (RG) Rostock (HRO) des RotFuchs Förderverein e.V. begrüßte herzlichst zum ersten Mal bei der Bildungsveranstaltung Herrn Prof. Dr. Anton Latzo.

 

Nach einer kurzen biographischen Vorstellung des Gastreferenten durch den Vorsitzenden, übernahm Prof. Dr. Anton Latzo das Wort für seinen Vortrag zum Thema „ 100. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution -überaus Wesentliches aus der unausweichlichen Zukunft“.

 

Der sehr umfangreiche und inhaltsreiche Vortrag begann mit einer historischen Darstellung der damaligen Zeit im Vorfeld der Oktoberrevolution, die durch zahlreiche regionale Kriege gekennzeichnet waren und mit den von den imperialistischen Mächten zum ersten Weltkrieg ausgeweitet wurden.

 

Dass dabei die herrschende Klasse aller kriegsführenden Länder, gerade unter den Arbeitern, Soldaten, Bauern den Tod, große Not und Elend sowie starke Verwüstungen gebracht hatte, war eine der entscheidenden Ursachen dafür, dass der ausgeprägte Wille und die große Sehnsucht nach Frieden in der Bevölkerung stark verankert war. Unter Lenins geführte Bolschewiki, die unter der Losung „Frieden, Arbeit, Brot“ die all jene Bedürfnisse wiederspiegelten, wurde zur politischen Heimat der leidgeprüften Bevölkerung im Vorfeld der Oktoberrevolution 1917.

 

Anschließend stellte der Referent etwas in abgewandelter Form, eine zu DDR-Zeiten viel gestellte Frage in den Raum: „ Sage mir, wie Du zur Oktoberrevolution stehst, und ich sage Dir, wer Du bist.“ Ohne hier eine Antwort aus dem Publikum zu erwarten, schob er die Frage nach: Ist das nur Geschichte?

 

Sehr eindeutig legte Prof. Dr. Anton Latzo dar, dass wir, in dem wir des
100. Jahrestages des Roten Oktober gedenken, gleichzeitig unsere Entschlossenheit bekunden, dass humanistische Anliegen der Oktoberrevolution fortzuführen.

Damals wie heute, so verwies der Referent auf die Richtigkeit der Aussage von Friedrich Schiller: “Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.“ In diesem Zusammenhang schob er gleich noch ein ebenso passendes Zitat eines großen deutschen Dichters, Johann Wolfgang von Goethe nach, der mahnend auch an die heutige Zeit gerichtet meint: “Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden.

Es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun!“

 

Immer wieder fanden die Zitate und wichtigen Aussagen des Referenten bei den anwesenden Gästen große Zustimmung.

 

In den nachfolgenden Aussagen belegte Prof. Dr. Anton Latzo sehr detailliert und nachvollziehbar, dass die Vorstellungen über den Kommunismus und Sozialismus die Verkörperung objektiver Gesetze der menschlichen Gesellschaft ist, also eine begründete Wissenschaft darstellt, in denen sich Erkenntnisse und Erfahrungen der Geschichte widerspiegeln.

 

Dass in seinen Ausführungen auch zahlreiche Zitate von Karl Marx und Friedrich Engels, den theoretischen Vordenkern des Kommunismus eine wesentliche Rolle mit spielten, gehört nicht nur zwangsläufig dazu, sondern sie waren auch die Grundlage für deren erste praktische Umsetzung bei der Oktoberrevolution. Mit der Oktoberrevolution war erstmals etwas neues entstanden und es wurde zudem auch ein Bann durchbrochen, denn bei allen früheren Revolutionen wurde eine Ausbeuterherrschaft durch eine andere ersetzt - jetzt nicht. Erstmals wurden die Voraussetzungen geschaffen, eine von Ausbeutung freie Gesellschaft aufzubauen, indem das private Eigentum an Produktionsmitteln in Volkseigentum bzw. Genossenschaftliches Eigentum überging.

Dass dieser ganze Prozess überhaupt erfolgreich gestaltet werden konnte, ist Lenin und seiner Bolschewiki zu verdanken, die konsequent die reformistischen und opportunistischen Kräfte und deren Konzepte bekämpften. Die Große Sozialistische Oktoberrevolution war der praktische Auftakt zur Epoche der revolutionären Erneuerung der Welt, der Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus.

Immer wieder zog der Referent den Bezug zur heutigen kapitalistischen Gesellschaft, den technischen Fortschritt und charakterisierte dabei gleichzeitig die menschenverachtende Politik dieser herrschende Klasse, die damals wie heute alle Mittel bis hin zum Berufsverbot und Krieg einsetzen, um ihre Macht zu festigen.

In diesem Zusammenhang blieb auch mit kritischen Anmerkungen nicht unerwähnt, wie sich die Linkspartei in der hiesigen BRD darstellt. Dabei zitierte der Referent den Parteivorsitzenden Bernd Riexinger von der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2017: “Natürlich kann man in kleinen revolutionären Parteien so diskutieren, wie man es hier macht. Aber wir sind nicht als eine revolutionäre Partei gegründet worden, sondern als Zusammenschluss verschiedener linker Strömungen.“

Somit wird deutlich, dass der Führung dieser Partei durch ihre Ausrichtung, eine Kurs der Negierung der sozialistischen Revolution, einer Distanzierung von der DDR geht.

Im Gegensatz dazu charakterisierte der Referent eine marxistisch-leninistischen Partei, die nicht nur notwendig ist, um die Arbeiterklasse in ihrem Kampf zu führen, sondern im Verbund in einer Massenbewegung für die geschäftlichen Veränderungen zu sorgen.

 

In der anschließenden Diskussion, wurden neben der Bedeutung der Oktoberrevolution vor allem auf die heutigen aktuellen Probleme eingegangen. Dabei spielten ebenso die veränderten Produktionsbedingungen auf Grund der rasanten technischen Entwicklung eine große Rollen, wie die leider vielfach unorganisierte und zersplitterte Arbeiterklassen eine große Rolle.

 

Nicht wenige Fragen konnten wegen ihrer zu erwartenden komplexen Antwort, nicht vollständig beantwortet werden. Beispielgebend dafür stand u.a. jene Frage, welche Ursachen letztendlich zum Untergang der UdSSR geführt hatten. Dass dabei neben inviduellen Fehlleistungen einiger Führungskräfte, auch teilweise Fehler in der politischen Ausrichtung der Partei der KPdSU gemacht wurden, ist genauso kritisch zu bewerten, wie die angespante weltpolitische Lage, die militärische Hochrüstung, oder wirtschaftliches Embargo gegenüber allen sozialistischen Ländern. Ebenso ursächlich muss kritisch angemerkt werden, dass es im Wirtschaftsverbund der sozialistischen Länder, dem RGW, wie im militärischen Verbund des Warschauer Vertrages, nicht immer so homogen zu ging, wie es unter gleichgesinnten Ländern mit dem Ziel des Aufbaus des Sozialismus hätten sein müssen.

Letztendlich wurde aber übereinstimmend festgestellt, dass nicht die Idee eine sozialistische bzw. kommunistische Gesellschaft aufzubauen unrealistisch ist, sondern auf Grund der vielfach gemachten Fehler, der Aufbau gescheitert ist. Das bezieht sich hauptsächlich auf das europäische Modell des Sozialismusversuchs, denn in China, Vietnam und einigen Lateinamerikanischen Ländern, wird aus den europäischen Erfahrungen gelernt und der Sozialismus weiter aufgebaut.

 

Eine sehr interessante Veranstaltung mit vielen bekannten aber auch neuen Erkenntnissen .

 

                                           

                          Förderverein e. V.    Regionalgruppe  Rostock

                      Einladung

 zu unserer Bildungsveranstaltung des RotFuchs Förderverein e.V. begrüßen wir                  

         Prof. Götz Dieckmann

           (Historiker, Buchautor)                       

                           zum Thema:

 "150 Jahre des Band I des Kapitals von

                         Karl Marx!"

                             am

          Donnerstag, den  23.März 2017  

                    Beginn: 15.00 Uhr           

                         - Mehrgenerationenhaus- Evershagen-  

                  Maxim Gorki Str.52, in 18106 Rostock

 

-Wir bitten zur Absicherung der Veranstaltung um eine Spende-

 

Regionalgruppe Rostock des „RotFuchs“-Fördervereins e. V.                     

                                 -  Der Vorstand –

Das Bildnis von Karl Marx vom DDR-Künstler Womaka(davon existieren nur 5 Stück), wurde am Ende der Veranstaltung vom RotFuchs-Mitglied Harry Machals der Regionalgruppe Rostock als Schenkung überreicht. Harry Machals hat damals dieses Bildnis vom damaligen Chefredakteur des RotFuchs Dr. Klaus Steiniger zum 80.Geburtstag geschenkt bekommen.

Diese würdevolle Geste wurde von den Anwesenden mit starken Applaus gedankt.

Bericht zur RotFuchsveranstaltung am 23.März  2017

von Carsten Hanke

 

 

 

Nach fast genau 4 Jahren, war Prof. Götz Dieckmann erneut Gast bei unserer monatlich stattfindenden RotFuchs-Bildungsveranstaltung am
23. März 2017 in Rostock.

 

Im voll besetzten Raum des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Evershagen, sprach der Referent Prof. Götz Dieckmann zum 150. Jahrestag des Ersten Bandes des Kapitals von Karl Marx.

 

Bevor das Referat gehalten wurde, gab der Vorsitzende der Regionalgruppe des RotFuchs in Rostock einen kurzen Querschnitt über die bewegende Biographie des Referenten zur Einleitung, die dann vom Referenten mit einigen Ergänzungen abgerundet wurde.

 

Zuerst gab Prof. Götz Dieckmann einen historischen Überblick über das Entstehen des Ersten Bandes des Kapitals von Karl Marx. So war einigen Anwesenden nicht bewusst, dass Karl Marx den Band selbst zu Lebzeiten nicht zu Ende geführt hat, sondern sein Freund Friedrich Engels. Auch ist dieser Erste Band von der Ausdrucksweise her anders formuliert worden, denn Karl Marx musste, um eine Veröffentlichung zu garantieren, an der strengen preußischen Zensur vorbei schreiben.

 

Der Referent gab die höfliche Empfehlung an die anwesenden Gäste, doch das 24. Kapitel über die Akkumulation im Detail nochmals aufmerksam zu lesen. Das garantiert dann ein noch besseres Verstehen der Zusammen-hänge und beweist somit auch gleich die Richtigkeit und Aktualität der Schriften von Karl Marx.

 

Nicht nur sehr geschickt sondern auch belegbar, verwies Prof. Götz Dieckmann auf die Zusammenhänge der diesjährigen Jubiläen vom Reformer Martin Luther (500 Jahre Reformation) - Karl Marx (150. Jahrestag des Ersten Bandes von „Das Kapital“) und dem 100. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in Russland 1917.

 

So zitierte der Referent mehrfach aus dem ersten Band von Karl Marx über Martin Luther, wo Karl Marx den Reformer Martin Luther als ersten deutschen Sozialökonomen bezeichnete.

 

So hatte Karl Marx festgestellt, dass Martin Luther das Individuum im Verhältnis zur Gesellschaft dargestellt hat. Auf der Grundlage vieler von Martin Luther erstmals in Zusammenhang gebrachten Verhältnissen des Menschen zum Eigentum selbst - also erstmals im Bewusstsein, frei zu sein vom Feudaladel und doch wieder jedermann verpflichtet zu sein, um sich zu ernähren usw.

 

Auf Grund dieser und weiterer von Martin Luther herausgearbeiteten Zusammenhänge, entwickelte Karl Marx in der frühkapitalistischen Entwicklung die Mehrwerttheorie.  Jene Theorie, die die kapitalistische Produktionsweise so charakteristisch darstellt und durch die Praxis über 100-fach bestätigt wurde. Somit hatte der Referent an nur diesem einem Beispiel gleichzeitig bewiesen, welchen bedeutenden Platz dieser Erste Band zum Kapital noch heute einnimmt.

 

Diese von Karl Marx dargestellten wissenschaftlichen Erkenntnisse waren die Grundlagen von Lenins Studium am Vorabend der russischen Revolution 1905 im Exil in der Schweiz. Letztendlich hob Lenin mehrfach die wissenschaftlichen Arbeiten von Karl Marx und Friedrich Engels hervor, weil sie die Grundlage für die praktische Umsetzung dieser Theorien in Russland 1917 erstmals erfolgreich bestätigten.

Somit hatte der Referent Prof. Götz Dieckmann den Bogen von Martin Luther über Karl Marx bis hin zur Großen Sozialistischen Oktoberrevolution hergestellt.

 

Nach diesem sehr mit theoretischen Fakten vollgepackten Referat, folgte eine sehr konstruktive Diskussion, wo neben vielen weiteren genannten Gesichtspunkten auch zusätzliche Fakten noch mit genannt wurden. Wichtig war in der Diskussion auch, dass der praktische Bezug dieses Ersten Bandes zur aktuellen Situation mehrfach dargestellt wurde, was bei der komplizierten gesamtgesellschaftlichen Situation besonders deutlich wurde. Abschließend fand folgender Satz die volle Zustimmung der anwesenden Gäste

„Man kann die heutige Zeit nicht verstehen, wenn man nicht in das marxistische Wesen eindringt!“

 

Im voll besetzten Bistro des Mehrgenerationhaus im Stadtteil Evershagen, wurde das Referat vom Prof. Görtz Dieckmann aufmerksam verfolgt.

 

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