Mein Herz schlägt links
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Mein Herz schlägt links

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schlägt Links

Es ist von grundlegender Bedeutung, jedes Jahr mehr zu lernen als im Jahr davor.
(Peter Ustinov)

" Bildet euch, denn wir brauchen all euere Klugheit.

Bewegt euch, denn wir brauchen eure ganze Begeisterung.

Organisiert euch, denn wir brauchen eure ganze Kraft".

Titel  der italienischen Erstausgabe L`Ordine nuove vom 1.Mai 1919 Antonio Gramsci

Liebe Leser,

 

diese Seite ist mit dem 28.Februar 2016 neu erstellt worden und soll jedem Interessierten, die Möglichkeit geben, sich mit den dargestellten Texten auf dieser Seite zu verschiedenen Themen weiterzubilden bzw. entsprechendes Wissen wieder zu erneuern und zu festigen. Natürlich können diese inhaltlichen Auszüge, keine abschließende Bildung darstellen und somit auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sollen dazu anregen, sich intensiver mit dieser Problematik zu beschäftigen, seine eigene Meinung selbstkritisch zu hinterfragen und der vielfach einseitigen bürgerlichen Berichterstattung in Rundfunk. Fernsehen und Zeitungen zu widersprechen.

Gerne können Sie mir unter der angezeigten Mailadresse Ihre Meinung, Kritiken und anregungen übermitteln.

 

Carsten Hanke

Das Lied von der Suppe

 

 

Wenn du keine Suppe hast Willst du dich da wehren?

Da musst du den ganzen Staat Von unten nach oben umkehren Bis du deine Suppe hast. Dann bist du dein eigener Gast.

Wenn für dich keine Arbeit zu finden ist

Da musst du dich doch wehren! Da musst du den ganzen Staat Von unten nach oben umkehren Bis du dein eigener Arbeitgeber bist. Worauf für dich die Arbeit vorhanden ist.

Wenn man über eure Schwäche lacht Dürft ihr keine Zeit verlieren

Da müsst ihr euch kümmern drum Dass alle, die schwach sind marschieren Dann seid ihr eine große Macht. Worauf keiner mehr lacht.    

      B.Brecht

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Edda Lechner

 

Jesus, Marx und ich – Wege im Wandel – Eine Achtundsechzigerin in der Kirche

 

Das historische Phänomen der Achtundsechziger jährte sich 2018 zum 50.Mal und brachte eine Reihe von wissenschaftlichen und literarischen Publikationen hervor. Dem möchte die Autorin Edda Lechner, wenn auch etwas verspätet, ihre eigene „autobiografische" Sicht der Dinge hinzufügen. Sie schreibt: „Als ehemalige Pastorin (Edda Groth), die den Vorstellungen dieser Bewegung folgte, gilt mein Interesse besonders denen, die mit mir an dieser Bewegung zur Veränderung von Kirche und Gesellschaft beigetragen haben, aber–so eigenartig es klingen mag–vor allem auch unseren Kontrahenten in der Hierarchie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Schleswig-Holstein.“ Viele Gemeindemitglieder und neu gebildete demokratische Gremien an der Simeon-Kirche in Hamburg-Bramfeld, zahlreiche Amtsbrüder, kirchliche Mitarbeiter und Theologiestudenten in den verschiedenen Landeskirchen und auch die öffentlichen Presseorgane unterstützten ihre neuem pädagogischen und sozialen Vorstellungen bis hin zu ihren antikapitalistischen und sozialistischen Forderungen. Konkrete Beispiele und interessante Fälle werden wiederholt in das Buch mit einbezogen. Genauso lässt sich an ihrem konkreten Fall in der Zeit der Revolte von 1967 bis 1974 ablesen, in welcher Weise Kollegen, Pröpste, Kirchenvorstände und die Kirchenleitung als Teil der etablierten bürgerlichen Gesellschaft mit denen umsprang, die zu solchen christlichen Alternativen herausforderten. Edda Lechner selbst hat schließlich einen endgültigen Bruch mit der Kirche vollzogen, indem sie 1974 aus ihr austrat, weil sie zu der Erkenntnis gekommen ist, dass „uns kein höh'res Wesen rettet, sondern wir uns aus dem Elend nur selber erlösen können“. In dem Kapitel „Was kommt danach?“ stellt sie dar, wie sie unter dem politischen Druck des Radikalenerlasses in verschiedenen Berufen, in kommunistischen und linken Parteien und in alternativen Bewegungen ihre 68er Ziele weiterhin konsequent zu verwirklichen versuchte. Insgesamt ist ihre Abhandlung davon geprägt, stets darüber zu reflektieren, welche geistigen und geistlichen Vorbilder – ob Jesus oder Marx – ihren jeweiligen Wandel im Denken und Handeln bewirkt haben. Das Buch ist im Übrigen mit zahlreichem authentischen Bildmaterial versehen, das Titel-Foto zeigt sie oben rechts bei ihrer Protest-Aktion auf dem Kirchentag 1969.

 

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Zu den verschiedensten Themen kann man in den "Marxistischen Blättern" entsprechende Analysen, Berichte, wissenschaftliche Untersuchungen uvm. bis zur Diskussions vieles wiederfinden.

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Marxistische Blätter

1963 in Frankfurt a. Main gegründet sind die Marxistischen Blätter die älteste unter den existierenden marxistisch orientierten Zeitschriften in Deutschland.

Wäre das identisch mit „altmodisch“, gäbe es die MBl nicht mehr. Doch mit heute beständigen 2300 festen AbonentInnen und dem Freiverkauf stehen die MBl wohl dafür, dass sie den Vorsatz der Gründer, den Marxismus gerade im kapitalistischen Deutschland, wo der größte Aufwand getrieben wird, ihn „zu widerlegen bzw. zu bekämpfen“, zu verteidigen und authentisch marxistische Erkenntnisse zu vertreten, durchgehalten hat. Dies über Jahrzehnte mit dramatischen gesellschaftlichen und machtpolitischen Umbrüchen.

Da konnten wir nicht nur recht behalten. Da mussten manche schon für unumstößlich gehaltenen Positionen aufgegeben und sich, oft von Meinungsstreit angetrieben, darauf besonnen werden, dass der Marxismus eine sich durch kritische Prüfung an der Praxis entwickelnde, also dialektische Wissenschaft ist. Der Rückschlag für den Sozialismus und die internationale kommunistische Bewegung hat uns manches Schlechteren belehrt.

Doch durch die vom vorläufig noch obsiegenden Kapitalismus angerichtete „Neue Weltordnung“ erfährt der Marxismus eine erneuerte Aktualität.

Kapitalismus-Kritik und Sozialismus-Debatten wurden für die MBL zu einem vorrangigen Anstoß zu eigenen Analysen und alternativen Erwägungen, dies im Dialog mit differenzierten marxistischen Ansätzen.

Probleme der Politik, der Linken, der Ökonomie, der Philosophie, der Kultur, der Naturwissenschaften, der internationalen Entwicklung (Nah-Ost, USA, Lateinamerika, Indien ...) werden in den Rubriken Aktuell, Thema, Positionen, Diskussion und Rezensionen behandelt.

Dabei ist uns als Theoriezeitschrift der „politische Gebrauchswert“ ein gewichtiges Kriterium. Die MBl stehen in enger Verbindung mit der DKP, der kommunistischen Partei, ohne formell und inhaltlich ein „Parteiblatt“ zu sein. Der Leitgedanke von Marx, Engels und Lenin, die revolutionäre Theorie mit der praktischen Arbeiterbewegung zu verbinden, macht die MBl dennoch offen für die Mitarbeit eines breiten Spektrums von Autorinnen und Autoren nationaler und internationaler Provenienz.

Die Marxistischen Blätter erscheinen zweimonatlich, mit 112 Seiten, im Neue Impulse Verlag. Anschrift der Redaktion und des Verlages: Hoffnungstr. 18, 45127 Essen. Das Einzelheft kostet 7,50 €, das Jahresabonnement 42,50 €. Verbilligtes Jahresabo (für Schüler, Studenten, Arbeitslose und andere Geringverdienende, auch im europäischen Ausland): 27,50 €. Ausland und Streifbandbezug: plus 7,50 € Versandkostenzuschlag. Mindestbezugszeitraum 12 Ausgaben (2 Jahre). Das Abonnement verlängert sich um jeweils ein Jahr, wenn es nicht spätestens sechs Wochen vor Ende des Bezugszeitraums schriftlich gekündigt wird.

Telefon Redaktion: (0201) 23 67 57
Telefon Verlag: (0201) 2 48 64 82
Telefax: (0201) 24 86 484

 

 

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Umbau der Klassengesellschaft

Inhalt:

Werner Seppmann: Was kann die Klassenanalyse leisten?
Ekkehard Lieberam: Strukturveränderungen in der Lohnabhängigenklasse
Werner Seppmann: Strukturveränderungen in der Klassengesellschaft
Michael D Yates: Ein statistisches Porträt der US-amerikanischen arbeitenden Klasse
Nicole Mayer-Ahuja: Prekäre Arbeit und die Gewerkschaften?
Richard Albrecht: Pauperismus
Otto Meyer: Die real existierende Kirche in der Konter-Reform
Manfred Sohn: Schlussfolgerungen aus dem Umbruch der Klassengegensätze

Kart., 194 S.
10,90 EUR

  Umbau der Klassengesellschaft
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Projektbeschreibung

 

 

Die Marx-Engels-Gesamtausgabe wurde in den 1970er Jahren in Berlin und Moskau begonnen. Sie erwarb in Fachkreisen hohes Ansehen und ist in allen großen Bibliotheken der Welt präsent. Nach 1989 haben sich Wissenschaftler, Politiker und Verleger aus vielen europäischen Ländern, Japan und den USA nachdrücklich für die Fortführung der Ausgabe eingesetzt.

 

Auf Initiative des Internationalen Instituts für Sozialgeschichte, in dessen Besitz sich der größte Teil der Handschriften von Marx und Engels befindet, wurde 1990 in Amsterdam die Internationale Marx-Engels-Stiftung (IMES) gegründet, die seither die MEGA als akademische Edition in internationaler Forschungskooperation herausgibt. Die politisch unabhängige IMES ist ein internationales Netzwerk, dem neben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissen­schaften und dem Internationalen Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam, das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn und das Rußländische Staatliche Archiv für Sozial- und Politikgeschichte in Moskau angehören. Ziel der IMES ist es, die MEGA als historisch-kritische Edition sämtlicher Schriften von Marx und Engels zu Ende zu führen.

 

Derzeit arbeiten Wissenschaftlerteams in Deutschland, Rußland und Japan an der MEGA. An der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften findet die Koordination der Arbeiten und die Endredaktion und Satzvorbereitung aller in internationaler Forschungskooperation edierten Bände statt.

 

Zur Geschichte der MEGA

Das Projekt einer historisch-kritischen Marx-Engels-Gesamtausgabe geht auf David Borisovič Rjazanov (1870–1938) zurück. Der russische Gelehrte begann in den 1920er Jahren in Moskau mit der Edition einer 42bändigen Marx-Engels-Ausgabe, die in Frankfurt am Main und Berlin verlegt wurde und von der zwischen 1927 und 1941 zwölf Bände erschienen sind. Die Machtergreifung Hitlers und der in den 1930er Jahren eskalierende stalinistische Terror, dem neben Rjazanov mehrere russische und deutsche Editoren zum Opfer fielen, setzten dieser Edition, in der erstmals Marx’ „Öko­nomisch-philosophische Manuskripte“ aus dem Jahre 1844 und die „Deutsche Ideologie“ veröffentlicht wurden, ein Ende. Obwohl Rjazanovs Projekt in der Zeit des „Tauwetters“ nach Stalins Tod in Moskau und Berlin wieder aufgegriffen wurde, konnte das Konzept für eine neue „zweite“ MEGA, die den literarischen Nachlass von Marx und Engels vollständig und originalgetreu darbietet, ausführlich kommentiert und die Textentwicklung mit modernen Methoden darstellt, erst in den 1960er Jahren gegen den Widerstand hoher Partei­instanzen, denen eine historisch-kritische Gesamtausgabe suspekt war, durchgesetzt werden. Das Internationale Institut für Sozialgeschichte (IISG) unterstützte das Projekt bereits damals, da der Charakter der Edition als historisch-kritische Gesamtausgabe garantiert wurde. Die 1972 in einem Probeband vorgestellten Editionsrichtlinien dieser „neuen“ MEGA orientierten sich an innovativen Editionskonzepten und wurden von der internationalen Fachwelt positiv aufgenommen. Zwei Drittel der für eine historisch-kritische Gesamtausgabe unentbehrlichen Originalhandschriften befinden sich seit den 1930er Jahren im Besitz des IISG, ein weiteres Drittel war nach Moskau gelangt und wird heute im Rußländischen Staatlichen Archiv für Sozial- und Politik­geschichte aufbewahrt. Von den bis 1990 erschienenen 36 Bänden wurde jeweils ein Drittel am Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU, Moskau, am Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED, Berlin, sowie an der Akademie der Wissenschaften und einigen Universitäten und Hochschulen der DDR bearbeitet. Da die Edition somit eine Parteiangelegenheit war, erfolgten Einführung und Kommentierung der Texte nach den ideologischen Grundsätzen des Marxismus-Leninismus und auch auf die Textdarbietung gab es politisch motivierte Einflussnahmen.

 

Nach dem Herbst 1989 ergriffen das IISG und das Karl-Marx-Haus Trier der Friedrich-Ebert-Stiftung im Einvernehmen mit den beiden bisherigen Herausgeberinstituten die Initiative zur Gründung der Internationalen Marx-Engels-Stiftung (IMES), die im Oktober 1990 in Amsterdam errichtet wurde.

 

Im Februar 1992 schloss die Konferenz der deutschen Akademien der Wissenschaften einen Kooperationsvertrag mit der Inter­nationalen Marx-Engels-Stiftung. Auf Empfehlung des Wissenschaftsrates und der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung wurde die MEGA nach positiver Begutachtung durch eine internationale Kommission unter dem Vorsitz von Dieter Henrich als Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in das Akademienprogramm des Bundes und der Länder aufgenommen. Die „Begutachtung dieser Aus­gabe [hatte] zum Ergebnis, daß sie als Edition auf hohem Niveau erfolgt sei und auch westlichen Ansprüchen entspreche“.

 

Das gilt in gleicher Weise auch für das äußere Erscheinungsbild der – von dem Leipziger Buchkünstler Albert Kapr entworfenen – MEGA-Bände, deren Typographie und Einbandgestaltung auch nach dem Wechsel vom Dietz Verlag zum Akademie Verlag (1998) erhalten geblieben ist.

 

Neu war demgegenüber die Aufgabe der Entpolitisierung der Edition, insbesondere in der Kommentierung. An die Stelle des früheren, politisch motivierten teleologischen Deutungs- und Editionsimperativs ist nunmehr das Prinzip der konsequenten Historisierung des Werkes getreten. Dies meint eine Kontextualisierung, die das Marxsche Denken im Zusammenhang seiner Zeit und ihres Problem- und Fragehorizontes verortet. Dabei wird deutlich, daß Marx, unabhängig von der geschichtsprägenden Kraft seines Denkens, einen legitimen Ort in der Wissenschaftsgeschichte mehrerer Disziplinen besitzt: Über die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hinaus wird durch die MEGA der enzyklopädische Ansatz eines Œuvres sichtbar, das sich über Philosophie und Soziologie bis hin zur Kulturgeschichte erstreckt. Durch die gelungene Rekonstitution des MEGA-Projekts als Akademienvorhaben hat Marx nach dem Epochenjahr 1989 seinen Platz im Kreis der großen klassischen Denker gefunden.

 

Philologische Prinzipien

Die Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) ist die vollständige, historisch-kritische Ausgabe der Veröffentlichungen, der nachgelassenen Manuskripte (Entwürfe) und des Briefwechsels von Karl Marx und Friedrich Engels.

 

Vollständigkeit

Sie bietet das literarische Erbe von Marx und Engels – soweit es überliefert und der Wissenschaft zugänglich ist – erstmals in seiner Gesamtheit dar. Zu den bereits bekannten Schriften, Artikeln und Briefen – erstmals auch der an sie gerichteten Briefe Dritter – kommt eine Reihe bisher unveröffentlichter bzw. neu entdeckter Arbeiten hinzu. Durch Autorschaftsanalysen konnte zudem die Urheberschaft von Marx oder Engels an zahlreichen Texten verifiziert oder falsifiziert und somit der Werkbegriff weiter konturiert werden. Darüber hinaus werden alle Manuskripte, Entwürfe, Notizen und Exzerpte publiziert.

 

Originaltreue
In der MEGA werden alle Texte in der Sprache der jeweiligen Originale wiedergegeben. Dies bildet die Grundlage für Untersuchungen zu Sprachschatz, Begriffswelt und zur Klärung historisch-genetischer Fragen der Terminologie. Die Textwiedergabe folgt getreu den überlieferten autorisierten Textvorlagen, auf Grundlage der originalen Handschriften und Drucke. Unvollendete Manuskripte werden in jenem Bearbeitungsstadium dargeboten, in dem die Autoren sie hinterlassen haben. Eine kritische Textrevision im Sinne der Beseitigung eindeutig fehlerhafter Stellen erfolgt behutsam und unter genauer Rechenschaftslegung.

 

Darstellung der Textentwicklung
Die MEGA dokumentiert vollständig und übersichtlich die Werkentwicklung von der er­sten Gedankenskizze bis zur Fassung letzter Hand mit Hilfe moderner Editionsmethoden: Die einzelnen Werke werden zunächst im Textteil nach der Handschrift oder dem Erstdruck vollständig wiedergegeben. Die gesamte autorisierte Textentwicklung in Manuskripten und Drucken veranschaulichen Variantenverzeichnisse im wissenschaftlichen Apparat, so dass jede einzelne Fassung eines Werkes herangezogen, aber auch die Textentwicklung in ihrer Gesamtheit überblickt werden kann. Damit wird ein bislang ungekannter Einblick in die Arbeitsweise der Autoren ermöglicht.

 

Ausführliche Kommentierung
Die Textdarbietung ist verbunden mit einer intensiven wissenschaftlichen Kommentierung. Diese beginnt mit einer Einführung, in der das Textmaterial vorgestellt und wissenschaftsgeschichtlich kontextualisiert wird. Im Anschluss daran wird die Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte jedes Werkes dargestellt. Dies schließt den Nachweis der Verfasserschaft, die Begründung der Datierung sowie eine genaue Beschreibung der überlieferten Handschriften und autorisierten Drucke ein. Es folgen das Variantenverzeichnis mit der Darbietung der Textentwicklung und das Korrekturenverzeichnis, das über redaktionelle Eingriffe in den überlieferten Text Auskunft gibt. Die Erläuterungen bringen die vom wissenschaftlichen Nutzer benötigten Sachhinweise, werkimmanente Verweise und Quellenbelege. Ein umfangreicher Registerapparat beschließt jeden Band.

 

Marx-Engels-Gesamtausgabe

 

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Die Lenin-Gesamtausgabe in 40 Bänden mit den dazugehörigen Registerbänden sind im Internet je nach Zustand für ca.300 € käuflich zu erwerben.

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Mehr Profite - mehr Armut - Prekarisierung und Klassenwiderspruch

Im Oktober 2006 irrlichterte kurz eine Debatte durch die Mainstreammedien, die - zumindest vergleichsweise - etwas mit der Realität in diesem Lande zu tun hatte. Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) entdeckte das »abgehängte Prekariat«, und ein bekennender Liebhaber des Pfälzer Weins, im Nebenjob SPD-Vorsitzender, machte sich öffentlich Sorgen um eine Unterschicht, die sich ihrem Schicksal ergeben habe.

Damit hatte die sogenannte Unterschichtendebatte begonnen. Sie sollte sich in der Folge als nicht mehr vollständig kanalisierbar erweisen.

Handlungsrahmen
Die Marx-Engels-Stiftung nahm diese Debatte zum Ausgangspunkt, um den Zusammenhang von Prekarisierung und Klassenwiderspruch zu analysieren. Unter dem Titel »Mehr Profite - mehr Armut« stellt sie den nunmehr vierten Band ihres Projektes Klassenanalyse vor. Die zutreffende Feststellung lautet: »Die Armut ist vom Keller in den ersten Stock der Gesellschaft gezogen.« Die sechs Autoren des Bandes behaupten dies nicht nur. Sie belegen ihre Thesen mit umfangreichem Faktenmaterial. So analysiert z. B. Ekkehard Lieberam die Stoßrichtung der FES-Studie als eine »Handreichung von Herrschaftswissen an die neoliberalen "Reformer" (...) Die Studie will den Regierenden Auskunft darüber geben, welche "Gruppen" dem "Wandel aufgeschlossen" oder "skeptischer" gegenüberstehen.«

Lieberams Text, der zwischenzeitlich unter dem Titel »Prekarität ist überall« im Verlag edition ost erschienen ist, ist Streitschrift im besten Sinne. Sie beschäftigt sich nicht nur fundiert mit den sozialen Verwerfungen in dieser Gesellschaft, sondern auch mit deren Ursachen. Auf Basis faktengestützer Analyse gelingt es Lieberam nicht nur, seine Skepsis hinsichtlich des Globalisierungsbegriffes zu erläutern, sondern er formuliert so etwas wie einen politischen Handlungsrahmen für die marxistische Linke in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen, der in der zukünftigen Debatte verstärkt Beachtung finden sollte.

Werner Seppmann indes unternimmt es in seinem Beitrag, den Zusammenhang von Prekarisierung, »sozialdestruktiven Entwicklungen einschließlich ihrer subproletarischen Verfestigungstendenzen« und den Strategien zur Verunsicherung weiter Teile der Bevölkerung durch die Herrschenden zu untersuchen. Seppmann findet eine Reihe von Antworten auf die Frage, warum die am deutlichsten an den Rand Gedrängten in diesem Land sich nicht vernehmlicher zu Wort melden, warum der Widerstand insgesamt so gering bleibt. » Von ihren eigenen Aktivitäten erwarten die Opfer der ausbeutungsorientierten gesellschaftlichen Umgestaltungsprozesse ebenso wenig positive Impulse für ihre Lebenssituation, wie von der "großen Politik". Deshalb verweigern sie sich mehrheitlich sozialen Protestbewegungen, wie auch den Wahlprozeduren« , meint Seppmann und macht deutlich, daß Verunsicherung und Existenzängste immer größere Teile der abhängig Beschäftigten erfassen. Dies hat handfeste soziale Ursachen und ist Ergebnis der Kapitaloffensive zur Verbesserung der entsprechenden Verwertungsbedingungen sowie des Klassenkampfes von oben. Mindestens weitere 20 Prozent der BRD-Bevölkerung leben mittlerweile in so unsicheren Verhältnissen und verfügen über ein so geringes Einkommen, daß sie jederzeit sozial abstürzen können.

Hier ist nur noch Raum, den Beitrag von Wolfgang Richter zu erwähnen, der sich auf Basis der Ergebnisse einer Dortmunder Forschungsgruppe mit den strukturellen und sozialen Auswirkungen der Hartz-Gesetzgebung und auch den Folgen für den sogenannten ersten Arbeitsmarkt auseinandersetzt.

Insgesamt ist der Band ein wesentlicher Beitrag zur Verbreiterung des marxistisch geprägten Zugriffs auf die gegenwärtigen Veränderungen in der Sozial- und Klassenstruktur der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Auch die Ansätze zur Handlungsorientierung sind prägnant zusammengefaßt.

Klassenfraktionen
Lieberam betont die Notwendigkeit zur Verständigung auf ein gemeinsames Programm, »das die verschiedenen Klassenfraktionen der abhängig Arbeitenden und sozial Ausgegrenzten zusammenführt«. Zu diesem Programm gehören für ihn Forderungen wie die nach Umverteilung der Arbeit durch radikale Arbeitszeitverkürzung, nach Existenzsicherung auf der Grundlage gesetzlicher Mindestlöhne und die Einführung einer ausreichenden sozialen Grundsicherung. »Dazu gehört auch der offenbar langwierige Abwehrkampf gegen die fortschreitende Umverteilung von unten nach oben und die Privatisierung des öffentlichen Eigentums.« Lieberam mahnt zu Recht: »Wenn die Linke in diesem Abwehrkampf gegen Privatisierung, Sozialraub, Reallohnkürzungen und Massenentlassungen nicht ihre Hausaufgaben macht, wird die Ausweitung prekärer Arbeits- und Lebensverhältnisse sich unweigerlich fortsetzen. Sie muß die Machtfrage und nicht die Haushaltsfrage stellen.«

Dem Band ist eine weite Verbreitung zu wünschen. Er sollte auch genutzt werden, um die Diskussion zwischen der marxistischen Linken und den real existierenden sozialen Bewegungen deutlich zu beleben.

Michael Mäde

Kart., 216 S.
12,90 EUR

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Sozialcrash

Mit der Restauration des Kapitalismus in Ostdeutschland seit 1990 haben sich dramatische gesellschaftliche Umbrüche vollzogen. Die westdeutsche Bourgeoisie zerschlug mithilfe ihres politischen und administrativen Personal zügig das sozialistische Eigentum und überführte es dort, wo es profitabel erschien, in Privateigentum. Sie festigte so ihre Machtbasis und machte die frühere DDR zugleich zum Experimentierfeld für ihre inzwischen "gesamtdeutsch" angelegten Konterreformen. Der Phase der "radikalen Zerstörung der ökonomischen Strukturen, der gesellschaftlichen Verhältnisse und damit auch der Normen zwischenmenschlichen Verhaltens"(M.Benjamin) folgte die - noch anhaltende - Phase der "Konter-Evolution"; die Annäherung des Klassenrealität zwischen West- und Ostdeutschland im Zeichen des entfesselten Kapitalismus. Doch ist nicht zu übersehen, dass die sozialen Widersprüche in Ostdeutschland auch heute noch in aller Regel schärfer in Erscheinung treten und aus der DDR überkommene soziale und politische Strukturen, Verhaltensweisen, Werteorientierungen wie auch Bewertung gesellschaftlicher Zusammenhänge erstaunlich zählebig sind. Aus den Einsichten in die Praxis von zwei gesellschaftlichen und politischen Systemen, mit der erlebten Abwertung des Lebens in der DDR, überhaupt mit den Erfahrungen aus "vormundschaftlicher Vereinigung" und Kapitalismus pur ist eine vielschichtige Ostidentität hervorgewachsen, gekennzeichnet durch eine ausgeprägte system- und kapitalismuskritische Einstellung, die im Zusammenhang mit dem Nachdenken über die Voraussetzungen politischer Klassenbildung nicht unbeachtet bleiben darf.

Kart., 152 S., Januar 2007
9,90 EUR

 

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Aus: Ausgabe vom 18.02.2017, Seite 4 (Beilage) / Wochenendbeilage

Ein Industriestaat wird zertrümmert

Die DDR basierte auf sozialistischem Eigentum, nach kapitalistischen Maßstäben ein Verbrechen. Das wird seit 1990 gesühnt

Von Arnold Schölzel

Sonneberg 1973: Auch der VEB Kombinat Spielwaren exportierte weltweit

ddrbildarchiv.de / Klaus Morgenstern/ dpa-Zentralbild

Flughafen Berlin-Schönefeld, 4. Oktober 1967: Eine Interflug-Stewardess stellt das neue Winterkostüm der DDR-Fluggesellschaft für das weibliche Bordpersonal vor

dpa - Report/ ZB

Andreasstraße in Berlin-Friedrichshain, 1970: Altstoffsammeln war in der DDR über Jahrzehnte selbstverständlich

ddrbildarchiv.de / Klaus Morgenstern/ dpa-Zentralbild

VEB Pentacon Kombinat Dresden, Januar 1976: Endkontrolle einer Spiegelreflexkamera »Praktica L2«

Ulrich Hässler /dpa-Zentralbild / picture alliance

Scharfenstein im Erzgebirge, 1992: Die Treuhand will eines der größten Werke zur Herstellung von Kühlschränken schließen

jW / Christian Bach

Die soziale Situation der abgewickelten DDR-Arbeiterinnen und Arbeiter hat nie interessiert – bald sollten die Landschaften ja blühen

jW / Christian Bach

Magdeburg, August 2002: Im früheren Schwermaschinenbaukombinat »Ernst Thälmann« (SKET)

jW Christian Bach

Leuna 1973: Mitglieder einer Frauenbrigade

picture-alliance / akg

Leipzig, 1950: Die VEB Baumwollspinnerei im Stadtteil Plagwitz mit Losung zum FDJ-Deutschlandtreffen

Archiv Spinnerei / dpa - Report

Noch gab es Arbeit: In der Leipziger Baumwollspinnerei zwischen 1990 und 1992

Christiane Eisler / picture alliance/dpa-Zentralbild

Sonneberg 1973: Auch der VEB Kombinat Spielwaren exportierte weltweit

ddrbildarchiv.de / Klaus Morgenstern/ dpa-Zentralbild

Flughafen Berlin-Schönefeld, 4. Oktober 1967: Eine Interflug-Stewardess stellt das neue Winterkostüm der DDR-Fluggesellschaft für das weibliche Bordpersonal vor

dpa - Report/ ZB

Für die Geschichte der DDR gibt es eine staatlich alimentierte und gelenkte »Industrie«. Sie bringt Filme, Dokumentationen, Ausstellungen und Schriften hervor, hat ein Monopol über Schullektüre, ist an den Universitäten maßgebend für »Forschung« und Lehre auf diesem Gebiet, verfügt über eigene Museen und setzt die propagandistische Bekämpfung des ostdeutschen Staates durch den westdeutschen im Kalten Krieg so fort, als sei der nie zu Ende gegangen. Ein Effekt ist: Die Verbrechen des deutschen Imperialismus in zwei Weltkriegen und im von ihm an die Macht gebrachten Faschismus verschwinden aus dem Bewusstsein vor allem Heranwachsender. Dies ist ein Grund, warum z. wB. in die »Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen«, eine frühere DDR-Haftanstalt, jährlich Zehntausende Besucher gebracht werden, die »Gedenkstätte Plötzensee«, wo zwischen 1933 und 1945 fast 3.000 Menschen, zumeist antifaschistische Widerstandskämpfer, oft bestialisch ermordet wurden, fast außerhalb öffentlicher Wahrnehmung existiert. Wer die Internetseiten beider Einrichtungen vergleicht, erfährt rasch, welchen Schwerpunkt die werdende neue deutsche Großmacht in ihrer Geschichtspolitik setzt.

Das ist nicht überraschend, auffällig aber, wie sparsam hierzulande mit der Zeit von »Treuhand«, Abwicklung, Zerstörung von Industrie, Kultur und sozialen Netzen der Ostdeutschen bis in deren Familien hinein umgegangen wird. Über die demnächst 27 Jahre seit dem Anschluss herrscht weitgehend Schweigen und vor allem in den alten Bundesländern verordnete Unkenntnis. Die flächendeckenden, vom damaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel ausdrücklich gedeckten Straftaten bei der Plünderung des staatlichen DDR-Eigentums ergäben für sich genommen eine Skandalchronik, die ihresgleichen in der Weltgeschichte sucht. Aber es ging um mehr: Um die Zertrümmerung eines insgesamt modernen Industriestaates, weil er auf sozialistischem Eigentum basierte. Seine Einwohner störten allerdings. Sie lernten den neuen Staat als Motor privater Bereicherung kennen. Wie es in den Betrieben aussah, bevor die Raubritter einfielen, und wie zu Beginn ihrer Plünderungen, davon berichten die hier zusammengestellten Bilder. Ähnliches ließe sich heute aus Griechenland, Portugal oder Spanien zeigen, wo vor allem das deutsche Kapital mit Deindustrialisierung und Massenarbeitslosigkeit seine Führungsrolle in der EU ausübt.

 

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Zum 75. Jahrestag des Überfalls des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion

Anton Latzo

 

Wortbrüchig und ohne vorherige Kriegserklärung überfiel vor 75 Jahren (22. Juni 1941) das faschistische Deutschland die Sowjetunion. Zu diesem Zeitpunkt tobte in der Welt schon fast zwei Jahre ein Krieg zwischen den beiden imperialistischen Machtgruppen. Der Überfall, den die Sowjetunion mit dem Großen Vaterländischen Krieg beantwortete, war wichtigster Bestandteil des 2. Weltkrieges. Sein Verlauf und Ausgang bestimmten wesentlich den Charakter der Ergebnisse des zweiten Weltkrieges, die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten der Völker und die Perspektiven des Friedens.

 

Ursachen

Der zweite Weltkrieg entsprang, wie der erste, dem System des Kapitalismus und der ihm eigenen Widersprüche. Die Neuaufteilung der Welt zugunsten der von den USA, England und Frankreich geführten Mächtegruppierung, die aus dem ersten Weltkrieg als Sieger hervorgegangen war, beseitigte nicht die Widersprüche, die zum ersten Weltkrieg geführt haben. Sie schuf vielmehr alle Bedingungen für die weitere Verschärfung der Widersprüche und für neue Zusammenstöße.

 

Die Krise des Kapitalismus, die sich nach dem ersten Weltkrieg und der sozialistischen Oktoberrevolution entwickelte, vertiefte alle inneren Widersprüche des kapitalistischen Systems.

 

Besonders scharfe Widersprüche traten zwischen den alten und den jüngeren imperialistischen Mächten auf, die sich infolge der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung des Kapitalismus nach vorn schoben, sowie zwischen den Siegerstaaten und den besiegten Ländern, die nach Revanche strebten.

Zwischen den beiden imperialistischen Mächtegruppierungen  entbrannte der Kampf um die Weltherrschaft, der immer schärfere Formen annahm.Wie vor dem ersten Weltkrieg wurde der Kampf besonders aggressiv von deutschen Imperialismus geführt.

 

Die Existenz und die Entwicklung des ersten sozialistischen Staates der Welt, der Sowjetunion, waren der neue und entscheidende Faktor, durch den sich die Situation und die Bedingungen der Vorbereitung des zweiten Weltkrieges von denen des ersten grundlegend unterschieden. Neben den Widersprüchen, die die Imperialisten trennten, gab es auch daraus resultierende Elemente, die sie zusammenführten. Das war vor allem der grundlegende Widerspruch zwischen den beiden sozialökonomischen Systemen, dem Kapitalismus und dem Sozialismus, der Kampf gegen den Sozialismus.

 

Der deutsche Imperialismus bereitete den Überfall auf die Sowjetunion langfristig vor. Besonders intensiv geschah das nach der Machtergreifung durch den Faschismus. Unter Ausnutzung der großzügigen Hilfe amerikanischer und britischer  Monopole und der von den bürgerlichen Regierungen der westlichen Länder betriebenen Politik der Beschwichtigung und der Begünstigung einer deutschen Aggression gegen die UdSSR konnte das faschistische Deutschland ein gewaltiges militärisch-ökonomisches Potenzial schaffen aus dem die genannten Monopole riesige Gewinne zogen.

 

So wurde der zweite Weltkrieg durch die Gesetzmäßigkeiten des Imperialismus geboren  und entstand innerhalb dieses Systems. Das Monopolkapital, dessen natürliche Wirkungsmöglichkeiten  und Instrumentarien zur Sicherung von Profit  und Herrschaft im Imperialismus in ihrer Wirksamkeit nachlassen, bringt den Faschismus hervor und setzt ihn ein, um seine innen- und außenpolitischen Ziele mit Gewalt durchzusetzen.

Die faschistische Ideologie und Politik erwachsen aus den materiellen Grundlagen des Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium. Der Faschismus erweist sich mit seiner autoritären, antidemokratischen und menschenfeindlichen Grundstruktur als geeignetes Mittel zur Durchsetzung der reaktionären und expansiven Ziele  des Imperialismus.

 

Militärische Kräfte

Die Faschisten setzten fast die ganze Kraft der imperialistischen deutschen Kriegsmaschinerie und außerdem die Streitkräfte der Satelliten des faschistischen Deutschlands (Finnland, Horthy

Ungarns, des bürgerlich-feudalen Rumäniens und später auch des faschistischen Italiens) gegen die Sowjetunion ein.

Zum Zeitpunkt des Überfalls auf die UdSSR verfügte das faschistische Deutschland über eine 8,5 Millionen Mann starke Armee. Die deutsche Wehrmacht besaß 214 Divisionen und 7 Brigaden, über zehntausend Flugzeuge, eine starke Kriegsmarine. 

Über eine Million Soldaten zählten die Armeen der Verbündeten Deutschlands, Rumäniens, Finnlands und Ungarns. Hinzu kam Italien mit seinen Kräften. Diese „Verbündeten“ haben dutzende ihrer Divisionen unter den Befehl des deutschen Oberkommandos gestellt. An den westlichen Grenzen der Sowjetunion wurden so 190 Divisionen entfaltet, über 4000 Panzer und etwa 5000 Flugzeuge konzentriert. Die Invasionskräfte waren 5,5 Millionen Mann stark.

Die deutsche Regierung ging bereits im Jahre 1940 zu einer umfassenden Truppenkonzentrierung an den sowjetischen Grenzen über. Am 1. Juni 1941 war diese Aktion im wesentlichen abgeschlossen.

Für die Rote Armee war so ein ungünstiges militärisches Kräfteverhältnis entstanden. Im Bereich der grenznahen Militärbezirke und Flotten verfügten die sowjetischen Truppen über 2,9 Millionen Mann, 1540 Flugzeuge neuer Bauart und zahlreiche Flugzeuge alter Modelle, etwa 35 000 Geschütze und Granatwerfer, 1800 schwere und mittlere Panzer (davon zwei Drittel neue Modelle) und zahlreiche leichte Panzer älterer Bauart. Insgesamt betrug das Übergewicht des faschistischen Gegners gegenüber der Sowjetunion: an Truppen das 1,8fache, an mittleren Panzern das 1,5fache, an modernen Flugzeugen das 3,2fache und an Geschützen und Granatwerfern das 1,25fache.

 

Für die sowjetische Regierung und für die Führung der sowjetischen Streitkräfte waren die aggressiven Pläne des Faschisten und ihre Absicht, die Sowjetunion zu überfallen, offensichtlich. Die Bestimmung des Zeitpunktes für diesen Überfall beruhte jedoch auf einer Fehleinschätzung. J.W. Stalin war fälschlicherweise der Auffassung, dass die deutsche Führung sich nicht in absehbarer Zeit entschließen würde, den zwischen Deutschland und der UdSSR 1939  abgeschlossenen Nichtangriffsvertrag zu verletzen, wenn es dafür keinen Vorwand habe.

Die sowjetische Regierung versuchte den Überfall Deutschlands auf die UdSSR mit diplomatischen Mitteln zu erschweren. Noch am Abend des 21. Juni1941 (21Uhr 30 Minuten) versuchte sie Gespräche mit der deutschen Regierung anzuknüpfen. Molotow traf sich mit dem deutschen Botschafter in Moskau, von der Schulenburg, und informierte ihn u.a. über den Inhalt einer sowjetischen Note wegen der zahlreichen Grenzverletzungen durch deutsche Flugzeuge. Nur wenige Stunden später drangen die faschistischen Streitkräfte  in die Sowjetunion ein.

 

Ziele

Die deutschen Imperialisten und faschistischen Machthaber spekulierten schon in den 1920er Jahren auf die antisowjetische  und antikommunistische  Einstellung und auf die antisowjetischen Pläne der herrschenden Kreise der USA, Englands und Frankreichs. Sie nutzten den Antikommunismus und Antisowjetismus, um von ihren Konkurrenten Kredite, technische Erkenntnisse, Rohstoffe und strategische Materialien zu bekommen, restriktive militärische Auflagen nach dem 1. Weltkrieg aufzuheben und Unterstützung auf diplomatischer Ebene zu erhalten.

 

Dieses Verhalten der internationalen imperialistischen Kreise förderte  jene Kräfte in Deutschland, die die Beseitigung der Weimarer Republik und die Schaffung politischer und ideologischer Zustände förderten, die eine Politik des Revanchismus und des Strebens des deutschen Imperialismus nach Weltherrschaft ermöglichten. Die antisowjetischen Ziele waren gemeinsame Ziele des internationalen Imperialismus mit den deutschen Imperialisten. In der Errichtung einer faschistischen Diktatur in Deutschland sahen sie den für sie erstrebenswerten Weg.

 

Im Krieg gegen die UdSSR stellte sich die faschistische deutsche Führung das Ziel, die soziale und politische Ordnung des Sowjetlandes  zu beseitigen, den sowjetischen Staat zu zerschlagen, die Macht der Gutsbesitzer und Kapitalisten wiederherzustellen, die staatliche Selbständigkeit der Völker der Sowjetunion zu beseitigen, sie zu Sklaven der deutschen Herrenmenschen zu machen sowie die Reichtümer der UdSSR an sich zu reißen.

Am 30. März 1941 erklärte Hitler laut Tagebuch Halders (Eintragung vom 30. März 1941) als er die Ziele und Pläne des Krieges gegen die UdSSR darlegte: „Unsere Aufgaben hinsichtlich Russlands: die Streitkräfte zerschlagen, den Staat vernichten. Der Krieg gegen Russland ist ein Kampf zweier Ideologien. Tod dem Bolschewismus, der gleichbedeutend ist mit einem sozialen Verbrechen. Unsere Aufgabe ist der Vernichtungskrieg. Unsere erstrangige Aufgabe ist die Vernichtung der bolschewistischen Kommissare und der kommunistischen Intelligenz. Die neuen Staaten werden keine eigene Intelligenz haben. Man darf nicht zulassen, dass eine neue Intelligenz entsteht.“

 

Die deutschen Imperialisten betrachteten die Zerschlagung der Sowjetunion als eine äußerst wichtige Etappe auf dem Weg zur Eroberung der Weltherrschaft. Die Rassentheorien hatten die Aufgabe, die Vorbereitung des Raubkrieges durch den deutschen Imperialismus zu begründen. Ihre Weltherrschaftsansprüche erklärten die faschistischen Strategen mit der von den Ideologen  des Imperialismus und der Reaktion erfundenen Geopolitik.

Auf der Grundlage der Geopolitik und der Rassentheorie beruhte auch die Lebensraumtheorie, die in der faschistischen Propaganda eine wichtige Rolle spielte.

 

So entstand im Zentrum Europas der gefährlicher Brandherd, der zum Hauptherd des zweiten Weltkrieges wurde.

 

Lehren

Der zweite Weltkrieg erfasste nahezu alle Länder der Erde. Die Hauptlast des erbitterten Kampfes gegen das faschistische Deutschland trug jedoch das Sowjetvolk, trugen seine Streitkräfte und seine im Rücken des Feindes kämpfenden Partisanen. Seine Verluste an Menschen und Material waren unermesslich.

 

Bürgerliche Historiker, Politologen und führende Politiker der Gegenwart bemühen sich auch heute immer wider, die Rolle der Sowjetunion zu entstellen. Sie versuchen zugleich die Ideologie und Politik des Imperialismus, besonders des deutschen Imperialismus, die zum zweiten Weltkrieg und zum Überfall auf die Sowjetunion führten, so zu interpretieren, dass sie dem aktuellen politischen Auftrag an die heute Regierenden dienlich ist und das Wesen des deutschen Imperialismus und seiner Politik im Dunkeln verschwinden lässt. In diesem Sinne wird nicht nur Politik beurteilt, sondern verstärkt das Denken breitester Kreise der Bevölkerung beeinflusst und NATO-Truppen, zu denen auch die Bundeswehr gehört, vertragswidrig in Osteuropa vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer stationiert

 

Es ist nicht zu übersehen, dass wesentliche Elemente der Lebensraumtheorie und der Geopolitik erneut in der „wissenschaftlichen“ Diskussion, in den Denkfabriken für die außen- und Sicherheitsstrategie des deutschen Imperialismus, in den Medien und sogar in den Planungen und Grundlagendokumenten (Weißbuch der Bundeswehr) zur Entwicklung der außenpolitischen und Sicherheitsstrategie der Bundesrepublik eine wichtige Rolle spielen.

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