Mein Herz schlägt links
Mein Herz schlägt links
Mein Herz schlägt links
Mein Herz schlägt links

Mein    schlägt links!!!

Herzlich willkommen!

" Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder von uns sollte etwas dafür tun, dass sie nicht zur Hölle wird."

mein persönliches Anliegen Carsten Hanke

Der Kapitalismus versucht Probleme zu lösen, die wir ohne ihn erst gar nicht hätten!

Liebe Besucher meiner Homepage

 

   Mein    schlägt links!!!

 

Dieses Logo wird Sie/Dich auf den Seiten meiner Homepage stets begleiten. Es ist eine tiefergehende Aussage, denn vom Aufbau des menschlichen Organismus aus betrachtet, schlägt das Herz in der Regel links.

Meine politische Überzeugung ist links.

Die meisten politischen Informationen beziehe ich aus den unterschiedlichsten Medien, Nachrichtenportale usw. Ein paar von Ihnen sind beispielgebend im Folgenden aufgeführt.

 

 

Info:

Seit dem 16.02.2016 treten auf einigen Seiten meiner Homepage folgende Hinweis auf "Die Seite kann nicht dargestellt werden". Nach wiederholter Rücksprache mit dem Anbieter meiner Homepage 1u1 wurde mir letztmalig am 22.02.2016 erklärt, dass hier ein Fehler im Programm vorliegt und das von Seiten des Anbieters an deren Fehlerbehebung gearbeitet wird.Von meiner Seite hatte ich u.a. versucht das Problem eigenständig zu beheben, indem ich z.b. auf der Seite "Standpunkte/Fakten" diese gelöscht und neu erstellt habe. Leider ohne den gewünschten Erfolg. Ich bitte deshalb alle Leser um Verständnis und hoffe, dass die derzeit sichtbaren Informationen auf Ihr Interesse stoßen. 

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Hanke

Leserbriefe/Meinungen zu aktuell-politischen und historischen Themen

Anmerkung:

Ich erhielt Kenntnis, dass der "Nordkurier" (eine Zeitung die in Mecklenburg-Vorpommern vertrieben wird) am 6 Juni 2016 für ein Buch als "Lesetip"  geworben hat. Was es daran zu kritisieren gibt, zeige ich Ihnen im folgenden:

Anmerkung:

Mal davon abgesehen, dass namhafte Historikern, die in diesem Buch sogenannten "neuen Erkenntnissen" im Vorfeld schon vielfach eindeutig widerlegt haben, sollte jeder Bürger, auch ohne historische Kenntnisse sich die Frage stellen: Wie kann es sein, dass die damals 1941 in der Armeestärke und in der militärischen Ausrüstung völlig unterlegenen Sowjetarmee einen Angriffskrieg auf Hitlerdeutschland starten hätten können und es somit auch nicht verhinderten, dass die deutsche Wehrmacht es bis kurz vor Moskau geschafft hatten.

Hier sollte man tiefgründiger Nachforschungen betreiben, wer dieser Autor und der Verleger ist und welches Ziel diese verfolgen.

e/2015/11/07/generalmajor-a-d-veroeffentlicht-in-extrem-rechten-verlag/:

Generalmajor a.D. veröffentlicht in extrem rechten Verlag

7. November 2015

in Allgemein und Geschichte NVA

 

Ein Generalmajor a.D. der NVA, Bernd Schwipper, hat im Verlag „Druffel & Vowinckel“ ein Buch mit dem Titel „Deutschland im Visier Stalins“ veröffentlicht. „Druffel & Vowinckel“ gehört zum Verlags-Netzwerk des extrem rechten Verlegers Gert Sudholt.
Das Vorwort stammt von Stefan Scheil, dem Hofhistoriker der stramm rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“, der neuerdings auch bei der AfD aktiv ist. Das Nachwort stammt von Generalleutnant a.D. Franz Uhle-Wettler. Franz Uhle-Wettler aus Meckenheim (NRW) war bis 1987 Kommandeur des NATO-Defence-College in Rom und soll am militärpolitischen Teil des extrem rechten Republikaner-Partei mitgeschrieben haben.
Inhaltlich geht es in dem Buch offenbar darum den deutschen Überfall auf die Sowjetunion als „Präventivschlag“ zu rechtfertigen.
Ein ‚Bernhard Schwipper‘ war bereits am Ende April, Anfang Mai 2011 als Referent bei den so genannten „Zeitgesprächen“ der extrem rechten Sudholt-Verlage angekündigt und zwar zum Thema „Wollte Stalin marschieren?“. Es dürfte sich um dieselbe Person handeln.

 

Auszug aus Wikipedia

Verlagsgesellschaft Berg

Die Verlagsgesellschaft Berg, zu der der Druffel-Verlag, der Türmer-Verlag und der Vowinckel-Verlag gehören, wurde 1991 in Inning am Ammersee gegründet und gilt als einer der größten rechtsextremen Verlage. Geschäftsführer ist der wegen Volksverhetzung vorbestrafte Gert Sudholt, ehemaliger Vorsitzender der Gesellschaft für Freie Publizistik, der laut Verfassungsschutz größten rechtsextremen Kulturvereinigung in Deutschland. Das Verlagsprogramm umfasst überwiegend geschichtsrevisionistische und rechtsextreme Publikationen. Die Verlagsgesellschaft Berg gibt auch die Zweimonatszeitschrift Deutsche Geschichte. Europa und die Welt heraus und veranstaltet unter dem Namen Zeitgespräche regelmäßig die deutschlandweit größten geschichtsrevisionistischen Veranstaltungen.[1][2][3]

Druffel-Verlag

Der Druffel-Verlag wurde 1952 von Helmut Sündermann und seiner Frau Ursula, einer geborenen von Druffel-Freiin von und zu Egloffstein, verwitwete Sudholt, gegründet. Sündermann war bis 1945 stellvertretender Reichspressechef der NSDAP. Der neu gegründete Verlag verlegte die Memoiren oder Bücher zahlreicher prominenter Nationalsozialisten, wie Joachim von Ribbentrop, Ilse Heß, Hans-Ulrich Rudel, Friedrich Grimm, Franz Alfred Six und Alfred Frauenfeld. Gert Sudholt übernahm den Verlag nach Sündermanns Tod 1972. Der Verlag firmiert auch als "Druffel & Vowinckel".

Türmer-Verlag

Der Türmer-Verlag wurde 1949 von Herbert Böhme gegründet und verlegte vor allem apologetische Literatur zur NS-Zeit und zum Zweiten Weltkrieg. Verlagsgründer Böhme, Dichter der NS-Bewegung, Mitglied der Obersten SA-Führung, Mitarbeiter der Reichspropagandaleitung und Lektor im NSDAP-eigenen Eher-Verlag, spielte nach dem Krieg eine zentrale Rolle in einer Reihe publizistischer Netzwerke der extremen Rechten. 1950 rief er das Deutsche Kulturwerk Europäischen Geistes (DKEG) ins Leben und machte den Türmer-Verlag zum Hausverlag des Vereins. 1951 gründete er zusammen mit Arthur Ehrhardt die politische Monatsschrift Nation und Europa. 1960 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Gesellschaft für freie Publizistik (GfP), 1965 war er Mitbegründer des Arbeitskreises Volkstreuer Verbände und 1970 der Aktion Widerstand.[4]

1977 erwarb Gert Sudholt das Verlagshaus und verlegte den Sitz von Lochham bei München nach Berg am Starnberger See. 1991 wurde der Verlag Bestandteil der Verlagsgemeinschaft Berg und 1992 schließlich aufgelöst.

Autoren

In den Anfangsjahren gab Böhme neben Eigenproduktionen Werke von Autoren heraus, die wie er dem Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes (DKEG) angehörten oder nahestanden. Dazu gehörten Hans Wilhelm Hagen, Theodor Seidenfaden, Karl Günther Stempel und Hans Grimm. Hinzu kamen die Klüter Blätter, die Mitteilungen des DKEG. Später folgten Titel wie Die Reichsparteitage der NSDAP 1923–1939, Der Afrikafeldzug in Farbe oder In Pflicht und Freude – Das Erlebnis Hitler-Jugend.

1981 legte der Türmer-Verlag das Buch Die Auslandsdeutschen – 100 Jahre Volkstumsarbeit von Rudolf Aschenauer auf, einem langjährigen Vorsitzenden des Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland. Das Buch von Henriette von Schirach, Anekdoten um Hitler, wurde 1982 indiziert. In der Buchreihe Türmer-Taschenbücher veröffentlichen unter anderen Hendrik van Bergh, Gert Sudholt, Gustav Sichelschmidt und Rüdiger Gerhard vorzugsweise revisionistische Literatur. 1982 fusionierte Sudholt die Klüter Blätter und den Politischen Zeitspiegel, der dem Witikobund nahestand, zu den Deutschen Monatsheften für Politik, Geschichte, Kultur und Wirtschaft, die bis 1990 im Türmer-Verlag erschienen. 1990 fusionierten die Deutschen Monatshefte mit Nation und Europa. Seit 1980 erscheint ein jährlicher Deutscher Almanach, zunächst von Reinhard Pozorny, nach dessen Tod 1993 von Andreas Molau herausgegeben.

Sudholt selbst ist Autor der offiziellen Festschrift 60 Jahre Olympiaort Garmisch-Partenkirchen 1936–1996, die zumindest bis 2010 noch Journalisten überreicht wurde, da der Ort sich bis 2013 um die Austragung von Winterspielen für die Zukunft bemüht hatte. Sie erschien 1996 in seiner Verlagsgesellschaft.[5]

Vowinckel-Verlag

Der Vowinckel-Verlag entstand 1923. Er verlegte u. a. Publikationen des republikfeindlichen Juniklubs, die Zeitschrift Das Gewissen sowie die Zeitschrift für Geopolitik und stand der Ring-Bewegung nahe, die später ein eigenes Organ Der Ring besaß.[6] Nach Kriegsende wurde der Verlag von Kurt Vowinckel, der in den 1960er Jahren Vorsitzender der rechtsextremen Gesellschaft für freie Publizistik (GfP) war, wiedergegründet. 1958 wurde der Sitz von Heidelberg ins nahegelegene Neckargemünd verlegt. Spätestens seit 1997 ist Gert Sudholt Eigentümer des Verlags.[7]

In den 1950er Jahren publizierte der Verlag überwiegend sogenannte Kriegserinnerungsliteratur; einer statistischen Untersuchung für den Zeitraum von 1945 bis 1961 zufolge war er der Verlag mit den meisten einschlägigen Veröffentlichungen.[8] Seit 1954 erschien die Reihe Die Wehrmacht im Kampf, die sich, herausgegeben von Hermann Teske, der theoretischen Erörterung von „Schlachten und Problemen des Zweiten Weltkriegs“ widmen wollte. Bis 1973 erschienen 49 Bände der Reihe. In einer zweiten Reihe Landser am Feind. Die Wirklichkeit des Krieges (späterer Im Blick zurück. Das Erleben des Krieges an der Front) erschienen zwischen 1957 und 1967 21 Titel. Die Autoren waren in der Regel keine einfachen Soldaten, sondern Offiziere.[7] Im November 1960 wurde ein in der Reihe erschienenes Buch von Ingo Petterson durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert.[9]

Ein Zweigunternehmen des Vowinckel-Verlags war die Scharnhorst Buchkameradschaft, ursprünglich eine Buchgemeinschaft für Einzelbezieher. Sie gab die Reihe Militärische Schriftweiser heraus, mit der unter anderem versucht wurde, den Bestand von Bundeswehr-Büchereien zu beeinflussen. Das Bundesverteidigungsministerium dementierte 1959, dass sich die Buchempfehlungen der Buchkameradschaft der „Gunst der betreffenden offiziellen Stellen“ erfreue.[10] Die Scharnhorst Buchkameradschaft ging 1983 im Vowinckel-Verlag auf.[7]

Einstufung durch den Verfassungsschutz

Die Verlagsgesellschaft Berg wurde im Verfassungsschutzbericht 2002 „als einer der bundesweit größten und wichtigsten organisationsunabhängigen rechtsextremistisch geprägten Verlage“ bezeichnet.[11] Laut Verfassungsschutzbericht 2006 sei es dem Verleger gelungen, das nunmehr zum sechsten Mal durchgeführte „ErlebnisWochenende Geschichte“ des „Druffel Verlages“ als feste Größe im rechtsextremistischen Veranstaltungskalender zu etablieren.[12]

Einzelnachweise

  1.  

·  Artikel Münchner Burschenschaft lädt Geschichtsrevisionisten ein 31. Oktober 2008 in Aida Archiv

·  ·  Anton Maegerle Konspiratives Treffen der Geschichtsverdreher - Blick nach Rechts vom 26. Februar 2013.

·  ·  Artikel zum Thema „Zeitgespräche“ - Alternative Dresden News 2008

·  ·  Rolf Düsterberg: Soldat und Kriegserlebnis. Deutsche militärische Erinnerungsliteratur (1945–1961) zum Zweiten Weltkrieg. Motive, Begriffe, Wertungen., Niemeyer 2000, ISBN 978-3-484-35078-6; S. 45

·  ·  Der Spiegel Nr. 3, 18. Januar 2010, S. 136

·  ·  Claudia Kemper: Das "Gewissen" 1919–1925: Kommunikation und Vernetzung der Jungkonservativen. S. 190, Anm. 609

·  ·  Rolf Düsterberg: Soldat und Kriegserlebnis. Deutsche militärische Erinnerungsliteratur (1945–1961) zum Zweiten Weltkrieg. Motive, Begriffe, Wertungen. Niemeyer, Tübingen 2000, ISBN 3-484-35078-4, S. 42.

·  ·  Düsterberg, Soldat, S. 41.

·  ·  Manfred Jenke: Verschwörung von rechts? Ein Bericht über den Rechtsradikalismus in Deutschland nach 1945. Colloquium, Berlin 1961, S. 394; Düsterberg, Soldat, S. 45.

·  ·  Jenke, Verschwörung, S. 389f.

·  ·  Verfassungsschutzbericht 2002 des Landes Nordrhein-Westfalen, S. 113.

  1. ·  Aus: Verfassungsschutzbericht 2006. Bundesamt für Verfassungsschutz, 25. Mai 2007, S. 142, archiviert vom Original am 6. August 2009, abgerufen am 22. März 2014 (PDF).

 

Kolumne aus der Berliner Zeitung vom 7. Juni 2016

von Götz Aly (Historiker

 

Vergangene Woche beschloss der Bundestag die Resolution zur "planmäßigen Vertreibung und Vernichtung von über einer Millionen ethnischer Armenier", begangen "im Auftrag des damaligen jungtürkischen Regimes". Den Anlass für die dann lange diskutierte Resolution bildete der 100. Jahrestag an dem der völkermörderische Terror gegen die Armenier 1915 begann.

Nun jährt sich am 22. Juni der Beginn des deutschen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion zum 75.Mal. Dieser bezweckte, so müsste die entsprechende Resolution lauten "die planmäßige Vertreibung und Vernichtung von vielen zehn Millionen sowjetischen Staatsbürgern"- begangen" im Auftrag der damaligen deutschen Regierung". In der Begründung könnte stehen: Am 2.Mai 1941 verständigten Vertreter der Wehrmacht und des Landwirtschaftsministeriums, möglichst viele Lebensmittel für deutsche, Frauen und Kinder in Russland zu reguirieren. Im Protokoll vermerkten sie "Hierbei werden zweifellos zig Millionen Menschen verhungern, wenn das für uns Notwendige aus dem Land herausgeholt wird." Der wegen der knappen Lebensmittelzuleilungen besorgte Stimmungsminister Goebbels notierte nach der Sitzung: Bald " wollen wir uns im Osten gesundstoßen". Am 30. Mai 1941 verabschiedete die Wehrmachtsführung eine Handlungsanweisung für die in der Ukraine einzusetzende Landwirtschaftsführer, sprich: Getreideräuber." Viele 10 Millionen Menschen werden" im industriellen Norden der Sowjetunion "überflüssig und werden sterben oder nach Sibirien auswandern müssen"." Versuche, die Bevölkerung dort vor dem Hungertode zu retten,unterbinden die Durchhaltemöglichkeit Deutschlands. Darüber muss absolute Klarheit herrschen. Aufs Praktische gerichtet hieß es:" Es wird darauf ankommen, die (hungernden)Bevölkerung in die sibirischen Räume abzulenken. Da Eisenbahntransport nicht in Frage kommt, wird auch dieses Problem ein äußerst schwieriges sein." Heinrich Himmler informierte seinen engen Mitarbeiter unverblümt: "Zweck des Russlandfeldzuges ist  die Dezimierung der slawischen Bevölkerung um 30 Millionen". Dank der sowjetischen Gegenwehr scheiterten die deutschen Pläne-zum Teil. Doch ließ die Wehrmacht in den ersten sieben Monaten des Krieges pro Tag mehr als 6000 gefangene Sowjetsoldaten vorsätzlich verhungern-um"eine Belastung der deutschen Ernährungsbilanz zu vermeiden". Nach der Berechnung des Statistischen Reichsamts raubten Deutsche in der Sowjetunion 1941-1943 den Lebensmittelbedarf von 20 Millionen Menschen.

Davon profitierten damals fast alle deutschen Familien, unser Bundespräsident noch als Kleinkind. Ist es nicht ein Gebot der Menschlichkeit, am 22.Juni-den 75. Jahrestag-an diesen verbrecherischen Krieg in würdiger Weise zu erinnern? Müsste es nicht als kalte Ignoranz empfunden werden, wenn unsere gewählten Repräsentanten diesen Tag wortlos verstreichen ließen? Wenn sie nicht historische Verantwortung übernehmen und den Menschen ihr Mitgefühl bekunden würden, deren Familiengräber in Lagern und eingeschlossenen Städten verhungerten oder als "unnütze Esser", Juden, Kommunisten und" minderwertige Slawen" millionenfach von Deutschen ermordet wurden.

Anmerkungen:

Im Rahmen der Zuständigkeit, habe ich mir erlaubt, den dafür zuständigen Innenminister von MV von diesen Sachverhalt in Kenntnis zu setzen und Ihn aufzufordern,  alles dafür zu tun, gegen diese Geschichtverfälschung, Bewerbung von rechtsextremen Verlagen in öffentlich Medien vorzugehen.

Ich werde möglichst zeitnah, auf dieser Seite, eine mögliche Antwort von Seiten des Ministers hier einstellen.

 

Wehret den Anfängen! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg !

Carsten Hanke

                                                                                                                                                       den 09.06.2016

 

 

Ministerium für Inneres und Sport Mecklenburg-Vorpommern

z. Hd. Innenminister Lorenz Caffier

Arsenal am Pfaffenteich

Alexandrinenstraße 1

19055 Schwerin

 

 

Sehr geehrter Herr Innenminister Lorenz Caffier,

als Innenminister MV haben Sie sich seit Ihrem Amtsantritt 2006 aktiv für ein Verbot der rechtsextremen Partei, der NPD, eingesetzt. Das begrüße ich sehr und es verdient meinen Respekt.

Wir Ihnen sicherlich bekannt ist, ist die NPD nicht die einzige rechtsextreme Gruppierung in MV, die ihre rassistische, menschenverachtende Ideologie bis hin zu gewalttätigen Übergriffen auf Ausländer und Andersdenkende Bürger dieses Landes praktiziert.

Leider musste ich zur Kenntnis nehmen, dass in der Ausgabe der Zeitung “Nordkurier“ vom 6. Juni 2016 ein Lesetipp beworben wurde (siehe Anhang). Das Buch mit dem Titel „Deutschland im Visier von Stalin, der Weg der Roten Armee in den europäischen Krieg und der Aufmarsch der Wehrmacht 1941“. Der Autor des Buches ist Bernd Schwipper und das Buch ist erschienen im Verlag Druffel & Vorwinckel, jenem Verlag, der nicht nur lt. Wikipedia zu einem der größten rechtsextremen Verlage zählt (siehe Anhang Auszug Wikipedia), sondern auch von Landesverfassungsschutzämtern wie vom Bundesverfassungsschutz beobachtet bzw. in Berichten mehrfach erwähnt wurde.

Mir ist bewusst, dass sich nach meinen Kenntnissen presserechtlich gegen die Veröffentlichung dieses „ Lesetipps“ wenig machen lässt, da die falsche Tatsachenbehauptung erst im Buch und nicht in der Ankündigung  sich nachweisen lässt und ebenso keine Volksverhetzung ersichtlich ist.

Dennoch halte ich es nicht für hinnehmbar, dass in einer in MV erscheinenden Zeitung nachgewiesene rechtsextreme Verlage beworben werden, um somit die rechtsextreme Ideologie offiziell ihre Verbreitung findet und als legitim angesehen wird.

Ich bitte Sie daher, Herr Innenminister Caffier, mir kurzfristig mitzuteilen:

1. ob Sie gegen den „Nordkurier“ rechtliche Maßnahmen im Rahmen Ihrer Möglichkeiten einleiten werden und welche es sind und wann das passiert?

2. welche Aktivitäten von Seiten des Innenministeriums MV zu erwarten sind, damit künftig weder rechtsextreme Verlage noch deren Publikationen in den öffentlich zugänglichen Medien beworben werden bzw. eine Veröffentlichung finden.

Mit freundlichen Grüßen

 

Carsten Hanke

Anmerkungen:

Die im folgenden aufgeführten Schriften sind "nur" ein Teil der historische Ereignisse, die zweifelsfrei belegen, wie die Situation im besagten Zeitraum tatsächlich war.

Rezension zu:

Bernd Schwipper: Deutschland im Visier Stalins – Der Weg der Roten Armee in den Europaischen Krieg und der Aufmarsch der Wehrmacht 1941 – Eine vergleichende Studie anhand russischer Dokumente

Druffel & Vowinckel-Verlag Gilching 2015 Vom Vorwort des durch seine wiederholten Versuche zur Umdeutung der Geschichte

des Zweiten Weltkrieges in rechtsradikalen Kreisen zu Ansehen gekommenen Stefan Scheil bis zum Nachwort des Bundeswehrgenerals Uhle-Wettler wird dieses Buch von einem Gedanken getragen: Schwipper habe „die noch fehlenden Bausteine gefunden,

die ohne Umschweife zweifelsfrei beweisen, dass die Rote Armee spatestens im Juli 1941 das Deutsche Reich angreifen sollte.“ (S. 540) Schwipper fasst das Fazit der uber 500 Seiten seiner Untersuchung in den Worten zusammen: „Aus heutiger Sicht und nach Kenntnis der veroffentlichten Dokumente – Ja, der Angriff der Wehrmacht

war ein Präventivschlag!“ Er behauptet: „Die Sowjetunion trat bereits

am 17. September 1939 in den europäischen Krieg ein.“ (S. 535)

Dass derlei Behauptungen wiederholt aus dem Kreise derer zu horen ist, die wie Scheil und Uhle-Wettler die Wehrmachtsausstellung 1 als „sachlich bedeutungslos“ abqualifizieren 2ist wenig uberraschend. Umso bemerkenswerter scheint es zu sein,

wenn ein Generalmajor a.D. der Nationalen Volksarmee der DDR, Absolvent der Akademie des Generalstabes der Sowjetarmee derlei Spruche in einem rechtsextremen Umfeld ablasst. Etwas verstandlicher wird dessen Verhalten, wenn man liest, dass Generalmajor Schwipper seine damaligen Genossen noch am 30.9.1990 mit den Worten „und wir sind doch die Sieger der Geschichte!“ 3 verabschiedete. Da war einer mal zu 250% von einer Sache uberzeugt, mit der er auch seine Karriere zu verbinden wusste. Aber mit dem Scheitern dieser Karriere machte sich eine Verzweiflung breit,

die auch alles das infrage stellte, was zuvor so selbstverstandlich zu sein schien.

Diese bittere Enttauschung fuhrte bei Schwipper dazu, dass er nicht einmal mehr begriff, dass zwar sein Verrat willkommen geheisen, das er ungeachtet dessen auch auf der anderen Seite nur ein Verrater bleibt…

Mit dieser Schandschrift wird erneut versucht, ungeachtet der unsaglichen Verbrechen des Vernichtungskrieges von Wehrmacht und SS, nach Millionen Opfern und schrecklichen Verlusten, nach der militarischen Zerschlagung des Hitlerfaschismus und nach dem Urteil des Nurnberger Gerichtes nachtraglich zu bestatigen und zu

rechtfertigen.

 

1 Verbrechen der Wehrmacht – Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1945, unter: http://www. verbrechen-der-wehrmacht.de/docs/home.htm

2 F. Uhle-Wettler: Gedanken zur Traditionswurdigkeit der Wehrmacht, unter: http://www.deutschland journal.de/Deutschland_Journal_-_Jahresau/Deutschland_Journal_-_Jahresau/Gedanken_zur_Traditio

nswurdigkeit_der_Wehrmacht.pdf

3 S. Horst: Erinnerungen 4: Das Ende / Die Luftverteidigung der DDR bis 1990, unter: http://www.lvwv.

de/frt/erinnerungen/erinnerungen.html

 

Im Eifer seiner Bemuhungen stort sich General Schwipper nicht einmal daran, dass Hitlers Behauptung, dass sich „die militarischen Machtmittel des Angriffswillens der Roten Armee in rapider Schnelligkeit von Jahr zu Jahr steigerten“ in der ‚Denkschrift uber die Aufgaben eines Vierjahresplans’ aus dem Jahre 19364 auch durch seine

eigenen Feststellungen widerlegt wird. Denn danach ist bis Sommer 1940 von einem „moderaten Wachstum der personellen Friedensstarke der Roten Armee“ und „einer insgesamt defensiven Strategie“ auszugehen. Die von ihm erst danach konstatierte „abrupte Diskontinuitat der Entwicklung der Roten Armee“ zeige „jedoch, dass Stalin

etwa ab dem Jahre 1940 ernsthaft beabsichtigte, zur Fuhrung seiner ausenpolitischen Aktivitaten und in Fortsetzung seiner lokalen Feldzuge eine militarische gegen Deutschland gerichtete Variante in Betracht zu ziehen, …“ (S. 141) Nicht weniger aufschlussreich ist die Tatsache, dass die an gleicher Stelle angefuhrten ‚Rechtfertigungsgrunde’ zur Vorbereitung eines neuen Krieges ignoriert werden:

Hitler beruft sich auf reaktionar-aggressive Geschwatz vom ‚Volk ohne Raum’: „Wir sind ubervolkert und konnen uns auf der eigenen Grundlage nicht ernahren.“ Und er hat auch eine ‚Antwort’, die ganz auf der Linie der hinter ihm stehenden Vertreter der Grosindustrie lag: „Die endgultige Losung liegt in einer Erweiterung des Lebensraumes

bzw. der Rohstoff und Ernahrungsbasis unseres Volkes. Es ist die Aufgabe der politischen Fuhrung, diese Frage dereinst zu losen.“ Das ist der Rahmen, in dem Hitler seine historische Mission einordnet: „I. Die deutsche Armee muss in 4 Jahren einsatzfahig sein. II. Die deutsche Wirtschaft muss in 4 Jahren kriegsfahig sein.“5 Die Stosrichtung des 1936 geplanten Krieges hatte Hitler schon 1925 sowohl in weltanschaulicher

als auch in geostrategischer Hinsicht in dem als ‚Ostorientierung oder

Ostpolitik’ benannten 14. Kapitel seines ‚Mein Kampf’ fixiert.

Goebbels brachte das verbrecherische Wesen dieser Kriegsziele im Oktober 1942 noch klarer und unmissverstandlicher zum Ausdruck: „Es geht diesmal nicht um blasse Ideale … Wir wollen uns endlich einmal als Volk an den Fettnapf der Welt setzen.

Diesmal geht es um wichtigere Dinge, die uns alle angehen, um Kohle, Eisen, Ol und vor allem um Weizen, damit wir das tagliche Brot auf dem Tisch haben.“6 Kohle, Eisen, Ol und Weizen waren damals und heute ging und geht es um die Reichtumer, mit denen noch grosere Geschafte zu machen sind. Mit dem dumpfen Geschwatz vom ‚Volk ohne Raum’, der arrogant-rassistischen Verlogenheit von der deutschen

Herrenrasse, der Ganovensprache vom ‚Fettnapf der Welt’ und offener Auforderung zum Raub wurden nicht nur Wehrmacht, SA und SS sondern das deutsche Volk in die Verbrechen des Vernichtungskrieges im Osten hineingezogen.

 

4 Denkschrift Hitlers uber die Aufgaben eines Vierjahresplanes (1936), unter: http://www.kurt-bauergeschichte.

at/PDF_Lehrveranstaltung%202008_2009/14_Hitler- enkschrift_Vierjahresplan.pdf

5 Denkschrift Hitlers uber die Aufgaben eines Vierjahresplanes (1936), unter: http://www.kurt-bauergeschichte.

at/PDF_Lehrveranstaltung%202008_2009/14_Hitler-Denkschrift_Vierjahresplan.pdf

6 zitiert nach: D. Eichholtz: Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft, Berlin 1985, S. 255

 

Schwipper stöst sich weder daran noch nimmt er zur Kenntnis, was im ersten Satz der Weisung Nr. 21 vom 28.12.1940 dokumentiert ist. Dort steht Hitlers Weisung, dass „die deutsche Wehrmacht … darauf vorbereitet sein (muss, auch vor Beendigung des Krieges gegen England Sowjetrussland in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen

(Fall Barbarossa).“7 Trotz aller Bemuhungen – weder Schwipper noch

andere Anhanger dieser Sorte ‚Geschichtsschreibung’ waren und sind in der Lage vergleichbare Aussagen aus sowjetischen Quellen beizubringen. Angesichts dieser unbestreitbaren Tatsachen sind die Scheil, Uhle-Wettler und deren Gesinnungsgenossen

hoch erfreut, dass ausgerechnet von der anderen Seite einer daherkommt, der den Uberfall auf die UdSSR nachtraglich rechtfertigt.

Wer immer daruber spricht oder schreibt, kann nicht daran vorubergehen, dass derlei Versuche weder neu noch originell sind. Einer der ersten, der sich mit diesem Thema lange vor Schwipper profilieren wollten, war Viktor Suworow (Klarname Wladimir Bogdanowitsch Rezun), ein Mitarbeiter der sowjetischen Auslandsaufklarung, der sich

1978 nach Grosbritannien absetzte. Seither produziert Rezun//Suworow in Serie Bucher, deren einziger Zweck die Diffamierung der UdSSR und ihrer Geschichte ist.

Schon hier findet sich die Behauptung, die UdSSR habe einen Angriffskrieg gegen Deutschland vorbereitet. Hitler sei dem nur zuvor gekommen.8 Aber warum auch immer - Rezun//Suworow wird bei Schwipper nicht einmal erwahnt. Er - nach seinen Worten nur dem Anspruch verpflichte, der objektiven Wahrheit zumindest nahezukommen

(S. 16f) – unterlasst es aber auch, den von ihm mehrfach zitierten Lew

Besymenski dort zu erwahnen, wo es um den Kern seiner Behauptungen geht.

Schwipper versucht, die Frage nach klaren Beweisen und daraus ableitbaren Antworten in einem Wust von Details zu ersaufen, die fur viele Leser schon deshalb nicht nachvollziehbar sind, weil sie die russischen Originale nicht lesen und gleich gar nicht bewerten konnen. Wiederholt behauptet er, dass die von ihm gezogenen Schlusse

‚offensichtlich’ seien. Immer dann, wenn er keine Beweise vorlegen kann konstruiert er seine Schlussfolgerungen auf das, was er in freier Deutung seiner Absicht für ‚offensichtlich’ halt. Dieser seiner ‚Logik’ folgend wird in den Schlussfolgerungen zum 1. Kapitel (‚Schaffung und Ausbau des Kriegsschauplatzes’) behauptet, dass „es der politischen und militarischen Fuhrung, vor allem jedoch Stalin, mit der Durchfuhrung

der Feldzuge im Jahre 1940 in erster Linie um die Schaffung eines strategisch vorteilhaften Aufmarschraumes auf dem vorgesehenen westlichen Kriegsschauplatz ging.“ (S. 68)

 

7 W. Hubatsch: Dokumente des Oberkommandos der Wehrmacht. Hitlers Weisungen fur die Kriegsfuhrung

1939-1940, Munchen o.J., S. 84

8 В. Суворов: Ледокол, Кто начал Вторую мировою войну? (V. Suworow: Wer begann den zweiten

Weltkrieg?), unter: http://www.urantia-s.com/library/suvorov/ledokol/1

 

Dabei wird vollig ignoriert, was auf der anderen Seite geschah. Fur einen zu Unrecht zum ‚russischen Militarhistoriker’ beforderten Sensationsschriftsteller9 mag so etwas durchgehen. Ein General sollte wissen, was Clausewitz seinen Berufskollegen ins militarische Alphabet geschrieben hat. Zu den Wechselbeziehungen der ‚ausersten

Anwendung der Gewalt’ findet sich da der Hinweis: „Dadurch gibt er dem anderen das Gesetz, und so steigern sich beide bis zum ausersten, ohne dass es andere Schranken gabe als die der innewohnenden Gegengewichte.“10 Mit anderen Worten:

Auserhalb des Verhaltnisses der Handlungen der an einem Konflikt beteiligten oder davon betroffenen Seiten kann nicht ernsthaft analysiert werden.

Die uberflutende Menge selektiv nach Masgabe der hinterhaltigen Absicht dieses Machwerkes vorsortierter Details zur Mobilmachung, zur Entwicklung der Waffengattungen, zur Rustungsproduktion, zur Konzentration der Streitkrafte, zur Entwicklung der Operationsplane und zur Ausbildung der Roten Armee wird auserhalb des Vergleiches des historischen Zusammenhanges dargestellt. So ‚verschwinden’ die

lange vorher mit dem Vierjahresplan und mit und nach dem Uberfall der Wehrmacht auf Polen in Hitlerdeutschland in Szene gesetzten Rahmenbedingungen des Handels der sowjetischen Fuhrung und so werden von Schwipper die im Ergebnis dieser

Entwicklung mit Verspatung eingeleiteten Masnahmen zur Verbesserung der Verteidigungsfahigkeit zu einem Angriffskrieg umgelogen, den es nie gegeben hat.

Die sowjetische Fuhrung musste auf dieses Vorrucken der aggressivsten und seinerzeit starksten Militarmacht, auf eigene Aufklarungsergebnisse und die mittlerweile  unubersehbar gewordenen Kriegsvorbereitungen der Wehrmacht in Polen, Finnland, Ungarn, Rumanien und Bulgarien reagieren. Das war umso dringender angeraten, weil im Vorfeld durch den sowjetisch-finnischen Krieg schwerwiegenden Mangel in

der Gefechtsbereitschaft offen zutage getreten waren. Zudem gab es in der langst uberfalligen Umrustung der Roten Armee bei fast allen Waffengattungen Ruckstande.

Es fehlten Erfahrungen in der Fuhrung des Zusammenwirkens der Waffengattungen im Rahmen groser militarischer Operationen eines Bewegungskrieges. Umso ernster mussten die sich immer deutlicher abzeichnenden Angriffsvorbereitungen auf der deutschen Seite genommen werden.

Schwipper interpretiert die dadurch ausgelosten Reaktionen in der sowjetischen Fuhrung so, als ware dies die eigentliche Ursache des Uberfalls der Wehrmacht auf die UdSSR. Er zitiert Quellen nach Masgabe der von ihm verfolgten Absicht. Wie hinterhaltig

er dabei mit der Entstellung der ganzen Komplexitat der Ereignisse umgeht wird in der Art und Weise deutlich, in der er mit den Untersuchungsergebnissen des 9 Schwipper beruft sich wiederholt auf Igor Bunitsch, den er als russischen Militarhistoriker bezeichnet.

 

Aber Bunitsch (Бунич, Игорь Львович 1937-2000) ist ein Schriftsteller und Publizist, der durch Veroffentlichungen im Genre der ‚фолк-хистори’ – zu deutsch: der Geschichtsfalschung und durch popular-historische Bucher zur Seekriegsthematik eine zweifelhafte Bekanntschaft erlangte.

10 C.v. Clausewitz: Vom Kriege, Augsburg 1998, S. 18

sowjetischen Militarhistorikers Lew Besymenski11 umgeht. Schwipper beherrscht die russische Sprache. Aber zu Besymenskis fundamentaler Arbeit zu dem von Schwipper in Angriff genommenen Fragestellungen, das 512 Seiten umfassende, 2000 in Moskau erschienene Buch ‚Hitler und Stalin vor dem Zusammenstos’ (‚Гитлер и Сталин

перед схватка'12) fehlt bei Schwipper jeder Hinweis. Das ist umso bemerkenswerter, weil Besymenski im Unterschied zu Schwipper nicht bei einer ahistorisch-einseitigen Betrachtung stehenbleibt, sondern den ganzen Komplex der historischen Entwicklung der Ereignisse im Vorfeld des Barbarossa-Plans unter Einschluss der ‚Argumente’ der

Anhanger einer Theorie vom ‚Praventivkrieg Stalins’ analysiert.

In diesem Zusammenhang ist auch auf Schwippers Interpretation Rede Stalins vom 17.4.1940 einzugehen. Der behauptet, „Grundgehalt seiner Rede“ sei die Aussage „Nur eine angreifende Armee ist eine moderne Armee“ (S. 80) gewesen. Doch diese Aussage ist in dieser Rede nicht zu finden. Stalin setzte sich hier mit dem kritischen Zustand der Roten Armee auseinander, mit weit verbreiteten Tendenzen von Selbstzufriedenheit,

mit der Unterschatzung des potentiellen Gegners und Erscheinungen

von Prahlerei und Uberheblichkeit. Was vom Gerede uber die Unbesiegbarkeit der Roten Armee zu halten war, sei im Krieg gegen Finnland uberdeutlich geworden. Und noch immer werde nicht begriffen, dass die Rote Armee bisher gar keine Erfahrungen in der Fuhrung eines modernen Krieges habe. In diesem Zusammenhang setzte er

sich mit der These von der unbesiegbaren Armee auseinander und macht in aller Dringlichkeit darauf aufmerksam, dass „der Krieg ein Spiel mit mehreren Unbekannten ist, dass es im Kriege zu Niederlagen kommen kann. Und deshalb ist es notwendig,

nicht nur den Angriff, sondern auch den Ruckzug zu lernen.“13

Ohne uberhaupt darauf einzugehen behauptet Schwipper in den Schlussfolgerungen zum 2. Kapitel (‚Weichenstellung zur Vorbereitung offensiver Handlungen’), dass „alle nach seiner Rede vom 14. (17.) April 1940 eingeleiteten ausenpolitischen, rustungstechnischen,

militarisch-konzeptionellen und infrastrukturellen Masnahmen die Absicht

eines energischen Wandels in Richtung geplanter offensiver Handlungen grosen Masstabes auf dem westlichen Kriegsschauplatz erkennen“ lassen. (S. 80) In der Analyse dieser Rede kommt Besymenskijs zu wesentlich nuchterneren Einschatzungen.

Er konstatiert nicht nur, dass auf dieser Beratung auser Stalin 46 weitere Redner, Kommandeure der Roten Armee und Mitarbeiter des Staatsapparates sprachen.

Aus seiner Sicht war die abschliesende Rede in verschiedener Hinsicht bemerkenswert:

„Die militarische Analyse beinhaltete eine grose Zahl kritischer Bemerkungen, die mit den Misserfolgen der ersten Periode des Krieges und dem offensichtlichen

 

11 Lew Aleksandrowitsch Besymensikj (1920-2007) Schriftsteller, Militarhistoriker, Professor der Militarakademie

12 Л.А. Безыменский: Гитлер и Сталин перед схваткой, (L.A. Besymenskij: Hitler und Stalin vor der

Schlacht) unter: http://militera.lib.ru/research/bezymensky3/index.html

13 И.В. Сталин: Выступление на совещании начальствующего состава Красной Армии 17 АПРЕЛЯ

1940 ГОДА, (Stalin: Rede vor dem Kommandobestand der Roten Armee vom 17.4.1940), unter: http://grachev62.narod.ru/stalin/t14/t14_61.htm

 

Scheitern des Kommandos verbunden waren (der Volkskommissar fur Verteidigung Marschall Woroschilow wurde abgelost). Aber der politische Aspekt der Rede war fur viele unerwartet: Stalin beurteilte das Resultat dieses Krieges positiv.“ Doch zusammenfassend

stellt Besymenskij fest, dass Marschall Merezkow, im sowjetisch-finnischen Krieg Kommandeur der 7. Armee und von August 1940 bis Januar 1941 Chef des Generalstabs zur Durchsetzung der im sowjetisch-finnischen Krieg nicht in vollem Umfang durchgesetzten Masnahmen zum Schutze Leningrades mehr Divisionen gefordert habe. Doch auch dieses Szenario sei letztlich gescheitert.14 Schwipper konzentriert sich einseitig auf die Masnahmen, die in der UdSSR zur Erhohung der Gefechtsbereitschaft geplant und durchgefuhrt wurden. Er analysiert

die Operationsplane der Vorkriegsjahre 1940/41 und baut darauf seine Schlussfolgerungen aus. Was zur gleichen Zeit im OKW und beim OKH uber die Buhne ging bleibt ausen vor. Auf diese Art und Weise bleibt auch die Tatsache auf der Strecke, dass der deutsche Generalstab fur die Arbeit am Plan Barbarossa vom Juni 1940 bis Juni

1941 von den ersten Skizzen vom 22.7.1940 bis zur Auslosung des Angriffsbefehls viel grundlicher ausgearbeitet wurde, als jeder der anderen ‚Falle’ vom Fall ‚Weis’ bis zum Uberfall auf Jugoslawien. Zweifelsohne ist auch bei Besymenski nicht alles unumstritten,

was dort angesichts einer Vielzahl kaum noch rekonstruierbarer Sachverhalte uber diese hochgradig widerspruchliche Phase der Geschichte nachlesbar ist.

Aber hier wurden zumindest die fur den Verlauf der damaligen Entwicklung wesentlichen Dokumente beider Seiten ausgewertet.

Zum 3. Kapitel (‚Die Mobilmachung der Roten Armee’) wird nicht nur festgestellt, dass dem ‚moderaten Wachstum der personellen Friedensstarke der Roten Armee und der starken Entwicklung mehr defensiver Waffengattungen „ab Sommer 1940

ein starkes und ab Januar/Februar 1941 ein extremes Wachstum der Friedensstärke der Roten Armee“ folgte. (S. 141) Schwipper schliest daraus: „Die abrupte Diskontinuitat in der Entwicklung der Roten Armee zeigt jedoch, dass Stalin etwa ab dem Jahre 1940 ernsthaft beabsichtigte, zur Fuhrung seiner ausenpolitischen

Aktivitaten und in Fortsetzung seiner lokalen Feldzuge eine militarisch

gegen Deutschland gerichtete Variante in Betracht zu ziehen, um in den zwischen den kapitalistischen Staaten ausgebrochenen europaischen Krieg eingreifen zu konnen. Wesentlichstes Vorhaben war die Herstellung der Kriegsbereitschaft der Roten Armee.“ (S. 141f) Noch weiter geht seine Behauptung, dass „die kontinuierliche Erhöhung der Friedensstärke der Roten Armee und deren gedeckte Annäherung an die Kriegsstärke, die Vervollkommnung ihrer

Offensivstrukturen sowie die systematische Entwicklung der Mobilmachungsbereitschaft, insbesondere des Instrumentes der gedeckten Teilmobilmachungen, … die Herstellung der Offensivfähigkeit der Roten Armee, zumindest der Operationen in der Anfangsperiode des Krieges ohne

 

14 Л.А. Безыменский: Гитлер и Сталин перед схваткой, (L.A. Besymenskij: Hitler und Stalin vor der Schlacht), 18. Kapitel; unter: http://militera.lib.ru/research/bezymensky3/index.html

 

vorherige Auslösung der allgemeinen und offenen Mobilmachung (sicherten).“ (S. 150) Dabei wird vollig ausgeklammert, was auf der anderen Seite bereits geschehen war.

Der nachste Eckpunkt in Schwippers Argumentation ist die Rede Stalins vor den Absolventen der Militarakademie vom 5. Mai 1941. Schwipper spricht dieser Rede besondere Bedeutung zu, „weil sich auf dieser Grundlage das Ziel des Aufmarsches bestimmen lasst.“ Er behauptet aus dieser Rede folgende vier Schlusse ziehen zu konnen: „1. Der Politikwechsel gegenüber Deutschland und die Begründung

für diesen Politikwechsel.“ (S. 272) „2. Das Mittel zur Durchsetzung dieser Politik – die Rote Armee.“ „3. Der Zeitpunkt einer Offensive gegen Deutschland – nach der Landung der Wehrmacht in England.“ „4. Die Methode (die Art und Weise des Einsatzes der militärischen Macht) – der Angriff.“ (S. 273)

 

Aber im Text dieser Rede geht es zunachst um die Veranderungen, die es in den letzten Jahren in der Roten Armee gegeben hat. Stalin kritisiert das Zuruckbleiben der militarischen Ausbildung hinter diesen Veranderungen und erinnert noch einmal an die Leninsche Worte, dass geschlagene Armeen besser lernen. Er spricht uber die politische Vorbereitung auf einen Krieg, verweist auf die Entwicklung in    Deutschland, folgert aber, dass die Unterdruckung anderer Volker durch die deutsche Armee nicht zum Siege fuhren konne.15 Weder die auszugweise wiedergegebenen Textpassagen noch der hier nicht angefuhrte Text konnen in dem Sinne interpretiert werden, den

Schwipper in seinen vier Punkten wiedergibt. Noch aufschlussreicher ist die Art und Weise seiner Deutung des von ihm wiedergegebenen Teils des dritten Trinkspruchs.

Anlass fur diesen dritten Trinkspruch waren die Worte eines Generals der Panzertruppe.

Der hatte – offensichtlich unter dem Eindruck der eben erst gehorten Rede - einen Trinkspruch auf die friedliche Ausenpolitik vorgetragen. Erst dadurch sah sich Stalin veranlasst, diesen Eindruck zu korrigieren. Den ersten Teilsatz („gestatten sie eine Korrektur.“) uberspringend ubersetzt Schwipper diesen Text16 wie folgt: „Die Friedenspolitik gewahrleistet unserem Lande den Frieden. Die Friedenspolitik ist eine gute Sache. Bis zu einer bestimmten Zeit begleiteten wir die Linie der Verteidigung,

 

15 Nach dem Text der Rede aus: Речь и выступления И.В.Сталина на приеме в честь выпускников военных академий - 5 мая 1941 года, Rede und Toasts Stalins auf dem Empfang zu Ehren der

Absolventen der Militarakademien vom 5.5.1941, unter: http://army.armor.kiev.ua/hist/stalin-5-5- 41.shtml

16 „Разрешите внести поправку. Мирная политика обеспечивала мир нашей стране. Мирная политика дело хорошее.

Мы до поры, до времени проводили линию на оборону - до тех пор, пока не перевооружили нашу армию, не снабдили армию современными средствами борьбы. А теперь, когда мы нашу

армию реконструировали, насытили техникой для современного боя, когда мы стали сильны - теперь надо перейти от обороны к наступлению.

Проводя оборону нашей страны, мы обязаны действовать наступательным образом. От обороны перейти к военной политике наступательных действий. Нам необходимо перестроить

наше воспитание, нашу пропаганду, агитацию, нашу печать в наступательном духе. Красная Армия есть современная армия, а современная армия - армия наступательная.“ nach:

 

bis zu der Zeit, solange wir unsere Armee nicht umrusteten, die Armee ausrusteten mit modernen Kampfmitteln. Aber jetzt, da wir unsere Armee rekonstruierten, ausreichend mit Technik fur das moderne Gefecht versorgt, da wir starker wurden – jetzt mussen wir von der Verteidigung zum Angriff ubergehen. Wahrend wir die Verteidigung unseres Landes durchfuhren, sind wir verpflichtet, in der Art des Angriffs zu handeln. Von der Verteidigung zur Kriegspolitik der Angriffshandlungen. Wie

mussen unsere Erziehung, unsere Propaganda, Agitation, unsere Presse im Geiste des Angriffs umbauen. Die Rote Armee ist eine moderne Armee ist eine angreifende Armee.“ (S. 273f)

Mit anderen Worten: Schwippers ‚starkstes Argument’ ist Stalins Reaktion Stalins auf den Trinkspruch eines Generals, der nicht begriffen hatte, wie uberaus ernst sich die militarische Lage entwickelt hatte. Angesichts dessen wirkte die begeisterte Zustimmung

dieses Generals zur Friedenspolitik der UdSSR wie ein Beweis dafur, dass diese Gefahr nicht ernst genommen wurde.

Im Unterschied dazu verweist Besymenski auf Vorfalle im deutschen Generalstab. Am 25. Marz 1941 notierte Generalfeldmarschall Halder in seinem Tagebuch, dass zwar die Frage nach Praventivmasnahmen der ‚Russen’ aufgeworfen wurde. Aber er warnt vor ubereilten Schritten und glaube nicht an eine russische Initiative. Diese Position

wurde am 11. April von der Abteilung ‚fremde Heere Ost’ mit der Feststellung bestatigt, dass die sowjetische Gruppierung nach wie vor ‚Verteidigungscharakter’ trage. Am 5. Mai habe Krebs, der Militarattache in der UdSSR, an Halder gemeldet, dass ‚die Russen alles tun, um einen Krieg zu vermeiden. Sie seien zu allen Zugestandnissen

bereit, territoriale eingeschlossen. Russland brauche 20 Jahre, um wieder auf die Hohe zu kommen. An gleicher Stelle weist Besymenski darauf hin, dass in Halders Tagebuch nur einige wenige solcher Bemerkungen neben dutzenden Notizen zur Konzentration der Truppen nach dem Plan ‚Barbarossa’ zu finden sind. Er zitiert Halder, der mit den Worten Hitlers notiert, dass es um einen Vernichtungskrieg geht,

um die Vernichtung der bolschewistischen Kommissare und der kommunistischen Intelligenz, dass sich dieser Krieg von dem im Westen unterscheidet. Was dort grausam war, werde im Osten ‚weich’ sein. Besymenski beendet das unter dem Titel ‚Moskau, 5. Mai 1941’ stehende funfundzwanzigste Kapitel seines Buches mit den Worten: „Und danach finden sich noch Autoren, die die Legende vom ‚Praventivkrieg’

Stalins wiederholen.“17 Wem warum auch immer danach zumute ist, sich diesen langatmigen Text eines Generals zuzumuten, der sich im fortgeschrittenen Alter auf die Seite derer geschlagen

hat, die er einst als seine Feinde verstand hat, muss wissen, dass der eigentliche Zweck dieses untauglichen Versuch zur Umdeutung der verbrecherischen Geschichte der Wehrmacht und des Hitlerregimes letztlich der Vorbereitung und Rechtfertigung

 

17 Л.А. Безыменский: Гитлер и Сталин перед схваткой, (L.A. Besymenskij: Hitler und Stalin vor der Schlacht), 25. Kapitel; unter: http://militera.lib.ru/research/bezymensky3/index.html

 

neue Verbrechen dienen soll. Das ist die Art des Umgangs mit der Geschichte, die mit durchaus vergleichbaren Argumenten schon zweimal unvorstellbares Ungluck uber die Volker gebracht hat. Wer sich an diesem Verbrechen wie auch immer beteiligt muss wissen, dass es hier nicht nur um Sandkastenspiele eines Generals geht, dem mit der Karriere das Gewissen abhanden gekommen ist.

 

Klaus Hesse

 

Zum 75. Jahrestag des Überfalls des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion

Anton Latzo

 

Wortbrüchig und ohne vorherige Kriegserklärung überfiel vor 75 Jahren (22. Juni 1941) das faschistische Deutschland die Sowjetunion. Zu diesem Zeitpunkt tobte in der Welt schon fast zwei Jahre ein Krieg zwischen den beiden imperialistischen Machtgruppen. Der Überfall, den die Sowjetunion mit dem Großen Vaterländischen Krieg beantwortete, war wichtigster Bestandteil des 2. Weltkrieges. Sein Verlauf und Ausgang bestimmten wesentlich den Charakter der Ergebnisse des zweiten Weltkrieges, die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten der Völker und die Perspektiven des Friedens.

 

Ursachen

Der zweite Weltkrieg entsprang, wie der erste, dem System des Kapitalismus und der ihm eigenen Widersprüche. Die Neuaufteilung der Welt zugunsten der von den USA, England und Frankreich geführten Mächtegruppierung, die aus dem ersten Weltkrieg als Sieger hervorgegangen war, beseitigte nicht die Widersprüche, die zum ersten Weltkrieg geführt haben. Sie schuf vielmehr alle Bedingungen für die weitere Verschärfung der Widersprüche und für neue Zusammenstöße.

 

Die Krise des Kapitalismus, die sich nach dem ersten Weltkrieg und der sozialistischen Oktoberrevolution entwickelte, vertiefte alle inneren Widersprüche des kapitalistischen Systems.

 

Besonders scharfe Widersprüche traten zwischen den alten und den jüngeren imperialistischen Mächten auf, die sich infolge der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung des Kapitalismus nach vorn schoben, sowie zwischen den Siegerstaaten und den besiegten Ländern, die nach Revanche strebten.

Zwischen den beiden imperialistischen Mächtegruppierungen  entbrannte der Kampf um die Weltherrschaft, der immer schärfere Formen annahm.Wie vor dem ersten Weltkrieg wurde der Kampf besonders aggressiv von deutschen Imperialismus geführt.

 

Die Existenz und die Entwicklung des ersten sozialistischen Staates der Welt, der Sowjetunion, waren der neue und entscheidende Faktor, durch den sich die Situation und die Bedingungen der Vorbereitung des zweiten Weltkrieges von denen des ersten grundlegend unterschieden. Neben den Widersprüchen, die die Imperialisten trennten, gab es auch daraus resultierende Elemente, die sie zusammenführten. Das war vor allem der grundlegende Widerspruch zwischen den beiden sozialökonomischen Systemen, dem Kapitalismus und dem Sozialismus, der Kampf gegen den Sozialismus.

 

Der deutsche Imperialismus bereitete den Überfall auf die Sowjetunion langfristig vor. Besonders intensiv geschah das nach der Machtergreifung durch den Faschismus. Unter Ausnutzung der großzügigen Hilfe amerikanischer und britischer  Monopole und der von den bürgerlichen Regierungen der westlichen Länder betriebenen Politik der Beschwichtigung und der Begünstigung einer deutschen Aggression gegen die UdSSR konnte das faschistische Deutschland ein gewaltiges militärisch-ökonomisches Potenzial schaffen aus dem die genannten Monopole riesige Gewinne zogen.

 

So wurde der zweite Weltkrieg durch die Gesetzmäßigkeiten des Imperialismus geboren  und entstand innerhalb dieses Systems. Das Monopolkapital, dessen natürliche Wirkungsmöglichkeiten  und Instrumentarien zur Sicherung von Profit  und Herrschaft im Imperialismus in ihrer Wirksamkeit nachlassen, bringt den Faschismus hervor und setzt ihn ein, um seine innen- und außenpolitischen Ziele mit Gewalt durchzusetzen.

Die faschistische Ideologie und Politik erwachsen aus den materiellen Grundlagen des Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium. Der Faschismus erweist sich mit seiner autoritären, antidemokratischen und menschenfeindlichen Grundstruktur als geeignetes Mittel zur Durchsetzung der reaktionären und expansiven Ziele  des Imperialismus.

 

Militärische Kräfte

Die Faschisten setzten fast die ganze Kraft der imperialistischen deutschen Kriegsmaschinerie und außerdem die Streitkräfte der Satelliten des faschistischen Deutschlands (Finnland, Horthy

Ungarns, des bürgerlich-feudalen Rumäniens und später auch des faschistischen Italiens) gegen die Sowjetunion ein.

Zum Zeitpunkt des Überfalls auf die UdSSR verfügte das faschistische Deutschland über eine 8,5 Millionen Mann starke Armee. Die deutsche Wehrmacht besaß 214 Divisionen und 7 Brigaden, über zehntausend Flugzeuge, eine starke Kriegsmarine. 

Über eine Million Soldaten zählten die Armeen der Verbündeten Deutschlands, Rumäniens, Finnlands und Ungarns. Hinzu kam Italien mit seinen Kräften. Diese „Verbündeten“ haben dutzende ihrer Divisionen unter den Befehl des deutschen Oberkommandos gestellt. An den westlichen Grenzen der Sowjetunion wurden so 190 Divisionen entfaltet, über 4000 Panzer und etwa 5000 Flugzeuge konzentriert. Die Invasionskräfte waren 5,5 Millionen Mann stark.

Die deutsche Regierung ging bereits im Jahre 1940 zu einer umfassenden Truppenkonzentrierung an den sowjetischen Grenzen über. Am 1. Juni 1941 war diese Aktion im wesentlichen abgeschlossen.

Für die Rote Armee war so ein ungünstiges militärisches Kräfteverhältnis entstanden. Im Bereich der grenznahen Militärbezirke und Flotten verfügten die sowjetischen Truppen über 2,9 Millionen Mann, 1540 Flugzeuge neuer Bauart und zahlreiche Flugzeuge alter Modelle, etwa 35 000 Geschütze und Granatwerfer, 1800 schwere und mittlere Panzer (davon zwei Drittel neue Modelle) und zahlreiche leichte Panzer älterer Bauart. Insgesamt betrug das Übergewicht des faschistischen Gegners gegenüber der Sowjetunion: an Truppen das 1,8fache, an mittleren Panzern das 1,5fache, an modernen Flugzeugen das 3,2fache und an Geschützen und Granatwerfern das 1,25fache.

 

Für die sowjetische Regierung und für die Führung der sowjetischen Streitkräfte waren die aggressiven Pläne des Faschisten und ihre Absicht, die Sowjetunion zu überfallen, offensichtlich. Die Bestimmung des Zeitpunktes für diesen Überfall beruhte jedoch auf einer Fehleinschätzung. J.W. Stalin war fälschlicherweise der Auffassung, dass die deutsche Führung sich nicht in absehbarer Zeit entschließen würde, den zwischen Deutschland und der UdSSR 1939  abgeschlossenen Nichtangriffsvertrag zu verletzen, wenn es dafür keinen Vorwand habe.

Die sowjetische Regierung versuchte den Überfall Deutschlands auf die UdSSR mit diplomatischen Mitteln zu erschweren. Noch am Abend des 21. Juni1941 (21Uhr 30 Minuten) versuchte sie Gespräche mit der deutschen Regierung anzuknüpfen. Molotow traf sich mit dem deutschen Botschafter in Moskau, von der Schulenburg, und informierte ihn u.a. über den Inhalt einer sowjetischen Note wegen der zahlreichen Grenzverletzungen durch deutsche Flugzeuge. Nur wenige Stunden später drangen die faschistischen Streitkräfte  in die Sowjetunion ein.

 

Ziele

Die deutschen Imperialisten und faschistischen Machthaber spekulierten schon in den 1920er Jahren auf die antisowjetische  und antikommunistische  Einstellung und auf die antisowjetischen Pläne der herrschenden Kreise der USA, Englands und Frankreichs. Sie nutzten den Antikommunismus und Antisowjetismus, um von ihren Konkurrenten Kredite, technische Erkenntnisse, Rohstoffe und strategische Materialien zu bekommen, restriktive militärische Auflagen nach dem 1. Weltkrieg aufzuheben und Unterstützung auf diplomatischer Ebene zu erhalten.

 

Dieses Verhalten der internationalen imperialistischen Kreise förderte  jene Kräfte in Deutschland, die die Beseitigung der Weimarer Republik und die Schaffung politischer und ideologischer Zustände förderten, die eine Politik des Revanchismus und des Strebens des deutschen Imperialismus nach Weltherrschaft ermöglichten. Die antisowjetischen Ziele waren gemeinsame Ziele des internationalen Imperialismus mit den deutschen Imperialisten. In der Errichtung einer faschistischen Diktatur in Deutschland sahen sie den für sie erstrebenswerten Weg.

 

Im Krieg gegen die UdSSR stellte sich die faschistische deutsche Führung das Ziel, die soziale und politische Ordnung des Sowjetlandes  zu beseitigen, den sowjetischen Staat zu zerschlagen, die Macht der Gutsbesitzer und Kapitalisten wiederherzustellen, die staatliche Selbständigkeit der Völker der Sowjetunion zu beseitigen, sie zu Sklaven der deutschen Herrenmenschen zu machen sowie die Reichtümer der UdSSR an sich zu reißen.

Am 30. März 1941 erklärte Hitler laut Tagebuch Halders (Eintragung vom 30. März 1941) als er die Ziele und Pläne des Krieges gegen die UdSSR darlegte: „Unsere Aufgaben hinsichtlich Russlands: die Streitkräfte zerschlagen, den Staat vernichten. Der Krieg gegen Russland ist ein Kampf zweier Ideologien. Tod dem Bolschewismus, der gleichbedeutend ist mit einem sozialen Verbrechen. Unsere Aufgabe ist der Vernichtungskrieg. Unsere erstrangige Aufgabe ist die Vernichtung der bolschewistischen Kommissare und der kommunistischen Intelligenz. Die neuen Staaten werden keine eigene Intelligenz haben. Man darf nicht zulassen, dass eine neue Intelligenz entsteht.“

 

Die deutschen Imperialisten betrachteten die Zerschlagung der Sowjetunion als eine äußerst wichtige Etappe auf dem Weg zur Eroberung der Weltherrschaft. Die Rassentheorien hatten die Aufgabe, die Vorbereitung des Raubkrieges durch den deutschen Imperialismus zu begründen. Ihre Weltherrschaftsansprüche erklärten die faschistischen Strategen mit der von den Ideologen  des Imperialismus und der Reaktion erfundenen Geopolitik.

Auf der Grundlage der Geopolitik und der Rassentheorie beruhte auch die Lebensraumtheorie, die in der faschistischen Propaganda eine wichtige Rolle spielte.

 

So entstand im Zentrum Europas der gefährlicher Brandherd, der zum Hauptherd des zweiten Weltkrieges wurde.

 

Lehren

Der zweite Weltkrieg erfasste nahezu alle Länder der Erde. Die Hauptlast des erbitterten Kampfes gegen das faschistische Deutschland trug jedoch das Sowjetvolk, trugen seine Streitkräfte und seine im Rücken des Feindes kämpfenden Partisanen. Seine Verluste an Menschen und Material waren unermesslich.

 

Bürgerliche Historiker, Politologen und führende Politiker der Gegenwart bemühen sich auch heute immer wider, die Rolle der Sowjetunion zu entstellen. Sie versuchen zugleich die Ideologie und Politik des Imperialismus, besonders des deutschen Imperialismus, die zum zweiten Weltkrieg und zum Überfall auf die Sowjetunion führten, so zu interpretieren, dass sie dem aktuellen politischen Auftrag an die heute Regierenden dienlich ist und das Wesen des deutschen Imperialismus und seiner Politik im Dunkeln verschwinden lässt. In diesem Sinne wird nicht nur Politik beurteilt, sondern verstärkt das Denken breitester Kreise der Bevölkerung beeinflusst und NATO-Truppen, zu denen auch die Bundeswehr gehört, vertragswidrig in Osteuropa vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer stationiert

 

Es ist nicht zu übersehen, dass wesentliche Elemente der Lebensraumtheorie und der Geopolitik erneut in der „wissenschaftlichen“ Diskussion, in den Denkfabriken für die außen- und Sicherheitsstrategie des deutschen Imperialismus, in den Medien und sogar in den Planungen und Grundlagendokumenten (Weißbuch der Bundeswehr) zur Entwicklung der außenpolitischen und Sicherheitsstrategie der Bundesrepublik eine wichtige Rolle spielen.

Dr. Wolfgang Wünsche

 

Offensivprinzip und sowjetische Militärdoktrin

 

In diesem Beitrag kann nicht auf das Problem eingegangen werden, ob und seit welchem Zeitpunkt es eine gemeinsame Militärdoktrin der Warschauer Vertragsstaaten und nationale Militärdoktrinen der Bündnispartner der Sowjetunion gegeben hat. Als sicher kann gelten, daß die wichtigsten Leitsätze der sowjetischen Militärdoktrin von den Koalitionspartnern als verbindlich akzeptiert wurden. Das gilt auch für das Offensivprinzip, dessen Kernaussage darin bestand, ein Aggressor müsse angriffsweise zerschlagen und der Sieg könne nur durch strategische Offensiven erreicht werden.

Offensives Gedankengut gab es und gibt es in den Militärdoktrinen vieler Staaten, was sich in den Grundsatzvorschriften widerspiegelt. So weist die Felddienstvorschrift der US-Army, die FM 100-5, dem Angriff den Vorrang gegenüber der Verteidigung zu. Auch in den Gefechtsvorschriften der Bundeswehr (so z. B. in der HDv 100/2 vom 11.04.1961 und ihrem Vorläufer „Truppenführung“ vom 25.08.1959) war festgelegt, dass nur der Angriff dem Gegner das Gesetz des Handelns vorschreibt und die Entscheidung herbeiführt. Und was für das Gefecht und die Operation gilt, trifft - solange die Generalstäbe in den Kategorien des konventionellen Krieges dachten und planten und dann sogar den Kernwaffenkrieg für führbar hielten - ebenso für die strategische Ebene, für die Gesamtkriegsführung zu. Nebenbei bemerkt: Die Dominanz des Angriffsprinzip hat in den Vorschriften deutscher Streitkräfte Tradition. Man vergleiche die Vorschriften „Grundzüge der höheren Truppenführung“ (1910 in Kraft gesetzt) „Führung und Gefecht der verbundenen Waffen“ (1921 in Kraft gesetzt) und die HDv 300/1 „Truppenführung“ (1933 in Kraftgesetzt). In diesen Vorschriften wird der sehr deutlich ausgeprägte Offensivgeist damaliger deutscher Militärdoktrinen sichtbar.

Die Kriegsgeschichte ist die Geschichte von Angriffs- und Verteidigungshandlungen als der Hauptformen des bewaffneten Kampfes. Der bewaffnete Kampf ist der Hauptinhalt des Krieges, wenngleich er auch auf den Gebieten der Politik, der Ökonomie und der Propaganda geführt wird. Die Geschichte des Krieges ist aber auch die Geschichte von Aggressionen (Überfällen) und ihrer Abwehr. Angriff und Verteidigung als Hauptformen des bewaffneten Kampfes sind militärwissenschaftliche Kategorien. Aggression (die ja Angriff ist) und ihre Abwehr (die ja oft als Verteidigung beginnt) sind militärpolitische Kategorien. In den Massenmedien und der Literatur wird nicht selten die militärwissenschaftliche mit der militärpolitischen Kategorie gleichgesetzt, was - bewusst oder unbewusst- eine Irreführung des Rezipienten ist. Beispiel: Wer die Abwehr einer potentiellen Aggression offensiv plant und organisiert, dessen Angriffsvorbereitungen sind keine Aggressionsvorbereitungen.

Clausewitz hat das Verhältnis von Angriff und Verteidigung als Kampfformen begründet. Er formulierte die berühmte These, dass die Verteidigung die stärkere Form der Kriegführung sei. Bei der Kommentierung dieser These muss man jedoch im Auge haben, daß nach seiner Auffassung auch die Verteidigung die Entscheidung anstreben müsse, also nicht passiv geführt werden könne. Das militärische Ziel jeder Kriegführung sei die Vernichtung der Streitkräfte des Gegners. Und ohne offensive Handlungen wäre das nichtmöglich. Und so findet sich bei Clausewitz zwar nicht begrifflich, jedoch der Idee nach, der Gedanke der offensiven Verteidigung. Nach Clausewitz zu urteilen, und die kriegsgeschichtlichen Erfahrungen der vergangenen 170 Jahre haben das bestätigt, gibt es keine „reine“ Verteidigung. Auch wenn das Ziel der Kriegführung nicht in der Vernichtung der gegnerischen Streitkräfte, sondern in der Erhaltung bzw. Wiederherstellung des territorialen Status quo besteht, erfordert das offensive Handlungen. Wenn diese Auffassungsich schon zu Zeiten von Clausewitz - als an die Stelle der Söldnerarmeen die auf Wehrpflicht beruhenden Massenheere traten - bewahrheitete, so um so mehr in diesem Jahrhundert. Die militärtechnische Entwicklung schuf grundsätzlich neue Möglichkeiten für die Kampfform Angriff, erhöhte aber auch die aktiven Möglichkeiten der Kampfform Verteidigung. Es entstand die Kampfform „beweglich geführte Verteidigung“, deren Hauptelemente der Gegenangriff und das Manöver sind. Hinzu kommt die Erkenntnis, daß heute bei der übergroßen Mehrzahl der Waffen ihre Bestimmung als Angriffswaffe oder Verteidigungswaffe nicht mehr oder nicht eindeutig möglich ist.

Das Primat des Angriffs lag der sowjetischen Militärdoktrin seit der Gründung der Roten Armee im Frühjahr 1918 zugrunde. Das hatte militärische, moralische und politisch-weltanschauliche Gründe. Militärisches Ziel im Interventions- und Bürgerkrieg (1918 -1922) war es, die ausländischen Armeen vom Territorium des Sowjetstaates zu vertreiben und die konterrevolutionären Armeen (die sogenannten Weißgardisten) zu vernichten. Ohne offensive Kampfhandlungen wäre dieses Ziel nicht erreicht worden.

In den 20er und 30er Jahren wurde von den Militärs der am Ersten Weltkrieg beteiligten größeren Staaten die Frage erörtert, ob ein künftiger großer Krieg Stellungs- oder Bewegungscharakter tragen würde. Unter den führenden Köpfen des militärtheoretischen Denkens der Roten Armee setzte sich die Auffassung durch, angesichts neuer Waffengattungen (Panzertruppen, Bombenfliegerkräfte), neuer Vernichtungsmittel (chemische Kampfstoffe), der Möglichkeit, Infanterie und Artillerie zu motorisieren, und der qualitativen Verbesserung der Schützen- und Artilleriewaffen würde ein künftiger Krieg einen ausgeprägten Bewegungscharakter tragen. Damit befanden sie sich in Übereinstimmung mit den militärtheoretischen Auffassungen der Reichswehrführung. Das war kein Zufall. Zwischen 1923 - 1933 gab es eine Zusammenarbeit der Reichswehr und der Roten Armee auf den Gebieten der Rüstung, der Ausbildung und des militärtheoretischen Denkens. Ohne die Eigenständigkeit der sowjetischen Militärtheorie in Zweifel zu ziehen, ist darauf hinzuweisen, daß damals die deutsche Militärliteratur und die Vorschriften der Reichswehr eine Quelle des militärischen Denkens des sowjetischen Offizierskorps waren. Clausewitz dürfte Anfang der 30er Jahre im höheren sowjetischen Offizierskorpseiner der am meisten gelesenen Militärschriftsteller gewesen sein, nachdem Lenins Randglossen zu dessen Buch „Vom Kriege“ 1931 veröffentlicht worden waren. Grundsatzvorschriften der Reichswehr waren als Übersetzungen dem Offizierskorps zugänglich, und sowjetische Militärs nahmen an der sogenannten Führergehilfenausbildung der Reichswehr, d.h. an der Ausbildung von Generalstabsoffizieren, teil.

Die Rote Armee war jedoch in den 20er Jahren eine technisch rückständige Armee. Der Bestand an Panzern, Kampfflugzeugen, schwerer Feldartillerie, motorisierten Zug- und Transportmitteln und technischem Nachrichtengerät war gering. Erst mit Beginn der Industrialisierung Ende der 20er Jahre setzte in der Roten Armee ein Prozess des schnellen militärtechnischen Fortschritts ein. Die Jahre der technischen Rückständigkeit widerspiegeln sich in der sowjetischen Militärdoktrin in einer extrem hohen Bewertung der moralischen und physischen Kampfqualitäten der Soldaten der Roten Armee und der Unterbewertung der Kampfmoral kapitalistischer Armeen. Der Mangel an Technik sollte durch höhere Moral ersetzt werden. Aber dieser Leitsatz blieb auch gültig, als die Rote Armee eine militärtechnisch moderne Streitmacht wurde. Offensive Erziehung und Ausbildung sollten eine hohe Kampfmoral erzeugen.

Nach dem Ende des Interventions- und Bürgerkrieges, der Reduzierung der Roten Armee von 5,5 Millionen auf 600 000 Mann, war die Rote Armee zu offensiven Kampfhandlungen auf fremden Territorien nicht fähig. Auch die Militärreform der Jahre 1924/ 1925 brachte keine wesentlichen Veränderungen an diesem Unvermögen. Eine Streitmacht, bestehend aus 26 Kaderdivisionen und 26 milizartigen Territorialdivisionen, kaum motorisiert und gepanzert, mit schwachen Fliegerkräften und einer Küstenschutzmarine, war ein zu geringes Offensivpotential für die kriegerische Realisierung weltrevolutionärer Ziele. Mit dem qualitativen und quantitativen Wachstum der Rotem Armee in den 30er Jahren wurde jedoch die These, ein künftiger Krieg müsse offensiv geführt und die Streitkräfte des Gegners müssten auf ihrem Territorium vernichtet werden, zum zentralen Leitsatz der sowjetischen Militärdoktrin. Im Zusammenhang mit „weltrevolutionären“ Äußerungen sowjetischer Politiker kam es in Deutschland und anderen kapitalistischen Ländern zu der propagandistischen Behauptung, Stalin plane mittels der Roten Armee die Weltrevolution durchzuführen. Das erkläre den ausgeprägten Offensivgeist in der sowjetischen Militärdoktrin und die Ende der 30er Jahre erfolgende rasche Vergrößerung der Roten Armee. Nun ist nicht zu bestreiten, dass die weltanschauliche Grundlage der sowjetischen Militärdoktrin eine Ideologie war, die als „marxistisch-leninistisch“ bezeichnet wurde und die zu offensivem Denken und Handeln aufrief. Diese Ideologie war „angriffslustig“. Aber zwischen ihr und der praktischen Politik gab es Unterschiede und zur Realität klafften Widersprüche. Mitte der 20er Jahre war der revolutionäre Nachkriegsprozess in Europa zu Ende, ein neuer revolutionärer Abschnitt nicht in Sicht. Stalin sprach von der relativen Stabilisierung des Kapitalismus. Als potentielle Kriegsgegner galten Polen und Rumänien, gestützt auf Frankreich und England, sowie Japan. Das änderte sich mit der Installierung eines faschistischen Regimes in Deutschland. Mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht 1935 wuchs das deutsche Heer innerhalb von 4 Jahren von 10 auf 60 Divisionen an, darunter motorisierte Infanterie - und Panzerdivisionen. Außerdem entstanden moderne Luft- und Seestreitkräfte. Deutschland wurde potentieller Kriegsgegner Nr. 1. Und eben in diesen Jahren ließ Stalin Tausende Offiziere der Roten Armee hinrichten oder in Lager werfen. In welchem Maße diese Verbrechen die offensiven Fähigkeiten der Roten Armee einschränkten, zeigte der Angriffsfeldzug gegen Finnland im Winter 1939/ 1940, in dem die Rote Armee fast 4 Monate brauchte, um einen 30 km tiefen Landstreifen zu erobern. Auch die beabsichtigte offensive Abwehr des deutschen Überfalls 1941 misslang,  wobei auch andere Faktoren eine Rolle spielten. Stattdessen kämpfte die Rote Armee zwei Jahre in der strategischen Verteidigung (zu der drei Gegenoffensiven gehörten), ehe sie in der zweiten Jahreshälfte 1943 an der gesamten Front zur strategischen Offensive übergehen konnte. Sie benötigte nochmals fast zwei Jahre, um gemeinsam mit angloamerikanischen Streitkräften die Wehrmacht zur Kapitulation zu zwingen.

Daraus zog die sowjetische Militärwissenschaft in der Nachkriegszeit die Folgerung, dass die Dominanz des Offensivprinzips in der Kriegführung nicht nur zu erhalten, sondern durch vielfältige Maßnahmen in der Truppenführung und Ausbildung sowie in Bewaffnung und Ausrüstung zu gewährleisten sei. Wer unter modernen militärtechnischen Bedingungen bei Kriegsbeginn zur strategischen Verteidigung übergehe, verlöre die Initiative, die unter modernen Bedingungen kaum oder nicht wiedererkämpft werden könne. Es dürfe keine Wiederholung der Niederlage vom Sommer 1941 geben, da unter Kernwaffenbedingungen der Verlust der Initiative zu Kriegsbeginn endgültig sei, d.h. der Krieg sei verloren. Damit wurde das Offensivprinzip in der Militärdoktrin nicht abgeschwächt (was außenpolitisch dazu beigetragen hätte, Spannungen zu vermindern), sondern verstärkt. Erst sehr spät, Anfang der 80er Jahre, wurde offiziell zugegeben, dass es im Kernwaffenkrieg keine Sieger geben könne. Die 1987 verkündeten Leitsätze einer neuen Militärdoktrin der Warschauer Vertragsstaaten brachten dann die Abkehr vom Offensivprinzip auf der strategischen Ebene.

Bleibt die Frage: Gab es einen Zusammenhang zwischen dem Offensivprinzip der sowjetischen Militärdoktrin und expansiven außenpolitischen Interessen der jeweiligen sowjetischen Führung? Die Antwort lautet: Ja und nein. Sowjetische Politiker haben das Offensivprinzip in öffentlichen Erklärungen regelrecht strapaziert, wenn sie den politischen Gegner einschüchtern wollten oder einer wahrgenommenen Bedrohung massiv entgegen traten. Es sei nur an die Erklärungen Chruschtschows Ende der 50er Jahre zu der von ihm angestrebten Lösung der Westberlinfrage erinnert. Die Regierungen der USA und der BRD mussten annehmen, dass er bereit sei, Westberlin anzugreifen, d.h. Krieg zu führen. Aber es lag eben nicht im Interesse der damaligen sowjetischen Führung gegen die USA und die NATO in Europa einen Krieg zu entfesseln. Sie wollte die Erhaltung des Status-Quo, d.h. die Existenz der DDR und damit den Frieden, sichern, den sie durch die Funktion Westberlins im Kalten Krieg bedroht sah. Alle sowjetischen Führungen haben Machterhaltung vor territoriale Machterweiterung gestellt. Und wenn letzteres geschah, soz. B. 1940 mit dem Einmarsch in die baltischen Staaten und andere Territorien, dann unter der Bedingung eines geringeren militärischen (nicht politischen) Risikos.

Leserbrief an den Nordkurier(NK)

Zur Vorgeschichte dieses Schreibens: Am Montag, 6.06.16 erschien im NK ein Lese – Tipp von Redakteur Jürgen Tremper zu einer Buchausgabe des Militärwissenschaftlers Bernd

Schwipper „Deutschland im Visier Stalins“  im Verlag Druffel & Vowinckel. Man sollte sich im Internet sowohl über den Autor wie auch über den Verlag informieren. Am folgenden Tag habe ich zu dem Lese – Tipp einen kritischen Leserbrief an den NK gesandt, der aber nicht

veröffentlicht wurde.  Das kenne ich vom NK eigentlich nicht, aber sei es denn. Immerhin läßt uns der NK wissen, daß er eine unabhängige Tageszeitung ist und nicht verpflichtet, Leserbriefe zu veröffentlichen. Oder er verweist auch darauf, daß eine Lesermeinung nicht mit der Meinung der Redaktion konform geht; ein völlig legitimer Vorgang. Zu diesem Fall erhielt ich am 14.06. eine E-Mail von der Redakteurin Birgit Langkabel, daß sie meine „Meinung aufgreifen und in einer der nächsten Ausgaben  zum Thema machen.“ Ein Telefongespräch am nächsten Tag führte auch nicht weiter, Frau Langkabel wollte mich unbedingt von der Richtigkeit des Lese – Tipps überzeugen. Dabei befremdet es mich immer wieder, wenn später Geborene Zeitzeugen klar zu machen versuchen, daß sie sich irren, daß alles ganz anders war, daß wir unsere Erkenntnisse korrigieren müssen. Ostbürger haben da so ihre (Negativ) Erfahrungen. Bis heute ist dazu aber nichts erschienen.

          Nun zu Chronologie der Ereignisse: Am18.07.1925 erschien die Erstauflage von Hitlers „ Mein Kampf.“  Er trieft von antisemitischer Hetze und droht dem „jüdischen Bolschewismus“ mit seiner Vernichtung; das geht das ganze Machwerk hindurch. Im täglichen Leben nach Machtantritt Hitlers bleibt das bestimmendes Thema, bis auf zwei Zeit-

spannen, wo er sich zurückhält: Im Vorfeld der XI. Olympiade 1936, wo der Welt ein friedliches und tolerantes Deutschland perfekt vorgegaukelt wird und dann nochmal 1939, im Vorfeld und zum Abschluß des Hitler -  Stalinpaktes. Zu diesem Pakt gehörte ein Geheimabkommen, welches das nach dem 1. Weltkrieg 1921 wiedererstandene Polen, es existierte ja nach der Dritten Polnische Teilung am 10.10.1794 als Staat nicht mehr,wieder unter Deutschland und die SU aufteilen sollte. So erfahren wir aus der euphorischen Anpreisung Schwipper´s „ Deutschland im Visier Stalins“ als Fazit“ Deutschland trat bereits

am 17. September 1939 in den europäischen Krieg ein.“ Während des 2. Weltkrieges, vom 1.09.1939 bis zum 9. Mai 1945 wurde täglich der Wehrmachtsbericht des OKW, des Oberkommandos der Wehrmacht im Rundfunk ausgestrahlt, am nächsten Tag in der Zeitung

abgedruckt und immer mit dem Stereotyp beginnend: „Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt“, in diesem Fall unter dem Mittwoch, 20. Sept.1939 „Unsere in der Verfolgung des Gegners bis zur Linie STRYI-LEMBERG-BREST-BIALYSTOK vorgestoßenen Truppen werden nunmehr ……wieder planmäßig auf die zwischen der deutschen und russischen Regierung endgültig festgelegte Demarkationslinie zurückgenommen.“ Weiter unter Freitag, 22.Sept.1939 „Die Bewegung der deutschen und russischen Truppen auf die vereinbarte Demarkationslinie vollziehen sich planmäßig und im besten Einvernehmen.“ Und nochmals Sonnabend, 23.Sept. 1939 „…Lemberg ergab sich gestern den bereits im Abmarsch befindlichen deutschen Truppen. Übergabeverhandlungen sind im Einvernehmen mit den am Ostrand der Stadt stehenden sowjet-russischen Truppen im Gange.“

Den Hitler-Stalin-Pakt, richtig Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt v. 23.08.1939 sollte Hitler den Rücken frei halten für seinen geplanten Überfall auf den Westen, viel wichtiger war er für Stalin. Der hatte durch seine brutale, unbarmherzige Tschistka (Säuberung) die

Armeeführung fast total enthauptet und war so überhaupt nicht in der Lage, erfolgreich Militäroperationen zu bewältigen, seine Armee schlecht geführt, schlecht vorbereitet, schlecht bewaffnet. Bereits am 2.Juni 1940 führte Hitler zielgerichtete Gespräche zum Überfall, uns als Fall „Barbarossa“ bekannt, am 18.12.1940 als „ Weisung 21“ von Ihm unterzeichnet. So ist also der 22.Juni 1941 der Tag des Überfalls des faschistischen Deutschlands auf die damalige UdSSR.  In seriösen Historikerkreisen ist dieses Datum international eine feste Größe.

          Der 2. Weltkrieg hat etwa 60 Mio Menschenleben gekostet, eine genaue Zahl wird es nie geben. Auf die SU fallen dabei fast die Hälfte, man spricht von 27 Mio, das entspricht der damaligen Einwohnerzahl von Kanada, das macht mich nach mehr als 70 Jahren immer noch fassungslos. Eine Übersicht über materielle Schäden finden sie im Anhang, beziehen Sie es einfach einmal auf die BRD.

  Daß ein ehemaliger General der NVA so ein Pamphlet verfasst, lasse ich unkommentiert, dass in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat so etwas verlegt wird, verwundert mich deshalb nicht, da wir uns ja auch eine NDP leisten können. Dass aber meine Heimat-

zeitung so etwas anpreist und bewirbt, macht mich zornig! Da ich mehrere Ihrer Mitarbeiter persönlich kenne, alles angenehme und sympathische Zeitgenossen und da ich erfahren möchte, was in meinem Umland geschieht, werde ich den NK vorerst weiter beziehen, dass Sie sich jedoch für einen solchen Fauxpas hergeben, empört nicht nur mich.

 

                                                                     Günther Trummer

 

Aus: Ausgabe vom 21.06.2016, Seite 12 / Thema/junge Welt

Vernichtungskrieg

Vor 75 Jahren überfiel die faschistische Wehrmacht die Sowjetunion. Nicht der Angriff überraschte Stalin und die Generäle der Roten Armee, sondern das zunächst rasche Vordringen der deutschen Verbände

Von Geoffrey Roberts

 

Verbrecherischer Überfall mit großer Wucht. Die Wehrmacht erlangte in den ersten Tagen des »Unternehmens Barbarossa« große Geländegewinne (Deutsche Bomber und motorisierte Einheiten, Ende Juni 1941)

Foto: picture alliance/Everett Collection

Geoffrey Roberts ist Professor für Geschichte am University College Cork in Irland. Er ist Autor von »Stalins Kriege. Vom Zweiten Weltkrieg zum Kalten Krieg« (2008) und »Stalin’s General: The Life of Georgy Zhukov« (2012)

Übersetzung aus dem Englischen von Jürgen Heiser

Lesen sie auch: »Barbarossa«. Raubkrieg im Osten. Mit Texten aus jW u. a. von Dietrich Eichholtz, Hannes Heer, Kurt Pätzold und Martin Seckendorf, Verlag 8. Mai, 5,80 Euro, im jW-Shop erhältlich.

Vor 75 Jahren setzte Adolf Hitler den größten und verheerendsten Kriegsfeldzug in der Geschichte in Gang, als er drei Millionen deutsche Soldaten und Truppen verbündeter Staaten auf einer 1.600 Kilometer breiten Front in die Sowjetunion einmarschieren ließ.

Das »Unternehmen Barbarossa«, wie der Codename für den Überfall auf Russland lautete, war kein gewöhnlicher Feldzug: Dies war ein ideologischer und rassistischer Krieg der Zerstörung mit dem Ziel, die Juden auszulöschen, die sowjetischen Völker zu versklaven und den Kommunismus zu vernichten. Ein Krieg, in dem 25 Millionen sowjetische Zivilisten starben, darunter eine Million Juden, die von der SS und anderen Verbänden zwischen 1941 und 1942 exekutiert wurden – als Vorlage für den Holocaust an den europäischen Juden durch die Nazis. Bei ihrem Einmarsch verwüstete die deutsche Wehrmacht den europäischen Teil der Sowjetunion. Zerstört wurden 70.000 Kleinstädte und Dörfer, 98.000 genossenschaftliche Kolchosen, Zehntausende Fabriken und Abertausende Kilometer Straßen und Eisenbahngleise. Durch den Krieg verlor die UdSSR 15 Prozent ihrer Bevölkerung und 30 Prozent ihres Volksvermögens.

Der Angriff auf die Sowjetunion war der Höhepunkt in Hitlers Versuch, Deutschland als dominante Weltmacht zu etablieren. Am Anfang stand der Einmarsch in Polen im September 1939, es folgte die Eroberung Frankreichs im Juni 1940. Bis 1941 hatte die deutsche Kriegsmaschinerie die meisten Länder Europas unterworfen, das jeweilige Land entweder überfallen oder gezwungen, sich Hitlers Achsenmächten anzuschließen.

Im Westen trotzte dieser Entwicklung nur Großbritannien, das durch den Ärmelkanal und die Stärke der Royal Navy und der Air Force geschützt war und deshalb unbesiegt blieb. Im Osten war allein die Sowjetunion übrig geblieben, die durch ihren Widerstand verhindern konnte, dass Deutschland vollständig die Vorherrschaft in Europa errang.

Schlagkraft falsch eingeschätzt

Im August 1939 hatte Stalin mit Hitler einen Nichtangriffspakt geschlossen, dem ein »geheimes Zusatzprotokoll« angefügt war, mit dem Polen und das Baltikum in deutsche und sowjetische Interessensphären aufgeteilt wurden. Dieses Abkommen geriet im Sommer 1940 nach der Niederlage Frankreichs und der sowjetischen Besetzung der baltischen Staaten ins Wanken. Im November 1940 schickte Stalin seinen Außenminister Wjatscheslaw Molotow nach Berlin, um den »Hitler-Stalin-Pakt« neu zu verhandeln. Stalin lehnte jedoch Hitlers Angebot einer Juniorpartnerschaft in einer weltweiten Koalition gegen Großbritannien und die Vereinigten Staaten ab. Kurz nach Molotows Berlin-Besuch gab Hitler dem Oberkommando der Wehrmacht die Weisung, das »Unternehmen Barbarossa« einzuleiten.

Das Ziel von »Barbarossa« war die Eroberung Russlands durch einen »Blitzkrieg«. Hitler und sein Generalstab dachten, es wären nur ein paar Monate erforderlich, um die Rote Armee zu zerschlagen, Leningrad und Moskau einzunehmen und auf der Linie von Archangelsk bis Astrachan die westliche Hälfte der Sowjetunion zu besetzen. »Die Welt wird den Atem anhalten«, sagte Hitler, als er den Generälen versicherte, dass sie nur die Tür einzutreten hätten, und die ganze »verrottete Struktur« des sowjetischen Kommunismus würde zusammenbrechen. Diese ideologische Voreingenommenheit gegen das Sowjetsystem wurde bestärkt durch das schlechte Bild, das die Rote Armee im Winterkrieg mit Finnland in den Jahren 1939 und 1940 abgegeben hatte.

Auslöser für diesen Krieg war Finnlands Weigerung, der Abtretung eines Gebiets zuzustimmen, das die Sowjets als entscheidend für die Gewährleistung der Sicherheit Leningrads ansahen. Moskau erwartete einen leichten Sieg, aber der erste sowjetische Angriff auf Finnland im Dezember 1939 scheiterte komplett, und die UdSSR hatte Zehntausende Gefallene zu beklagen. Nachdem sich die Rote Armee neu formiert hatte, zwang sie Finnland in einer zweiten Offensive dazu, im März 1940 einen Friedensvertrag nach Moskaus Konditionen zu akzeptieren.

Das deutsche Oberkommando zog daraus den falschen Schluss, dass die Rote Armee ein leichter Gegner für die Wehrmacht würde. Was die Deutschen nicht wahrnahmen, war die Tatsache, dass die Rote Armee nach dem Krieg gegen Finnland eine weitreichende Analyse ihres Kriegseinsatzes vorgenommen hatte. Das Ergebnis war eine Reihe von Militärreformen, einschließlich der Wiedereinstellung Tausender »verdächtiger« Offiziere, die in den 1930er Jahren im Zuge der »Säuberungen« Stalins kaltgestellt worden waren. Als Hitler den Befehl zum Angriff auf die Sowjetunion gab, sah er sich deshalb mit einer erfahreneren und stärkeren Militärmacht konfrontiert, als er es erwartet hatte.

Mythos Präventivkrieg

An dem Tag, an dem der Einmarsch begann – am 22. Juni 1941 – behauptete Hitler, die Invasion sei eine Antwort auf das Handeln und die Provokationen Russlands. Die Nazipropaganda stellte das »Unternehmen Barbarossa« als einen Präventivschlag gegen einen bevorstehenden Angriff der Sowjetunion dar. Durch den Überfall schützte Deutschland angeblich das »christliche Europa« vor den »barbarischen asiatischen Horden« aus dem Osten.

Der Mythos, das Deutsche Reich führe einen Verteidigungskrieg gegen die UdSSR, hält sich in ultrarechten politischen Kreisen bis heute, aber es gibt keinen Beweis dafür, dass Stalin erwogen hatte, Deutschland im Sommer 1941 anzugreifen. Im Gegenteil versuchte Stalin fieberhaft, eine militärische Auseinandersetzung zu verhindern, um möglichst viel Zeit für den Abschluss der sowjetischen Verteidigungsvorbereitungen zu gewinnen. Während einige Generäle der Roten Armee geneigt waren, dem erwarteten deutschen Angriff zuvorzukommen, hielt Stalin das für völlig abenteuerlich, weil er den Krieg fürchtete, nicht zuletzt wegen seines Verdachts, die Briten könnten sich insgeheim Richtung Deutschland umorientieren und sich an einer antibolschewistischen Kampagne gegen die UdSSR beteiligen. Dieser Verdacht wurde durch den mysteriösen Flug von Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß im Mai 1941 nach London bestärkt, der für Stalin Indiz war, dass möglicherweise Verhandlungen über eine britisch-deutsche Allianz stattfanden.

Durch ihre Führungs- und Einsatzgrundsätze sowie ihre Traditionen war die Rote Armee durchaus offensiv orientiert, und sie plante für den Fall, dass Hitler die UdSSR angreifen würde, sich gegenüber Deutschland auch entsprechend zu verhalten. Im Zentrum der sowjetischen Kriegsvorbereitungen standen Pläne für eine Gegenoffensive, mit der die Rote Armee einen Angriff der deutschen Wehrmacht abfangen würde, um dann selbst in das feindliche Territorium einzumarschieren. Es gibt aber keinen Hinweis darauf, dass diese Pläne im Sommer 1941 zu einer aggressiveren Strategie weiterentwickelt worden waren. In ihren Kriegsvorbereitungen vor dem 22. Juni 1941 nahm die Sowjetunion also eine defensive Haltung ein.

Zunächst schien Hitlers Rechnung aufzugehen, als die deutschen Divisionen tief auf sowjetisches Gebiet vorstießen, alles zerstörten, was sich ihnen entgegenstellte, und Millionen von gegnerischen Soldaten einkesselten und gefangennahmen. Schon am 3. Juli notierte Generaloberst Franz Halder, Chef des Generalstabes des Heeres, in sein Kriegstagebuch: »Es ist also wohl nicht zu viel gesagt, wenn ich behaupte, dass der Feldzug gegen Russland innerhalb [von] 14 Tagen gewonnen wurde.« Bis September hatte die Wehrmacht Kiew erobert, Leningrad eingekesselt, und sie war einsatzbereit, auf Moskau vorzustoßen.

Halders Euphorie war aber voreilig, und Anfang August beschlichen ihn Zweifel: »Wir haben bei Kriegsbeginn mit etwa 200 feindlichen Divisionen gerechnet. Jetzt zählen wir bereits 360 Divisionen. […] Und wenn ein Dutzend zerschlagen wird, dann stellt der Russe ein neues Dutzend hin.«

Offensivverteidigung

Aber es waren nicht nur die unerschöpflichen menschlichen Reserven, die einen schnellen und leichten Sieg der Deutschen vereitelten. Die sowjetischen Verteidigungslinien brachen nicht völlig zusammen. Nachdem die Rote Armee sich vom ersten Schock des deutschen Angriffs erholt hatte, schlug sie zurück und leistete hartnäckigen Widerstand.

 

In der Brester Festung im Grenzgebiet des von Deutschland besetzten Polen kämpften 3.000 sowjetische Soldaten fast bis zum letzten Mann. Odessa, der wichtigste sowjetische Marinehafen im Schwarzen Meer, hielt wochenlang stand gegen den Angriff der rumänischen 4. Armee, und der Schwesterhafen Sewastopol leistete noch ein weiteres Jahr Widerstand. Millionen sowjetischer Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft, aber Zehntausenden gelang es auch, die Einkesselung der Wehrmacht zu durchbrechen und sich den Weg freizukämpfen.

Die Rote Armee verteidigte sich nicht nur passiv; gemäß ihrem Ethos einer offensiven Verteidigung führte sie zahlreiche Gegenangriffe durch, bei denen sie die Truppen der Wehrmacht oft zum Rückzug und zur Neuformierung zwang. Der Kampf um Kiew hielt den deutschen Vormarsch in die Ostukraine fast einen Monat lang auf. Leningrad wurde so entschlossen verteidigt, dass Hitler die Entscheidung fällte, die Stadt lieber zu belagern als sie durch einen Frontalangriff einzunehmen. In der Gegend von Smolensk kämpften deutsche und sowjetische Truppen wochenlang darum, die Zufahrtswege nach Moskau zu kontrollieren.

Hitlers letzte Chance, die Sowjetunion 1941 zu besiegen und einen kostspieligen Abnutzungskrieg zu vermeiden, kam im Herbst, als die Wehrmacht Moskau mit mehr als einer Million Mann angriff. Ende November konnten Vorauseinheiten der Wehrmacht schon die Turmspitzen des Kreml in Moskau sehen. Aber Anfang Dezember führte die Rote Armee einen Gegenangriff, der die deutschen Truppen zwang, sich 160 Kilometer zurückzuziehen. Zunächst hoffte Stalin, »Unternehmen Barbarossa« schon zu diesem Zeitpunkt vollständig zurückzuschlagen und die deutschen Truppen wieder verjagen zu können, aber es zeigte sich, dass dies die Kapazitäten der Roten Armee bei weitem überstieg. Erst durch ihren Sieg in Stalingrad Ende 1942 wendete sich das Blatt zu ihren Gunsten.

Völkermordstrategie

Dass es Hitler nicht gelang, Moskau einzunehmen, signalisierte das strategische Scheitern des »Unternehmens Barbarossa«. Anstelle eines schnellen Sieges war Deutschland mit einem langen Abnutzungskrieg an der Ostfront konfrontiert – mit einem Kampf, den die Wehrmacht nur noch verlieren konnte, nachdem sich die Sowjetunion mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten verbündet hatte.

Beim Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion hatte der britische Premierminister Winston Churchill umgehend seine Solidarität erklärt, während US-Präsident Franklin D. Roosevelt Hilfen der USA für die UdSSR freigab.

Die USA griffen zunächst nicht offiziell in den Konflikt ein. Sie taten es erst, als Japan Pearl Harbor überfiel und Hitler den Vereinigten Staaten im Dezember 1941 den Krieg erklärte. Diese Entscheidung Hitlers erscheint aus der Rückschau irrational und verrückt. Zu diesem Zeitpunkt waren die USA aber de facto Londons Verbündete und schützten Konvois britischer Handelsschiffe, die US-Güter transportierten, auf ihren transatlantischen Routen. Im wesentlichen war Hitler immer noch vom Sieg an der »Ostfront« überzeugt. Die deutsche Wehrmacht war vor Moskau in Stellung gegangen, aber die volle Stärke der Roten Armee sollte sich erst noch zeigen.

Hitlers Entscheidung, den USA den Krieg zu erklären, hing auch eng mit der Radikalisierung der Nazipolitik in der Frage der Judenvernichtung zusammen. Die Massaker an sowjetischen Juden hatten schon begonnen, und vor dem Krieg hatte Hitler damit gedroht, dass »die Juden« im Falle eines weiteren internationalen Konflikts »alle untergehen« würden. Der Beginn des Pazifikkrieges lieferte ihm den Anlass, seine Drohung in die Tat umzusetzen. Der europäische Krieg wurde zum Weltkrieg ausgeweitet, in dem die Nazis ihre Völkermordpläne weiterverfolgen konnten. Auf der bald darauf im Januar 1942 von Reinhard Heydrich initiierten Wannsee-Konferenz wurde entschieden, die europäischen Juden »zusammenzutreiben«. Wer die körperlichen Voraussetzungen hatte, sollte sich in der deutschen Kriegswirtschaft zu Tode arbeiten, während alle anderen wie in der Sowjetunion ermordet würden.

»Mobilisierung ist Krieg«

Churchill und Roosevelt befürchteten beide, dass ein deutscher Einmarsch in der Sowjetunion nicht aufzuhalten sei. Es ist wichtig, sich zu erinnern, dass das schnelle Vordringen der Wehrmacht nicht überraschend kam, wenn man sich vor Augen hält, dass es sich um eine kampferprobte Armee handelte, die Polen und Frankreich im Handstreich eingenommen hatte. Es war gerade der Überraschungseffekt, der der Wehrmacht in die Hände arbeitete.

In seiner sogenannten Geheimrede vor dem 20. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion im Jahr 1956 kritisierte Nikita Chruschtschow, Stalins Nachfolger im Amt des Generalsekretärs der KPdSU, seinen Vorgänger. Er hielt ihm vor, die Lage falsch eingeschätzt und es zugelassen zu haben, dass die Rote Armee vom deutschen Angriff überrascht werden konnte – was Millionen Menschenleben gekostet und die Sowjetunion an den Rand einer Niederlage gebracht habe. So ähnlich ging jedenfalls Chruschtschows Argumentation.

Stalin war aber nicht wirklich überrascht vom deutschen Einmarsch. Es war offenkundig, dass der Angriff der deutschen Wehrmacht bevorstand. Was Stalin und seine Generäle allerdings überraschte, war die Wucht und die Effektivität des Angriffs.

Durch den Aufmarsch der deutschen Truppen entlang der sowjetischen Grenzen gab es schon seit Monaten deutliche Anzeichen für den bevorstehenden Überfall. Es ist reiner Mythos, dass Stalins Geheimdienstoffiziere ihm nur das berichtet hätten, was er hören wollte, das heißt, dass zu dem Zeitpunkt eine deutsche Invasion in Großbritannien bevorstand, während Hitler die Sowjetunion nicht vor 1942 angreifen würde. Meistens lieferten die Geheimdienstoffiziere objektive Berichte, die auf Aufklärungsmaßnahmen an den Grenzen beruhten. Diese Berichte waren des gleichen Inhalts wie die der politischen, diplomatischen und Spionagequellen – nämlich dass Deutschland sich darauf vorbereitete, die UdSSR anzugreifen, und zwar schon sehr bald.

Stalin war sich sehr wohl bewusst, dass die Rote Armee einige Verluste erleiden würde, wenn sie im Moment des Angriffs der deutschen Wehrmacht nicht in vollem Umfang mobilisiert wäre. Der wesentliche Punkt war, dass Stalin glaubte, es würde nichts ausmachen, wenn die Rote Armee vom deutschen Angriff überrascht würde, weil er darauf baute, dass die sowjetischen Verteidigungsmaßnahmen griffen und so genug Zeit zur Vorbereitung von Gegenangriffen bliebe.

Diese Sichtweise bleibt nachvollziehbar. Drei Millionen Soldaten bewachten die stark befestigten sowjetischen Außengrenzen. Die sowjetischen Vorbereitungen auf den Krieg waren nicht weniger intensiv als die der Deutschen, und diese Verteidigungsmaßnahmen gaben Stalin die Zuversicht, mit Hitler sein Spiel treiben zu können, um den Krieg hinauszuzögern, selbst angesichts der Tatsache wachsender nachrichtendienstlicher Informationen über einen bevorstehenden deutschen Angriff. Deswegen hielt Stalin die volle Mobilisierung der Roten Armee bis zum allerletzten Moment zurück.

»Mobilisierung bedeutet Krieg«, sagte Stalin zu seinem Generalstabschef, Marschall Georgi Schukow, und erinnerte ihn daran, dass die Generalmobilmachung der russischen Armee in der Julikrise durch Zar Nikolaus den Krieg mit dem deutschen Kaiserreich 1914 unvermeidlich gemacht hatte.

Stalins Illusionen bezüglich der sowjetischen Verteidigungsbereitschaft wurden von seinen Generälen geteilt, die der schnelle Vormarsch der Wehrmacht genauso entsetzte wie ihn. Schukows Bemühungen, in den Tagen nach dem 22. Juni Pläne eine Gegenoffensive zu starten, verschlimmerten die Situation, weil die Vorauseinheiten der Roten Armee Gefahr liefen, von den Deutschen eingekesselt zu werden. Die meisten Verluste der Sowjets in den ersten Wochen und Monaten des Krieges waren das Ergebnis massiver Einkesselungsoperationen der Deutschen, wie in Minsk im Juni 1941 und in Kiew im September 1941.

Bedeutend war, dass die Rote Armee nicht über spezielle Einsatzgrundsätze oder Training verfügte, um sich gegen Einkesselungen wehren zu können. Sowjetische Soldaten wussten nicht, ob sie besser vor Ort kämpfen oder einen Ausbruch aus der Einkesselung versuchen sollten. Es ist der Mangel an militärischer Ausbildung und Vorbereitung, der die Katastrophe erklärt, die über die Rote Armee am 22. Juni 1941 hereinbrach, und nicht der Faktor des Überraschungsangriffs. Zwar war es Stalins Fehler, aber auch die sowjetischen Generäle trugen dafür die Mitverantwortung – was sie später unter den Teppich zu kehren suchten, indem sie Stalin die Schuld für das Desaster gaben.

Aus Versäumnissen gelernt

Die Rote Armee lernte zwar, wie eine effektive Verteidigung zu organisieren ist, aber erst nachdem die Opferzahlen in astronomische Höhe gestiegen waren. Ende 1941 hatte die Rote Armee fast 200 Divisionen im Kampf verloren und die atemberaubende Zahl von 4,3 Millionen Todesopfern zu beklagen. Die von der Sowjetunion während zehnjähriger Mobilisierung aufgebaute Streitmacht war völlig vernichtet worden.

Auch die Wehrmacht erlitt große Verluste. Bis zum Jahresende 1941 starben in der Sowjetunion fast eine Million deutsche Soldaten. Das waren weitaus höhere Opferzahlen als in Polen und Frankreich. Wegen dieser Verluste war das »Unternehmen Barbarossa« die erste und letzte breit angelegte strategische Offensive der Wehrmacht gegen die UdSSR. Als die deutsche Armee die Offensive im Sommer 1942 wieder aufnahm, drehte sie sich nur um eine einzige strategische Achse – einen Feldzug im Süden zur Eroberung der Ölfelder in Baku, aus denen 90 Prozent des sowjetischen Öls stammten.

Hitlers Krieg für Öl führte zur wichtigsten Schlacht des Zweiten Weltkriegs – der Schlacht um Stalingrad im Herbst 1942. Die Niederlage dort besiegelte das Ende der Wehrmacht. Mit der Einkreisung und Vernichtung der 6. Armee in Stalingrad ergriff die Rote Armee die strategische Initiative und fügte der Wehrmacht danach eine Niederlage nach der anderen zu, bis zur Einnahme Berlins durch Schukow im Mai 1945.

An diesem 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion wird Russland die Welt erneut daran erinnern, dass die Rote Armee nicht nur es selbst, sondern die europäische Zivilisation vor den Nazis gerettet hat. Es ist wahr, dass die Sowjetunion den Krieg nicht allein gewonnen hat, sondern im Bündnis mit Großbritannien, den USA und weiteren Alliierten. Wie man früher zu sagen pflegte: Die Briten gaben Zeit, die Amerikaner Geld und die Sowjets ihr Blut, um Hitler zu besiegen. Aber, wie Churchill sagte, es war die Rote Armee, die Hitlers Kriegsmaschine das Herz herausriss.

Im Verlauf des Krieges vernichtete die Rote Armee 600 feindliche Divisionen – finnische, rumänische, ungarische, spanische und italienische ebenso wie deutsche. Die Achsenmächte verloren 48.000 Panzer, 167.000 Artilleriegeschütze und 77.000 Flugzeuge. Deutschland hatte 10 Millionen gefallene Soldaten zu beklagen. 75 Prozent aller Verluste während des Zweiten Weltkriegs hatte Deutschland an der »Ostfront« hinzunehmen.

Kein Pyrrhussieg

Nach dem Krieg behaupteten überlebende deutsche Generäle, sie seien der Roten Armee unterlegen gewesen, weil diese mehr Soldaten und Ressourcen zur Verfügung hatte und besser an das Klima und die Gegebenheiten Russlands gewöhnt war. Hitler diente außerdem als bequemer Sündenbock dafür, dass eine angeblich barbarische und rückständige Nation Nazideutschland besiegt hatte. Seine Generäle erklärten Hitler zu einem schlechten Oberkommandierenden, dessen strategische Fehler den möglichen Sieg in eine Niederlage verwandelt hätten. Doch die Generäle vergaßen die schlechten Ratschläge, die sie Hitler erteilt hatten. Noch größere Erinnerungslücken wiesen sie bezüglich der Rolle auf, die die Wehrmacht im Holocaust gespielt hatte.

In Wahrheit unterlagen die von Deutschland geführten Streitkräfte einer Armee, die sowohl besser war als auch größer: einer Armee mit überlegenen Waffen und einer überlegenen Strategie und Führung. Zudem war Stalin ein weitaus besserer Oberkommandierender als Hitler. Der sowjetische Diktator versuchte nicht, seine Generäle zu bevormunden. Er folgte nicht immer ihren Ratschlägen, aber er lernte von ihrem militärischen Professionalismus und trachtete danach, ein kohärentes und effektives Oberkommando zu schaffen.

Stalin machte nicht weniger Fehler als Hitler, aber er lernte ebenso aus ihnen, wie es die Rote Armee in ihrer Gesamtheit tat. Im Verlauf des Krieges entwickelte sich die Rote Armee zu einer äußerst effizient lernenden Organisation. Die Erfahrungen und Lehren aus den Schlachten wurden gewissenhaft zusammengetragen, analysiert und allen militärischen Kadern zugänglich gemacht. Die Rote Armee überprüfte ständig ihre Kommandostrukturen, die Truppenorganisation und ihre Führungs- und Einsatzgrundsätze. Parallel dazu wurde die Militärtechnologie stetig verbessert, und man machte guten Gebrauch von den Tausenden Panzern, Flugzeugen und Lastwagen, die die westlichen Verbündeten lieferten.

Manchmal ist zu hören, der Sieg der Sowjetunion über Nazideutschland sei ein Pyrrhussieg gewesen – ein zu teuer erkaufter Sieg. Aber die Alternative wäre weitaus schlimmer gewesen: ein triumphierendes Nazireich in Europa, das sowohl die westliche Demokratie als auch den sowjetischen Sozialismus vernichtet und Hitlers Völkermord an den Juden vollendet hätte.

 

Aus: Ausgabe vom 22.06.2016, Seite 3 / Schwerpunkt

Holocaust und »Russenmord«

75. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion. Der Vernichtungskrieg als ­maßgebender Bestandteil des Massenmords an den Juden

Von Kurt Pätzold

 

Vernichtungsaktionen: Ein Foto von der Ostfront mit der Beschriftung »Ukraine 1942 – ­Judenaktion in Iwangorod«

Foto: wikimedia.org/public domain

Kurt Pätzold: Die Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 – Geschichte und Geschichtsschreibung. Edition Ost/Spotless/Militärverlag/Verlag am Park in der Eulenspiegel-Verlagsgruppe, 12,99 Euro, ab Herbst 2016 erhältlich

Im Herbst veröffentlicht der Faschismusforscher und jW-Autor Kurt Pätzold ein Buch unter dem Titel »Die Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 – Geschichte und Geschichtsschreibung«. Anlässlich des 75. Jahrestages des Überfalls auf die Sowjetunion durch Nazideutschland dokumentiert junge Welt – leicht gekürzt – das erste Kapitel »Holocaust und ›Russenmord‹«.

Nur die ältesten Bürger der Bundesrepublik, so sie es noch vermögen, erinnern sich in diesen Tagen des 22. Juni 1941. Damals waren sie gerade Schulkinder, heute sind sie im neunten Lebensjahrzehnt angekommen. Gespräche ergeben, dass sie sich weniger des Beginns des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion erinnern und an das Lied »Von Finnland bis zum Schwarzen Meer«. Am stärksten in Erinnerung sind die Hakenkreuzfahnen mit dem Trauerflor geblieben, die nach der verlorenen Stalingrader Schlacht in Schulen aufgezogen wurden, die Trauerappelle und die aus dem eigenen Fenster der eigenen Wohnung gehängte Fahne.

27 Millionen Opfer

Nun, 75 Jahre später, liegt dem Bundestag seit dem 11. Mai ein Antrag mit dem Vorschlag vor, die Millionen toten Sowjetbürger zu Opfern des Faschismus zu erklären – das kommt spät, und wie hierzulande üblich, wird der deutsche Faschismus, von dem die Rede sein müsste, zum »Nationalsozialismus« erklärt, aber jedenfalls ist es in der Sache und im Anliegen richtig, denn nur eine geschätzte Minderheit dieser 27 Millionen wurde Opfer von Kriegshandlungen an oder hinter den Fronten. Sie fielen vielmehr Kriegs- und anderen Verbrechen zum Opfer, die vorsätzlich und planmäßig und im Wissen um die Missachtung internationaler Verträge begangen wurden und dokumentiert sind. Von den 5,7 Millionen in deutsche Hände gefallenen Sowjetsoldaten sind 3,3 Millionen in Gefangenschaft umgekommen, sie wurden erschossen, von Seuchen dahingerafft, verhungerten, erfroren, blieben medizinisch unversorgt oder wurden Opfer der Zwangsarbeit. Das waren 57, 5 Prozent, was sich gewichten lässt, hält man dem die Zahl von 3,5 Prozent anglo-amerikanischer Gefangener gegenüber, die zu Tode kamen.

Dieses Massentöten hat in den Darstellungen und im Gedenken an die Geschichte des Zweiten Weltkrieges bisher weit geringere Aufmerksamkeit auf sich gezogen als der Holocaust. Wenngleich es nicht wenige, sondern im besetzten sowjetischen Territorium und unter den sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilisten mehr Opfer forderte als unter den sowjetischen Juden, die in die Hände der Faschisten fielen. Die Schuld daran trifft jene zu Stalins Lebzeiten entwickelte Sicht, die diese Kriegsgefangenen und Sowjetbürger in den von Deutschen eroberten Gebieten zu Kollaborateuren stempelte und mit Verachtung strafte.

Die internationale Forschung hat sich indessen mehr und mehr dem Holocaust zugewandt, zumal er seine Geschichte in jedem der faschistisch besetzten Länder besitzt und überall auch Fragen der Kollaboration aufwirft. Ein Vergleich zwischen dem Judenmorden und den Massentötungen von Nichtjuden drängt sich jedoch für die Sowjetunion und in Abstufung für Polen auf. Ohne Erörterung dieser Zusammenhänge bleibt auch die Debatte über die deutschen Ziele dieses Kriegs lückenhaft.

Was unterscheidet beide voneinander, und was verbindet sie?

 

1. In beiden Fällen handelt es sich um beispiellose Verbrechen. Was immer Juden in den Jahrhunderten vorher in der Diaspora geschehen war, nie waren sie auf Gegner getroffen, die das Ziel verfolgten, sie völlig auszurotten. Und wie viele Männer auch immer während der vielen Kriege in die Hände ihrer Gegner gerieten und umgebracht wurden, nie geschah, dass sie nach einem vorgegebenen Plan getötet wurden.

2. Eine vergleichbare Beratung wie die am Wannsee über Fortgang und Organisation des Judenmords hat es im Hinblick auf die sowjetischen Kriegsgefangenen im Führungsbereich des Oberbefehlshabers des Heeres nicht gegeben. Die Militärführung brauchte zur Verwirklichung ihres Vorhabens keine Helfer. Was geschah, wurde nach Besprechungen beim Generalquartiermeister und dem für die Kriegsgefangenen zuständigen General befohlen. Festgelegt wurden die Verpflegungsrationen, richtig: Hungerrationen, für die Gefangenen (Hirse, schlechtes Brot, Kartoffeln), die Todesurteilen gleichkamen.

3. Während gegen Ende 1941, als den Nazi- und Militärführern bewusst zu werden begann, dass der Krieg nicht nach ihren Plänen verlief, obwohl sie nach wie vor das Gegenteil behaupteten, eine Veränderung in der Haltung gegenüber den Kriegsgefangenen einsetzte und die Frage ihrer Verwendung als Arbeitskräfte auch von Hitler erörtert wurde, intensivierten sich die Vernichtungsaktionen gegen die Juden.

4. Ungleich waren Antriebe und Ziele der beiden Vernichtungsaktionen. Die Juden galten als die gefährlichsten Konkurrenten »von Bluts wegen«. Sie sollten vollkommen und restlos ausgeschaltet, als Störenfriede namentlich der Neuordnung Europas ausgerottet werden. Die Slawen, Russen, Weißrussen, Ukrainer, die in die Hände der Deutschen gefallen waren, waren zu viele Menschen, gemessen an den Plänen, ihre Länder in riesige deutsche Kolonialreiche und Satelliten zu verwandeln. Durch ihr Reduzierung würden »unnütze Esser« beseitigt, und die dauernde Beute, die aus diesen Ländern erzielt werden konnte, würde sich erhöhen. Das setzte voraus, dass ein genügend großer Sklavenmarkt an arbeitsfähiger Bevölkerung erhalten blieb. Von einer generellen Beseitigung der vorgefundenen Einheimischen konnte nicht die Rede sein.

5. Beide Vernichtungsaktionen setzten Täter voraus. Die Juden wurden durch speziell auf diese Aufgabe vorbereitete Formationen des Sicherheitsdienstes und der Polizei unter Heranziehung von Kollaborateuren entweder in der Nähe ihrer Wohnorte erschossen oder in speziell eingerichteten Lagern getötet. Den »Russenmord« erledigten die Begleitmannschaften der Elendszüge, die sich von der Front westwärts bewegten, sowie die Mannschaften, die die Gefangenenlager organisierten und überwachten.

6. Wenn auch Informationen über den Vollzug des Judenmordens (Ort, Zahlen, Methoden) von den Tätern strikt geheimgehalten wurden, wurde in der deutschen Presse und auf anderen Wegen doch das Ziel, ein judenfreies Europa als ersten Schritt zu einer »Welt ohne Juden« zu schaffen, permanent propagiert. Die Deportation der Juden zu den Mördern erfolgte am hellen Tage und war in allen besetzten Staaten Europas bekannt. Anders das Ende der Kriegsgefangenen in den Lagern im Osten. Feldpostbriefe und Augenzeugenberichte ließen jedoch auch davon Nachrichten ins Reich gelangen. Und wie elend die nach Deutschland verbrachten »Russen« lebten, offenbarten unschwer Vergleiche mit dem Dasein der französischen, britischen und anderen westeuropäischen Gefangenen. Ihr Siechtum in Lagern wie Stukenbrock in Westfalen war kein Geheimnis. Allein im dortigen Gefangenenlager kamen geschätzt 65.000 sowjetische Kriegsgefangene um.

7. Unterschiedlich gingen die Bundesdeutschen vor allem mit dem Gedenken an diese Opfergruppe des Faschismus um. Kam schon das an die deutschen, politischen und anderen Gegner des Regimes und die Juden schleppend, gegen Widerstände aus Lügen, gespeist von apologetischem Interesse der Mörder und ihrer Gehilfen, in Gang, so stand vor der Erinnerung an die sowjetischen Kriegsgefangenen das antikommunistische Geschichtsbild. Ehrende Veranstaltungen organisierten an Jahrestagen, die Anlass des Erinnerns boten, westdeutsche Antifaschisten, überwacht vom sogenannten Verfassungsschutz.

Doktrin der Gleichsetzung

Erst 70 Jahre nach Kriegsende stattete ein Präsident der Bundesrepublik einem sowjetischen Kriegerfriedhof in seinem Staatsgebiet einen Besuch ab und absolvierte das übliche Ritual der Kranzniederlegung an einer Gedenkstele. Das tat 2015 Joachim Gauck. Dass er für diese Demonstration Stukenbrock wählte, war richtig und enthob ihn jeder Stellungnahme zu Inhalt und Form der Ehrungen, die im ostdeutschen Staat als eine selbstverständliche moralische Anstandspflicht angesehen worden waren. Wäre die Wahl auf die Seelower Höhen gefallen, hätte von allen Toten der letzten schweren Kämpfe an der Oder und auf dem Weg nach Berlin die Rede sein können.

Gauck selbst gehört zu den vernarrten Anhängern der Totalitarismusdoktrin. Er weiß, was er an ihr hat. In der Geschichtswissenschaft der Bundesrepublik profilierte sich eine Minderheit als deren Gegner und distanziert sich von der Gleichsetzung von faschistischer Diktatur und politischer Herrschaft der DDR. Das hat Konsequenzen für den Blick auf Tage wie den 22. Juni 1941 und den 8. Mai 1945 und Folgen für den Versuch, das 20. Jahrhundert zum »Jahrhundert des Sieges über den Totalitarismus« einzunebeln, woran permanent gearbeitet wird.

 

Aus: Ausgabe vom 22.06.2016, Seite 12 / Thema

Zum Beispiel Bosch

Zwangsarbeit in den »Schattenfabriken« des NS-Regimes: Über die geheime deutsche Rüstungsproduktion im Hildesheimer Wald

Von Angela Martin

 

Ein kurzer Moment der Erholung: Polnische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter auf dem Weg zur Kirche (Ort und Datum unbekannt)

Foto: Angela Martin Archiv

www.zwangsarbeit-bosch.de

Angela Martin ist Historikerin und Publizistin. Seit 2006 forscht sie im Rahmen eines Projekts der Berliner Geschichtswerkstatt e. V. über den Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen in den Tochtergesellschaften des Bosch-Konzerns. Gemeinsam mit Ewa Czerwiakowski gab sie 2005 den Band »Muster des Erinnerns. Polnische Frauen als KZ-Häftlinge in einer Tarnfabrik von Bosch« heraus (Metropol-Verlag, Berlin)

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Als die deutsche Wehrmacht am 22. Juni 1941 die Sowjetunion überfiel, war das Ziel ihres Feldzugs klar: Deutschland sollte »Lebensraum im Osten« gewinnen. Entsprechend plante man, die dortige Bevölkerung auszuhungern, zu vertreiben oder zur Arbeit für die Besatzungsmacht zu zwingen.

Für die Deutschen waren die im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebiete ein riesiges Arbeitskräftereservoir. Von ihnen eingerichtete Arbeitsämter begannen nach der Eroberung eines Gebiets umgehend damit, »Freiwillige« für die Arbeit in Deutschland anzuwerben. Die meisten Arbeitskräfte jedoch wurden zwangsrekrutiert beziehungsweise verschleppt. In Polen und der Sowjetunion muss­ten die Menschen sogar damit rechnen, in Straßenrazzien oder vor Schulen und Kirchen aufgegriffen und nach Deutschland verfrachtet zu werden.

Als das Scheitern der »Blitzkrieg«-Strategie gegen die UdSSR deutlich wurde, beschloss Berlin, auch sowjetische Kriegsgefangene zur Arbeit heranzuziehen. Sie mussten vor allem in der Rüstungsindustrie arbeiten, wurden aber auch im Bergbau und in anderen Branchen für besonders schwere und gefährliche Tätigkeiten eingesetzt. Insgesamt wurden 13,5 Millionen ausländische Arbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge zur Arbeit im Reich gezwungen. Aus der Sowjetunion deportierten die Deutschen zu diesem Zweck etwa 2,9 bis 3,1 Millionen Zivilisten. Rund 1,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene starben bis zum Ende des Krieges bei der Zwangsarbeit.

Arbeitskräfte als Beute

 

Stigmatisiert: Sogenannte Ostarbeiter wurden zum Tragen des obigen Abzeichens gezwungen

Foto: Angela Martin Archiv

Auch Bosch profitierte von den geraubten Arbeitskräften. In der Elektro- und Feinmechanischen Industrie GmbH (ELFI), einem Tochterunternehmen des Konzerns, stieg der Anteil der »Ostarbeiter« bereits im Verlauf des Jahres 1942 deutlich an. Den Firmenstammsitz hatte Bosch im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht nahe der Stadt Hildesheim errichtet. Später wurde das Unternehmen in Trillke-Werke GmbH umbenannt. Es produzierte Lichtmaschinen, Magnetzünder und Anlasser – also die gesamte elektrotechnische Ausrüstung von Panzern, Zugmaschinen und Lastkraftwagen der Wehrmacht.

Unter den »Ostarbeitern« bei ELFI/Trillke war auch die Ukrainerin Maria Antonowna Denisowa. Während der Kämpfe um Charkow im Frühjahr 1942 machten die Deutschen Jagd auf Jugendliche, um sie nach Deutschland zu verschleppen. Die 16jährige Maria wurde von der Straße weg festgenommen. »Man hat alle versammelt und am frühen Morgen in Reihen aufgestellt. Polizei, Hunde und Waffen – stellen Sie sich das vor! Wer waren wir denn?! Sind abgeholt und eingesperrt worden! Wie Verbrecher! Man hat uns zum Bahnhof gebracht und in Viehwaggons gepfercht. Die wurden verriegelt. Wir haben ›Lebe wohl, Charkow!‹ geschrien«, erklärte sie in einem Gespräch mit der Berliner Geschichtswerkstatt.

Es war das übliche Prozedere, vom dem die meisten Zeitzeuginnen berichten: Verhaftung und Unterbringung in einem Sammellager, dann Verladung in einen Güter- oder Viehwaggon, der meist keine Toiletten hatte, entsetzliche Enge, Mangel an Nahrung und Wasser während der tagelangen Fahrt. Nach der Ankunft in einem Durchgangslager in Deutschland und einer ärztlichen Untersuchung Weiterfahrt zu einem Lager in der Nähe des Arbeitsplatzes. Wohin sie gebracht wurden und ob sie ihre Heimat je wiedersehen würden, wussten die künftigen Zwangsarbeiter nicht. Maria Antonowna Denisowa landete schließlich bei ELFI.

Unter Geheimhaltung

 

Polen mussten ein Abzeichen mit dem in ihren Pässen vermerkten »P« tragen

Foto: Angela Martin Archiv

Das Hildesheimer Bosch-Werk war eins von zwei Ausweichwerken der Stuttgarter Bosch AG. Der Konzern war Marktführer bei der Ausrüstung von Kraftfahrzeugen und Flugmotoren und damit ein Schlüsselbetrieb für die Aufrüstung des Deutschen Reiches. Vor allem seine Einspritzpumpen, Anlasser und Magnetzünder waren unersetzlich; eine etwaige Unterbrechung der Fertigung hätte empfindliche Auswirkungen auf die Einsatzfähigkeit der deutschen Militärmaschinerie haben können. Daher wandten sich dessen Vertreter bereits 1933, im Jahr der Machtübernahme der deutschen Faschisten, an Robert Bosch und forderten ihn auf, ein Verlagerungswerk im Landesinneren aufzubauen. Weil der Raum Stuttgart wegen seiner Nähe zu Frankreich militärisch schwer zu verteidigen war, sollte das Unternehmen eine Ausweichfabrik in einer sicheren Region errichten. Tatsächlich gründete Bosch 1935 die Dreilinden Maschinenbau GmbH in Kleinmachnow bei Berlin und zwei Jahre später die Elektro- und Feinmechanische Industrie GmbH in Hildesheim. Beide Werke dienten ausschließlich der Rüstungsproduktion.

Bosch war nicht das einzige Unternehmen, das in den ersten Jahren der NS-Herrschaft Verlagerungswerke errichtete. Das Regime verfolgte von Anfang an eine Politik der Duplizierung und Dezentralisierung von Rüstungsunternehmen, schrieb ein US-amerikanischer Berichterstatter 1943. »Es war nicht gestattet, weitere Fabriken bei schon existierenden Anlagen zu bauen, vor allem dann nicht, wenn diese in den angreifbaren westlichen Regionen Deutschlands lagen.« Umgekehrt wurden Schlüsselunternehmen der Rüstungsindustrie dazu angehalten, Zweitanlagen zu bauen. Diese »Schattenfabriken«, wie die Amerikaner sie nannten, entstanden unter größter Geheimhaltung und in enger Zusammenarbeit mit den NS-Behörden.

In der Dreilinden Maschinenbau GmbH (DLMG) lief bereits 1935 in drei Werkshallen die Produktion an. Bosch fertigte hier Zünder, Anlasser, Lichtmaschinen und anderes Zubehör für Flugzeuge. Das Werk wurde – ebenso wie später auch die Hildesheimer ELFI GmbH – entsprechend den nationalsozialistischen Richtlinien gebaut: Um die Werke vor der Entdeckung durch Aufklärungsflugzeuge zu schützen, wurde die Produktion auf mehrere relativ kleine Hallen verteilt, die im Wald lagen und dadurch den Eindruck einer Wohnsiedlung erwecken sollten. Außerdem wollte man durch diese Bauweise etwaige Folgeschäden bei Luftangriffen begrenzen.

Die DLMG profitierte von dem ehrgeizigen Rüstungsprogramm des Reichsluftfahrtministeriums und expandierte schnell. In den letzten Kriegsjahren beschäftigte sie rund 5.000 Personen, mehr als die Hälfte von ihnen waren Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Von Herbst 1944 bis April 1945 setzte das Unternehmen außerdem etwa 800 weibliche KZ-Häftlinge ein.

Der Staat trägt das Risiko

 

Zulieferung für den Krieg: Werbung für Flugzeugteile aus der Produktion von Bosch

Foto: Angela Martin Archiv

 

Auch für die Motorisierung des Heeres sollte Bosch ein Ausweichwerk fern von den Grenzen des Deutschen Reiches errichten. Im Frühjahr 1937 trat das Heereswaffenamt mit einer entsprechenden Forderung an die Firma heran. Aber während Bosch den Bau der DLMG aus eigenen Mitteln bestritten hatte, bot die Regierung dem Unternehmen für das Ausweichwerk II ein ausgesprochen attraktives Finanzierungsmodell an, das den Konzern entlastete und seine Risiken minimierte: das sogenannte Montanschema.

Danach erhielt ein Privatunternehmen von der zuständigen Heeresdienststelle des Oberkommandos des Heeres (OKH) den Auftrag, auf Kosten des Reiches eine Rüstungsfabrik zu bauen. Eigentümerin des neuen Werks war die Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH (Montan GmbH), eine Treuhandgesellschaft des Heereswaffenamtes. Sie verpachtete die fertigen Werksanlagen an die beauftragte Privatfirma. Diese wiederum gründete dazu eine Tochtergesellschaft und verpflichtete sich, die neue Fabrik den Vorgaben entsprechend einzurichten und zu betreiben.

Auf diese Weise erreichte das Heereswaffenamt, dass private Industriekonzerne auch ganz unabhängig von Rentabilitätserwägungen Fabriken für militärisch wichtige Produkte eröffneten und unterhielten, denn der Staat deckte das finanzielle Risiko der beteiligten Firmen ab. Außerdem wurden sie bei der Zuteilung von Arbeitskräften, Rohstoffen und Energie bevorzugt. Bis Kriegsende wurden 119 solcher Betriebe eingerichtet.

Aus Luftschutzgründen wurde auch ELFI im Wald errichtet. Mit ihren Laternenaufbauten und Scheddachkonstruktionen entsprachen die aus rotem Backstein gemauerten hellen und gut belüfteten Hallen den damals modernsten Standards. Sogar eine der Zwangsarbeiterinnen, die Polin Helena Bednarska, schwärmte, dass die Fabrik unbeschreiblich schön gewesen sei. »Sie war im tiefsten Wald gelegen, so gebaut, dass auf jedem Dach ein kleiner Wald wuchs. Keine Bäume, aber Sträucher. Und diese Sträucher verdeckten zusammen mit den großen Bäumen die Sicht. Deswegen ist die Fabrik niemals getroffen worden, obwohl es oft Bombardierungen gab. Das Gelände wurde sehr schön gehalten. Ich hoffe, dass die Fabrik bis heute steht – ich weiß nicht, was heute dort gemacht wird. Aber die Deutschen hätten etwas, das so schön war, bestimmt nicht zerstört.« Tatsächlich lässt Bosch noch immer in den Backsteinhallen aus den 1930er Jahren fertigen. Im ehemaligen »Gefolgschaftshaus« befindet sich jetzt die Kantine.

Im Laufe des Krieges wurde das Werk erweitert und Ende 1942 in Trillke-Werke GmbH umbenannt. Die Fabrik erhielt einen eigenen Bahnanschluss, so dass die produzierten Maschinenteile leichter an andere Rüstungsunternehmen geliefert werden konnten. Vor allem nach dem Überfall auf die Sowjetunion und infolge des »Adolf-Hitler-Panzerprogramms«, das eine Verdopplung der bisherigen Planziele bei der Panzerproduktion vorsah, expandierte die Produktion im Hildesheimer Wald. Ab Oktober 1943 nahmen die Trillke-Werke eine Monopolstellung ein: Sie rüsteten sämtliche neuen Panzer der Wehrmacht mit Starterelementen und anderem elektrotechnischen Zubehör aus.

Aus aller Herren Länder

Natürlich brauchte das Unternehmen für diese Produktionssteigerungen auch Arbeitskräfte. Ende 1940 setzte ELFI die ersten Ausländer ein: 59 französische Kriegsgefangene wurden damals in die Hildesheimer Rüstungsfabrik von Bosch verbracht. Die Betriebsleitung hatte die Männer über das städtische Arbeitsamt vom Kriegsgefangenenlager (Stalag) Fallingbostel angefordert. Das war ein eindeutiger Verstoß gegen das Völkerrecht, denn laut Haager Landkriegsordnung dürfen Arbeiten von Kriegsgefangenen in keiner Beziehung zu Kriegsunternehmungen stehen. Trotzdem kamen im Laufe des Jahres 1941 weitere Kriegsgefangene aus Frankreich und Belgien zu ELFI.

Überall fragten die Geschäftsführer nach ausländischen Arbeitern an: beim städtischen und beim Landesarbeitsamt sowie beim Reichsarbeitsministerium, außerdem beim Rüstungskommando und der Rüstungsinspektion in Hannover, ja selbst beim Oberkommando des Heeres und beim Reichsministerium für Bewaffnung und Munition in Berlin. Im Oktober 1942 bestand die Belegschaft von ELFI bereits fast zu 40 Prozent aus Ausländern. Im September 1944 meldeten die Trillke-Werke, dass 2.027 ausländische Arbeitskräfte in der Fabrik beschäftigt würden. Insgesamt mussten 2.711 Zwangsarbeiter aus 21 Staaten bei ELFI/Trillke arbeiten; zeitweilig stellten sie etwa die Hälfte der rund 4.000 Beschäftigten. Die größte Gruppe bildeten die »Ostarbeiter«, also Männer und Frauen aus der Sowjetunion, gefolgt von Arbeitern aus Frankreich und Polen. Auch etwa 90 Italiener und 31 Inder, die als britische Kriegsgefangene interniert worden waren, mussten Zwangsarbeit für Trillke leisten. Neben den ausländischen Zwangsarbeitern setzte die Firma zudem etwa 230 Häftlinge des Zuchthauses Celle zur Zwangsarbeit ein.

Die Arbeitsbedingungen bei ELFI/Trillke entsprachen den Vorschriften des NS-Regimes. Zwangsarbeiter aus Polen und der Sowjetunion erhielten geringere Löhne als Deutsche und Westeuropäer. Davon wurde ihnen zudem ein Teil für die Unterkunft im Barackenlager und für die dürftige Verpflegung abgezogen. Die Kriegsgefangenen erhielten keinerlei Vergütungen. Ihren ohnehin niedrigen Lohn führte die Firma direkt an das zuweisende Stalag ab, nachdem sie Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung einbehalten hatte.

In der Regel mussten die Zwangsarbeiter im Hildesheimer Bosch-Werk zehn bis zwölf Stunden täglich arbeiten. Sie bekamen keinen Urlaub und hatten nur an Sonntagen frei. Die meisten mussten am Fließband und an den Automaten arbeiten. Viele der ehemaligen Zwangsarbeiter, die von der Berliner Geschichtswerkstatt zu ihrer Tätigkeit in dem Unternehmen befragt wurden, fanden die Arbeit bei Trillke nicht besonders schwer. Doch die langen Arbeitszeiten, die Schichtarbeit sowie die unzureichende Ernährung führten dazu, dass vor allem die Frauen unter Hunger, Übermüdung und Erschöpfung litten. Arbeitskleidung erhielten nur die wenigsten. Einige berichteten über Verbrennungen und über Verletzungen der Augen, weil es keinen Arbeitsschutz gab.

Beaufsichtigt wurden die Beschäftigten vom Werkschutz der Firma. Ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen und der Sowjetunion berichteten von Strafen, wobei Beschimpfungen und Schläge noch das Geringste waren. Teodozja Adamek aus Pabianice etwa wurde in das Arbeitserziehungslager Watenstedt geschickt: »Als erstes sahen wir eine Frau, Französin, die an einer Leine, die an einen Pfahl gebunden war, bis zur Erschöpfung im Kreis laufen musste. Wir mussten uns sofort ausziehen, und alle gingen unter die Dusche. Ich bekam einen Arbeitsanzug mit einer großen Zahl 21 am Rücken. Das bedeutete Lager 21, in dem man zumindest 21 Tage zur Strafe verbringen musste. Aber was für eine Strafe! Goss es in der Nacht in Strömen, veranstaltete man einen Appell. Nur drei Minuten hatten wir, um uns anzuziehen und anzutreten. Dann standen wir stundenlang in Pfützen draußen.« Max Clostermeyer, kaufmännischer Geschäftsführer von ELFI und Mitglied der SS, ließ in der Fabrik Anschläge anbringen, wenn ein »Gefolgschaftsmitglied« in ein Straflager geschickt wurde. So wuchsen Angst und Leistungsdruck unter den Beschäftigten.

Entsprechend den Vorschriften brachte ­ELFI/Trillke die Menschen in Barackenlagern unter. So sollten sie von der deutschen Bevölkerung isoliert werden. Die Unterkünfte für die Polinnen hat Helena Bednarska folgendermaßen beschrieben: »Das Lagergelände war mit einem Drahtmaschenzaun abgegrenzt. Die Baracken waren ganz gewöhnlich aus Holz. In einer Baracke gab es zehn Stuben, jede für 16 Personen.« Die »Stuben« in den Baracken waren mit doppelstöckigen Holzpritschen, einem Tisch, Stühlen und Spinden sowie einem Ofen ausgestattet. Im Winter litten die Frauen unter der Kälte, denn sie erhielten viel zuwenig Brennmaterial zum Heizen. Die hygienischen Bedingungen waren denkbar schlecht: Es gab nur einen Eimer und eine Schüssel zum Waschen, aber kein fließendes Wasser; die Toiletten waren weit entfernt. Ungeziefer wie Wanzen, Flöhe und Läuse breiteten sich aus und mit ihnen auch Krankheiten. Die Baracken der »Ostarbeiter« waren doppelt eingezäunt und wurden besonders scharf bewacht; hier waren Hunger und Krankheiten noch verbreiteter.

Die Verpflegung der Ausländer wurde der nazistischen Rassenideologie entsprechend gestaffelt. »Westarbeiter« erhielten besseres Essen als Polen. Die Lebensmittelzuteilungen für die sowjetischen wie auch die italienischen Arbeiter waren so gering und so schlecht, dass diese Abfälle aßen und sogar von den unter­ernährten Polinnen manchmal Brot zugesteckt bekamen. Auch bei Trillke selbst räumte man ein, dass die Verpflegung der »Ostarbeiter« äußerst knapp sei: »Wir haben fast täglich Fälle, dass durchaus arbeitswillige Ukrainer an der Maschine ohnmächtig zusammenbrechen.«

Mehrere polnische Zeitzeuginnen berichten von Besuchen in Hildesheim. Wenn sie den Bus in die Stadt benutzen wollten – was ihnen ausdrücklich verboten war –, entfernten sie ihre Abzeichen mit dem Buchstaben »P«. Dieses Abzeichen wurde noch vor dem »Judenstern« eingeführt; während des Krieges musste es von sämtlichen Polen in Deutschland getragen werden. Das Zeichen diente der Ausgrenzung und sollte seine Träger als minderwertig markieren. Auch der Besuch eines Kinos, einer Gaststätte oder eines Friseurs war den polnischen Zwangsbeschäftigten nicht gestattet. Die Regeln für die »Ostarbeiter« waren noch restriktiver. Sie durften erst 1943 überhaupt ohne Bewachung das Lager verlassen. Ausgang hatten sie nur an Feiertagen. Die ganze Zeit über mussten sie ebenfalls ein diskriminierendes Abzeichen mit dem Kürzel »OST« tragen.

Keine moralische Schuld?

Die Anlagen überstanden die Luftangriffe auf Hildesheim ohne jeglichen Schaden. Obwohl die britische Royal Air Force die Anlagen bei einem Aufklärungsflug im Februar 1945 fotografiert hatte, wurden sie nie bombardiert. Am 7. April 1945 erreichten Truppen der 9. US-Armee das Werk und besetzten es. Bereits am folgenden Tag wurden sämtliche Zwangsarbeiter entlassen.

Nach einer kurzen Übergangszeit, in der nur Reparaturarbeiten durchgeführt wurden, erhielt der Betrieb am 29. Juni 1945 von den Briten die Erlaubnis für eine Friedensproduktion. Jetzt wurde in den Trillke-Werken neben Fenstern und Türen, Werkzeug und Ersatzteilen für landwirtschaftliche Maschinen auch wieder elektronisches Zubehör für Kraftfahrzeuge hergestellt.

Bosch war sehr beunruhigt über die Pläne der amerikanischen Militärregierung und der britischen Besatzer, die eine Entflechtung der deutschen Wirtschaft anstrebten. Als eines der größten Rüstungsunternehmen Deutschlands war der Konzern von diesem Vorhaben betroffen. Er sollte sich von allen außerhalb Stuttgarts gelegenen Werken trennen. Nach langen Verhandlungen und mit Hilfe des Wirtschaftsministeriums in Bonn kam es Anfang 1952 schließlich zu einem Vergleich, bei dem der Konzern gut abschnitt. Im April 1952 wurde die Trillke-Werke GmbH im Handelsregister gelöscht und nun unter dem Namen Robert Bosch GmbH/Werk Hildesheim weitergeführt.

Sieben Jahre später arbeiteten etwa 10.000 Menschen im Hildesheimer Wald für Bosch und das Tochterunternehmen Blaupunkt. Die Anpassung der Konzernpolitik an die Vorgaben des Naziregimes und die Umstellung der Produktion auf Rüstungsgüter hatte sich gelohnt. Den ehemaligen Zwangsarbeitern jedoch wurde lange eine Entschädigung verwehrt. Wie viele Unternehmen behauptete auch Bosch, dass ihr Einsatz von der Regierung angeordnet worden und die Firma daher nicht dafür verantwortlich gewesen sei. Erst als in den USA Sammelklagen gegen deutsche Unternehmen eingereicht wurden, beteiligte sich der Konzern an der Gründung eines Entschädigungsfonds. Hans Merkle, damals Ehrenvorsitzender der Robert Bosch GmbH, schlug für die Verhandlungen die Formulierung vor, »in der Beschäftigung von Zwangsarbeitern keine moralische Schuld, wenn auch eine materielle Verpflichtung der deutschen Wirtschaft« zu sehen. Nachdem die Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« (EVZ) gegründet worden war, zahlte auch Bosch in den Fonds ein. Die Polin Irena Matuszak erklärte dazu gegenüber der Berliner Geschichtswerkstatt: »Die Entschädigung? Diejenigen, die zur Zwangsarbeit verschleppt worden sind, sind ungerecht behandelt worden. Ursprünglich hieß es, wir würden 15.000 Mark bekommen – damals gab es noch die D-Mark. Da wäre jeder zufrieden gewesen. Später wurde die Summe immer niedriger und niedriger. Und dann haben wir das in Raten bekommen, so dass man nichts davon hatte. Das ist keine Genugtuung.«

 

Aus: Ausgabe vom 22.06.2016, Seite 1 / Titel

Wieder gegen Russland

75 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion: Für die Bundesregierung hat das Gedenken keine große Bedeutung

Von Sevim Dagdelen

 

Aus: Ausgabe vom 22.06.2016, Seite 1 / Titel

Wieder gegen Russland

75 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion: Für die Bundesregierung hat das Gedenken keine große Bedeutung

Von Sevim Dagdelen

22. Juni 2015: Gedenken am Grab des Unbekannten Soldaten in Moskau an die Opfer des Großen Vaterländischen Krieges 1941–1945

Foto: EPA/SERGEI CHIRIKOV

Sevim Dagdelen ist Sprecherin für internationale Beziehungen der Linksfraktion und Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages

Niemand ist vergessen, nichts ist vergessen« – diese Grabinschrift auf dem Leningrader Piskarjow-Gedenkfriedhof erinnert an diejenigen, die während der Belagerung der Stadt im Zweiten Weltkrieg starben und dort in Massengräbern begraben sind. Für die Bundesregierung scheint das Wachhalten der Geschichte keine große Bedeutung zu haben, wie sich ihrer Antwort auf meine kleine Anfrage »Gedenken der Bundesregierung an 75 Jahre Überfall auf die Sowjetunion« entnehmen lässt.

Während sich auf der einen Seite seit Jahren geschichtsrevisionistische Angriffe mehren, die den Beitrag der damaligen Sowjetunion und der Roten Armee zur Befreiung Deutschlands und Europas vom Faschismus schmälern und relativieren wollen, verweigert die Bundesregierung schlicht ein würdiges Gedenken an jene, die Opfer des Überfalls des faschistischen Deutschlands am 22. Juni 1941 wurden. Mehr als 26 Millionen Menschen wurden im Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion getötet – zwei Drittel von ihnen waren Zivilisten. Städte, Dörfer und Fabriken in der Sowjetunion wurden von den deutschen Besatzern niedergebrannt und zerstört.

Der Umgang mit der deutschen Geschichte spiegelt das aktuelle politische Klima zwischen Ost und West wider. »Weder im Inland noch im Ausland« richtet die Bundesregierung in Erinnerung an den 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion eine Gedenkveranstaltung aus. Dies sei Aufgabe der »fachkundigen (…) Einrichtungen der politischen, historischen und kulturellen Bildung«, heißt es in der Antwort lapidar. Und so richtig die Feststellung des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier ist, dass der Frieden in Europa, der nun seit mehr als 70 Jahren zumindest ohne großen Krieg herrscht, das kostbarste Gut ist, das wir haben, und er dafür kämpfen werde, dass das nicht aufs Spiel gesetzt wird, und so richtig seine jüngste NATO-Kritik ist, seine Taten sprechen eine ganz andere Sprache.

 

Denn für die Politik der »Einkreisung« Russlands durch die NATO durch Aufnahme weiterer Mitglieder und die Aufstellung eines »Raketenabwehrsystems« stehen eben die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und auch Außenminister Steinmeier. Diese Gewaltpolitik erfährt durch Großmanöver des westlichen Militärpakts in unmittelbarer Nachbarschaft zu Russland und durch die Stationierung weiterer Truppen in Polen, Litauen, Lettland und Estland nunmehr eine konfliktverschärfende Fortsetzung. Wohl wissend, dass eine »dauerhafte Stationierung« von »substantiellen« Kampfverbänden gegen die NATO-Russland-Grundakte aus dem Jahr 1997 verstoßen würde, lässt man die vier multinationalen NATO-Bataillone mit je etwa 1.000 Mann rotieren. Deutschland kommt dabei 75 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion eine wichtige Rolle zu: Die Bundeswehr ist Teil der Aufmarschpolitik gegen Russland und soll in Litauen die Führung über das NATO-Kontingent übernehmen.

Die Bundesregierung setzt auf das Vergessen, was die Folgen einer Konfrontationspolitik sein können. Der neue Feind steht im Osten. Er heißt Russland. Gegen ihn scheint jedes Mittel recht: Sanktionen, Aufrüstung, Destabilisierungsmaßnahmen. Von Resultaten dieser verheerenden Aggressionspolitik aber will man nichts wissen. Dabei ist die Bundesregierung konsequent: Die Erinnerung an den Überfall auf die Sowjetunion soll ausgelöscht werden, um ungestört an Russlands Grenzen zu zündeln.

 

Rostocker Friedensbündnis

Am Morgen des 22. Juni 1941 überrannte die faschistische deutsche Wehrmacht die Grenze zur Sowjetunion. Ihre wochenlangen Truppenkonzentrationen im Osten, vonseiten der Sowjetunion unterschiedlich beurteilt, waren Kriegsvorbereitungen gewesen. Sogar der Termin des Überfalls war von Kundschaftern vorausgesagt worden. Ihren Voraussagen wurde aber nicht geglaubt. Lange hielt sich in der Sowjetunion die Formulierung vom „wortbrüchigen Überfall“ durch Deutschland. Sie nahm Bezug auf den Molotow-Ribbentrop-Pakt von 1939, der beiden Seiten sowohl eine zeitweilige Sicherheit an einer ihrer Fronten als auch, durch sein geheimes Zusatzprotokoll, territoriale Gewinne versprach. Was weitsichtige Zeitgenossen damals schon kritisiert hatten, erwies sich jetzt: Mit Faschisten war und ist kein ehrlicher Vertrag zu schließen.

 

Auch dieser Krieg, wie jeder Krieg, hätte verhindert werden können. Aber es erschien den europäischen Mächten viel zu vorteilhaft, die Sowjetunion ausbluten zu lassen, als dass sie ernsthafte diplomatische Anstrengungen unternommen hätten. Einzelne Personen retteten unter großen persönlichen Risiken Juden und andere Verfolgte. Die anderen fielen der Vernichtungsmaschinerie anheim. Die Faschisten hatten genaue Vorstellungen davon, was sie aus dem Land herausholen wollten und was mit den Menschen geschehen sollte. Internationale Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen oder den Schutz der Zivilbevölkerung spielten für sie keine Rolle, wenn es um die Sowjetunion ging. Unser Bündnis sah 2014 auf einer Friedensfahrradtour im ehemaligen KZ Sachsenhausen eine Genickschussanlage, in der allein in den ersten Monaten nach dem 22. Juni 10.000 sowjetische Kriegsgefangene getötet und anschließend in mobilen Krematoriumsöfen verbrannt worden waren. Führungskräfte aus anderen Konzentrationslagern hatten dabei zugesehen und von dieser Technik gelernt. 3,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene kamen in Lagern um. Noch um ein Vielfaches höher war die Zahl der zivilen Opfer. Allein im belagerten Leningrad starb ein Drittel der Einwohner. Das Land mit dem anderen Gesellschaftssystem sollte niedergerungen werden, nach außen hin begründet mit der These vom Volk ohne Raum und der Minderwertigkeit nichtdeutschen Lebens.

 

Der Überfall auf die Sowjetunion ist kein Ruhmesblatt der deutschen Geschichte. Es ist daher kein Wunder, dass immer wieder versucht wird, ihn umzudeuten. Ebenso, wie der Überfall damals den rechten Kräften in der internationalen Politik nützte, profitieren diese heute davon, wenn die Umdeutung gelingt. Erst kürzlich wurde in einer Tageszeitung in Mecklenburg ein Buch beworben, das die These vom Präventivkrieg Hitlers vertrat: Die Wehrmacht sei nur einem drohenden Überfall seitens der Sowjetunion zuvorgekommen. Erschienen ist das Buch in einem der größten rechtsradikalen Verlage Deutschlands. Das Buch und die Werbung für das Buch fördern die rechten Umtriebe, die unter Namen wie Pegida und AfD heute mit einer Selbstverständlichkeit die Straßen und die Parlamente für sich reklamieren, wie sie vor Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Das ist unverantwortlich und muss angeprangert werden, gerade in dieser Zeit.

 

In dieser Begünstigung rechter Kräfte sehen wir die Hauptgefahr der Umdeutung des 22. Juni 1941. Wir ziehen keine einfache Parallele zum Säbelrasseln der NATO an den russischen Grenzen heute. Die NATO ist nicht die faschistische Wehrmacht und Russland ist nicht die sozialistische Sowjetunion. Die bedingungslose Russland-Solidarität überlassen wir rechten Kräften, die damit nur ihre einseitige Kritik an den USA begründen und deutsche Verfehlungen nach bester nationalistischer Manier außen vor lassen. Die USA sind nicht das einzige Land, das kapitalistische Interessenpolitik betreibt. Die offizielle Bundesrepublik Deutschland steht ihnen mit ihrer Aufrüstung und ihrem Bestreben, überall in Krisengebieten militärisch dabei zu sein, in nichts nach. Wir fordern aber von den Verantwortlichen in Deutschland,

  • ihre Unterstützung für die Truppenaufmärsche an den russischen Grenzen zurückzuziehen. Säbelrasseln provoziert und erhöht die Kriegsgefahr.
  • der ideologischen Aufrüstung von rechts entgegenzutreten. Auch der 22. Juni 1941 wurde durch antidemokratische Ideologien und rassistische Propaganda vorbereitet. Rechte Umtriebe gewähren zu lassen, ist eine Garantie für künftige Kriege.
  • die Anerkennung der Verbrechen des faschistischen Überfalls und der sowjetischen Opfer des Krieges ohne Ablenkung auf die immer wieder von Nationalisten besetzten Themen der deutschen Kriegsgefangenen sowie die Flucht und Vertreibung Deutscher. Diese Anerkennung muss auch gegenüber den Regierungen Russlands und der anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion geäußert werden und sie müssen in internationale Gedenkveranstaltungen zum Zweiten Weltkrieg einbezogen werden, auch wenn das für die offizielle Tagespolitik unbequem ist. Nur so schafft man die Basis für ein friedliches Miteinander in Zukunft.   

--  
Rostocker Friedensbündnis (gemeinsames Postfach)
http://www.rostocker-friedensbuendnis.de

 

Die TAGES-SCHLAU packt nicht aus

Fluchtursachen bleiben ein Geheimnis der Redaktion

Autor: U. Gellermann
Datum: 06. Juni 2016

 

Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 06. Juni 2016 schrieb Carsten Hanke:

Erneut belegt dieser Artikel, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender" entsprechende Wahrheiten dem Bürger verschweigt, umdeutet oder gar Sinn-entstellt dem Konsumenten verabreicht. Jener Konsument der durch eine "Zwangsehe" in Form von Gebührenzahlen mit dem öffentlich-rechtlichen Medium auf Lebenszeit verbunden ist, also oftmals länger verbunden ist, als manch eine Ehe zwischen zwei Partnern. Was für eine Errungenschaft für diese Gesellschaft, in der man zur Verblödung auch noch vertraglich gezwungen wird. Diese bei vielen Bürgern ungewollte "Zwangspartnerschaft mit den öffentlich-rechtlichen Sendern" kann nur das eigene Ableben oder der rigorose Verzicht auf sämtliche Nutzung moderner Medien helfen.
Es gilt aber dennoch zu Hinterfragen, ob der Konsument nicht ein Anrecht auf wahrheitsgemäße Berichterstattung , also dem jeweiligen Fakt entsprechenden umfänglichen Vermittlung von Informationen hat. Kommt dieser Pflicht der öffentlich-rechtlicher Sender nicht nach, stellt das doch ein Vertragsbruch da, welches zur logischen Schlussfolgerung führen sollte, dass der Konsument seine Gebühren für diese "Zwangsehe" auch nicht mehr begleicht. Oder anders gesagt, wenn der Gemüseverkäufer mir verschimmeltes Gemüse als frisches anbietet, habe ich doch die Wahl es nicht zu kaufen. In diesem Sinne "Guten Appetit" bei der nächsten Tagesschau

 

Rationalgalerie

Die Verlobung von Dr. Gniffke und Dr. Maaßen

Bald Ehe von Verfassungsschutz und TAGESSCHAU

Autor: U. Gellermann

Datum: 16. Mai 2016

https://deref-web.de/mail/client/dereferrer/?redirectUrl=http%3A%2F%2Fwww.rationalgalerie.de%2Fhome%2Fdie-verlobung-von-dr-giffke-und-dr-maassen.html

 

Am 16. Mai 2016 schrieb Carsten Hanke:

Das Märchen von der Bedrohung der baltischen Staaten und sogar Deutschlands von Russland aus, wird immer wieder noch entfacht. Ein gewisse Teil der Konsumenten dieser bürgerlichen Hetzkampagne hat schon lange begriffen, dass die Errichtung dieses Raketenschutzschildes in Osteuropa bzw. die Entsendung von Nato-Einheiten in die baltischen Staaten zu Abwehr "der russischen Bedrohung", eine weitere von zahlreichen Lügen sind, die täglich auf uns wirken sollen. Dabei stellt man sich doch u.a. die Frage, warum die "bösen Russen", nicht schon lange das Baltikum überrannt haben und erst noch warten bis dort Nato-Soldaten als „Besatzungsmacht" agieren. Selbst die jetzt anvisierten ? Nato- Besatzungs „Kräfte", würden zahlenmäßig, wie der militärischen Ausrüstung gleichermaßen, wohl keinerlei ernsthafte Gegenwehr gegenüber den Russen bedeuten. Diese "russischen Aggressionspläne" so lt. bürgerlicher Informationsideologie, wird aber auch dafür genutzt, um neben westlicher Einschüchterungsversuche gegenüber Russland, den Ausbau des Spionagenetzes in ganz Osteuropa voranzutreiben sowie in diesen Ländern auf Dauer ihren Macht- und Herrschaftseinfluss zu zementieren. Sollte sich in diesen Ländern, wann auch immer ein Meinungswechsel zur jetzigen aggressiven Politik entwickeln, soll diese nicht nur mit diesen Kräften im Vorfeld unterbunden werden, sie würden dann möglicherweise auch zum Einsatz kommen, um das einmal gewonnene Herrschaftsgebiet nicht wieder aufgeben zu müssen. Das mit dieser Nato-Technik auch die jeweiligen Regierungen überwacht werden, sollte jedem klar sein, denn so wie das Telefon von der Bundeskanzlerin abgehört wurde. Das diese der "westliche Demokratie" innewohnende Machenschaften von den bürgerlichen Medien nicht mehr thematisiert werden, erscheint nachvollziehbar.

 

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Aus: Ausgabe vom 09.05.2016, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

 

Mit zweierlei Maß

Zu jW vom 29. April: »Aufgespannter ­Schutzschirm statt politischer Konsequenzen«

(…) Die Meinungs- und Pressefreiheit und unabhängige Medien sind Voraussetzungen für eine Demokratie, und nicht ohne Grund wird der 3. Mai als weltweiter Tag der Pressefreiheit begangen. Dass nicht nur in der Türkei diesbezüglich große Defizite bestehen, ist hinlänglich bekannt und wird von der hiesigen Bundesregierung ohne jegliches kritisches Aufbegehren akzeptiert. Im Gegensatz dazu werden z. B. sogenannte Systemkritiker in China oder Russland dazu benutzt, um öffentlich auf den Verstoß gegen die Menschenrechte in diesen Ländern hinzuweisen und den jeweiligen Staatschefs mit Sanktionen zu drohen. Dass hier mit zweierlei Maß vorgegangen wird, könnte auch ein Testlauf für künftiges Agieren im eigenen Land sein, um der (…) kritisch-satirischen Berichterstattung Einhalt zu gebieten.

Carsten Hanke, Lambrechtshagen

 

Online in der Ostsee-Zeitung erschienen.

Neuer Vorfall mit russischen Jet über der Ostsee Zur „militärfreien Zone“ erklären

Carsten Hanke aus Lambrechtshagen

Artikel veröffentlicht: Montag, 18.04.2016 09:39 Uhr   |   Artikel aktualisiert: Montag, 18.04.2016 10:44 Uhr

Lambrechtshagen. Es wird in der OZ berichtet, dass erneut ein Jagdflugzeug des Typs Su 27 einem amerikanischen Aufklärer bis auf 15 Meter nahegekommen ist und das zuvor ein russisches Militärflugzeug den US Zerstörer „Donald Cook“ im Tiefflug überflog.

Es stellt sich doch die Frage: Warum muss ein amerikanischer Zerstörer 70 km vor einem russischen Militärstützpunkt auftauchen? Provoziert es somit nicht die Reaktion der Russen, auf ihre Art zu antworten? Warum werden gerade verstärkt mit Nato-Verbänden in der Ostsee entsprechende Manöver abgehalten? Entspannung sieht doch anders aus!

Mein Vorschlag wäre, den gesamten Ostsee-Raum zur „Militärfreien Zone“ zu erklären, wo in keinem dieser Länder an deren Küste militärische Stützpunkte sich befinden und im Ostseeraum kein militärisches Gerät existiert, was den Transport von militärischen Waffen ebenso betrifft, inkl. gilt das für die Überflugrechte.

Das alles wird von einer UNO-Blauhelmtruppe überwacht. Somit wäre Europa nicht nur sicherer sondern hätte eine Beispielwirkung für die gesamte Welt. Dafür sollten sich nicht nur die Politiker einsetzen. Frieden schaffen ohne Waffen! Das ist möglich und erst Recht nötig.

Von Carsten Hanke

 

Aus: Ausgabe vom 31.03.2016, Seite 14 / Leserbriefe junge Welt

Aus Leserbriefen an die Redaktion

 

Unbedingtes Mitregieren

Zu jW vom 17. März: »In der Moderne«

Man möge sich bitte erinnern, dass Gregor Gysi derjenige war, der sich frühzeitig der SPD anbiederte und danach Bündnis90/Die Grünen. Der Grund war nicht, dass diese Parteien sich in Richtung »links« entwickelt hatten, sondern dass sich Die Linke unter Aufgabe ihrer im Erfurter Parteiprogramm festgelegten »roten Haltelinien« und um des unbedingten Mitregierens willen hin zu SPD und Grünen bewegte. Stammt nicht auch von Gysi der Satz: »Wenn wir nicht mehr unterscheidbar von der SPD sind, wird Die Linke überflüssig«? Jetzt geht Gysi noch einen Schritt weiter und blinkt rechts, weil der linke Blinker nicht mehr zum Mitregieren reicht. Das dürfte für viele linksorientierte Bürger in diesem Land ein Schock sein.
Carsten Hanke, Lambrechtshagen

 

  Rostocker     BLITZ am Sonntag   27.03.2016

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Über die Teilnahme von Vereinen auf dem Ostermarkt in Rostock

21.03.2016, Carsten Hanke , Vorsitzender Regionalgruppe Rostock RotFuchs Förderverein e.V.

Hanke.lambrechtshagen@web.de

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, oftmals kann man Leserbriefen zu verschiedenen Themen scharfe Kritik entnehmen, die in sachlicher Art und mit Fakten belegbar sehr nützlich sein können, eigenes Verhalten, Denken und Empfinden zu überdenken bzw. auch zu korrigieren. Gleiches sollte natürlich auch bei Behörden und Politikern der Fall sein. So jedenfalls ist das Anliegen desjenigen, der seine Meinung öffentlich äußert. Soweit, so gut. Nach meiner Erkenntnis viel zu wenig, wird über positive Ergebnisse, Aktivitäten, Erlebnisse einzelner bzw. Gruppen u.v.m. berichtet. Das finde ich sehr bedauerlich, denn gerade das sind jene Momente, die zur Nachahmung zu empfehlen sind, um nicht nur den Umgang miteinander und untereinander zu verbessern. Dass dieses alles auch möglich sein kann, wenn man miteinander gleichberechtigt, respektvoll, ohne Voreingenommenheit von eigenem politischen und persönlichen Befindlichkeiten praktizierbar ist, zeigt folgendes Beispiel. Die Großmarkt GmbH Rostock gibt gemeinnützigen Vereinen im Rahmen des Ostermarktes in Rostock die Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dazu hatte sie zuvor durch Annoncen in verschiedenen Zeitungen aufgerufen. Den jeweiligen Vereinen wird für ihre Präsentation eine Blockhütte kostenlos mit Stromanschluss und entsprechender Nutzung für einen Tag zur Verfügung gestellt. Dass diese Blockhütte für die Präsentation zudem noch an einer gut besuchten Stelle, vor dem Eingang zum Rostocker Hof aufgestellt ist, zeigt nicht nur Weitsicht, sondern rundet dieses positive Angebot ab. Darin eingebunden war auch die komplikationslose und sehr nette Betreuung bei der Antragstellung für die entsprechende Nutzung und die praktische Umsetzung unmittelbar vor Ort. So konnten wir als RotFuchs Förderverein e.V. (rotfuchs.net), ein parteiunabhängiger linksorientierter Bildungsverein, der mit über 30 Regionalgruppen bundesweit vertreten ist und monatlich zu aktuellpolitischen Themen im Rahmen einer Podiumsdiskussion (nach Vortrag eines Referenten erfolgt die Diskussion) seine Veranstaltungen durchführt, uns hier der Öffentlichkeit präsentieren. Ich denke auch im Namen aller Vereine sprechen zu dürfen, die am diesjährigen Ostermarkt in Rostock teilgenommen haben, dass man für diese gute und vor allem sinnvolle Möglichkeit der Präsentation der Großmarkt GmbH Rostock danken sollte. Wir würden es sehr begrüßen, wenn solche oder ähnliche Möglichkeiten künftig weiter machbar sind. So könnte ich mir vorstellen, dass bei einem verkaufsoffenen Sonntag in der wärmeren Jahreszeit, für die vielen Vereine entlang der Kröpeliner Straße, ein »Vereinstag« inszeniert wird, um somit nicht nur den zahlreichen ehrenamtlichen Vereinen die Möglichkeit zu geben, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, sondern auch den Händlern gleichermaßen zusätzliche Kundschaft zu bescheren. Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, die ehrenamtliche Arbeit entsprechend zu würdigen und weiter zu fördern, wenn der Wille dazu vorhanden ist.

 

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Die Großmarkt GmbH Rostock stellt diese Blockhütte den jeweiligen gemeinnützigen Vereinen kostenlos zur Verfügung, damit die jeweiligen Vereine, wie hier der RotFuchs Förderverein e.V. sich der Öffentlichkeit präsentieren können.

Aufstehen gegen Rassismus

Fast täglich greifen Rassisten und Rassistinnen Flüchtlingsheime an, islamfeindliche Übergriffe nehmen zu. Erschreckend viele Menschen nehmen an fremdenfeindlichen und rassistischen Demonstrationen teil. Pegida hetzt gegen Geflüchtete und Muslime und Musliminnen.

Währenddessen wird die „Alternative für Deutschland“ (AfD) zunehmend zum Sammelbecken für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. An vielen Orten ist die AfD Zentrum der extremen Rechten geworden. Abgeordnete der AfD verbreiten Nazi-Parolen und hetzen gegen Andersdenkende.

Die AfD ist zu einer ernsthaften Gefahr geworden, für all jene, die nicht in ihr rechtes Weltbild passen.

Deine Stimme gegen rechte Hetze

Wir wollen dem ein Ende machen. Wir greifen ein, wenn Rassistinnen und Rassisten Menschen in unserer Mitte attackieren. Menschenverachtender Stimmungsmache gegen Geflüchtete, Musliminnen und Muslime, Roma und Romnija, Sinti und Sintiza, Jüdinnen und Juden treten wir entgegen.

Wir wehren uns gegen Mordanschläge und Pogrome gegen Geflüchtete. Mit Aufforderungen wie zum Schusswaffengebrauch gegen Geflüchtete an der Grenze wird die AfD zum Stichwortgeber für solche Übergriffe.

Wir sind viele. Wir heißen Geflüchtete willkommen. Wir stehen auf gegen den Rassismus von Pegida, AfD, NPD & Co. Wir erheben unsere Stimmen, um in die gesellschaftlichen Debatten einzugreifen, gegen rechten Populismus.

Wir wenden uns gegen Obergrenzen und Grenzschließungen, die Wasser auf den Mühlen der Rassistinnen und Rassisten wären. Wir stehen für eine offene und gerechte Gesellschaft. Wir lassen nicht zu, dass Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Wir wollen Solidarität, Zusammenhalt und ein besseres Leben für alle!

Unsere Alternative ist Solidarität

Wir werden weiterhin Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen. Asyl ist Menschenrecht.

Wir wollen verhindern, dass Rassistinnen und Rassisten Raum für ihre Hetze bekommen.

Wir werden uns stark machen für gleiche politische und soziale Rechte für alle Menschen.

Wir werden uns der AfD überall entgegenstellen, ob auf der Straße oder in den Parlamenten.

Überall wo die Rassistinnen und Rassisten von AfD und Co. demonstrieren, sprechen oder auf Stimmenfang gehen, werden wir präsent sein und klar und deutlich sagen: Wir stehen auf gegen Rassismus! Keine Stimme für rechte Hetze!

Dem Verbreiten von Hass setzen wir eine bundesweite antirassistische Aufklärungskampagne entgegen: im Stadtteil, in der Schule, an der Uni, im Betrieb, im Theater, im Konzertsaal – überall!

Wir setzen auf die Aktivität von Vielen. Gemeinsam werden wir klarstellen: Rassismus ist keine Alternative!

Unterzeichne den Aufruf!

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ErstunterzeichnerInnen

  • Michel Abdollahi (Journalist)
  • Marcus Adler (Vorsitzender Bundesjugendwerk der AWO e.V.)
  • Gesine Agena (Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen)
  • Detlef Ahting (ver.di Landesleiter Niedersachsen)
  • Düzgün Altun (Vorstandsmitglied DIDF)
  • Prof. Elmar Altvater (Politikwissenschaftler)
  • Jeanne Andresen (Aktion Rheinland-Widerstand. Gestern, heute, morgen)
  • Antje Arndt (Vorsitzende Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt)
  • Dr. Katarina Barley (Generalsekretärin der SPD)
  • Dr. Johannes M. Becker (Friedensforscher)
  • Rolf Becker (Schauspieler)
  • Matthias Beer (Gewerkschaftssekretär IG Metall)
  • Esther Bejarano (Auschwitz-Überlebende)
  • Prof. Dr. Bernd Belina (Geograph)
  • Immanuel Benz (Bundesvorsitzender SJD-Die Falken)
  • Frank Bethke (stellvertretender Landesleiter ver.di NRW)
  • Sascha Böhm (Bundesleiter Naturfreundejugend)
  • Jürgen Bothner (Landesbezirksleiter ver.di Hessen)
  • Matthias Brenner (Intendant Neues Theater Halle)
  • Cuno Brune-Hägele (Geschäftsführer ver.di Stuttgart)
  • Frank Bsirske (ver.di Bundesvorsitzender)
  • Christine Buchholz (MdB LINKE)
  • Günter Burkhardt (Pro Asyl Geschäftsführer)
  • Prof. Dieter Dettke (Politikwissenschaftler)
  • Oliver Dietzel (1. Bevollmächtigter IG Metall Nordhessen)
  • Farhad Dilmaghani (DeutschPlus e.V.)
  • Prof. Klaus Dörre (Soziologe)
  • Hannah Eberle (BLOCKUPY)
  • Janis Ehling (Die LINKE.SDS)
  • Ulrike Eifler (DGB Geschäftsführerin DGB Südosthessen)
  • Christine Eitel (Kölner Studis gegen Rechts)
  • Hartwig Erb (1. Bevollmächtigter IG Metall Wolfsburg)
  • Michael Erhardt (1. Bevollmächtigter IG Metall Frankfurt)
  • Sophie Felte (Vorsitzende Bundesjugendwerk der AWO e.V.)
  • Malte Fiedler (linksjugend [’solid] BundessprecherInnenrat)
  • Robert Fietzke (Sprecher Blockmd)
  • Sebastian Friedrich (AfD-Experte)
  • Uwe Funke (Düsseldorf stellt sich quer)
  • Neueste UnterzeichnerInnen
  • Einträge 1 - 100 von insgesamt 11.016

Vorname

Nachname

Ort

Organisation / Funktion

Carsten

Hanke

Lambrechtshagen

RotFuchs Förderverein e.V. Regionalgruppe Rostock

Baran

Polat

Lüneburg

 

Klaus

Stapf

Karlsruhe

 

Peter

Tröster

Mannheim

 

Tim

Paasch

Schwentinental

 

Elisabeth

Kula

Marburg

Referentin für Hochschulpolitik (AStA Marburg)

Wolf

Schumacher

Bretzfeld

Productive Vision Deutschland / GF

Wolfgang

Richter

Essen

 

Thomas

Neu

Schwelm

 

rüdiger

oppermann

gerwisch

hartz-4-hilfe gerwisch/jerichower land

Nicki

Schäfer

   

Nina

Rehberg

Herten

 

Susanne

Boegershausen

Bielefeld

 

Stephan

Wippel

Limburgerhof

 

Paul

Reiners

Willich

 

Marion

Stieglmeier

Nürnberg

 

Michael

Eder

Zürich

 

Frauke

Heimer

Bielefeld

 

Viola

Kranz

Bielegeld

 

Henriette

Kökmen

Hürth

DIE LINKE. / ver

Silke

Arzberger

Frankfurt

 
  •  

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Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 14. März 2016 schrieb Carsten Hanke:


Die kurze Analyse von Ulli Gellermann ist einfach Klasse. Letztendlich geschieht aber alles nach dem gleichen Muster. Als die Grünen aufkamen, waren sie revolutionär und schnell passten sie sich der Staatsräson an und sind jetzt mit Kriegstreiber und Verantwortliche für die soziale Schieflage in diesem Land. Mit dem aufkommen der Schillpartei in Hamburg war eine rechtpopulistische Partei im Aufwind die letztendlich an der Gier einzelner Akteure scheiterte. Danach kam die Piratenpartei und deren mit Laptops organisierten Mitgliederbetreuung, welche an sich eine junge Generation mobilisierte. Alle diese Parteien wurden nicht nur, aber überwiegend von den Medien hofiert und entsprechend gepuscht, weil sie alle auf ihre besondere Art eine Unzufriedenheit der Bevölkerung deutlich machten. Lange Zeit galt die PDS und später Die Linke als ein Sammelbecken der aufrichtigen Protestler in diesem Staat BRD, aber sie mutierte wie alle anderen Parteien auch in die (fast) Bedeutungslosigkeit, weil der Kampf um gut bezahlten Posten und Ämter die inhaltliche Unterscheidbarkeit zu anderen Parteien zunehmend verwischte. Letztendlich entscheidend ist aber, dass man sich aus der außerparlamentarischen Bewegungen gänzlich verabschiedet hat. Dieses Protestpotential hat sehr geschickt die AfD für sich genutzt und es bleibt zu beobachten inwieweit sich diese Partei von der Staatsräson vereinnahmen lassen wird. Die gesamte linke Bewegung hat nur eine Chance, wenn sie mit klaren eindeutiger linker Positionierung eine eindeutige Alternative zum jetzigen System aufzeigt und die Sorgen der Bürger in den Mittelpunkt ihres Agierens stellt. Ein bisschen links blinken und dann doch gerade aus weiterfahren und in den Stau fahren, wo sich die anderen Parteien aufhalten bringt nichts, weil der mündige Bürger schon lange diese Taktik durchschaut hat.
Interessant bleibt aber noch zu beobachten, dass seinerzeit als Die Linke an Zuspruch ständig gewann, diese durch die Medien ignoriert wurde und jetzt wo ein kleiner Furz aus einer rechten Ecke entweicht, dieser mit einem Blasebalg von den Medien unterstützt wird. Aber auch das ist bezeichnend für dieses kapitalistische System.

 

 

EZB senkt Leitzins auf 0,0 Nützt nichts

Diese Maßnahme der Zentralbank wird erneut ihre Wirkung verfehlen, wie all die Maßnahmen zuvor ebenso.

Artikel veröffentlicht: Freitag, 11.03.2016 11:07 Uhr   |   Artikel aktualisiert: Freitag, 11.03.2016 11:35 Uhr

 

Veröffentlicht in der Ostsee-Zeitung Wochenendausgage des 12/13.März 2016

 

Lambrechtshagen. Diese Maßnahme der Zentralbank wird erneut ihre Wirkung verfehlen, wie all die Maßnahmen zuvor ebenso. Denn trotz aller Zinssenkungen und Geld-Spritzen, die es ja bereits gibt, ist die Kreditvergabe in der Euro-Zone weiter schwach.

Unternehmen leihen nicht mehr und Haushalte auch nicht. Das ist kein Wunder. Warum sollten Unternehmen zusätzlich Kredite aufnehmen, um Investitionen zu tätigen, wenn sie kein Wachstum der Wirtschaft erwarten?

Welcher Haushalt verschuldet sich, wenn Arbeitslosigkeit droht. Das eigentliche Problem liegt viel tiefgründiger, was den Politikern wohl bekannt ist.

Von Carsten Hanke

 

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Gießener Echo

Zeitung der Deutschen Kommunistischen Partei Gießen

Nr. 3/47. Jahrgang März 2016 Schutzgebühr: 0,40

Leserbrief

Redaktionsschluss für April-Echo: Mi., 16. März

Gießener Echo

Hrsg: DKP Kreisvorstand Gießen; verantw.:Erika Beltz, erscheint monatlich.Bezugsgebühren: 30 e im Jahr (inkl.

Versandkosten). Konto (Sparkasse),IBAN: DE75 51350025 0000 1930 70,BIC SKGIDE5F. Druck: Druckkollektiv

Bestellungen, Leserbriefe, Anfragen an:

Gießener Echo, Postfach 110226, 35347

Gießen, E-Mail: dkp@dkp-giessen.de.

Im Internet: www.dkp-giessen.de

 

Liebe Gießener DKP-Mitglieder und Leser des Gießener Echo‘s,

 zuerst wünsche ich Euch maximale Erfolge beim bevorstehenden Wahlkampf!

Ich bin darüber erfreut zu lesen, dass es bei Euch möglich ist und auch praktiziert wird, dass DKP-Mitglieder auf einer Liste mit der Partei Die Linke kandidieren, das ist leider noch nicht überall gängige Praxis.

Notwendig ist diese Zusammenarbeit ohnehin, gilt es doch, hier und jetzt sich für eine gerechtere Politik vor Ort

einzusetzen. Natürlich kann so ein Bündnis nicht zwangsläufig geschehen, sondern beruht auf einer großen Anzahl von vorhandenen Schnittmengen, die letztendlich eine hoffnungsvolle Arbeitsgrundlage bilden. Der Auszug aus dem Wahlprogramm dokumentiert dieses eindeutig.

Als ehemaliger Fraktionsvorsitzender Die Linke in der Gemeinde Lambrechtshagen, unweit von Rostock, habe ich stets dagegen gekämpft, mich als Erfüllungsgehilfe dieser „kapitalistischen Demokratie“ missbrauchen zu lassen, indem die gewählten Kommunalvertreter den „Sachzwang“ verwalten, wo es nur darum geht „Pflichtaufgaben“ abzunicken und bei den „freiwilligen Aufgaben“ stets zu kürzen. Hier gilt es unbedingt

gegenzusteuern und dazu ist ein Bündnis mit allen fortschrittlichen Kräften zu bilden. Natürlich muss auch die

außerparlamentarische Bewegung gestärkt werden, die letztendlich den politischen Druck für ein Umdenken erzwingt.

 

Ich wünsche Euch viel Kraft und Erfolg!

 

Carsten Hanke

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Aus: Ausgabe vom 15.02.2016, Seite 2 / Inland /junge welt

Terror made by Geheimdienst?

Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Verfassungsschutzmitarbeiter

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) wegen des Verdachts der Unterstützung einer ausländischen Terrorvereinigung. Der Nachrichtendienst soll einem V-Mann in der Islamistenszene im Jahr 2010 Geld für das Terrornetzwerk Al-Qaida zugesteckt haben, berichtete die Berliner Morgenpost (Sonntagausgabe) unter Berufung auf die Bundesanwaltschaft. Die von Amts wegen eingeleiteten Ermittlungen richten sich der Zeitung zufolge »gegen einen namentlich bekannten und weitere namentlich nicht bekannte Mitarbeiter«. Die Unterstützung einer Terrororganisation kann laut Strafgesetzbuch mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden.

Die Ermittlungen gehen dem Bericht zufolge auf Schilderungen des aus der Islamistenszene ausgestiegenen einstigen V-Mannes Irfan Peci zurück. In seinem Buch »Der Dschihadist«, das im vergangenen Sommer erschien, schreibt Peci, dass er mit einer Spende von 500 Euro das Vertrauen einer wichtigen Führungsfigur der Berliner Islamistenszene habe erlangen sollen. Sein V-Mann-Führer beim BfV habe gewusst, dass das Geld für Al-Qaida bestimmt war. Der hauptamtliche Mitarbeiter des BfV habe der Übergabe nach einer Prüfung der hausinternen Juristen der Behörde dennoch zugestimmt. Bereits zuvor soll Peci mit dem Wissen des Inlandsgeheimdienstes einem Verbindungsmann der islamistischen Gruppe »Deutsche Taliban Mudschaheddin« 300 Euro gegeben haben. Die Summe zahlte er nach nach eigener Aussage aus den Beträgen, die ihm das BfV für seine Dienste regelmäßig zukommen ließ.

Das Amt hatte die Tätigkeit Pecis als V-Mann bereits 2010 im Rahmen einer Gerichtsverhandlung offengelegt. Zum Vorwurf der Geldübergabe an Al-Qaida wollte es gegenüber der Berliner Morgenpost nicht Stellung nehmen. Die Bundesregierung hatte die Darstellungen von Peci schon zuvor als unzutreffend zurückgewiesen. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele forderte, die Bundesanwaltschaft müsse die Vorwürfe »ohne Rücksicht auf die Person und Institution konsequent verfolgen und nicht nur pro forma«. Auch das parlamentarische Gremium zur Kontrolle der Geheimdienste müsse sich mit den Vorwürfen befassen, forderte Ströbele. (AFP/jW)

 

Leserbriefe vom 22.Feruar 2016

Für Anschläge benötigt

Zu jW vom 15. Februar: »Terror made by Geheimdienst?«

Auch wenn es den Begriff »Staatsterrorismus« im politischen Sprachgebrauch nicht gibt, so liegt es doch auf der Hand, dass die zahlreichen »V-Männer« des Verfassungsschutzes und anderer Sicherungsorgane – besser Überwachungsorgane – im Auftrag dieser Staatsmacht handeln und auch bezahlt werden. Kommt es dabei mal zu extremen Entgleisungen dieser »V-Männer«, suggeriert dieser Staat, es gäbe eine »funktionierende Demokratie«, indem öffentlich gegen diese Auswüchse vorgegangen wird.

Unbehelligt davon bleiben die zahlreichen weiteren Aktivitäten der »V-Männer«, denn sie werden für weitere Anschläge benötigt, damit solche »Notstandsgesetze« wie aus dem Jahr 1968 oder andere Gesetze entsprechend der Klassenlage zur Erhaltung der staatlichen Macht auf Dauer von Bestand bleiben.

Carsten Hanke, Lambrechtshagen

 

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Aus: Ausgabe vom 16.01.2016, Seite 16 / Aktion /junge Welt

Wer, wenn nicht wir?

Die junge Welt verrät an dieser Stelle ihren Plan, wie sie in den ­kommenden Monaten die verkaufte Auflage deutlich steigern will

Am Stand von junge Welt auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz am 9. Januar 2016

Foto: Christian-Ditsch.de

Kontakt zum Aktionsbüro: aktionsbuero@jungewelt.de oder 030/536355-10

Alljährliches Heckmeck der Stalinisten, Steinzeitkommunisten, Antiimperialisten? Obskurer Sektenfasching oder Gruselkabinett der Leninjünger? Weltweit größte Demo auf einem Gottesacker? Sofern bürgerliche Medien überhaupt Notiz von den Demonstrationen zum Gedenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor 97 Jahren nahmen, konnten sie sich solche Keifereien nicht sparen. Ins gleiche Horn stießen auch als linksliberal oder gar links geltende Zeitungen wie taz und Neues Deutschland. So berichtet die taz in ihrer Montagausgabe über die Demonstration gerade mal in acht Sätzen, wobei sie genüsslich den Spott kolportiert, den Twitternutzer für die Luxemburg-Liebknecht-Demo übrig gehabt hätten. Dass die dort anonym zitierten Sprüche (Sektenfasching! Gruselkabinett!) vom Chef der Berliner Linkspartei Klaus Lederer und von einem Abgeordnetenhaus-Piraten stammen, erfuhr man dann aus dem Neuen Deutschland. Über die Rosa-Luxemburg-Konferenz, auf der die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano, die Kovorsitzende der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Sahra Wagenknecht, und Gerardo Hernández von den Cuban Five programmatische Reden hielten, Aktivisten, Künstler und Politiker aus mehreren Ländern vor über 2.500 Besuchern sprachen – all das war keine Zeile wert, weder der taz noch dem Neuen Deutschland oder der Berliner Zeitung.

Daraus lässt sich nur schlussfolgern: Wer sich umfassend informieren will, kommt an der Tageszeitung junge Welt nicht vorbei. Und damit dies künftig in allen Bundesländern, aber auch in Österreich und der Schweiz möglich sein kann, wird die junge Welt ab Mitte April 2016 an vielen Zeitungsverkaufsstellen neu erhältlich sein. Möglich ist das, weil dann ein zweiter Druckstandort die logistischen Voraussetzungen dazu liefert. In Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland, weiten Teilen von Rheinland-Pfalz, aber auch in Österreich und der deutschsprachigen Schweiz wird die junge Welt dann erstmals flächendeckend angeboten. Auch in allen anderen Bundesländern werden die Bezüge für den Einzelhandel ausgeweitet. Aber selbst dann, wenn die junge Welt am Kiosk neu verfügbar sein wird, muss man diese Zeitung dort erst entdecken. Da uns Werbemillionen für eine große Kampagne nicht zur Verfügung stehen, gleichzeitig unsere Zeitung gerne totgeschwiegen wird, können wir das nur mit dem Engagement all derer wettmachen, die die jW lesen und schätzen.

In koordinierter und abgestufter Form wollen wir in den kommenden Monaten unsere Zeitung im deutschsprachigen Raum mit Ihrer Hilfe bekannter machen. Und das ist unser Plan:

Stufe 1: Probeabokampagne

Ab kommenden Samstag starten wir unsere Probeabokampagne: Wir wollen bundesweit, aber auch in Österreich und der Schweiz möglichst viele Leserinnen und Leser für ein zweiwöchiges (Ausland) bzw. dreiwöchiges (Inland) kostenloses Probeabo gewinnen. Dazu ist es notwendig, dass Sie unsere Zeitung all jenen empfehlen, die sich für sie interessieren könnten. Wichtig ist der Hinweis, dass der Bezug kostenlos ist und die Zeitung nicht abbestellt werden muss, weil das Probeabo automatisch endet. Auf diesem Weg wollen wir möglichst viele Menschen erreichen, die sich ein eigenes Bild von unserer Zeitung machen sollen. Erfahrungsgemäß gibt es viele, die nach dem Probeabo die junge Welt regelmäßig lesen und deshalb abonnieren wollen – oder gelegentlich am Kiosk eine Zeitung kaufen. So wollen wir die Nachfrage am Kiosk ankurbeln.

Stufe 2: Kauf jW am Kiosk!

Ab Mitte April wird es dann bundesweit sowie in Österreich und der Schweiz die junge Welt neu oder verstärkt am Kiosk geben. Damit sie da entdeckt werden kann, brauchen wir Werbung für dieses Angebot. Wir werden Anzeigen und Radiospots schalten und Plakatwände buchen. Unseren Leserinnen und Lesern stellen wir Aktionspakete zur Verfügung. Darin finden Sie Plakate, Aufkleber, Handlungsanleitungen. Bei Bedarf können auch Infotische und Sonnenschirme mit jW-Logo bestellt werden. Unser Aktionsbüro kümmert sich vor allem um Bayern, Baden-Württemberg, Saarland, Schweiz und Österreich – soviel geht nur, weil wir in diesen Regionen aktiv Hilfe von Unterstützergruppen bekommen. Damit aber auch im übrigen Bundesgebiet etwas laufen kann, brauchen wir dort erst recht massive Hilfe.

Stufe 3: Verbreitete Auflage am 1. Mai: 200.000

Höhepunkt dieser Aktivitäten wird eine Verteilaktion sein: Die junge Welt-Ausgabe zum 1. Mai wird in einer Auflage von mindestens 200.000 Exemplaren gedruckt und in Deutschland, Schweiz und Österreich verbreitet. Und zwar vor allem dort, wo sich Aktive aus Gewerkschaften und linken Bewegungen versammeln: Kundgebungen, Demos, Veranstaltungen rund um den Tag der Arbeiterklasse am 1. Mai, linke Treffpunkte, Kneipen, Veranstaltungsorte. Gerne kann die junge Welt auch vor Schulen oder in der Fußgängerzone verteilt werden. Insgesamt geht es darum, auf die junge Welt aufmerksam zu machen, zu einem Probeabo einzuladen, den Kauf am Kiosk anzukurbeln: Auf der Titelseite der Ausgabe wird es einen Coupon geben, mit dem man in den Folgetagen am Kiosk eine weitere Ausgabe gratis bekommt.

Stufe 4: Nachfassaktionen

Aber auch nach dem 1. Mai geht es weiter: Bis zu den Sommerferien führen wir regionale Aktionen durch, um die verbesserten jW-Verkäufe zu stabilisieren und weiterzuentwickeln. Höhepunkt und Abschluss der ganzen Kampagne wird das nächste UZ-Pressefest vom 1. bis 3. Juli in Dortmund sein, wo wir dann auch abrechnen und die Ergebnisse mit unseren Leserinnen und Lesern feiern werden.

An dieser Stelle finden Sie in den kommenden Wochen genaue Handlungsanleitungen. Überlegen Sie sich bitte, wie Sie uns konkret unterstützen können. Zunächst geht es darum, möglichst viele Probeabonnenten zu werben. Ab sofort kann man aber auch unsere Ausgabe zum 1. Mai bestellen, damit wir den Aufwand für die pünktliche Anlieferung organisiert bekommen. Unterstützen können Sie uns individuell, denn jedes Probeabo, jedes Plakat, jeder Aufkleber zählt. Effektiver aber kann man in Unterstützergruppen arbeiten. Bei allen Fragen hilft Ihnen unser Aktionsbüro.

Verlag, Redaktion, Genossenschaft

 

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Kommunistische Partei Venezuela

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»Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. Ich habe noch niemanden gekannt, der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte. Die beutegierige Canaille hat von eh und je auf Krieg spekuliert.«
Carl von Ossietzky in der Weltbühne vom 8. Dezember 1931

 

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Mein Herz schlägt links

 

Liebe Besucher meiner Homepage,

 

Zuerst möchte ich mich bei allen EiwohnerInnen unserer Gemeinde herzlichst bedanken, für Ihr entgegen gebrachtes Vertrauen, bei den Kommunalwahlen am 25.Mai 2014.

Mit Schreiben vom 26. Juni 2014 habe ich gegenüber dem amtierenden Bürgermeister der Gemeinde Lambrechtshagen und dem Amt Warnow West mein Mandatsverzicht als Kommunalvertreter der Linken in der Gemeindevertreter bekannt gegeben. Diese wichtige Entscheidung ist in den letzten Wochen und Tagen bei mir gereift und ich bitte um Verständnis, dass ich meine persönlichen Gründe, die für diese Entscheidung den Ausschlag gegeben haben, nicht in der Öffentlichkeit bekannt gebe. Es sind vorwiegend gesundheitliche Probleme in der Familie, aber nicht nur. Nach aktuellem Stand wird Die Linke in der Gemeindevertretung künftig von Michael Knischka und Birgit Runge vertreten sein. (ergänzt am 29. Juni 2014)

 

Carsten Hanke

(Seite am 22.01.2015 überarbeitet)

Zu meiner Person:

 

 

Ich bin ein echter Mecklenburger und  in Rostock  im Oktober 1960 in der DDR            geboren.

Staatswappen der Deutschen Demokratischen Republik

 

 

Nach meiner Schulausbildung (10.Klasse POS), erlernte ich den Beruf eines Zerspanungsfacharbeiters, den ich einige Jahre im Schichtdienst ausübte, bevor ich zur Volkspolizei wechselte und ein Fachhochschulstudium  absolvierte.

 

 

Nach der Konterrevolution 1989/1990 wurde das polizeiliche Aufgabengebiet, in dem ich tätig war, in die kommunale Zuständigkeit neu eingegliedert. Es schloss sich ein zweijähriges Fachschulstudium an, welches ich erfolgreich als Verwaltungsfachangestellter für den gehobenen nichttechnischen Dienst abschloss. Bis 1995 war ich in verschiedenen leitenden Funktionen in der Kommune tätig. Danach war ich als Bezirksleiter für die Bundesländer MV, Hamburg, Schleswig-Holstein für ein privates Unternehmen aktiv, bis ich 1998  aus gesundheitlichen Gründen aus dem Berufsleben ausgeschieden bin. Seit 1998 bin ich nun Erwerbsunfähigkeitsrentner. Ich bin seit 1983 verheiratet und habe zwei Töchter und einen Enkel.

Mit der Politik habe ich mich schon immer beschäftigt und war 7 Jahre lang Stadtverordneter der Hansestadt Rostock. Seit
dem 1. Mai 2005 bin ich Mitglied der PDS, jetzt DIE LINKE-31.12.2014 (Austritt)

Seit Dezember 2011 Vorsitzender der Regionalgruppe rostock des RotFuchs Förderverein e.V. und 2013 und 2015 wiedergewählt. Seit 2013 auch Mitglied des Bundesvorstandes des RotFuchs und 2015 wiedergewählt.

 

 

Zum Artikel in der Ostsee-Zeitung „ Gespräch mit Erzbischof Heiner Koch“ vom 15.2.2016

 

Der Erzbischof spricht in dem besagten Interview zu Recht von Herzlosigkeit bei einigen Pegida-Anhängern, von Machtpolitiker mit nationalistischen reden uvm. Ist es aber nicht die Kirche selbst, die Herzlosigkeit und sogar Gewalt predigt. So steht im Alten Testament im Buch Nummer 31,7.15.17 „ Sie zogen gegen Midian zu Feld, wie der Herr es Moses befohlen hatte und brachte alle männlichen Personen um. Moses sagte zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen am Leben gelassen? Bringt endlich auch die männlichen Kinder um und alle Frauen, die schon mit einem Mann geschlafen haben.“

Aber auch im Neuen Testament wird Jesus bei Matthäus 10,34 mit den Worten zitiert:“ Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ Das ist aber nicht ein Einzelfall der „göttlichen Nächstenliebe“, denn in einer Tischrede erklärt selbst Martin Luther:“ Mit Ketzern braucht man kein langes Federlesen machen. Während sie auf dem Scheiterhaufen zugrunde gehen, sollt der Gläubige das Übel an der Wurzel ausrotten und seine Hände im Blute der Bischöfe und des Papstes baden.“

Mir obliegt es nicht gläubige Menschen zu diffamieren, aber jeder sollte sich selbst hinterfragen, wo die Ursachen dieser Herzlosigkeit und fehlende Barmherzigkeit in der heutigen Zeit liegen und ob es nicht besser ist, endlich gemeinschaftlich gegen diese Ursachen zu agieren, statt weitere predigen und Reden zu hören. Handeln steht auf der Tagesordnung.

 

Carsten Hanke

Lambrechtshagen

 

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Aus: Ausgabe vom 25.01.2016, Seite 2 / Inland/junge Welt

»So sind wir hingehalten und getäuscht worden«

Berufsverbote: Vorerst keine Rehabilitierung für Betroffene in Baden-Württemberg. SPD und Grüne stellen sich quer. Ein Gespräch mit Martin Hornung

Interview: Johannes Supe

 

Foto: Gioia Forster/dpa- Bildfunk

Martin Hornung engagiert sich in der Initiative »40 Jahre Radikalenerlass«. 1975 wurde ihm eine Laufbahn als Lehrer verwehrt. Er arbeitete in einem Heidelberger Metallbetrieb und wurde Mitglied der IG Metall. Heute ist er Rentner

Baden-Württembergs Regierungsfraktionen wollen die Opfer des sogenannten Radikalenerlasses bis auf weiteres nicht rehabilitieren. Der Rückzieher von Grünen und SPD wurde vergangene Woche bekannt. Was ist da passiert?

Um uns, denen eine Karriere im Staatsdienst wegen ihrer Gesinnung verweigert wurde, zu rehabilitieren, müssten SPD und Grüne einen Antrag im Landtag stellen. In Bremen und Niedersachsen ist das bereits passiert. Wir wissen nun, dass beide Fraktionen das ablehnen – erfahren haben wir das aus einem Artikel der Rhein Neckar Zeitung. Auch eine Entschädigung bleibt damit aus. Erst wollen die Fraktionen eine wissenschaftliche Aufarbeitung abwarten. Doch es sind Akten zu mehr als 2.000 Fällen, die im baden-württembergischen Staatsarchiv liegen. Die Durchsicht könnte Jahrzehnte dauern.

Im Juni 2015 war ein runder Tisch von Betroffenen, SPD und Grünen eingerichtet worden. Wurde Ihnen da nicht ein schneller Entscheid versprochen?

Es haben drei Sitzungen mit drei Abgeordneten der beiden Fraktionen stattgefunden. Sie hielten einen Rehabilitierungsbeschluss für vernünftig. Ich möchte den Abgeordneten auch gar nicht den guten Willen absprechen. Aber Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen hat ganz anderes verlauten lassen. Zwei Tage vor Weihnachten antwortete er auf einen Brief von Betroffenen. Er schrieb, man müsse Einzelfälle betrachten, eine allgemeine Rehabilitierung könne es nicht geben. Offenbar hatten die Parteispitzen von Grünen und SPD von Anfang an nicht vor, uns zu rehabilitieren. Das passt wohl nicht in die jetzige Vorwahlzeit.

Als im vergangenen Jahr der runde Tisch etabliert wurde, haben Sie bereits mit jW gesprochen. Damals klangen Sie hoffnungsvoll. Was denken Sie nun?

 

So wie das letztlich abgelaufen ist, war es eine Unverschämtheit. Wir haben den Abgeordneten Darstellungen exemplarischer Fälle übergeben, dazu Vollmachten von über 30 Betroffenen, um deren Akten sichten zu können. Wir überreichten ihnen einen Textentwurf für einen Antrag im Landtag, eine Liste mit Betroffenen, die entschädigt werden müssen. Wir haben auch Vorschläge gemacht, wie die wissenschaftliche Aufarbeitung begonnen werden könnte. Und nun sagt man uns praktisch: Zuerst muss auf die Wissenschaft gewartet werden. So sind wir hingehalten und getäuscht worden.

Es ist nun mehr als 40 Jahre her, dass Ihnen eine Laufbahn als Lehrer verwehrt wurde. Trotzdem scheint Sie das Thema noch immer zu bewegen.

Das vergisst man nicht. Bis heute haben einige Betroffene diese Zeit auch nicht verarbeitet, manche sind verbittert. Wir brauchen eine Entschuldigung, schon um mit diesem Thema abschließen zu können. Und eine Entschädigung ist wichtig für jene, die finanziell getroffen wurden.

Weshalb ist sie dringend?

Es sind einige von Altersarmut betroffen. Ein Kollege wollte damals ebenso wie ich Lehrer werden. Nachdem er das nicht konnte, arbeitete er in einem Heidelberger Metallbetrieb. Doch der schloss seine Türen. Als gelernter Lehrer ohne Arbeitsmöglichkeit fand er keine ordentliche Anstellung mehr. Als Leiharbeiter und mit Hilfsjobs verdiente er danach wenig, zuletzt musste er mit Hartz IV leben. Nun erhält er 583 Euro Rente. Hätte er als Lehrer tätig sein können, wäre er nicht in die Armut gerutscht. Er braucht eine Entschädigung.

Die wollen SPD und Grüne aber auf die lange Bank schieben. Fürchten Sie nicht, dass ein Beschluss für manches Opfer des Erlasses zu spät kommen könnte?

Das ist unsere Sorge. In unserer Initiative sind einige über 70, der älteste ist 80. Zehn Betroffene aus Baden-Württemberg sind bereits verstorben. Es ist also höchste Zeit für eine Entschuldigung. Sonst wird man sie nicht mehr an uns, sondern nur noch an unsere Grabsteine richten können.

Wir werden deshalb nicht aufgeben. Am 17. Februar tritt der Landtag ein letztes Mal vor den Wahlen zusammen. Dann werden wir eine Protestkundgebung abhalten. Einige politische Organisationen und Gewerkschaften wollen uns dabei unterstützen.

 

 

Aus Leserbriefen an die Redaktion

Das schlimme ist, dass man weiterhin nicht nur auf dem rechten Auge blind, sondern nicht einmal ansatzweise bemüht ist, diesen Sehfehler zu beheben.

Dauerhaft blind

Zu jW vom 25. Januar: »›Mindestens klammheimliche Sympathie zu erkennen‹«

Vor nunmehr über 40 Jahren wurden durch den Radikalenerlass »Andersdenkende« in der BRD mit Berufsverboten belegt, weil sie in diesem »freien Rechtsstaat« westlich geprägter Demokratie eine andere politische Meinung vertraten, als den Machthabern genehm war. Es wurden nicht nur Arbeitsbiographien zerstört, sondern es wurde, bis heute nachwirkend, sozialer Abstieg zementiert: Da bis heute die Betroffenen keine Rehabilitierung erfahren haben, beziehen nicht wenige eine Armutsrente. Vor ebenfalls über 40 Jahren konnte die NPD unbehelligt agieren und scheiterte mit 4,3 Prozent knapp an der Fünfprozenthürde zum Bundestag bei den Wahlen 1969. Also jene rechtsextreme Partei, die sich in der Tradition der NSDAP befindet. Diese Kräfte wurden nicht aus dem Staatsdienst verbannt, im Gegenteil, ihre Gesinnung war oftmals das Eintrittsgeld für eine Karriere im Staatsdienst. Sogar im Jahre 2016, also 71 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, hat sich an dieser Situation nichts Grundlegendes geändert, da auf der einen Seite Bürger mit marxistischer Überzeugung nicht nur überwacht werden, sondern auch in der Ausübung eines Berufes im Staatsdienst ausgegrenzt bzw. benachteiligt werden. Auf der anderen Seite ist es nach wie vor sogar in sensiblen Bereichen des Staatsdienstes möglich, wie hier im Staatsschutz, eine rechtsextreme Partei zu gründen. Das schlimme an der Sache ist, dass man weiterhin nicht nur auf dem rechten Auge blind, sondern überhaupt nicht einmal ansatzweise bemüht ist, diesen Sehfehler zu beheben. (…) Carsten Hanke, Lambrechtshagen

 

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Aus: Ausgabe vom 21.01.2016, Seite 14 / Leserbriefe/junge Welt

Aus Leserbriefen an die Redaktion

 

Versagen der Polizei hat System

Zu jW vom 6. Januar: Abgeschrieben »Linke: Es darf keine Angsträume in unseren Städten und Gemeinden geben«

Wenn man die Aussage eines ehemaligen Verfassungsschützers vom Schlage eines Herrn Roewer aus Thüringen genau betrachtet und dann die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln, Hamburg und Stuttgart, wo es massive Angriffe auf Leib und Leben von Bürgern gab, kommt man zu folgender Erkenntnis: Dieses Versagen der Polizei und das Agieren der Verfassungsschützer ist kein Zufall, sondern hat System. Denn wo über V-Leute rechtsextreme Gruppierungen gefördert werden und entsprechende rechtsextreme Aufmärsche und andere vergleichbare Aktivitäten von der Polizei beschützt werden, sollte man sich nicht so scheinheilig empören, wie es die Bundeskanzlerin jetzt tut.

Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob ich von der Volkspolizei – eine Polizei des Volkes wie zu DDR-Zeiten – beschützt werde oder durch eine Polizei und andere Überwachungs- und Schnüffelorgane, die zum Ziel haben, die Interessen einiger weniger, aber umso einflussreicherer Monopolisten, Militaristen und ihrer gleichgeschalteten Politiker zu schützen.

 

Carsten Hanke, Volkspolizist a. D.


Mein Leserbrief bezieht sich auf die Presseveröffentlichung in der jungen Welt vom 06.01.2016, die nachfolgend abgedruckt ist.

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Aus: Ausgabe vom 06.01.2016, Seite 8 / Abgeschrieben/junge Welt

Linke: Es darf keine Angsträume in unseren Städten und Gemeinden geben

Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, erklärte am Dienstag mit Blick auf die Silvesternacht, in der zahlreiche Frauen auf dem Domplatz vor dem Kölner Hauptbahnhof Opfer sexualisierter Männergewalt wurden:

Sollten die bisherigen Schilderungen und Erkenntnisse zutreffen und sich bis zu tausend Personen an den Übergriffen beteiligt haben, dann haben wir es in Köln nicht nur mit einer besonders perfiden Dimension von bandenmäßiger Gewaltkriminalität zu tun, sondern auch mit einem eklatanten Fall von Polizeiversagen. Organisierte Banden junger Männer bedrängten inmitten einer größeren Menschenmenge ihre Opfer, belästigten sie sexuell und beraubten sie dabei. In mindestens einem Fall soll es zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Bislang wurden rund 90 Anzeigen von Betroffenen erstattet. Auch in Hamburg und Stuttgart kam es zu sexuellen Übergriffen und Raubdelikten durch offenbar organisierte Banden.

Den Opfern gehört meine Solidarität. Ich möchte alle Betroffenen ermutigen, sich nicht durch Scham davon abhalten zu lassen, das Vorgefallene zur Anzeige zu bringen. Die Täter müssen ermittelt, verfolgt, gestellt und konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. (…)

Dass die Täter nach Zeugenaussagen nordafrikanischen oder arabischen Aussehens waren, befeuert jetzt die rassistische Hetze gegen Flüchtlinge. Allerdings gibt es keinerlei Hinweise, wonach Flüchtlinge an den Straftaten beteiligt waren. Versuche, die Kölner Vorkommnisse zur Stimmungsmache gegen Flüchtlinge oder Muslime zu nutzen oder ethnische Gruppierungen pauschal unter Generalverdacht zu stellen, müssen mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden.

 

Die Ursachen des offenkundigen Polizeiversagens in der Silvesternacht müssen aufgeklärt werden. Es ist ja nicht das erste Mal, dass sich die Polizei in Köln so überfordert zeigt. Erinnert sei an die Demonstration rechtsgerichteter Hooligans im Oktober 2014, die weitgehend ungestört Teile der Innenstadt verwüsteten, während die Polizei hilflos zusah.

Egal, ob sich Migranten durch Neonazis und rassistische Mobs bedroht fühlen oder Frauen durch Männergewalt: Angsträume in unseren Städten und Gemeinden darf es nicht geben.

Aus: Ausgabe vom 06.01.2016, Seite 8 / Ansichten

Konjunkturritter der Angst

Neujahrsnacht in Köln

Von Sebastian Carlens

Die Neujahrsnacht in Köln wird im öffentlichen Gedächtnis bleiben. Allerdings kaum als das, was sie war, nämlich ein Beispiel für das Scheitern eines Polizeieinsatzes. Eine oder mehrere Gruppen junger Männer sollen vor dem Hauptbahnhof inmitten einer feiernden Menschenmenge ihre Opfer unbehelligt bedrängt, sexuell belästigt und beraubt haben. In mindestens einem Fall soll es zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Bislang wurden rund 100 Anzeigen erstattet.

Die Polizei, da wird aus dem Verbrechen ein Skandal, will davon – trotz lückenloser Kameraüberwachung des Bahnhofs – nichts mitbekommen haben. Dementsprechend harmlos las sich ihre Berichterstattung am Neujahrstag. Von »ausgelassener Stimmung« unter »1.000 Feiernden« und einer »weitgehend friedlichen« Party war die Rede. Erst Tage später drehte sich die Darstellung. Am 2. Januar gaben die Kölner Ordnungshüter bekannt, dass Zeugen von »zwei bis drei«, aber auch von »bis zu 20 Tätern« berichtet hätten. Am 4. Januar waren für die Medien aus den 1.000 Feiernden dann 1.000 Straftäter geworden. »Silvester-Sex-Mob! Kannten die Täter sich alle?« unkte Bild am 5. Januar mit Blick auf die »aus dem nordafrikanischen Raum und dem Nahen Osten« stammenden Verdächtigen. Das allerdings können die Behörden nicht bestätigen: »Wir wissen nicht, wer die Täter sind«, so der Kölner Polizeichef am Dienstag.

Die Politik erst macht am Dienstag aus dem Polizeiskandal ein Politikum. »Es ist untragbar, dass Frauen in deutschen Großstädten nachts von jungen Migranten sexuell traktiert und beraubt werden«, dröhnt Andreas Scheuer. Ob das tragbarer wäre, wenn es sich nicht um Migranten als Täter handelte, bleibt der Phantasie des CSU-Generals überlassen. Rassekundlerin Julia Klöckner (CDU) treiben Ahnungen von »bestimmten Kulturkreisen« um, die »unsere Werte« akzeptieren müssten, auch wenn sie es »aus ihrem Heimatland anders gewohnt sind«. Die Vergewaltigung in der Ehe, in der Bundesrepublik bis 1997 kein Straftatbestand, wird sie damit kaum meinen. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) weiß: »Wer Frauen erniedrigt, kann kein Teil unserer Gesellschaft sein.« Er wird sicher keinen Stab über »die Bayern« brechen wollen, weil es auf deren Oktoberfesten regelmäßig zu ähnlich kriminellen Auswüchsen kommt.

 

Das wäre auch hetzerisch und unangebracht. Doch die Konjunkturritter der Angst feiern ihre Feste, wie sie fallen. Im Dezember 2015 machte sich die rechte Webseite PI-news Gedanken über angebliche Massenvergewaltigungen durch Ausländer und befand: »Darf man so einfach von Lüge sprechen, nur weil etwas noch nicht im Ernst geschehen ist? Es ist keine Lüge, es ist Notwehr.«

Wer Honig aus der Angst der Menschen saugt, hat eben Interesse daran, ein solches Klima zu schaffen. Und nicht an der Aufklärung eines Verbrechens. Da wird aus Skandal und Politikum echte Herrschaftspolitik.

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EU nicht reformierbar

Zu jW vom 4. Januar: »Soziale Rechte landen auf der ›Todesliste‹«

Das Interview mit Gabi Zimmer über die EU sollte auch den letzten vor Augen führen, dass dieses wirtschaftliche und zunehmend militärische Konstrukt nicht von innen heraus reformierbar ist. Es wird sogar deutlich, dass diese EU eine Art moderne Kolonialisierung darstellt, mit dem Unterschied, dass die Mächtigen in dieser EU – wie die BRD – allen anderen in der EU diktieren, wo es langgeht. Wer außerhalb der EU steht, bekommt die ganze Macht der EU zu spüren, wenn er nicht jene politischen Zugeständnisse macht, wie von der EU gefordert. Der Unterschied zur Kolonialzeit besteht alleine nur darin, dass es früher ein Staat war, der das eine oder andere Land kolonialisiert hat. Jetzt findet unter dem Deckmantel einer demokratischen Wirtschaftsunion eine kollektive Kolonialisierung statt. Die jetzige EU ist das beste Beispiel dafür, wie ein politisch-wirtschaftlicher Verbund nicht funktionieren sollte. Deshalb kann es nur eine wahre Lösung geben: »Raus aus der EU und Abschaffung der EU!«

Carsten Hanke, Lambrechtshagen


( Mein Leserbrief bezieht sich auf das Interview in der jungen Welt mit Gabi Zimmer, welches ich hier zum besseren Verständnis mit abgedruckt haben)

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Aus: Ausgabe vom 04.01.2016, Seite 8 / Auslandjunge /junge Welt

»Soziale Rechte landen auf der ›Todesliste‹«

Was das Europäische Parlament für wichtig hält, das streicht die EU-Kommission. Gespräch mit Gabi Zimmer

Interview: Johannes Supe

 

Foto: Hannibal dpa/lbn/dpa - Bildfunk

Gabi Zimmer ist Vorsitzende der Konföderalen Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordischen-Grünen Linken (GUE/NGL) im Europäischen Parlament. Die Fraktion stellt insgesamt 52 Abgeordnete aus 14 verschiedenen Ländern

Im Mai 2014 Jahren wurde das EU-Parlament gewählt. Welche Tendenzen stellen Sie dort seitdem fest?

Die Rechte ist stärker geworden. Nun gibt es eine Fraktion der Rechten unter Führung von Marine Le Pen. Das hat das Klima im Parlament sehr beeinflusst. Über 70 Jahre Befreiung vom Faschismus wollte man keine öffentliche Debatte führen – aus Angst, Le Pen eine Bühne zu bieten.

Ansonsten stellen wir fest, dass So­zial­demokraten und Konservative, die die Fraktionen mit den meisten Abgeordneten stellen, eine große Koalition bilden. Kleinere Fraktionen werden immer weiter weggedrückt. Da wird angestrebt, allerlei Hürden aufzubauen. Für eine namentliche Abstimmung müssten etwa, so die Überlegung, zehn Prozent oder noch mehr der Abgeordneten votieren.

Wie steht es denn mit dem parlamentarischen Alltag? Wie lange dauert es zum Beispiel, bis sie auf eine Anfrage eine Antwort von der »Regierung«, der EU-Kommission, bekommen?

Das ist sehr unterschiedlich. Die Antwort auf eine schriftliche Anfrage kann auch mal elf Monate dauern. Doch das ist nicht der Normalfall. Es gibt aber sehr wenig zwingende Vereinbarungen, die einen Zeitraum für die Beantwortung festlegen. Derzeit soll der Kommission das Recht eingeräumt werden zu entscheiden, ob sie überhaupt antwortet. Ob sie die Anfrage für »akzeptabel« hält oder nicht.

Dann ist die EU seit der letzten Parlamentswahl also nicht demokratischer geworden.

Es gibt einen Gesamttrend in der Europäischen Union: Möglichst viel soll auf eine technokratische Ebene gezogen werden. Ein Beispiel: Monatelang hat das Parlament über eine Mutterschaftsrichtlinie beraten. Doch dann wurde sie von der EU-Kommission einfach aus dem Rennen genommen, ohne Beteiligung des Parlaments. Mit dem Argument, sie ließe sich ohnehin nicht durchsetzen. Soziale Rechte und Beschäftigungsrechte sind die ersten, die auf der Liste der EU-Kommission landen, auf der »Todesliste«, wie wir sie nennen. Das Schlagwort dazu ist »Entbürokratisierung«.

 

Das dürfte ja kaum Ihren Vorstellungen entsprechen.

Ich kann Ihnen genau sagen, was wir wollen: Das EU-Parlament muss das Ini­tiativrecht haben. Erst dann wäre es in der Lage, selbständig gesetzgeberisch aktiv zu werden. Unsere Rechte als Abgeordnete müssen gestärkt werden, unser Zugang zu Informationen ebenfalls. Nichts soll ohne Abstimmung mit uns in der EU passieren. Auch für die Bürgerinnen und Bürger muss es mehr Rechte geben. Die Formen direkter Demokratie müssten verbessert werden – und für die Kommission verbindlich sein.

Nun stellt Ihre Fraktion von den 751 Abgeordneten des EU-Parlaments nur 52. Angenommen, Sie säßen nach der nächsten Wahl mit 400 Genossen da – könnten Sie die EU dann demokratisieren?

Nein. Das Parlament kann ja nicht mal darüber entscheiden, ob es in Strasbourg weiter tagen will oder nicht.

Wie wollen Sie denn dann die EU umgestalten?

Der Weg führt nur über eine Veränderung der Kräfteverhältnisse in den Mitgliedsstaaten. Von ihnen müssten die grundlegenden EU-Verträge geändert werden.


Die EU hat 28 Mitgliedsstaaten. Mit gutem Willen ließe sich sagen, dass es darunter einen mit linker Regierung gibt, Griechenland. Für die 27 anderen gilt das nicht.

Warten wir mal die Wahlen in Spanien ab. Und dann gibt es auch noch Portugal, Irland. Ich glaube zwar nicht, dass es zu einem völligen Umschlag kommt. Aber ich halte es für wichtig, dass eine linke Regierung – insbesndere in einer schwächeren Ökonomie – nicht alleine steht. In unseren Ländern müssen wir den Kampf für eine andere EU-Politik führen. Gerade die deutsche Linke müss­te hier vorne mit dabei sein. Eine Alternative gibt es nicht.

Doch, die gibt es: den Austritt aus der EU. Dafür setzen sich etwa die Abgeordneten der Kommunistischen Partei Griechenlands ein, die Ihre Fraktion verlassen haben.

Ich glaube nicht, dass das der bessere Weg ist. Inzwischen sind die Wirtschaften und Gesellschaften so miteinander verzahnt, dass ein Austritt in erster Linie einen sofortigen Schaden für die Bevölkerung anrichten würde. Zu glauben, dass man sich mit einer schwachen Wirtschaft auf einem freien Markt wieder etablieren könnte und dann die großen Investoren nach Griechenland kämen, das scheint mir ein Wunschtraum zu sein. Der wird so nicht funktionieren.

Und mit der Europäischen Union wird es besser funktionieren?

Das werden wir sehen. Im Moment sieht es wirklich nicht gut aus. Die Frage ist, ob wir genug Wirkungsmacht haben, um Korrekturen zu erreichen. Das ist für mich völlig offen.

 

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Der Rostocker Oberbürgermeister Methling(parteilos) will wie bereits 2008 lt. Ostsee-Zeitung vom 18.12.2015 die Umlandgemeinden Roggentin und Lambrechtshagen eingemeinden. Diese Option wird ihm durch Beschluss der Landesregierung MV sehr Schmackhaft gemacht, da diese für Gemeindefussionen unter 5000 Einwohner sogenannte "Hochzeitsprämien" ausschütten.  Ich sahe mich veranlasst dazu einen Leserbrief zu schreiben, in der Hoffnung, dass die Einwohner der Gemeinde Lambrechtshagen sich dagegen wehren.< Neues Textfeld >>

Leserbrief

Rostock will Nachbarn kassieren

Alle Jahre wieder wird durch den Oberbürgermeister versucht, die Umlandgemeinden Rostocks der Hansestadt einzuverleiben. Auch wenn jetzt gesagt wird, es geht in erster Linie nicht um finanzielle Aspekte wie den  Schuldenabbau, da Rostock dieses angeblich allein schafft  – aber mit den Umlandgemeinden würde es eben schneller gehen.  Solchen Politikern kann man keinen Glauben schenken, denn in dieser Gesellschaft dreht sich vordergründig alles nur ums Geld und wenn dem angeblich nicht so ist, dann muss die Frage glaubhaft beantwortet werden, warum man dann nicht mit gleichberechtigten Kooperationsverträgen zwischen den besagten Partner die Region insgesamt weiterentwickeln kann. Die Umlandgemeinden haben nicht nur einen ausgeglichenen Haushalt, sondern auch eine gut funktionierende Infrastruktur, wodurch bei einer Einverleibung  für Rostock über Jahre hinweg keine größeren Investitionen nötig würden und Rostock somit die zusätzlichen finanziellen Zuwendungen für sich alleine einstreichen könnte. Für die Bevölkerung in den Umlandgemeinden kämen einige nicht unbedeutende Nachteile zum Tragen, wie der Verlust des ländlichen Charakters, da mit Sicherheit zusätzliche Bebauungen folgen würden, die Gebührenerhöhung für Grundsteuer uvm. Auf jeden Fall sind die demokratischen Regeln, wie Mitbestimmung der Bevölkerung  in den Gemeinden, dazu der entscheidende Faktor. Im Übrigen sollte sich der OB von Rostock fragen, warum z.B. Lambrechtshagen sich nicht Rostock einverleiben will, da mit dem polizeilichen Kennzeichen LRO = Lambrechtshagen-Rostock in dieser Richtung schon mal der Anfang gemacht worden ist.

Carsten Hanke

Lambrechtshagen

 

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Aus aktuellem Anlass zur Abstimmung in Hamburg zur Olympiateilnahme ein Leserbrief von mir.<< Neues Textfeld >>

Hamburg. Die Hamburger haben eine weise Entscheidung getroffen und haben sich nicht von den vielen einseitigen Darstellungen für Olympia beeinflussen lassen. Das selbst die Medien mit ihrer Prognose mit 56 Prozent bis zuletzt versuchten Einfluss in die Abstimmung zu nehmen, sollte jedem Bürger aufschrecken lassen.

Es ist keine Entscheidung gegen den Sport, sondern eine Entscheidung gegen den Kommerz der Spiele, der den Sport zur Nebensache werden lässt. Es ist eine Entscheidung gegenüber den falschen Argumenten für Olympia, denn in London waren 2,6 Milliarden veranschlagt worden und es waren dann über 28 Milliarden, die letztendlich die Spiele gekostet haben.

Es ist auch deshalb eine Entscheidung der Vernunft der Hamburger gewesen, weil durch Olympia die Grundstückspreise, Mieten uvm. zum Nachteil der überwiegenden Mehrzahl der Hamburger gestiegen wären und viele sozial dringend notwendige Projekte auf Kosten der Spiele zurückgestellt oder gar gestrichen worden wären.

Man darf dabei auch nicht unterschätzen, dass bei Olympia ein enormes Sicherheitsinteresse besteht, was letztendlich, wie bereits angedacht war, das Militär zur Absicherung hinzugezogen wäre und zwangsläufig weitere Bürgerrechte in der Zeit von Olympia eingeschränkt werden.

Trotz sicherlich kurzweiliger positiver Aspekte, die olympische Spiele mit sich bringen, bleiben die Nachteile bei der überwiegend größeren Anteil der Bevölkerung hängen.

Dieser Bürgerentscheid hat in vielfacher Hinsicht Signalwirkung, weil er u.a. auch deutlich macht, dass die Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung eine andere ist als die der politisch Agierenden. Auch deshalb ist die Forderung nach Volksabstimmungen in diesem Land zu solch wichtigen Dingen wie den Bundeswehreinsatz im Ausland dringend geboten. Ich bin sicher, dass dann ein friedlicheres Signal in die Welt aus diesem Land gesendet wird, als es seit 1990 der Fall ist.



 

Carsten Hanke

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Wichtig !!!

Auf Grund der gegenwärtigen angespannten politischen Situation am Rande der europäischen Grenzen, aber auch insgesamt in der Welt mit den zahlreichen militärisch geführten Auseinandersetzungen, verursacht durch den USA-Imperialismus und mit deren Nato-Verbündeten, besteht die große Gefahr des Ausbruchs eines neuen Weltkrieges und der damit verbundenen Gefahr die Menschheit zu vernichten.

Deshalb habe ich an dieser Stelle meiner Homepage versucht, auf diese Gefahr aufmerksam zu machen und ein Teil der Ursachen benannt, die neben weiteren vielschichtigen Fakten, ursächlich für diese Kriegsgefahr verantwortlich sind.

Mein Ziel ist es, informieren Sie sich auch außerhalb der gleichgeschalteten bürgerlichen Medien über diese Gefahr und Reihen Sie sich ein in den bereits zahlreich bekannten Organisationen, Vereinen und jenen Parteien, die klar und unmissverständlich sich für den Frieden einsetzen und die Ursachen bekämpfen, die immer wieder zu diesen Kriegen führen. Unter dem Motto ,

Gemeinsam sind wir stark!!!

Weitere Informationen können Sie auf den Seiten meiner Homepage einholen.<< Neues Textfeld >>

An die Soldaten des Syrien-Kommandos


Bildmontage: HF

12.12.15
 

 

Von Uli Gellermann

»Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und
die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.«
(Gelöbnis der Bundeswehr)

Soldaten: Verweigert den Syrien-Befehl!

Wer seinem Land treu dient, sagt NEIN

Ihr habt geschworen, der Bundesrepublik treu zu dienen. Jetzt will man Euch in einen Krieg senden, der diesem Schwur widerspricht. Das gilt für die kämpfenden Einheiten ebenso wie für die nachgeordneten Dienste.
Dieses Kommando widerspricht jeder Vernunft, jeder militärischen Einsicht und allen Gesetzen, die Euren Dienst betreffen.
Euer Einsatz wird von der Regierung mit der »Verhütung und Unterbindung terroristischer Handlungen« begründet.
Ihr wisst, dass Euer Kommando in Afghanistan die gleiche Begründung hatte. Und Ihr wisst auch, dass nach 14 Jahren dieses Auslandseinsatzes der Terror nicht geringer sondern nur mehr geworden ist.
Auch der von den USA geführte Krieg im Irak wurde mit der Terror-Bekämpfung begründet und hatte doch nur mehr Terror und Terroristen zur Folge.
Euer Schwur mahnt Euch zur Verteidigung unseres Landes. So wie auch das Grundgesetz im Artikel 87 a Euch nur zur Verteidigung verpflichtet. Was auch immer erzählt wird: Es gibt kein UNO–Mandat für den Einsatz in Syrien.
Hat die syrische Regierung der Bundesrepublik Deutschland den Krieg erklärt? Sind syrische Truppen auf dem Weg zu unseren Grenzen? Nein. Und doch sollt Ihr Euch in diesem Land an einem Krieg beteiligen.
Klar und deutlich sagt der Artikel 26 des Grundgesetzes unserer Republik: »Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.« Wer dem Syrienkommando Folge leistet greift einen souveränen Staat an. Der nimmt an einem Angriffskrieg teil. Das ist strafbar.

Außerdem sollt Ihr Euch an »vorsätzlichen Angriffen auf die Zivilbevölkerung« Syriens beteiligen. Denn wie jeder weiß sind Luftangriffe gegen Terroristen nie ausschließlich auf militärische Ziele zu begrenzen. Immer sind zivile Opfer zu beklagen. Der Internationale Strafgerichtshof bezeichnet solche Einsätze als Kriegsverbrechen und stellt sie unter Strafe.
Ausdrücklich sagt das Soldatengesetz in seinem § 11, dass ein Befehl nicht befolgt werden darf, wenn dadurch eine Straftat begangen würde.

Soldaten!
Macht Euch nicht strafbar. Verteidigt die Grundrechte unseres Landes. Verweigert Euch diesem unsinnigen, verbrecherischen Einsatz in Syrien. Dient unserem Land und sagt NEIN.


Uli Gellermann
Gefreiter der Reserve
Raketenartilleriebataillon 12

 

An alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, an alle Verwandten der Soldaten, an ihre Freude und Bekannten: Gebt der Truppe diesen Aufruf, helft Verbrechen zu verhindern, setzt unser gutes Recht durch.
An alle Medien auch und gerade im Internet, an alle Blogs und Sites: Verbreitet dieses Aufruf.

 

Angela Merkel – erfolgreichste Wertekanone des Jahres 2015


Bildmontage: HF

12.12.15

 

Von Karl-Heinz Reinelt

Das New Yorker „Time“-Magazin akklamiert die Bundeskanzlerin Merkel als „Person of the Year 2015“, weil sie Griechenland politisch und ökonomisch total „unten“ hält, Europas Grenzen gegen den Flüchtlings-Tsunami verbarrikadiert, Geflüchtete in den armen peripheren EU-Erstkontaktländern deponiert, EU-Flüchtlings-Verteilquoten und -Obergrenzen-Kontingentierung befiehlt, Bundeswehr-Angriffs-Kriege insbesondere in Syrien inszeniert und den Putsch in der Ukraine autorisiert.

Das „Time“-Magazin bescheinigt Merkel mit dieser eingangs skizzierten und von der „Kanzlerin der freien Welt“ praktizierten Unterjochungs-, Destruktions- und Defensivpolitik, ein Verändern der Welt zum „Guten“ bewirkt und damit das Qualitätssiegel „erfolgreichste Person der Welt“ verdient zu haben.

Der Wertekanon „Menschlichkeit, Güte und Toleranz“ schwingt im Journal „Time“ immer „Merkeling“ mit, wie die Chefredakteurin Nancy Gibbs süßholzig raspelt, um der kapitalistisch beherrschten Welt zu zeigen, dass die Stärke eines groß-imperialistischen Landes zum Retten, statt zum Zerstören genutzt werden könnte, solange es sich um die Rettung von Superreichtum handelt, füge ich ergänzend hinzu.

Die Schwarz-Weiß-Sicht der Welt des US-amerikanischen Magazins der europäischen Merkel'schen Allmacht-Ausübung ist schon eine extravagante Anschauungsweise in der Polit-Mode-Szene.

Bei dieser Simplifizierungs-Perspektive werden ausgesprochen US-amerikanische Feindbilder, zum Beispiel griechische Souveränität, uneingeschränktes Asylrecht für Kriegsflüchtlinge, Integration Geflüchteter, gleiche freie, politische und ökonomische Verhältnisse in allen Teilen der EU, Friedens- und Deeskalationspolitik sowie Devolution des militärisch-industriellen Komplexes auf die „Kanzlerin der freien Welt“ übertragen.

Die im Schulterschluss mit der EU-Kommission von der Kanzlerin mittelbar der ökonomisch schwachen Hellenen-Republik aufgezwungene Anschlussfinanzierung zur Rettung deutscher und französischer Banken und die von Merkel verweigerten produktiven Investitionen zur Erstarkung der griechischen Wirtschaft werden von dem New Yorker Magazin als Rettung Griechenlands hochstilisiert und völlig überhöht als Merkels genial-brachiale Krisenbewältigung in der gesamten Euro-Zone bejubelt.

In den Augen der „Time“-Chefredakteurin hat die christdemokratische Missionarin Merkel die radikal links-geführte griechische Regierung erfolgreich davon überzeugen können, die neoliberalste Politik aller hellenisch-republikanischen Zeiten zum Vorteil für Deutschland radikal umzusetzen.

Der Merkel'sche Furor Teutonicus gerät dem New Yorker Radikal-Kapital-Markt-Magazin unversehens zum „gewonnenen Krieg außerhalb kriegerischer Schlachtfelder“.

Die zügellose Plünderung Griechenlands, als Rettung von Merkels Gnaden zu verkaufen, offenbart die US-amerikanische „Time“-Weltsicht als gänzlich durchtränkt von orgiastischer Gewaltanwendung und deren Verherrlichung.

Der entsouveränisierten griechischen Rudimentär-Repuplik, in der seit Jahresbeginn 560 000 Asylsuchende ankamen, wurden von Brüssel und Merkel diktatorisch aufoktroyiert, beispielsweise allein am „Hot-Spot“ Lesbos ad hoc zehntausende angestrandete Geflüchtete zu registrieren und „solidarisch“ in die Peripherie-Länder der EU zu integrieren.

Mit dieser Pervertierung der Solidarität sucht das reichste aller EU-Länder die Lasten des Flüchtling-Tsunamis in die armen EU-Länder „solidarisch“ umzuverteilen, alldieweil die Großmacht Deutschland als aggressives Exportland wie Vanille-Orchideen als schlingende Schmarotzer den ärmeren EU-Mitgliedern ihren ökonomischen Lebenssaft aussaugt.

Diese laut „Time“-Magazin unerschütterliche moralisch-führungsmächtige Exploitation der EU-Mitgliedsstaaten des „de facto leader of the European Union, the most prosperous joint venture on the planet“, kommt im durch und durch wesensverwandten US-amerikanischen Imperium logischerweise positiv an.

Die von der EU-Zentrale und ihrer Entourage angestrebte zunehmende Unfreiheit in der EU manifestiert sich in den Schengen-Außengrenzen, die mit rasiermesserscharfem Nato-Stacheldraht und den, bis zu einer Dauer von zwei Jahren anvisierten, scharfen Kontrollen gegen den Tsunami der Flüchtlings-Fluten versperrt werden.

Dies ist vergleichbar mit der stacheldrahtbewehrten Grenzbefestigung der USA, die eine Einwanderung von süd- und mittelamerikanischen Armen über Mexiko verhindern soll und darf als US-amerikanischer Exportschlager wohl künftig an EU-Außen- und -Binnengrenzen die Freiheit der Reichen und Superreichen dauerhaft sichern helfen.

Kein Wunder also, dass die Herausgeberin der „Time“, Nancy Gibbs, von Merkels europäischer Form der Abwehr der „Invasoren“ aus armen, destabilisierten und von Kriegen heimgesuchten Ländern hell begeistert ist und die deutsche Pastorentochter darin bestätigt, Barmherzigkeit wie eine Waffe einzusetzen, wenn sie Flüchtlinge nicht als Opfer, sondern als sicherheitsbedrohende und somit abzuwehrende Täter sieht.

Entsprechend fokussiert EU-Ratspräsident Tusk Internierungslager an der EU-Peripherie und der dazu passende „Geheimplan“ Merkels, nur ein Kontingent mit einer Obergrenze von 400 000 Flüchtlingen in der EU aufzunehmen, wird vom „Time“-Magazin befremdlich ins einwandfrei Positive verkehrt, indem behauptet wird, Merkel würde damit allen reflexhaften Reaktionen, Mauern zu bauen und Flüchtlingen zu misstrauen, die Werte „Menschlichkeit, Großzügigkeit und Toleranz“ entgegensetzen.

In Wirklichkeit wird analog zum US-amerikanischen Feindbild auch von Merkel im Anderen bzw. Fremden das „Böse“ gesehen und diesem negativen Bild kontrastierend und sich selbst beweihräuchernd ein positives Selbstbild oder „Freundbild“ gegenübergestellt.

US-amerikanische Nachrichtenmagazine wie „Time“ und die massenmedial-gebetsmühlenartig wiederholend operierende deutsche Propaganda-Maschinerie der politisch und kulturell, vor allem aber der ökonomisch herrschenden Klasse, kurz das kapitalistische Meinungsmanagement, erschafft professionell einen gefühlten Wahrheitsgehalt der transportierten falschen Botschaften.

Durch das Herstellen der Illusion umfassender Informiertheit, beispielsweise die Behauptung des „Time“-Magazins, die Kanzlerin Merkel sei die einflussreichste und moralischste Person der Welt, wird die Billigung und Unterstützung der Mehrheit der Bürgerschaft zu generieren versucht, für einen Krieg und Völkermord, der wie der Angriffskrieg gegen Syrien als ethisch-moralisch nicht verwerflich verkauft wird.

Dazu passt die Würdigung der New Yorker „Time“ des auf Rang zwei der im Jahr 2015 weltweit mächtigsten Menschen gelandete und als Chef der Terrororganisation Islamischer Staat geltende Abu Bakr-al-Bagdadi. Das Ansehen in seiner Anhängerschaft dürfte mit der Zweitplatzierung erheblich gestiegen sein.

Als tatsächlich einflussreichste Person der Welt im Jahr 2015 wäre meines Erachtens allerdings weit eher eine Führungs-Person des mächtigsten Konzerns der Welt, der BlackRock-Vermögensverwaltung, zu küren gewesen.

BlackRock ist eine Institution, die es in dieser Größenordnung in der kapitalistischen Welt nie zuvor gegeben hat.

Die Milliarden von Goldman Sachs oder der Geschwister und BMW-Gesellschafter Stefan Quandt und Susanne Klatten schrumpfen zu lächerlichen Peanuts, angesichts der 4,7 Billionen US-Dollar, die der BlackRock-Fond verwaltet, der damit das deutsche Bruttoinlandsprodukt, das 80 Millionen Deutsche erwirtschaften, um fast ein Billion US-Dollar übersteigt und der last but not least über Analyse- und Handelsplattformen 14 Billionen US-Dollar über den finanziellen Äther jagt.

Aber gut, dem „Time“-Magazin ist nun mal daran gelegen, die strukturelle Gewalt westlicher Finanzorganisationen weitgehend kognitiv unsichtbar zu machen. Da kommt die US-amerikanische Heiligsprechung der „Mummy“-Merkel, noch vor der Unheiligsprechung des selbsternannten „Caliph“-al-Bagdadi gerade recht.

In slow German ausgedrückt ist eine unerschütterliche Führung in dieser globalisierten Welt allerdings in der Tat ein derart durch Angebot und Nachfrage bestimmtes knappes Gut, dass es von einer US-amerikanischen Welt-Meinungsführerin wie der „Time“- Chefredakteurin, Nancy Gibbs auf jeden Fall gewürdigt werden muss.

 

Karl-Heinz Reinelt

 

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Dieses kurze Video lohnt sich immer wieder anzusehen. Es ist eine Würdigung der Nelkenrevolution in Portugal von 1975 https://youtu.be/VIqaCAUYX28<< Neues Textfeld >>

Leserbriefe an die Ostsee-Zeitung Rostock

 

 

Persönliche Anmerkungen:

 

Ich sehe es als wichtig an, dass man auf gewisse Dinge gerade in der bürgerlichen Presse hinweist. Ob es Richtigstellungen sind oder das Darlegen von wichtigen Zusammenhängen, mir erscheint es unabdingbar, die bürgerliche Berichterstattung mit dem weglassen von wichtigen Informationen bis hin zur unwahren Berichterstattung, kritisch zu begleiten. Auch wenn es keine Gewähr gibt, dass diese Leserbriefe einer breiten Leserschaft erreichen, so ist es aber wichtig, dass die jeweilige Redaktion erfährt, dass nicht alle Bürger diese Meldungen unkritisch aufnehmen. Manchmal hat man auch etwas Glück und dann werden diese Leserbriefe zumindest online veröffentlicht. Also wehrt Euch gegen diese Art der Berichterstattung.

 

Carsten Hanke

 

 

 

Bezeichnung der polnischen Stadt Szczecin als Stettin

Großmachtsbestreben

Carsten Hanke aus Lambrechtshagen

17.08.2015 12:13 Uhr

 

Lambrechtshagen. Ich finde es unerträglich, dass in der Ostsee-Zeitung, wie auch mitunter in anderen Blättern, die Städtenamen von Zeiten des III. Reiches weiterhin verwendet werden. So hatte die Ostsee-Zeitung wiederholt die polnische Stadt statt Szczecin wieder Stettin genannt.

Diese Bezeichnung entspricht zum Glück nicht dem aktuellem geopolitischen Stand, sondern trägt zudem auch bei unserem polnischen Nachbarn nicht zur weiteren Aussöhnung bei.

Das "Großmachtgetue" vieler Deutscher, zum Glück nicht aller, beginnt schon bei der Wortwahl. Man überlege sich bitte mal den umgekehrten Fall.



 

Carsten Hanke

Verstärkt Schleuser von Flüchtlingen aufgreifen

Bundesregierung duldete Menschenhandel

Carsten Hanke aus Lambrechtshagen

17.08.2015 12:05 Uhr

 

Lambrechtshagen. Dass die sogenannten Schleuser die Not von Flüchtlingen ausnutzen, ist jedem bekannt. Dass die Bundesbehörden jetzt dagegen verstärkt vorgehen, ist lange überfällig.

Es gab Zeiten, da hat sich die Bundesregierung inklusive ihrer nachgeordneten Behörden solcher Schleuser bedient, wo es darum ging, Bürger aus der DDR in die BRD zu schleusen. Da hat man sogar unter Kenntnis und Duldung von Tunnelbauten an der Berliner Mauer die Schleuser unterstützt, die dann sogar noch straffrei ausgingen, obwohl es Menschenhandel war.

Aber immer nach dem Gesichtspunkt, wem es gerade nützt, wird man aktiv.

 

Carsten Hanke

 

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Demokratie nur wenn es passt.

Vorschlag der Linken zum Abitur

Carsten Hanke aus Lambrechtshagen

25.08.2015 09:34 Uhr

 

Lambrechtshagen. Den Vorschlag der Linken MV, beim Abitur solche Fächer wie Mathematik künftig abwählen zu können, könnte man als verspäteten Aprilscherz abtun. Die Thematik ist aber zu wichtig, um als Lachnummer zu gelten, auch wenn sich Frau Oldenburg, als "Fachfrau" hier selber lächerlich macht.

Gerade in der Bildung darf es keine qualitätsbedingte Zugeständnisse geben und man sollte sich daran erinnern, dass das DDR-Bildungssystem von der fachlichen Seite aus ein Exportschlager war (skandinavische Länder hatten vieles übernommen). Da gab es keine Möglichkeit, irgendwelche Fächer abzuwählen. Das dieses DDR-Bildungssystem noch heute nachhaltig wirkt sieht man an der derzeitig regierenden Bundeskanzlerin, die für ihr Physikstudium den Grundstock im DDR-Abitur legte.

Besser wäre es, man würde bundesweit einheitliche Abi-Standards festlegen, damit jeder Absolvent die gleichen Chancen hat.

 

 

<<Anmerkung:          >>

In der Ostsee-Zeitung vom 28.09.2015 wurde über die Ergebnisse der Straßenradweltmeisterschaften berichtet. In dieser Berichterstattung wurde sich darauf bezogen, dass vor 49 Jahren Rudi Altig(1966) am Nürburgring den letzten Weltmeistertitel für die BRD geholt hat.

In diesem Artikel in der OZ wird weder differenziert zwischen Amateurweltmeisterschaften und die der Profis berichtet, noch wird daraufhin gewiesen, dass es seit Anfang der 90-ziger Jahre des letzten Jahrhundert, nach den Wegfall der sozialistischen Staatengemeinschaft es keine Unterteilung in Amateurweltmeister mehr gibt.

Wenn nun der Journalist dieses Textes tiefgründiger berichtet hätte, müsste er zwangsläufig über den erfolgreichen DDR-Sport berichten. Das dieses nicht gewollt ist entspricht der allgemeine Ausrichtung der kapitalistischen Berichterstattung, wo Erfolge aus einer politischen Alternative negiert werden. Hier wird erneut deutlich, dass durch das „Weglassen“ von Fakten zwar nicht gelogen wird, aber wissentlich nicht umfangreich und seriös berichtet wird und wichtige Hintergrundinformation dem Leser vorenthalten werden.

Dieser einseitigen und oft oberflächigen bürgerlichen Hofberichtserstattung was entgegenzusetzen dient mein Artikel als Lesermeinung. Ich sehe es als wichtig an, dass die Bürger dieses Landes und darüber hinaus sich stets in Eigenregie umfassend informieren und mit Leserbriefen usw. ihre Meinung den Lokalredaktionen usw. übermitteln.

Carsten Hanke

<< Ergänzung : Der Artikel ist nicht nur online auf der Seite der Ostsee-Zeitung erschienen, sondern ist in stark gekürzter Form am 29.09.2015 in der Tageszeitund der OZ veröffentlicht worden.

Carsten Hanke 29.09.2015>>

Von der Berichterstattung der Ergebnisse von der Straßenweltmeisterschaft hätte schon etwas tiefgründiger geschehen müssen, insbesondere wenn man die Historie dabei bemüht. So ist die lange Durststrecke auf den letzten deutschen Straßenadweltmeister auf das Jahr 1988 mit dem Sieg des DDR-Radweltmeister Olaf Ludwig. Seinen Sieg hatte er damals in Ronse(Belgien)errungen. Vor ihm waren in kurzen Abständen Uwe Ampler 1986 in Colorado Springs(USA), 1983 Uwe Raab in Altenrhein (Schweiz) sowie 1982 mit Bernd Drogan in Goodwood(England)alle aus der DDR Weltmeister im Straßenradsport geworden. Sicherlich müsste man in dieser Aufzählung auch Bernd Eckstein und zweimal Täve Schur mit erwähnen, die aber zeitlich betrachtet weiter zurückliegen. Selbst ein Jan Ulrisch der 1993 in Oslo(Norwegen) für die gesamtdeutsche Mannschaft den Weltmeister holte hätte vom Reporter erwähnt werden müssen. Der Grund wird aber sein, alle stammen aus der DDR und die Erfolge aus der DDR ob im Sport, in der Wirtschaft oder Friedenserhaltung dürfen nicht erwähnt werden. Durch das Weglassen von Tatsachen und Wahrheiten kann man keine seriöse Berichterstattung praktizieren.

 

Carsten Hanke

Lambrechtshagen 28.09.2015

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Gemeinsam gegen jegliches rechtsextreme Gedankengut und Erscheinungsformen kämpfen!!!
Unsere Katze Lily
Unsere Katze Luna

Unsere treue Katze Liliy und Luna, beide ein Wurf werden im Mai 2015 nun schon 13 Jahre alt. 

Ein weiteres Hobby ist von mir das Aquarium, welches ca. 500 Liter hat und mit Süsswasserfischen besetzt ist. Der Vorteil bei so einem Aquraium ist, dass der schöne Anblick nicht wie im Fernsehen mit Werbung unterbrochen wird und sehr entspannend wirkt.
Besonders gut zur Geltung kommen immer jene Fische mit einer farbenprächtigen Zeichnung und wenn diese dann in einem größeren Schwarm auftreten
Gerade in der kalten ungemütlichen Jahreszeit, ist es am geheizten Kamin nicht nur mollig warm sondern strahlt auch eine wohltuende Gemütlichkeit aus.
Ebenso gemütlich wirkt das Lauschen des knistern vom verbrannten Holz.
Als begeisterte Fans des Eisbrechers Stettin, nehmen wir möglichst jede Gelegenheit war mit diesem Traditionsschiff eine Reise zu unternehmen

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Mail: hanke.lambrechtshagen@web.de
 

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